Mikronährstoffe fürs Herz: Nützlich oder schädlich?
Quelle: apotheken.de | 29.09.2026 | Robert Kneschke/shutterstock.com

Ob Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen, Herz und Gefäße gesund zu halten, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt gibt es Hinweise, dass zumindest einige von ihnen doch vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen können.
Herzgesundheit fördern Das Beste für die Herzgesundheit ist, sich viel zu bewegen, sich gesund zu ernähren, nicht zu rauchen und Übergewicht zu vermeiden. Zusätzlich werden seit Jahren regelmäßig neue Nahrungsergänzungsmittel fürs Herz angepriesen. Die Palette reicht von Vitaminen über Aminosäuren und Mineralstoffe bis zu Bestandteilen exotischer Gewürze. Meist folgt die Ernüchterung auf dem Fuß, d. h. die erwünschten Wirkungen lassen sich in klinischen Studien nicht nachweisen oder der Effekt bleibt unklar.
Folsäure, Coenzym Q10 und Omega-3-Fettsäuren schützen Jetzt hat sich ein chinesisches Team der Sache noch einmal angenommen und die Daten von 884 qualitativ hochwertigen Studien genauestens analysiert. Fast 900.000 Teilnehmer*innen hatten darin 27 Mikronährstoffe eingenommen. Der Einnahme wurden die Daten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kardiovaskulär bedingtem Tod gegenübergestellt.
Und siehe da: Einige der Nahrungsergänzungsmittel hatten offenbar doch einen Einfluss auf Herz und Gefäße. Omega-3-Fettsäuren senkten das Risiko, an einer Herz- oder Gefäßerkrankung zu versterben, um 7%. Außerdem reduzierten sie das Herzinfarktrisiko um 15% und die Wahrscheinlichkeit, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, um 14%. Folsäure reduzierte um 16% das Risiko für Schlaganfälle, Coenzym Q10 senkte die Gesamtsterblichkeit um 32%.
Beta-Carotin gefährlich? Auch einige andere Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink, Flavonole und Quercetin könnten dieser Untersuchung zufolge einen positiven Effekt auf Herz und Gefäße haben. Keinen Effekt zeigten dagegen die Vitamine C und E sowie Beta-Carotin. Letzteres erhöhte sogar die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden.
Offenbar können einige Mikronährstoffe das Herz schützen. Jetzt gilt es, diese Ergebnisse durch weitere Untersuchungen zu unterstreichen. Und vor allem herauszufinden, welche Dosierungen erforderlich und ob bestimmte Kombinationen vorteilhaft sind.
Weiterführende Informationen zur herzegsunden Ernährung finden Sie auf www.kardiologie.org
Quelle: www.kardiologie.org (2022), SpringerMedizin
Nitrospray richtig anwenden: Bei Brustenge und Herzschmerzen
Quelle: apotheken.de | 22.09.2026 | mauritius images/BSIP/B.Boissonnet

Wer unter Angina-pectoris-Anfällen leidet, hat meist ein Notfallmedikament als Spray oder Kapsel dabei. Das darin enthaltene Nitrat hilft schnell gegen Brustenge und Herzschmerz. Voraussetzung ist allerdings, dass man es richtig anwendet.
Brustenge durch verengte Gefäße Auslöser von Angina-pectoris-Anfällen sind Durchblutungsstörungen des Herzens. Die beruhen meist auf einer koronaren Herzkrankheit, d.h. auf einer „Verkalkung“ der Herzkranzgefäße. Muss das Herz aufgrund von körperlicher oder psychischer Anstrengung mehr arbeiten, transportieren die verengten Gefäße nicht mehr ausreichend Sauerstoff in die Herzmuskelzellen. Es kommt zu schmerzhaften Durchblutungsstörungen, den Angina-pectoris-Anfällen.
Nitrate sorgen dafür, dass sich die Gefäße weiten. Dadurch wird die Durchblutung verbessert und das Herz entlastet. Glyceroltrinitrat, ein Abkömmling der Nitrate, wirkt innerhalb von Sekunden bis Minuten und wird daher als Notfallmedikament gegen Angina pectoris eingesetzt. Es kommt in zwei Darreichungsformen zum Einsatz: als Spray und als Kapseln zum Zerbeißen.
Nitrospray nicht in die Hosentasche Folgende Anwendungshinweise sind beim Nitrospray zu beachten:
Immer im Sitzen verwenden. Der Wirkstoff kann den Blutdruck senken und dadurch zu Benommenheit führen. Kappe von der Flasche abziehen und diese senkrecht mit dem Sprühkopf nach oben halten. Öffnung des Sprühkopfs nah an den Mund halten, Zunge anheben und Wirkstoff unter die Zunge sprühen. Dort wird der Wirkstoff besonders gut über die Schleimhaut aufgenommen. Während des Sprühens den Atem anhalten. Auf diese Weise wird die Flüssigkeit nicht eingeatmet, sondern von der Mundschleimhaut aufgenommen. Je nach Stärke der Beschwerden ein bis drei Sprühstöße im Abstand von 30 Sekunden abgeben. Bleiben die Beschwerden bestehen, kann nach zehn Minuten erneut gesprüht werden. Bessern sich die Beschwerden nach insgesamt 20 Minuten nicht, über 112 den Notdienst rufen!
Wichtig beim Nitrospray ist zudem, dass man am besten zwei davon vorhält. Eins sollte man immer bei sich tragen, das andere auf den Nachttisch stellen – denn viele Angina-pectoris-Anfälle treten nachts auf. Bei sich tragen heißt übrigens nicht in der Hosentasche, denn dort ist es zu warm. Um effektiv zu wirken, darf das Spray Temperaturen über 25° C nicht ausgesetzt werden. Die Jackentasche oder die Handtasche sind deshalb als Aufbewahrungsort besser geeignet.
Kapselinhalt möglichst lange im Mund behalten Glyceroltrinitrat gibt es auch als Weichkapsel. Diese wird bei einem Angina-pectoris-Anfall in den Mund genommen und zerbissen. Der Inhalt sollte möglichst lange im Mund verbleiben, damit der Wirkstoff über die Schleimhaut aufgenommen wird. Die Kapselhülle darf danach verschluckt oder ausgespuckt werden. Kommt es nach 10 Minuten nicht zu einer Besserung von Brustdruck und Herzschmerz, kann man eine zweite Kapsel zerbeißen. Wirkt auch diese nicht, muss der Notruf gewählt werden.
Quelle: ptaheute
Gehtraining ist Nr. 1 bei pAVK: Durchblutung verbessern
Quelle: apotheken.de | 16.09.2026 | mauritius images / Westend61 / Uwe Umstätter

Bei der „Schaufensterkrankheit“ kann Bewegung die Gehfähigkeit deutlich verbessern. Auch wenn die Beine beim Laufen schmerzen, ist gezieltes Training wichtig. Doch es kommt darauf an, richtig zu trainieren – und Warnzeichen ernst zu nehmen.
Beinschmerzen durch gestörte Durchblutung Wer beim Gehen immer wieder Schmerzen in den Waden oder Beinen bekommt und deshalb stehen bleiben muss, könnte an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) leiden. Umgangssprachlich wird sie auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. Bei einer pAVK sind die Arterien verengt oder verschlossen, sodass die Beinmuskeln beim Gehen nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Dann fehlt den Muskeln der nötige Sauerstoff – und es entstehen Schmerzen.
Doch gerade dann ist Bewegung wichtig, betonen Fachleute. In der neuen pAVK-Leitlinie wurde bei belastungsabhängigen Beschwerden das strukturierte Gefäßtraining stark aufgewertet. Es soll zunächst über drei bis sechs Monate durchgeführt werden, daneben werden Risikofaktoren und Begleiterkrankungen behandelt.
Bis zum erträglichen Schmerz laufen Das Besondere am Gehtraining: Es soll nicht beendet werden, sobald die ersten Beschwerden auftreten. Wichtig ist, dass die Betroffenen bis zu einem für sie erträglichen Schmerz weitergehen. Denn durch diese Belastung können sich sogenannte Kollateralen bilden. Das sind zusätzliche kleine Blutgefäße, die die Funktion eines verschlossenen Gefäßes teilweise übernehmen können.
Am effektivsten ist ein angeleitetes Gehtraining in einer Gefäßsportgruppe. Optimal sind drei Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils etwa 30 Minuten. Möglich ist auch eine längere Einheit von etwa 60 Minuten pro Woche. Dabei geht es nicht ausschließlich ums Laufen: Auch Koordinations-, Kraft- und Beweglichkeitsübungen gehören dazu.
Zuhause trainieren geht auch Wer keine Gefäßsportgruppe in der Nähe findet, kann auch in Eigenregie trainieren. Wichtig ist dabei, konkrete Ziele festzulegen und die Fortschritte regelmäßig zu überprüfen. Schon nach ein bis zwei Wochen können erste Verbesserungen spürbar sein. Eine einfache Möglichkeit ist, eine alltägliche Strecke – etwa zum Bäcker – als persönliche Messstrecke zu nutzen und zu beobachten, wie häufig man unterwegs stehen bleiben muss.
Auch Radfahren, Krafttraining der Beine oder Nordic Walking können die Bewegung ergänzen. Welche Sportart geeignet ist, hängt allerdings unter anderem davon ab, wo genau die Gefäße verengt sind.
Wenn Schmerz ein Warnzeichen ist Nicht jeder Schmerz sollte „wegtrainiert“ werden. Treten Schmerzen bereits in Ruhe auf oder entstehen offene Wunden an den Füßen oder Beinen, kann dies auf ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium hinweisen. Dann kann weiteres Training schaden und es ist eine rasche ärztliche Abklärung erforderlich.
Quelle: Ärztezeitung
Schlaganfall sofort erkennen: Lächeln, sprechen, Arme hoch
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Bei einem Schlaganfall muss sofort der Notdienst gerufen werden, um das Gehirn der Betroffenen vor schlimmen Folgen zu bewahren. Doch wie erkennt man als Laie überhaupt solch einen Notfall?
Hirngewebe vorm Absterben retten Ob durch ein verstopftes Gefäß oder eine Massenblutung: Beim Schlaganfall setzt die Durchblutung von Bereichen des Gehirns plötzlich aus und Hirngewebe stirbt ab. Je länger es dauert, den Blutfluss wieder in Gang zu bekommen, desto größer ist der bleibende Schaden. Er reicht von Lähmungen über Sprachstörungen bis hin zum Tod. Wird aber frühzeitig gehandelt, erholt sich das Gehirn oft komplett. Deshalb muss bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall sofort der Notdienst alarmiert werden.
Kurzer Test zeigt die Gefahr Laien sind sich manchmal unsicher, wie sie einen Schlaganfall erkennen können. Das ist verständlich, denn manchmal kommt diese tückische Durchblutungsstörung auch relativ diskret daher. Mit dem FAST-Test lassen sich auf einfache Weise die häufigsten Schlaganfall-Symptome abfragen. Diese betreffen das Gesicht (face), die Arme (arms) und die Sprache (speech):
Face: Die betroffene Person wird gebeten, zu lächeln. Hängt dabei ein Mundwinkel herab, spricht das für eine beim Schlaganfall typische Halbseitenlähmung.
Arms: Die Person soll ihre Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen. Bei einer Lähmung gelingt dies nicht, ein Arm sinkt oder dreht sich.
Speech: Die Betroffene soll einen einfachen Satz nachsprechen. Ist das nicht möglich oder klingt die Sprache verwaschen, liegt das wahrscheinlich an einer schlaganfallbedingten Sprachstörung.
Time: Wenn auch nur eines dieser Anzeichen zutrifft, sollte sofort die 112 angerufen und der Notfall geschildert werden.
Der FAST-Test kann auch im Internet angeschaut werden. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft wurde ein Video erstellt, das den Test erklärt und vor allem jüngere Leute ansprechen soll. Das Video heißt „Lächeln-Sprechen-Arme hoch“.
Quelle: ptaheute
Morgens oder abends schlucken?: Mittel gegen hohen Blutdruck
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Lange hieß es, Blutdrucksenker sollten morgens eingenommen werden. Dann wurde wieder zur abendlichen Einnahme geraten. Was stimmt denn nun?
Weniger Schlaganfälle durch abendliche Blutdrucksenkung 2019 machte eine spanische Studie zur Blutdrucksenkung Furore. 19.000 Hochdruckpatient*innen hatten daran teilgenommen. Die eine Hälfte nahm ihren Blutdrucksenker abends, die anderen morgens ein. In den sechs Jahren der Studie hatten diejenigen, die ihre blutdrucksenkende Medikation vor dem Zu-Bett-Gehen schluckten, ein deutlich verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herztod. Grund genug, Hypertoniker*innen die abendliche Tabletteneinnahme zu empfehlen.
Zweifel am Studienaufbau Doch schon damals gab es Zweifel an der gefeierten Studie. Expert*innen kritisierten beispielsweise den Studienaufbau. Außerdem waren die Blutdruckunterschiede in den beiden Einnahmegruppen eigentlich zu gering, um die deutlichen Unterschiede bei der Anzahl der Herzerkrankungen zu erklären. Britische Forscher*innen starteten deshalb eine Untersuchung mit rund 21.000 Hochdruckkranken, von denen ebenfalls die eine Hälfte ihre Blutdrucksenker morgens, die andere abends einnahm.
In beiden Gruppen erwies sich die Anzahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinfarkt oder Schlaganfall als gleich. Auch die Zahl der gefäßbedingten Todesfälle unterschied sich nicht. Ob morgendliche oder abendliche Einnahme der Blutdrucktabletten, in puncto Herzgesundheit war keine Einnahmezeit besser als die andere, betonen die Autor*innen.
Tageszeit egal – Hauptsache einnehmen Die eigentliche Botschaft dieser Studie ist einfach: Patient*innen sollen ihre Blutdrucksenker zwar immer zum selben Zeitpunkt nehmen – ob aber nun morgens oder abends, spielt keine Rolle. Das wichtigste ist, dass die Tabletten überhaupt eingenommen werden.
Denn weil ein hoher Blutdruck nicht schmerzt, lässt jede zweite Blutdruckpatient*in nach zwei Jahren die Blutdrucksenker wieder weg. Und bringt damit unwissentlich Herz, Niere und Gehirn in Gefahr.
Quelle: Ärztezeitung, The Lancet
So kommen Beinvenen in Schwung: Für alle, die viel stehen müssen
Quelle: apotheken.de | 25.08.2026 | mauritius images / Felix Vogel / imageBROKER

Wer beruflich viel stehen muss, mutet seinen Beinvenen einiges zu. Mit den richtigen Schuhen und Strümpfen, kalten Duschen und einfachen Übungen lässt sich die Venengesundheit fördern.
Muskelpumpe stärkt Gefäße Beinvenen haben eine schwere Aufgabe: Sie müssen dafür sorgen, dass das Blut von den Füßen bis ins Herz transportiert wird. Maßgeblich sind dabei die Spannkraft der Venenwand und die in den Venen vorhandenen Klappen. Letztere bewirken, dass das Blut nicht wieder zurück nach unten sackt. Unterstützt werden die Venen beim Bluttransport außerdem durch die Wadenmuskeln. Sie üben beim Bewegen Druck auf die Venen aus und helfen dadurch, das Blut nach oben zu pumpen. Den Vorgang nennt man deshalb auch „Muskelpumpe“.
Bei langem Herumstehen steht auch die Muskelpumpe still. Oft schaffen es die Beinvenen dann nicht, das Blut ausreichend weiter zu transportieren. Durch den Stau weiten sich die Venenwände, die Klappen können nicht mehr richtig schließen, und das Blut sackt nach unten. Wenn der Druck in den Venen größer wird, tritt Flüssigkeit ins umliegende Gewebe. Es entstehen Ödeme an Füßen und Unterschenkeln – typische Zeichen einer Venenschwäche.
Übungen fürs Büro und Zuhause Doch dagegen lässt sich vorbeugend einiges tun. Das wichtigste ist reichlich Bewegung. Als Sport besonders geeignet sind Radfahren, Schwimmen und Walken. Im Alltag kann man strapazierte Venen zusätzlich so entlasten:
Bequeme, flache Schuhe tragen. Evtl. Kompressionsstrümpfe anziehen (die gibt es inzwischen auch in modischeren Modellen als früher). Langes Stehen auf der Stelle vermeiden. Wenn möglich, in den Arbeitspausen die Füße hochlegen oder zügig zehn Minuten gehen.
Spezielle Übungen bringen die unterstützende Muskelpumpe in Schwung. Sie lassen sich oft zwischendurch unterbringen, z.B. in der Pause, beim Gang zur Toilette oder beim Händewaschen:
Auf beide Zehenspitzen stellen und 5 Sekunden halten. 10 Mal wiederholen. Im Stehen abwechselnd rechte und linke Ferse bis in den Zehenstand anheben und wieder abstellen. Gehend oder auf der Stelle tretend abwechselnd das rechte und das linke Knie bis zu einem Winkel von 90° heben und wieder absetzen. Barfuß auf den vorderen Teil eines Tuchs stellen. Mit den Zehen den Rest des Tuchs heranholen. Waden regelmäßig dehnen.
Kalte Dusche freut die Venen Daneben beugen schon einfache Verhaltensregeln Venenerkrankungen vor. So sollte man lieber laufen und liegen statt sitzen und stehen und so oft wie möglich barfuß gehen. Wärme ist Gift für gestresste Venen, Sonnen- und heiße Wannenbäder sind deshalb zu vermeiden. Wer dagegen seine Beine und Füße regelmäßig von unten nach oben kühl abduscht, tut den Gefäßen Gutes. Und last but not least: Übergewicht macht Beinvenen zusätzlich Druck. Wer darunter leidet, sollte nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Gefäße ein paar Pfunde abspecken.
Quelle: ptaheute
Präeklampsie & Co erhöhen Herzrisiko: Schwangerschaft mit Folgen
Quelle: apotheken.de | 19.08.2026 | mauritius images / Lars Zahner

Schwangerschaftskomplikationen müssen nicht nur akut gut beobachtet werden. Betroffene Frauen haben auch lange nach der Geburt ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkt.
Spezielles Risiko für Frauen Rauchen, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung: Das sind die allseits bekannten Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen. Bei Frauen kommen allerdings noch eine Reihe weiterer Risikofaktoren dazu – die bisher viel zu wenig beachtet werden.
Ein wichtiger Faktor sind Komplikationen in der Schwangerschaft. Denn wie verschiedene Studien zeigen, sind Präeklampsie, Schwangerschaftsbluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes, Frühgeburt und die Geburt eines für das Gestationsalter zu kleinen Kindes mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko für die Mutter verbunden.
Mehr KHK nach Präeklampsie Da zeigt zum Beispiel eine schwedische Studie mit mehr als 2 Millionen Frauen: Untersucht wurde das Risiko für eine koronare Herzkrankheit innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Entbindung. Dieses war bei Frauen mit Schwangerschaftshypertonie etwa doppelt so hoch wie bei Frauen ohne diese Komplikation. Nach einer Präeklampsie war es um rund 50 %, nach einer Frühgeburt um etwa 70 % erhöht.
Gleiches ergab eine Studie mit 10.000 Teilnehmenden zwischen 45 und 74 Jahren aus der Region Hamburg. Ausgewertet wurden die Daten von 1970 Frauen, zu denen Informationen aus der Schwangerschaft vorlagen. Eine frühere Präeklampsie stand beispielsweise in Zusammenhang mit einem späteren Herzinfarkt. Eine Gewichtszunahme von mehr als 20 kg in der Schwangerschaft war mit ausgeprägten atherosklerotischen Veränderungen in der Halsschlagader verbunden.
Schwangerschaftskomplikationen berücksichtigen Grund genug, Frauen mit Schwangerschaftskomplikationen gut im Blick zu behalten, betont die Internistin Dr. Elisabeth Unger. Es reicht also nicht aus, nur die klassischen „Big Five“-Risiken wie Rauchen und Diabetes im Blick zu behalten. Erfragt werden sollte immer auch eine Vorgeschichte mit Präeklampsie, Schwangerschaftshypertonie, Gestationsdiabetes oder Frühgeburt.
Quellen: Ärztezeitung, British Medical Journal
Auch E-Bike fahren macht fit: Von wegen gemütlich
Quelle: apotheken.de | 20.07.2026 | mauritius images / Koldo studio / Alamy / Alamy Stock Photos

E-Biken ist nur was für schlappe Faulenzer*innen? Von wegen: Das Radeln mit Elektromotor fordert Herz und Muskeln fast ebenso stark wie normales Radfahren.
Vorurteile sind unbegründet Über E-Bike-Fahren wird sich gerne mokiert: Da sitzen die Damen und Herren auf ihrem Zweirad (auch Pedelec genannt), bewegen ein bisschen ihre Beine und lassen sich, sobald es anstrengend wird, vom Elektromotor pushen. Doch eine aktuelle Studie der Medizinischen Hochschule Hannover entkräftet diese Vorurteile.
Die Forscherenden befragten dazu 1250 E-Bike-Nutzer*innen und 629 herkömmliche Radelnde nicht nur zu ihren Fahrgewohnheiten und ihrem Gesundheitszustand. Sie analysierten auch ihre über 58 800 Fahrten, bei denen mit Trackern Geschwindigkeit und Herzfrequenz aufgezeichnet worden waren.
Herzfrequenz steigt ordentlich an Das Ergebnis überraschte: Während des Radelns lag die Herzfrequenz der Pedelecfahrer*innen nur etwa 5 Schläge pro Minute unter der Herzfrequenz der Radelnden, die ausschließlich mit Muskelkraft fuhren. Das bedeutet, dass sich die Radelnden auf dem E-Bike fast genauso stark anstrengten wie diejenigen auf einem herkömmlichen Fahrrad.
E-Bike-Fahren zeigte einen weiteren großen Vorteil. Pedelecfahrer*innen lassen öfter das Auto stehen und radeln stattdessen. Zudem ist mit einer möglichen Motor-Unterstützung die Hemmschwelle geringer, sich auch bei hügeligen Strecken und Gegenwind aufs Rad zu setzen.
Zwei Drittel der WHO-Empfehlungen In der Folge sind E-Bike-Fahrer*innen durchschnittlich 135 Minuten pro Woche unterwegs. Einen Großteil davon absolvieren sie mit einer gesundheitlich effektiven Belastung, erklären die Forschenden. Damit erreichen E-Biker*innen etwa zwei Drittel des von der WHO geforderten Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche.
Besonders betonen die Autor*innen, dass bei den untersuchten E-Bike-Fahrer*innen jede Dritte eine chronische Vorerkrankungen hatte. Dazu gehörten z.B. Arthrose, koronare Herzkrankheit und Myokardinfarkt oder Bluthochdruck. Gerade für diese Menschen ist das E-Bike ideal: Es hilft ihnen, wieder in Bewegung zu kommen – und dabei Spaß zu haben.
Quelle: Medizinische Hochschule Hannover
Gut leben mit Vorhofflimmern: Keine Chance dem Schlaganfall!
Quelle: apotheken.de | 18.07.2026 | mauritius images / Westend61 / Albrecht Weisser

Vorhofflimmern bedeutet nicht, auf ein aktives Leben verzichten zu müssen. Wer seine Medikamente zuverlässig einnimmt und die nötigen Verhaltensregeln beachtet, kann selbst viel dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und das Risiko für einen Schlaganfall zu senken.
Was bedeutet Vorhofflimmern? Vorhofflimmern ist eine häufige Herzrhythmusstörung, die insbesondere im Alter auftritt. So sollen in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen darunter leiden. Dabei schlagen die Herzvorhöfe anfallsweise oder dauerhaft ungeordnet und sehr schnell. In der Folge arbeiten sie nicht mehr effektiv mit den Herzkammern zusammen. Das beeinträchtigt den Blutfluss und erhöht das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle.
Viele Patient*innen bemerken von ihrem Vorhofflimmern zunächst nichts. Die Rhythmusstörung wird dann z. B. während einer Gesundheitsuntersuchung beim Schreiben des EKGs entdeckt. Manchmal wird sie auch erst im Zusammenhang mit einem Schlaganfall diagnostiziert.
Treten Beschwerden auf, berichten die Betroffenen über vorübergehendes Herzrasen oder Herzstolpern und einen unregelmäßigen Puls. Bei manchen verursacht das phasenweise Herzstolpern keine spürbaren Beschwerden. Wenn der unregelmäßige Herzschlag aber die Leistung des Herzens beeinträchtigt, fühlen sich die Patient*innen schnell müde und erschöpft, manche haben Schwindel oder leiden unter Atemnot.
Hinweis: Vorhofflimmern ist meist nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Es sollte aber immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden, da sich sonst das Risiko für Komplikationen wie einen Schlaganfall erhöht.
Herzschlag kontrollieren und Blut verdünnen Ist ein Vorhofflimmern diagnostiziert, wird es in der Regel auch behandelt. Die Therapie verfolgt zwei Ziele: Das Risiko für einen Schlaganfall zu verringern und die Beschwerden durch den gestörten Herzschlag zu beseitigen. Bei der Kontrolle des Herzschlags wird zwischen Frequenz- und Rhythmuskontrolle entschieden:
Die Frequenzkontrolle wird meist gewählt, wenn nur wenige Beschwerden bestehen oder das Vorhofflimmern schon länger anhält. Dabei bleibt die Rhythmusstörung bestehen, der Puls wird aber mit Medikamenten wie Betablockern verlangsamt. Meist wird eine Ruheherzfrequenz unter 110 Schlägen pro Minute angestrebt. Die Rhythmuskontrolle setzt man besonders bei Beschwerden, neu aufgetretenem Vorhofflimmern oder zur Verbesserung der Lebensqualität ein. Sie kann – abhängig vom individuellen Risiko – auch schon früh im Krankheitsverlauf sinnvoll sein. Ihr Ziel ist es, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen und zu stabilisieren. Medikamente dafür sind z. B. Flecainid oder Propafenon. Reicht dies nicht aus, kommt eine Katheterablation in Frage. Dabei schiebt die Ärzt*in einen dünnen Schlauch durch die Gefäße bis zum Herz und verödet die Bereiche, die das Vorhofflimmern auslösen.
Ganz besonders wichtig ist es, das hohe Schlaganfallrisiko zu senken. Das gelingt mit Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen (auch Antikoagulanzien oder „Blutverdünner“ genannt). Da diese Wirkstoffe die Blutungsgefahr erhöhen, müssen der Nutzen (also die Verhinderung von Schlaganfällen) und das Risiko für Blutungen gegeneinander abgewogen werden. Dabei können spezielle Risikorechner helfen.
Ist das Schlaganfallrisiko hoch und eine dauerhafte gerinnungshemmende Therapie nicht möglich, kommt auch der Verschluss des linken Vorhof-Ohrs in Frage. Dort bilden sich die meisten Blutgerinnsel. Damit sie nicht in den Kreislauf gelangen und einen Schlaganfall auslösen, kann man das Vorhof-Ohr im Rahmen eines minimal-invasiven Kathetereingriffs mechanisch verschließen.
Vorhofflimmern tritt zudem häufig gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf. Besonders Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Schlafapnoe beeinflussen den Verlauf der Erkrankung. Deshalb gehört es zur Behandlung, diese Risikofaktoren möglichst gut einzustellen. Regelmäßige Blutdruckkontrollen, die konsequente Einnahme verordneter Medikamente und Kontrolltermine in der Arztpraxis tragen wesentlich dazu bei, Komplikationen zu vermeiden.
Hinweis: Gerinnungshemmende Medikamente entfalten ihre Schutzwirkung nur, wenn sie regelmäßig eingenommen werden. Ausgelassene Tabletten können das Schlaganfallrisiko erhöhen. Ganz besonders gilt das für die neueren Wirkstoffe (DOAKs), deren Wirkung schnell nachlässt.
Vorsicht Blutverdünner Bei gerinnungshemmenden Medikamenten muss im Alltag das erhöhtes Blutungsrisiko beachtet werden. Das bedeutet, dass schon kleine Verletzungen länger bluten können und auch innere Blutungen – etwa nach Stürzen – gefährlicher sein können.
Blutungen beachten: Betroffene sollten auf Zeichen wie häufiges Nasenbluten, ungewöhnlich starke oder lange Blutungen bei kleinen Verletzungen, Blut im Urin oder Stuhl sowie ungeklärte blaue Flecken achten und diese ärztlich abklären lassen.
Verhalten im Alltag: Bei Aktivitäten mit erhöhtem Verletzungsrisiko heißt es, besonders vorsichtig zu sein. Auch Stürze sollte man möglichst vermeiden, da unter Blutgerinnungshemmern Blutungen stärker ausfallen und gefährlicher sein können.
Vorsicht mit grünem Gemüse: Bei gerinnungshemmenden Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Marcumar/Warfarin) ist eine gleichmäßige Aufnahme von Vitamin K wichtig – stark schwankende Mengen (z. B. viel Spinat, Grünkohl oder andere grüne Gemüse in sehr unterschiedlichen Mengen) können die Wirkung beeinflussen. Bei neueren Gerinnungshemmern (DOAKs) hat die Ernährung einen weniger ausgeprägten Einfluss.
Wechselwirkungen vermeiden: Rezeptfreie pflanzliche Präparate wie z. B. Johanniskraut oder Ginkgo können die Wirkung der Blutverdünner verändern und sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
Hinweis: Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte immer einen entsprechenden Notfall- oder Antikoagulationsausweis mit sich tragen. So wird im Ernstfall sofort erkannt, dass ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht.
Herzgesunder Lebensstil Ein herzgesunder Lebensstil kann den Verlauf des Vorhofflimmerns günstig beeinflussen. Empfehlenswert ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch sowie hochwertigen pflanzlichen Ölen. Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel enthalten dagegen oft viel Salz und sollten nur selten auf dem Speiseplan stehen. Salz kann den Blutdruck erhöhen – und Bluthochdruck kann das Vorhofflimmern verschlechtern.
Auch das Körpergewicht spielt eine wichtige Rolle. Bei Übergewicht kann bereits eine geringe Gewichtsabnahme dazu beitragen, Beschwerden zu verringern und Vorhofflimmern zu reduzieren.
Beim Alkohol gilt: Weniger ist besser. Schon größere Einzelmengen können Vorhofflimmern auslösen oder bestehende Beschwerden verstärken. In Studien wurde gezeigt, dass Menschen mit Vorhofflimmern weniger Flimmeranfälle haben, wenn sie weitgehend auf Alkohol verzichten.
Rauchen erhöht das Risiko für Vorhofflimmern. Das liegt daran, dass Nikotin und andere Substanzen im Zigarettenrauch Puls und Blutdruck steigern und die elektrische Stabilität des Herzens verändern. Außerdem schädigt das Rauchen die Blutgefäße direkt und erhöht das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle – also genau für die Komplikationen, die man beim Vorhofflimmern fürchtet.
Hinweis: Kaffee ist für viele Menschen mit Vorhofflimmern kein Problem. Wer jedoch bemerkt, dass koffeinhaltige Getränke Herzrasen auslösen, sollte den Konsum einschränken.
Bewegung hält das Herz fit Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den wichtigsten Maßnahmen bei Vorhofflimmern. Bewegung stärkt Herz und Kreislauf, senkt den Blutdruck und unterstützt dabei, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Viele Betroffene berichten außerdem, dass sie sich belastbarer fühlen und ihre Lebensqualität steigt.
Welche körperliche Aktivität im Einzelfall passend ist, bespricht man am besten mit der behandelnden Ärzt*in. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie zügiges Spazierengehen, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik. Wichtig ist, langsam zu beginnen und die Belastung schrittweise zu steigern.
Wer während der Bewegung starke Atemnot, Brustschmerzen, Schwindel oder Herzrasen entwickelt, sollte das Training abbrechen und die Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Hinweis: Auch kleine Bewegungseinheiten im Alltag helfen – etwa Treppensteigen, Gartenarbeit oder ein täglicher Spaziergang.
Stress reduzieren und ausreichend schlafen Viele Betroffene berichten, dass Stress oder Schlafmangel das Vorhofflimmern verstärken können. Zwar lässt sich Stress nicht vollständig vermeiden, doch regelmäßige Erholungsphasen können helfen.
Entspannungsverfahren wie Atemübungen, Yoga oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen wirken sich bei vielen Menschen positiv auf das Wohlbefinden aus. Ebenso wichtig ist ausreichend Schlaf. Wer stark schnarcht oder tagsüber ungewöhnlich müde ist, sollte ärztlich abklären lassen, ob möglicherweise eine Schlafapnoe vorliegt. Eine Schlafapnoe muss behandelt werden, da bekannt ist, dass sie Vorhofflimmern verstärken kann.
Hinweis: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus. Unregelmäßige Schlafzeiten können das vegetative Nervensystem aktivieren und damit Stress auslösen.
Puls kontrollieren – aber wie? Um Veränderungen zu erkennen, sollten Patient*innen mit Vorhofflimmern ihren Puls kontrollieren. Und zwar sowohl routinemäßig als auch dann, wenn sie Beschwerden haben. Dabei ist nicht nur die Frequenz, also die Anzahl der Herzschläge pro Minute von Bedeutung. Es soll auch darauf geachtet werden, ob das Herz regelmäßig oder unregelmäßig schlägt. Denn ein unregelmäßiger Puls ist bei Vorhofflimmern ein wichtiger Hinweis und sollte ärztlich abgeklärt werden. Folgende Verfahren eignen sich zur Messung:
Manuelle Pulskontrolle am Handgelenk: Hierbei legt man Zeige- und Mittelfinger auf die Innenseite des Handgelenks (unter dem Daumen) und fühlt die Pulswelle. Um die Anzahl der Herzschläge pro Minute zu erkennen, zählt man entweder 30 Sekunden mit und multipliziert den Wert mit 2 oder man zählt den Pulsschlag eine komplette Minute lang durch. Geräte zur Selbstkontrolle: Gut zu messen ist der Puls mit einem Blutdruckmessgerät mit Pulsanzeige. Auch Fitnesstracker oder Smartwatches können den Puls messen. Das ist besonders bequem, allerdings können bei Bewegungen Messfehler entstehen. Manche Smartwatches zeichnen auch ein EKG auf. Damit können sie Hinweise auf Vorhofflimmern liefern, ersetzen aber nicht die ärztliche Diagnostik.
Hinweis: Die regelmäßige Pulskontrolle sollte möglichst immer unter ähnlichen Bedingungen (z. B. in Ruhe und zur gleichen Tageszeit) erfolgen, um vergleichbare Werte zu erhalten.
Was tun beim Herzstolpern? Bei Vorhofflimmern ist es besonders wichtig, auch in belastenden Situationen möglichst ruhig zu bleiben – denn Angst und Stress können die Beschwerden verstärken. Viele Episoden lassen sich besser bewältigen, wenn man sich bewusst macht, dass sie zwar unangenehm, aber in der Regel nicht unmittelbar gefährlich sind.
Hilfreich ist es, auf den eigenen Körper zu achten und Veränderungen wahrzunehmen, ohne jede kleine Unregelmäßigkeit sofort als Verschlechterung zu deuten oder in Panik zu geraten. So kann ein bewusster und gelassener Umgang mit der Erkrankung dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern.
Bei einigen Beschwerden ist es nötig, die Ärzt*in aufzusuchen. Sofort in die Praxis oder den Notruf tätigen sollte man bei
plötzlichem Brustschmerz oder starkem Druckgefühl in der Brust Atemnot in Ruhe oder deutlich zunehmende Luftnot Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder einem hängenden Mundwinkel (Verdacht auf Schlaganfall) plötzlichem Kollaps, starker Benommenheit oder Bewusstlosigkeit anhaltend sehr schnellem Herzschlag mit starkem Krankheitsgefühl, Schwindel oder Kreislaufproblemen starken Beschwerden nach einem Sturz, insbesondere unter Blutverdünnung
Manche Symptome sind zwar keine Zeichen eines Notfalls, sollten aber trotzdem in den nächsten Tagen abgeklärt werden. Dies gilt z. B., wenn
Herzstolpern bzw. Herzrasen neu oder verstärkt auftritt, die Leistungsfähigkeit sinkt oder es vermehrt zu Müdigkeit und Luftnot bei Belastung kommt, das Herz phasenweise immer wieder unregelmäßig schlägt, verstärkt Blutergüsse oder Nasenbluten auftreten oder Blut im Stuhl auffällt.
Gut vorbereitet in die Arztpraxis Regelmäßige Kontrolluntersuchungen gehören zur Behandlung des Vorhofflimmerns dazu. Sie helfen dabei, Medikamente anzupassen und den Krankheitsverlauf zu beurteilen. Eine aktuelle Medikamentenliste und gegebenenfalls selbst gemessene Blutdruck- oder Pulswerte erleichtern das Gespräch.
Vor dem Termin kann es hilfreich sein, sich Notizen zu machen:
Welche Beschwerden sind seit dem letzten Termin aufgetreten? Wie häufig treten Herzrasen oder Herzstolpern auf? Gab es Nebenwirkungen der Medikamente? Welche Fragen möchten Sie stellen?
Hinweis: Es empfiehlt sich, seine Beschwerden zu beobachten und in einem Symptomtagebuch zu notieren. Dadurch kann man Veränderungen frühzeitig erkennen und der behandelnden Ärzt*in wichtige Informationen liefern.
Quellen: Deutsche Herzstiftung, S-3-Leitlinie Vorhofflimmern
Alte Menschen oft falsch therapiert: Zu wenig oder zu viele Medikamente
Quelle: apotheken.de | 25.06.2026 | mauritius images / Tatsiana Yatsevich / Alamy / Alamy Stock Photos

Eine aktuelle Gesundheitsstudie zeichnet ein alarmierendes Bild: Viele ältere Menschen in Deutschland erhalten Medikamente, die ihnen eher schaden als nutzen könnten – gleichzeitig bleibt eine notwendige Behandlung bei schweren Erkrankungen oft aus.
Zu viel ASS oder Magenschutz Die Arzneimittelversorgung älterer Menschen ist problematisch, wie eine Analyse der deutschen NAKO-Gesundheitsstudie des DKFZ Heidelberg zeigt. Untersucht wurden Daten von 54.296 Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren aus 18 Studienzentren in Deutschland. Das Ergebnis: 26 Prozent der Senior*innen erhielten in der Woche vor der Erhebung mindestens ein potenziell ungeeignetes Medikament.
Häufige Beispiele für Übergebrauch waren niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) ohne klare Diagnose, Protonenpumpenhemmer ohne dokumentierte Notwendigkeit sowie menopausale Hormontherapien.
Wechselwirkungen nicht beachtet Besonders oft betroffen waren Patient*innen mit Parkinson, Epilepsie und Depressionen. Bei Parkinson war das Risiko für eine unangemessene Medikation 16-fach erhöht, bei Epilepsie 4,3-fach und bei Depressionen 2,1-fach. Meist handelte es sich um komplexe Therapien mit Medikamenten, bei denen Wechselwirkungen und Langzeittherapien eine Rolle spielen.
Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind relevant: Bei Bluthochdruck war das Risiko für unangemessene Medikamente 4,5-ach erhöht. Auch hier wurden Kombinationen eingesetzt, die für ältere Menschen als kritisch eingestuft werden.
Gefährliche Unterversorgung Neben der Überversorgung wies die Studie auch auf Unterversorgungen hin: Mehr als die Hälfte der Menschen mit Osteoporose erhielt keine adäquate Therapie, ebenso bestanden Defizite bei Vorhofflimmern und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen. Im Fall der Osteoporose ist dies besonders kritisch, da unbehandelte Fälle das Risiko für Hüftfrakturen deutlich steigern. Beim Vorhofflimmern werden ohne ausreichende Antikoagulation Schlaganfälle begünstigt.
Auf dem Land noch ausgeprägter Besonders auffällig war die regionale Verteilung: In Großstädten wie Hamburg traten deutlich weniger problematische Verschreibungen auf als in ländlichen Regionen. Als mögliche Gründe nennt die Arbeitsgruppe eine höhere Arztdichte sowie einen höheren sozioökonomischer Status. In ländlichen Regionen Ostdeutschlands, etwa in Neubrandenburg und Demmin, wurden dagegen besonders häufig unangemessene Verordnungen gefunden.
Zusätzlich identifizierte die Studie Einflussfaktoren wie niedriges Einkommen, Rauchen, Adipositas und Bewegungsmangel, die das Risiko für eine unangemessene Medikation erhöhen. Überraschend war auch, dass Alkoholabstinenz mit höheren Risiken assoziiert war, vermutlich aufgrund bestehender Vorerkrankungen.
Quelle: Ärztezeitung