Alternative Heilkunde

Akupressur bei Regelschmerzen: Selbstakupressur per App

Quelle: apotheken.de | 06.03.2018 | Simone Lang
 Viele junge Frauen leiden unter Regelbeschwerden.Hilft Akupressur Frauen, die unter Regelschmerzen leiden? Und ist eine Smartphone-App mit Anleitung zur Selbsthilfe ein attraktiver Ansatz für Betroffene? Diesen Fragen ist ein Forscherteam der Charité Berlin nachgegangen.

Weniger Schmerzen nach Akupressur
Viele Frauen leiden jeden Monat an Schmerzen während der Periode. Krämpfe im Unterbauch, Kopf- und Rückenschmerzen zählen zu den Hauptbeschwerden.

Das Forscherteam wollte herausfinden, ob sich die Beschwerden bei jungen Frauen mit starken Regelschmerzen durch die Selbstakupressur nachhaltiger reduzieren lassen als durch Einnahme von Schmerztabletten oder durch hormonelle Kontrazeptiva. Akupressur ist ein Verfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, das die Frauen selbst zu Hause durchführen können. Dabei drücken oder massieren sie bestimmte Punkte am Körper.

Die Forscher teilten die Teilnehmerinnen in zwei Studiengruppen ein: Beide Gruppen erhielten eine Studien-App zur Erhebung relevanter Daten. Nur die Interventionsgruppe bekam eine App-Version, die zur Selbstakupressur kurz vor und während der Menstruation anleitete.

Jede dritte Frau, die auf der App die Punkte für eine Selbstakupressur in Form von Bildern sah, erreichte nach drei Monaten eine fünfzigprozentige Schmerzminderung. Nach einem halben Jahr beschrieben mehr als die Hälfte der Frauen eine Schmerzminderung. In der Kontrollgruppe waren es zu beiden Zeitpunkten nur rund jede vierte Teilnehmerin. Außerdem benötigte die Akupressurgruppe weniger Schmerztabletten als die Frauen in der Kontrollgruppe.

Kombination aus Traditioneller Chinesischer Medizin und neuester Technik
Die Forscher sind überzeugt, dass die App den Frauen geholfen hat, eine einfache Selbstakupressur von drei Akupunkturpunkten durchzuführen und ihre Regelschmerzen deutlich zu reduzieren.

Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin

Weiterführende Informationen: Die App Luna wurde für iOS kürzlich inhaltlich und technisch aktualisiert und ist kostenlos im App-Store erhältlich.

Ingwer als Heilmittel: Heilpflanze des Jahres 2018

Quelle: apotheken.de | 02.02.2018 | Sandra Göbel
 Ingwer hat viele Anwendungsgebiete, zum Beispiel Reiseübelkeit. Der Ingwer-Shot – ein Gläschen gepressten Ingwers pur oder mit Zitrone und Honig – soll das Immunsystem in Schwung bringen. Doch Ingwer kann noch mehr für die Gesundheit tun.

Ingwer: Gut für Verdauung und Immunsystem
In der asiatischen Medizin hat Ingwer seit Jahrtausenden einen festen Platz unter den Arzneipflanzen. Nun wird die Heilkraft der Knolle auch in Europa zunehmend bekannt. Nicht ohne Grund trägt Ingwer den Titel „Heilpflanze des Jahres 2018“. Im Wurzelstock des Ingwers befinden sich bis zu drei Prozent ätherisches Öl, das unter anderem die Substanzen beta-Eudesmol, Zingiberen und Curcumen enthält. „Die in der Pflanze enthaltenen Substanzen helfen zum Beispiel gegen Reiseübelkeit und Brechreiz – und zwar vergleichbar gut wie chemische Mittel“, berichtet der Apotheker Sven Seißelberg. Darüber hinaus kurbelt das Immunsystem an, wirkt muskelentspannend und schmerzlindernd.

Ingwer anwenden: Frisch oder als Fertigmittel
Die Apotheke bietet viele verschiedene Darreichungsformen der Ingwer an, etwa Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Wer lieber frischen Ingwer verarbeiten möchte, kann diesen zum Beispiel frisch geschält kauen oder als Heißgetränke aufbrühen. Dazu einfach frische Ingwerscheiben mit kochendem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen. Damit die wertvollen ätherischen Öle dabei nicht verdampfen, sollte die Tasse oder Kanne bis zum Trinken abgedeckt werden.

Auch pflanzliche Mittel können Wechselwirkungen hervorrufen – da macht Ingwer keine Ausnahme. Seine Inhaltsstoffe hemmen beispielsweise die Blutgerinnung. Wer also gerinnungshemmende Medikamente einnimmt oder chronisch krank ist, sollte Ingwer nur noch Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker als Arzneimittel anwenden. Vorsicht gilt auch für Patienten mit einem sensiblen Magen und Gallensteinen, denn Ingwer fördert die Bildung von Magensäure.

Quelle: Kaufmännische Krankenkasse (KKH)

Schwere und geschwollene Beine : Venenschwäche pflanzlich behandeln

Quelle: apotheken.de | 19.05.2017 | Sandra Göbel
 Mit steigenden Temperaturen erweitern sich auch die Gefäße stärker. Schwere Beine treten deshalb verstärkt im Sommer auf.Schwere Beine, geschwollene Füße und Schmerzen sind typische Symptome für eine Venenschwäche. Für deren Behandlung stehen pflanzliche Arzneimittel zur Verfügung.

Vor allem Frauen leiden – häufig aufgrund einer genetischen Bindegewebsschwäche – unter einer krankhaften Venenerweiterung. Sind die oberflächlichen Venen betroffen, zeigen sich die erweiterten Gefäße als Krampfadern. Haben sich die tieferliegenden Venen erweitert, sodass ihre Venenklappen nur unzureichend schließen, sprechen Mediziner von einer chronisch venösen Insuffizienz, kurz CVI. In der Folge sackt das Blut Richtung Fuß und es kommt zu Druckgefühlen, Schwellungen oder Schmerzen im Bein. „Venenerkrankungen bedürfen schon frühzeitig einer Behandlung, denn die ständige Stauung des Blutes kann im Laufe der Zeit zu einer Gewebeverhärtung führen. Dadurch wird das umliegende Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Je früher die Behandlung daher beginnt, desto besser“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer.

Therapie mit pflanzlichen Arzneimitteln
Zur Eigentherapie einer Venenschwäche stehen verschiedene pflanzliche Arzneimittel – sogenannte Phytopharmaka – zur Verfügung. Unterschieden wird zwischen rationalen Phytopharmaka, die klinische Studien durchlaufen haben, und den traditionell angewendeten Phytopharmaka, deren Anwendung allein auf jahrelanger Erfahrung basiert. Zu den Arzneimitteln, für die klinische Studien existieren, gehören die Extrakte aus Rosskastaniensamen und Roten Weinlaubblättern. Beide reduzieren bestehende Wassereinlagerungen (Ödeme), verhindern deren Neubildung und wirken entzündungshemmend. Der Trockenextrakt des Roten Weinlaubblatts verbessert zudem die Sauerstoffversorgung im Beingewebe und verringert Schmerzen.

Wann eignet sich die Eigentherapie?
„Pflanzliche Arzneimittel können besonders im Anfangsstadium der Erkrankung und begleitend zu einer Kompressionstherapie einen gewissen Erfolg bringen“, berichtet die Apothekerin Günther. „Sie wirken allerdings nur bei regelmäßiger Einnahme in ausreichend hoher Dosierung und erst nach einem Zeitraum von einigen Wochen.“ Es gibt sie rezeptfrei in der Apotheke. Die Expertin warnt jedoch vor einer Selbstmedikation bei Schwangeren, Diabetikern und Patienten mit schwerwiegenden Grunderkrankungen. Auch wenn die Betroffenen unter Hautveränderungen oder schlecht heilenden Wunden leiden, sollte lieber der Arzt aufgesucht werden, rät Günther.

Quelle: Barmer

Heuschnupfen bei Kindern behandeln: Mittel aus der Komplexhomöopathie

Quelle: apotheken.de | 29.04.2017 | Sandra Göbel
 Heuschnupfen ist in der Regel gut behandelbar. Auch homöopathische Mittel stehen zur Verfügung.Laufende Nase, tränende Augen und Niesattacken – Heuschnupfen betrifft auch immer häufiger Kinder. Bei vielen Eltern stehen naturheilkundliche Mittel hoch im Kurs. Ein Überblick über homöopathische Komplexmittel bei Pollenallergie.

Inzwischen leiden bis zu 25 Prozent der Kinder unter einer Allergie. Die ersten Beschwerden treten meist im Kindergartenalter oder später auf. Bei erstmaligen Auftreten von allergieverdächtigen Symptomen wie Niesen oder Augenbrennen, ist ein Allergietest beim Kinderarzt zu empfehlen. Ist die Diagnose Heuschnupfen gesichert, bietet die Homöopathie verschiedene Einzel- und Komplexmittel zur Behandlung an. Das wichtigste Einzelmittel gegen Heuschnupfen ist der Kleine Goldregen (Galphimia glauca, Thryallis glauca). Es ist in Globuli-Form erhältlich und auch in der Prävention bewährt. Jeden Tag 5 Globuli Galphimia glauca D12 reduziert die Allergiebereitschaft. Der Behandlungsbeginn liegt am besten 2 Wochen vor der Pollensaison.

Komplexhomöopathie: Auf Altersbeschränkung achten
In den homöopathischen Komplexmitteln wird der der Kleine Goldregen mit weiteren Wirkstoffen kombiniert, etwa mit Kürbisschwämmchen (Luffa), dem Botenstoff Histamin oder der Ballonrebe (Cardiospermum). Achten Sie immer auf die Altersbeschränkung der Mittel. Für Säuglinge im 1. Lebensjahr ist beispielsweise nur ein einziges Mittel zugelassen: Luffeel® comp. Tabletten. Kleinkinder zwischen 1 und 5 Jahren können alternativ mit Pascallerg® Tabletten behandelt werden. Für Kinder ab 6 Jahren sind weitere Produkte erhältlich: Klosterfrau allergin® Globuli und Heuschnupfenmittel DHU®.

Hinweis: Achten Sie auf die speziellen Dosierungen für Kinder! Sie finden die Dosierung in der Packungsbeilage oder können Sie bei Ihrem Apotheker erfragen.

Ergänzend zu den homöopathischen Komplexmitteln haben sich Nasensprays bewährt. Ihr Apotheker empfiehlt Ihnen individuell ein geeignetes Präparat, das die Nasenschleimhaut nicht unnötig reizt oder austrocknet. Zu empfehlen sind 1–2 Sprühstöße pro Tag, im Akutfall auch öfter.

Tipps für den Alltag
Zusätzlich zu der medikamentösen Therapie lindern verschiedene Verhaltensweisen die Beschwerden von allergiegeplagten Kindern:

Lüften Sie morgens zwischen 6 und 8 Uhr einmal kräftig stoß. Den Rest des Tages Türen und Fenster möglichst geschlossen halten.Bringen Sie Pollenschutzgitter vor den Fenstern an.Waschen Sie dem Kind jeden Abend gründlich die Haare. Bewahren Sie Kleidung, die draußen getragen wurde, nicht im Kinderzimmer auf. Verlegen Sie während der Pollenflugsaison mehr Aktivitäten nach drinnen.Statten Sie ihren Staubsauger mit einem Feinstaubfilter aus und saugen Sie regelmäßig die Wohnung.Lassen Sie einen Pollenfilter in Ihr Auto einbauen.

Quelle: Dr. rer. nat. Daniela Birkelbach: Komplexhomöopathie für Pollen-geplagte Kinder. In: PTA heute, Nr. 12, Juni 2016, S. 90–92

Biofeedback gegen Migräne: Den Schmerz kontrollieren lernen

Quelle: apotheken.de | 30.03.2017 | Sandra Göbel
 Biofeedback kann die Häufigkeit von Migräne-Anfällen reduzieren.Biofeedback kann beginnende Migräne-Attacken verhindern oder ihren Verlauf deutlich abmildern. Damit bietet es eine echte Alternative zur Medikamenteneinnahme. Wie das Verfahren funktioniert.

Verantwortlich für die Schmerzentstehung bei einem Migräne-Anfall ist die Erweiterung einer Arterie im Kopf – der Arteria temporalis superficialis. Bei einer Biofeedback-Therapie lernen Patienten, dieser Gefäßerweiterung entgegenzuwirken. „Beherrscht man das Verfahren, ist es möglich, die so genannte Arteria temporalis superficialis willentlich zu verengen, um Schmerzen abzuwehren“, erklärt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN).

Biofeedback-Prinzip: Messgeräte geben Migräne-Patienten Feedback
Biofeedback zählt zu den Verfahren der Verhaltenstherapie. Das Prinzip: Der Patient lernt mithilfe von elektrischen Messgeräten, normalerweise unbewusst ablaufende Körperzustände wie Anspannung von Muskulatur und Verengung von Blutgefäßen wahrzunehmen. Dazu zeichnen die Messgeräte körperliche Reaktionen wie Muskelspannung, Herzschlag oder Hirnströme auf und wandeln sie in akustische oder visuelle Signale um. „Der Schmerzpatient, der an das System angeschlossen ist, erhält damit eine Rückmeldung über seinen Zustand und kann lernen, diesen aktiv zu verändern“, erläutert Dr. Beil.

Biofeedback wirkt langfristig gegen Migräne
Neuere Empfehlungen zur Behandlung von Kopfschmerzen bewerten die Verfahren der Verhaltenstherapie mittlerweile nicht nur als Ergänzung, sondern auch als Alternative zur medikamentösen Migräneprophylaxe. „Durch die Biofeedback-Therapie sind keine Nebenwirkungen zu erwarten und die positive Effekte des Verfahrens können über Monate anhalten, wenn sie gut beherrscht werden“, ergänzt der Neurologe Dr. Beil. Die Kosten für eine Biofeedback-Therapie werden im Rahmen einer ambulanten Verhaltenstherapie von den Krankenkassen erstattet. Dies ist auch der Fall, wenn das Therapieverfahren Baustein einer stationären multimodalen Schmerztherapie ist. Interessenten sollten dennoch vorab mit ihrer Krankenkasse die Kostenfrage klären.

Quelle: Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)

Mehr Informationen: Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne – http://www.dmkg.de/therapie-empfehlungen/migraene/leitlinie_entspannungsverfahren-und.html|Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.

Globuli für gesunde Lippen & Mund: Hilfe bei Rissen, Bläschen und Herpes

Quelle: apotheken.de | 04.03.2017 | Sandra Göbel
 Bei Lippenbeschwerden unterstützen homöopathische Mittel die Heilung.Bei kleinen Beschwerden im Mundbereich ermöglicht die Homöopathie eine effektive, aber sanfte Selbstbehandlung. Die wichtigsten Mittel für sanfte Lippen und eine gesunde Mundschleimhaut.

Eingerissene Mundwinkel
Kleine, schmerzhafte Einrisse an den Mundwinkeln (http://rhagaden/|Mundwinkel-Rhagaden) treten meist bei trockenen Lippen auf – vor allem im Winter ein Problem. Einmal aufgerissen, heilen sie nur schwer: Immer wieder öffnet sich die tiefe Wunde und blutet. Bei hartnäckigen, wiederkehrenden Rhagaden sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um einen Eisen- oder Vitaminmangel, eine Infektion oder Pilzbesiedlung auszuschließen. Handelt es sich dagegen um ein jahreszeitliches Problem, das der schlechten Luftfeuchtigkeit und spröden Witterung geschuldet ist, lohnt sich eine Behandlung mit Homöopathika. Als Mittel der Wahl gilt Acidum nitricum D12. Nehmen Sie zweimal täglich 5 Globuli ein oder lutschen Sie zweimal täglich eine Tablette, circa 10–15 Minuten vor dem Essen. Setzen Sie die Behandlung fort, bis die Rhagaden geheilt sind. Mit ersten Effekten können Sie nach wenigen Wochen rechnen. Für längere Anwendungen empfiehlt sich ein kurmäßiges Vorgehen: Auf eine dreiwöchige Behandlungszeit folgt jeweils eine einwöchige Pause. Diesen Zyklus setzen Sie beliebig lange fort.

Tipp: Acidum nitricum D12 (zweimal täglich 5 Globuli) eignet sich auch hervorragend zur Behandlung von trockenen Mundschleimhäuten. Probieren Sie es aus!

Lippenherpes
Stress, intensive Sonnenbestrahlung oder ein geschwächtes Immunsystem – als Auslöser von Lippenherpes kommen viele Faktoren in Betracht. Fragen Sie sich zunächst, was in Ihrem Fall die Ursache war. Anschließend wählen Sie das passende Mittel je nach Auslöser:

Stress oder schwaches Immunsystem: Rhus toxicodendron D12Ekel: Sepia D12Sonnenbestrahlung: Natrium chloratum D12

Wenden Sie das Mittel bereits bei den allerersten Anzeichen eines Lippenherpes an: am ersten Behandlungstag bis zu fünfmal 5 Globuli, später dreimal täglich 5 Globuli.

Tipp: Herpes tritt bei Ihnen immer nach Sonnenbestrahlung auf? Dann beginnen Sie drei Tage vor dem nächsten Strandurlaub präventiv mit einer Homöopathie-Kur: Zweimal täglich 5 Globuli Natrium chloratum D12 beugt Herpes-Rückfällen vor. Setzen Sie die präventive Einnahme während der Urlaubstage fort.

Bläschen im Mund
Kleine, äußert schmerzhafte Bläschen an der Mundschleimhaut – sogenannte Aphthen – weisen auf eine Schwäche des Immunsystem hin. Ein homöopathischer Klassiker in der Aphthen-Behandlung ist Borax D6, dreimal täglich 5 Globuli. Zu empfehlen ist eine kurmäßige Anwendung: Auf eine 3 Wochen lange Einnahmezeit folgt eine einwöchige Pause, dann beginnt die dreiwöchige Einnahme von Neuem.

Hinweis: Mit Borax D6 unterstützen Sie auch die Heilung von Mundsoor oder einer Pilz-Infektion der Mundschleimhaut – als Ergänzung zur konventionellen Therapie.

Mundfäule
Ein ausgeprägter Befall der Mundschleimhaut mit schmerzhaften, blutenden Bläschen weist auf eine Virusinfektion hin: Stomatitis aphthosa, auch Mundfäule genannt. Sie tritt vor allem bei Kindern auf, oft begleitet von Fieber, und erfordert in jedem Fall eine ärztliche Abklärung. Die Homöopathie kann als Add-on-Therapie zum Einsatz kommen. Bewährt ist Mercurius sublimatus corrosivus D12, zwei- bis dreimal täglich 5 Globuli (bei Kleinkindern 3 Globuli).

Hinweis: Eine schulmedizinische oder pflanzliche Behandlung, etwa mit einer Mundspüllösung, schließt eine ergänzende homöopathische Therapie nicht aus. Achten Sie jedoch darauf, dass zwischen den beiden Anwendungen ein zeitlicher Abstand von mindestens 30 Minuten liegt.

Quelle: Dr. med. Markus Wiesenauer: Homöopathie für die Mundschleimhaut. In: PTA heute, Nr. 10, Mai 2016. S. 66–68.

Pflanzliche Arznei richtig einsetzen: Genaue Zusammensetzung ist wichtig

Quelle: apotheken.de | 27.01.2017 | Sandra Göbel
 Apotheker unterstützen Patienten bei der Wahl eines wirkungsstarken und verträglichen Pflanzenpräparats.Gegen Atemwegserkrankungen wie Erkältung, Halsschmerzen oder Husten gibt es wirkungsstarke pflanzliche Arznei. Die verschiedenen Präparate sind aber nur selten miteinander vergleichbar. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hin.

„Wenn auf der Packung nur 'enthält Efeublätter' steht, heißt das gar nichts“, sagte der Apotheker Prof. Dr. Robert Fürst beim pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Denn nicht nur der Name enthaltener Pflanzenarten ist entscheidend für die Wirkung eines Arzneimittels, sondern seine genaue Zusammensetzung. Der Experte erläutert: „Über die Qualität eines pflanzlichen Medikaments entscheidet, aus welchem Pflanzenteil und vor allem wie der verwendete Extrakt hergestellt wurde. Das ist oft ein Firmengeheimnis. Die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel kann deshalb nach wissenschaftlichen Kriterien immer nur für ein einzelnes Präparat beurteilt werden. Wirkstoffgleiche Nachahmerprodukte im Sinne von ?Phyto-Generika? gibt es aus pharmazeutischer Sicht nicht.“

Traditionelles Arzneimittel: klinische Studien stehen noch aus
Bei der Beurteilung eines pflanzlichen Medikaments hilft der Blick auf die Packung. Steht dort „traditionelles Arzneimittel“, wurde die Wirksamkeit nicht in klinischen Studien untersucht. Fürst stellt klar: „Das bedeutet nicht automatisch, dass das Medikament nicht wirksam ist. Die Wirksamkeit wurde aber nicht in klinischen Studien nachgewiesen.“ Wissenschaftlich gesichert ist die Wirksamkeit einzelner Extrakte und ihrer Wirkstoffe zum Beispiel aus Efeu, Thymian, Primel, Pelargonie, Purpursonnenhut und Kombinationen aus verschiedenen anderen Pflanzenextrakten.

Apothekenpflichtige Produkte garantieren Qualität
Fast alle Pflanzen enthalten mehr als einen Wirkstoff. Doch damit die pflanzlichen Stoffe wirken, müssen sie hoch genug dosiert sein. Das ist bei Produkten aus Drogerie- und Supermärkten oder dem Internet oft nicht der Fall. Anders bei apothekenpflichtigen Produkten, die als Arzneimittel eingestuft sind. Ihre Zulassung erhalten sie erst, wenn die Hersteller ihre Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachweisen. Phytotherapeutika aus der Apotheke werden aus geprüften Rohstoffen ohne Schadstoffbelastung und mit standardisiertem Wirkstoffgehalt hergestellt. Um ein geeignetes und wirkungsvolles pflanzliches Präparat zu erhalten, sollten Patienten sich bei der Auswahl eines pflanzlichen Medikaments in der Apotheke beraten lassen.

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Kräutertee aus der Apotheke: Woran Sie hochwertigen Tee erkennen

Quelle: apotheken.de | 23.01.2017 | Julia Schmidt/Landesapothekerkammer Thüringen
 Kräutee aus der Apotheke am besten immer frisch aufgießen.Winterzeit ist Teezeit. Tees aus der Apotheke fördern zusätzlich den Genesungsprozess. Vor allem Kräutertees lindern Beschwerden. Was Arzneitees von frei verkäuflichen unterscheidet.

Baldrian wirkt bei Schlafproblemen, Pfefferminze lindert Verdauungsbeschwerden und Fenchel hilft gegen Blähungen. Heil-Kräutertees unterstützen den Genesungsprozess bei unterschiedlichen Beschwerden. Damit die gewünschte Wirkung eintritt, ist eine besondere Qualität und Konzentration der arzneilich wirksamen Inhaltsstoffe nötig. „Heilkräuter verdanken ihre wohltuende Wirkung Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen, Flavonoiden oder Gerbstoffen, die man sehr gut in Form von Teeaufgüssen zu sich nehmen kann“, erklärt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen.

Doch nicht jeder frei verkäufliche Kräutertee ist qualitativ hochwertig, schadstofffrei und wirksam. „Billige Kräutertees können unerwünschte oder sogar schädliche Stoffe enthalten – etwa weil die Rohstoffe nicht sachgemäß behandelt oder versehentlich Unkräuter mitverarbeitet wurden.“

Die Verpackung gibt erste Hinweise auf Tee-Qualität
Ob ein Tee hochwertig ist, erkennt man bereits an der Verpackung. „Ist ein Tee lediglich in Papiertütchen und Pappschachtel verpackt, können die wertvollen ätherischen Öle entweichen – und mit ihnen die Wirkung“, erklärt Neidel. Hochwertige Produkte sind hingegen in luftundurchlässigen Kunststoff- oder Aluverpackungen verschlossen.

Arzneitee-Mischungen müssen zugelassen werden
Wer einen qualitativ hochwertigen und schadstofffreien Arzneitee sucht, wird in der Apotheke fündig. Denn diese Bezeichnung dürfen nur Kräutertees tragen, deren Mischungen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen worden sind. Kunden erkennen diese an der Zulassungsnummer auf der Verpackung.

„Kräutermischungen, die seit langer Zeit erprobt sind, erhalten eine Standardzulassung, die immer auf die Ziffern ?99? endet. Sie garantiert, dass der Tee Arzneibuch-Qualität hat, also den Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs hinsichtlich Zusammensetzung, Reinheit der Inhaltsstoffe und Gehalt an ätherischen Ölen entspricht“, erklärt Neidel. Die Zulassung ist jedoch keine Bestätigung der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Mischung. Dafür fehlen wissenschaftliche Studien.

Hoch dosierte Kräutertees nur in der Apotheke
Anders ist es bei den Individualzulassungen. Diese sind mit den Zulassungsendziffern „00“ gekennzeichnet. „Hier müssen Wirksamkeit, Qualität und Verträglichkeit genau und nach wissenschaftlichen Maßstäben dokumentiert sein“, weiß Neidel. Die Wirkstoffe sind in diesen Mischungen wesentlich höher dosiert. Sie werden deshalb ausschließlich in der Apotheke verkauft. Zur genauen Anwendung informieren die Apotheker. Kunden können sich übrigens Teemischungen nach eigenen Wünschen in der Apotheke mischen lassen.

Heilkräuter-Tees immer frisch aufgießen
Damit der Tee seine volle Wirksamkeit entfaltet, kommt es im letzten Schritt auf die Zubereitung an. „Arzneitees sollten stets frisch aufgegossen und dann baldmöglichst getrunken werden“, rät Neidel: „Wird der Tee über längere Zeit stehen gelassen oder in der Thermoskanne aufbewahrt, können sich die wertvollen Inhaltstoffe – etwa Vitamin C oder ätherische Öle – zersetzen“, erläutert Neidel.


Husten mit Pflanzenkraft lindern: Kombinationspräparate gegen Frösche

Quelle: apotheken.de | 21.01.2017 | Julia Schmidt/PD Dr. Kristina Jenett-Siems/DAZ
 Vor allem Anfang von Erkältungen ist Husten oft mit Schmerzen verbunden.Erkältung, Grippe oder akute Bronchitis – Husten ist ein häufiges Symptom von Erkrankungen, die vielen Menschen gerade im Winter zu schaffen machen. Pflanzliche Kombinationspräparate bieten geballte Kraft gegen lästiges Husten.

In der Nacht, beim Zähneputzen oder Telefonieren – Husten ist nicht nur lästig, sondern oft auch mit Schmerzen verbunden. Doch der Vorgang an sich hat eine heilende Funktion: Der physiologische Schutzreflex befreit unsere Atemwege vom Schleim. Dieser hat sich auf der Bronchialschleimhaut gebildet, nachdem virale oder bakterielle Krankheitserreger in unsere oberen Atemwege gelangt sind und dort eine Entzündung ausgelöst haben. Genau genommen wird zwischen einem trockenem und einem produktiven Husten unterschieden: Nach der Infektion leiden Betroffene zunächst an einem trockenen Husten, der teils mit Schmerzen verbunden ist. Mit zunehmender Schleimproduktion wandelt sich dieser zu einem produktiven Husten. Bei diesem husten wir meist ein wässriges Sekret ab. Tritt zu der anfangs viralen Infektion eine bakterielle Infektion hinzu, kann es zum Auswurf von schleimig-eitrigem Sekret kommen.

Die Pharmazeutin Dr. Kristina Jenett-Siems gibt in der Deutschen Apotheker Zeitung Tipps, wie Sie produktivem Husten bei Bronchialerkrankungen und Erkältungen mit pflanzlichen Mitteln lindern. Lassen Sie sich vor der Einnahme von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Sind Sie gegen eine der Bestandteile allergisch, informiert Sie Ihr Apotheker über Alternativen. Auch Schwangere, Stillende sowie Frauen, die vermuten, schwanger zu sein oder es aktuell werden möchten, sollten sich in der Apotheke nach anderen Präparaten erkundigen.

Thymian gegen Husten
Thymian ist seit jeher ein bewährtes Mittel bei Erkältungen mit zähem Schleim und bei akuter Bronchitis mit Husten. Die in der Pflanze enthaltenen ätherischen Öle Thymol und Carvacrol wirken gegen Viren und Bakterien. Außerdem lösen sie zähflüssigen Schleim und Krämpfe. Die Wirkung von Thymian als Kombinationspräparat mit folgenden Heilpflanzen gegen Husten ist wissenschaftlich belegt.  

Kombination von Thymian und Efeu
Efeu-Blätter werden von der immergrünen Kletterpflanze Hedera helix gewonnen. Die Blätter enthalten Substanzen – sogenannte Saponine – die antimikrobiell, krampflösend und entzündungshemmend wirken. Präparate mit Efeu-Extrakten werden eingesetzt bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und akuten Entzündungen der Atemwege mit Husten. Dr. Jenett-Siems nennt den Thymian-Efeu-Saft Bronchipret® Saft TE, der Fluidextrakte aus beiden Pflanzen beinhaltet. Dauern die Beschwerden länger als eine Woche an oder treten Atemnot, eitriger oder blutiger Auswurf oder Fieber hinzu, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt.

Kombination von Thymian und Primelwurzel
Auch Kombinationspräparate mit Thymian und Primelwurzel können die Häufigkeit Ihrer Hustenanfälle verringern. Primelwurzel hilft, zäh sitzenden Schleim zu lösen und somit leichter abzuhusten. In der Apotheke steht Ihnen hierfür das Präparat Bronchipret® Filmtabletten TP zur Verfügung, das Trockenextrakte aus beiden Pflanzen enthält. Bemerken Sie nach zwei Wochen keine Besserung, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Leiden Sie an einer Magenschleimhautentzündung oder an einem Magengeschwür, sollten Sie vorsichtig bei der Anwendung sein und bei Beschwerden sofort mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen. Falls Sie Flüssigkeit bevorzugen, können Sie auf Bronchicum® Tropfen zurückgreifen. Das Arzneimittel sollte ohne ärztliche Absprache nicht länger als eine Woche eingenommen werden.

Quelle: PD Dr. Kristina Jenett-Siems: Gut gegen Husten. Evidenzbasierte Phytotherapie bei Infektionen der oberen Atemwege. In: Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 49, Dezember 2016, S. 34-37.


Buchtipp: Museen zur Pharmazie Teil 1: Besuchen Sie Ihren Apotheker

Quelle: apotheken.de | 03.11.2016 | Julia Schmidt/Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt /S. Hirzel Verlag
 Entdecken Sie die Geschichte von Medizin und Pharmazie in Norddeutschlands Museen.Schon seit Jahrhunderten ist die Medizin und Pharmazie aus dem Leben der Menschen nicht wegzudenken. Welche Ereignisse haben zum heutigen Standard in Krankenhäusern, Arztpraxen und Apotheken geführt? Und was gehörte früher zum Beruf eines Apothekers?

Diese Fragen beantworten die rund 160 Museen, Sammlungen und Ausstellungen in Deutschland. Die Wissenschaftsjournalisten Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt stellen die wichtigsten Norddeutschen in ihrem ersten Band „Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ vor.

Von Kuriosem, Abwegigem und Faszinierendem
Die Texte an sich sind so individuell und verschieden wie die Museen selbst: Ob zur Geschichte des Museums, seiner Initiatoren, Namensgeber oder erste Informationen zu den dargestellten Themen, die Autoren informieren korrekt und spannend über die Ausflugsmöglichkeiten. Wussten Sie beispielsweise, dass die griechische Göttin Hygieia die Schutzpatronin der Apotheker ist? Eine Statue der Göttin ziert den Giebel des Brandenburgischen Apothekermuseums in Cottbus. Oder hätten Sie gedacht, dass es ein Schnarchmuseum gibt? Finden Sie heraus, wo dieses Museum ansässig ist und welche Personen sich selbst die „gefährlichen Schnarcher“ nennen.

Museumstouren selbst zusammenstellen
Seien Sie neugierig und verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über die Apotheken-, Psychiatrie-, Technik- oder Medizinhistorischen Museen im Norden Deutschlands. Auch von Universitäten erstellte Sammlungen gehören zu den beschriebenen Einrichtungen, die allesamt öffentlich zugänglich sind. Jedes Kapitel widmet sich den wichtigsten Museen eines Bundeslandes. Auf der ersten Seite verrät Ihnen eine geographische Karte die Lage der anschließend vorgestellten Museen. Diese werden von den Wissenschaftsjournalisten in eigenen Unterkapiteln vorgestellt: Ein farblich hervorgehobener Kasten informiert über Adresse, Kontaktdaten, Internetadresse sowie Öffnungszeiten. Diese einheitliche Strukturierung des Buches ermöglicht es Ihnen, Ihre persönliche Museumstour zusammenzustellen – je nach Interessen und Vorlieben.

Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt

Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie.
266 Seiten

Kartoniert

29,90 EUR

S. Hirzel Verlag

http://www.hirzel.de/sachbuch/titel/60679.html|Bestelllink