Alternative Heilkunde

Reflexzonenmassage

Quelle: apotheken.de | 26.02.2015 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Für die Fußreflexzonenmassage fehlen bisher wissenschaftliche Belege.Die Reflexzonenmassage baut auf der Beobachtung auf, dass bestimmte Areale des Körpermantels (Haut, Bindegewebe, Skelettmuskulatur und Knochenhaut) mit inneren Organen in Beziehung stehen. Die zu den Organen führenden Nerven entspringen teilweise demselben Rückenmarksegment wie die zum Körpermantel ziehenden Nerven. Diese Verschaltung von Nerven des Körpermantels mit Nerven der inneren Organe auf Rückenmarkebene erklärt, warum z.B. bei einem Herzinfarkt der Schmerz in den linken Arm ausstrahlt. Über diese Reflexzonen des Körpermantels lassen sich auch die inneren Organe beeinflussen.

Die Reflexzonenmassage stützt sich auf ein wissenschaftlich plausibles Konzept. Die Fußreflexzonenmassage dagegen folgt einer anderen, wissenschaftlich nicht belegten Theorie. Diese Massagetechnik geht von der Vorstellung aus, dass die inneren Organe mit der Fußsohle in Verbindung stehen und jeweils an bestimmten Punkten auf der Fußsohle abgebildet sind. Daher lassen sie sich nach der Theorie der Fußreflexzonenmassage auch von dort aus beeinflussen. Dazu streicht, drückt und reibt der Therapeut an den jeweiligen Organpunkten. Das Konzept wird auch zur Diagnose eingesetzt: Eine veränderte Hautbeschaffenheit oder Schmerzempfinden beim Druck auf einen bestimmten Organpunkt sollen auf Krankheiten in dem jeweils zugeordneten Organ hinweisen.

Die spezifische Wirkung des Verfahrens ist weder plausibel noch wissenschaftlich schlüssig belegt. Unspezifische Wirkungen sind wie bei anderen Massageverfahren aber durchaus anzunehmen.

Die Ausbildung zum Masseur ist staatlich geregelt und endet nach zweieinhalb Jahren mit einer Zulassung als Masseur und medizinischer Bademeister. Masseure dürfen Krankheiten nur auf ärztliche Anordnung behandeln.

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die klassische Massage, die Reflexzonenmassagen und die Lymphdrainage. Selbst zu tragen sind jedoch neben der Rezeptgebühr 10 % der Behandlungskosten. Eine Fußreflexzonenmassage wird nicht übernommen. Auch Ganzkörpermassagen, fernöstliche und Wellnessmassagen müssen selbst bezahlt werden.

Klassische Massage

Quelle: apotheken.de | 26.02.2015 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
Wenn uns etwas wehtut, streichen wir instinktiv über den betroffenen Körperteil oder drücken dagegen. Kein Wunder, dass praktisch alle Kulturen der Welt Massagen zur Linderung und Heilung entwickelt haben. Schon vor 4 500 Jahren wurden im alten China Techniken der Heilmassage systematisch aufgezeichnet.

Durch bestimmte Massagegriffe werden die Haut und die darunterliegenden Körperpartien gereizt. Dadurch werden Verspannungen gelöst, die Durchblutung gefördert, aber auch Reaktionen der Hautnerven ausgelöst, die das gesamte Nervensystem beeinflussen und bestimmte Hormone und schmerzlindernde Botenstoffe freisetzen. Dadurch kann sich die Schmerzwahrnehmung ändern, und auch vegetative Funktionen wie Atmung, Verdauung und das Herz-Kreislauf-System können beeinflusst werden.

Die am weitesten verbreitete klassische Massage (auch schwedische Massage) wurde im 19. Jahrhundert entwickelt. Sie wendet fünf Griffarten an, um den erkrankten Körperbereich durchzuarbeiten – immer von den Randzonen zum Körperzentrum hin:

Streichen (Effleurage)Kneten, Walken und Rollen (Petrissage)Klopfen und Klatschen (Tapotement)Reiben (Friktion)Erschüttern (Vibration).

Die klassische Massage wird v.a. zur Schmerzlinderung sowie zur Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt, etwa bei Rückenschmerzen, rheumatischen Erkrankungen, aber auch im Bereich der Rehabilitation bei chronischen Erkrankungen und Funktionsstörungen.

Grenzen der Massage. Massagen berühren uns und regen durch den unmittelbaren Kontakt von Mensch zu Mensch unsere Selbsthilfekräfte an. Aber bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparats stößt auch die Massage an ihre Grenzen. Denn gerade Rückenprobleme, Nackenschmerzen, Verspannungen und Fehlhaltungen gehen oft auf Alltagsprobleme wie zu viel Sitzen, zu wenig Bewegung, eine falsche Sitzhaltung oder unzureichende Kräftigung der Rückenmuskulatur zurück. Und diese Probleme lassen sich nur durch aktive Verfahren angehen, also solche Verfahren, bei denen der muskuläre Stützapparat aktiv aufgebaut wird. Massagen lindern zwar die Schmerzen, aber da ihre Ursachen nicht beseitigt werden, kommen diese in der Regel genauso schnell wieder zurück. Daher hilft bei Rückenproblemen oder Verspannungen längerfristig nur eines: Bewegung, Bewegung, Bewegung – ob als |Bewegungstherapie (Trainingstherapie), Rückenschule, Sport oder Bewegung im Alltag. Trotzdem kann ein Massagerezept natürlich kurzfristig wohltuend wirken und die Beschwerden lindern – den meisten Ärzten entlockt man solch ein Rezept aus den oben genannten Gründen allerdings nur noch selten.

Bewertung. Die Risiken der Massage sind äußerst gering, das Konzept – zumindest der klassischen Massageformen – ist plausibel. Positive Wirkungen konnten wissenschaftlich bei Angstzuständen, Depressionen, Stress, Rückenschmerzen und Verstopfung gezeigt werden.

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die klassische Massage, die Reflexzonenmassagen und die Lymphdrainage. Selbst zu tragen sind jedoch neben der Rezeptgebühr 10 % der Behandlungskosten. Eine Fußreflexzonenmassage wird nicht übernommen. Auch Ganzkörpermassagen, fernöstliche und Wellnessmassagen müssen selbst bezahlt werden.

Weiterführende Informationen

D. Chang: Das große Buch der Massagetechniken. Die heilende Kraft der Hände bei Beschwerden von A bis Z. Bassermann, 2006. Einführung in die wirksamsten Massagetechniken, mit bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen. K. Schutt: Massagen. GU Ratgeber Gesundheit. Gräfe & Unzer, 2004. Anleitung zur Selbsthilfe gegen Stress und Verspannungen.

Weiterlesen:
Was sind manuelle Therapien?OsteopathieKraniosakraltherapieChiropraktikDie verschiedenen Heilverfahren in Listenform

Was ist Traditionelle Chinesische Medizin?

Quelle: apotheken.de | 19.09.2008 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Neben der Behandlung von Krankheiten, zum Beispiel durch Akupunktur, spielen auch präventive Maßnahmen, wie Ernährung und Bewegung, eine große Rolle.In der langen Geschichte Chinas entstand eine Vielzahl von medizinischen Heilverfahren. Manche davon wurden auch im kommunistisch geprägten modernen China beibehalten. Sie fanden unter dem Begriff der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ihren Weg in den Westen.

Die TCM stützt sich auf viele Säulen, die zusammen ein komplexes Heilsystem ergeben, darunter die Akupunktur und das daran angelehnte Verfahren der Moxibustion (Wärmebehandlung der Akupunkturpunkte), Arzneimittelkunde, Ernährungslehre, meditative Übungstechniken wie Tai Chi und Qigong sowie die Tuina-Massage. Im Westen am häufigsten angewendet wird die Akupunktur.

TCM ist aber nicht nur eine Behandlungsmethode – viele ihrer Bestandteile, wie etwa die Ernährungslehre und die körperübenden Verfahren – sind vorbeugender Natur.

Yin und Yang – das Grundprinzip der TCM
Die Denkweise der Traditionellen Chinesischen Medizin ist in unseren Breiten aus mehreren Gründen ungewohnt: Während die moderne Medizin versucht, einen Defekt möglichst genau zu lokalisieren und diesen dann zu behandeln, nimmt die TCM bei gesundheitlichen Problemen eine Störung von Kräfteströmen an, die normalerweise unseren Organismus im Gleichgewicht halten – und dieses Gleichgewicht beschränkt sich keineswegs auf unseren Körper, sondern bezieht den sozialen Organismus, ja sogar den Kosmos mit ein. Eine zentrale Rolle in diesem Konzept nimmt die Lebensenergie Qi (sprich Tschi) ein. Sie wird durch ein ausgewogenes Wechselspiel der beiden Lebenspole Yin und Yang im Fluss gehalten. Yin und Yang verkörpern dabei unterschiedliche Prinzipien des Lebens, die oft mit „Schattenseite“ und „Lichtseite“ in Verbindung gebracht werden – Yin steht für Ruhe, Passivität und Kälte, während Yang Dynamik, Aktivität und Hitze einschließt.

Die Traditionelle Chinesische Medizin geht davon aus, dass die Lebensenergie Qi Grundlage jeder Substanz ist und allem Lebendigen innewohnt. Während das kosmische Qi im Wasser der Flüsse, in der Luft und im Wind fließt, konzentriert sich das Qi im menschlichen Körper in den Organen und strömt in einem energetischen Netzwerk von Kanälen oder Leitbahnen, den Qi-Kanälen, durch den Körper. Diese Kanäle verlaufen von Pol zu Pol, d. h. von Kopf bis Fuß, und sind damit dem Meridiansystem der Erde vergleichbar. Sie werden deshalb oft auch Meridiane genannt.

Die Lebensenergie Qi hat unterschiedliche Funktionen: Sie schützt, ernährt, erwärmt, transportiert, kontrolliert und verwandelt. Gesundheit liegt dann vor, wenn die Lebensenergie ausgewogen vorhanden ist und sich austauschen, d. h. ungehindert fließen kann. Krankheit entsteht dann, wenn der Energiefluss behindert ist.

Die Ausbildung zum TCM-Behandler ist nicht genau festgelegt, die meisten Ausbildungsgänge richten sich jedoch nach Empfehlungen von TCM-Dachverbänden und dauern 3–4 Jahre. Die Anforderungen sind hoch. Viele der privaten Ausbildungsinstitute setzen Praktika an chinesischen TCM-Kliniken voraus.

Durchführung. Die Diagnose wird durch Befragung sowie durch eine genaue Betrachtung des Patienten gestellt – letztere beschränkt sich auf die am bekleideten Patienten zugänglichen Körperregionen Augen, Haut, Haltung und Zunge. Zudem wird der Puls an verschiedenen Körperpunkten beurteilt. Dabei werden bis zu 28 verschiedene Pulsqualitäten unterschieden.

Die festgestellte Erkrankung wird meist durch eine mehrmals täglich einzunehmende Arzneimischung aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Komponenten behandelt. In vielen Fällen werden weitergehende Verfahren wie die Akupunktur, Moxibustion oder eine der Übungs- oder Massagemethoden verordnet.

Die chinesischen Arzneimittel sind im chinesischen Arzneibuch genau beschrieben und ihre Prüfung, Vorbehandlung und Dosierung sind festgelegt. Dennoch erreicht ein Teil von ihnen nicht die hierzulande geforderten Standards bezüglich Reinheit, Belastung durch Schwermetalle und Pestizide sowie Schimmelbefall. Dies ist einer der Gründe, weshalb Arzneimittel der TCM apothekenpflichtig sind (Fertigarzneien können aber auch auf ärztliches Rezept aus China importiert werden). Einige einheimische Apotheken haben sich auf chinesische Arzneimittel spezialisiert und halten nicht nur ein breites Angebot von mehreren hundert Arzneidrogen vor, sondern bürgen durch ein genaues Prüfprotokoll für gesicherte Qualität.

Anwendungsbereiche. Die TCM behandelt alle Krankheiten, die meisten Anwender im Westen sehen sie jedoch zumindest bei schwerwiegenden Erkrankungen als ergänzendes Verfahren. Auch im heutigen China werden westliche Medizin und TCM parallel angewendet. Schwerpunkte der Behandlung sind chronische Krankheiten und Schmerzzustände.

Bewertung. Die TCM beruht auf Traditionen und Konzepten, die nicht 1:1 auf die hiesige Situation übertragbar sind. Während die Verfahren der TCM traditionell vor allem vorbeugend eingesetzt wurden, liegt der Schwerpunkt der westlichen Anwendungen auf der Therapie von Erkrankungen. Wissenschaftliche Untersuchungen attestieren der TCM Wirksamkeit bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen. Allerdings entsprechen nur die wenigsten dieser Studien den heute geforderten Standards zum Nachweis einer spezifischen Wirkung, sodass eine verlässliche Wertung derzeit nicht möglich ist.

Weiterführende Informationen

http://www.dwgtcm.de|www.dwgtcm.de – Internetseite der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin e. V., Osnabrück: Informationen zu den einzelnen Therapieverfahren der TCM, mit Datenbank zur Literatur- und Studienrecherche. http://www.agtcm.de|www.agtcm.de – Internetseite der Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e. V., Berlin: Fachlich fundierte Patienteninformation einschließlich Forum und weiterführenden Links. http://www.tcm-germany.de|www.tcm-germany.de – Internetseite des Mercurius Kolleg für Chinesische Medizin, Köln: Übersichtlich gestaltete Internetseite mit Fach- und Patienteninformationen, Therapeutenliste und Literaturverweisen. H. Beinfield; E. Korngold et al.: Traditionelle Chinesische Medizin. Grundlagen – Typenlehre – Therapie. dtv, 2005. Fundierte und verständliche Einführung in die TCM und ihre Hintergründe. Ein gutes Nachschlagewerk mit zahlreichen Schaubildern. T. J. Kaptchuk: Das große Buch der chinesischen Medizin. Die Medizin von Yin und Yang in Theorie und Praxis. Fischer, 2006. Neuauflage des 1989 erstmalig auf Deutsch erschienenen Standardwerks, das die Grundlagen, Diagnose- und Therapieverfahren der chinesischen Medizin sehr anschaulich beschreibt und differenziert in die westliche Tradition einordnet bzw. von ihr abgrenzt.

Weiterlesen: Die verschiedenen Heilverfahren in Listenform


Übersicht Heilpflanzen

Quelle: apotheken.de | 07.03.2008 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Heilpflanzen aus dem Garten: So einfach kann Medizin sein.Heilpflanzen (Arzneipflanzen, Heilkräuter) werden zum einen nach wissenschaftlichen Methoden zu standardisierten Fertigprodukten (Phytotherapeutika) aufbereitet und dann auch in der Schulmedizin genutzt (sogenannte Moderne oder |Rationale Phytotherapie), zum anderen sind Heilpflanzen eine wichtige Komponente in vielen alternativen Heilverfahren wie der Homöopathie, Bach-Blütentherapie, Aromatherapie oder Ayurvedischen Medizin.

Aber auch viele Hausmittel setzen auf die Heilkraft von Pflanzen und berufen sich dabei auf die traditionelle Kräutermedizin, die sich in unserem Kulturkreis in vielen Formen weiterentwickelt hat – von der Antike über arabische Einflüsse zur Klosterheilkunde des Mittelalters bis zu den modernen Herbalisten, Heilpraktikern oder auch Laien, die sich speziell der Heilung von Krankheiten durch Pflanzen verschrieben haben. Diese traditionelle Phytotherapie (traditionelle Pflanzenheilkunde, Kräutermedizin) setzt im Gegensatz zur modernen Phytotherapie nicht auf isolierte Einzelextrakte, sondern verwendet die aus vollständigen Pflanzen oder Pflanzenteilen gewonnenen Komplettauszüge meist in Form von Tees oder Aufgüssen.

Auch wenn sie rund um den Globus angewendet wird – wissenschaftlich ist die Kräutermedizin nur wenig abgesichert. Im Gegensatz zur Rationalen Phytotherapie muss sie für ihre Produkte keine strengen Wirkungsnachweise erbringen. Dies ist teilweise auch gar nicht möglich: Wegen der nicht standardisierten Zubereitung und den sehr unterschiedlichen Wachstumsbedingungen von Heilkräutern enthalten traditionell aufbereitete Kräuterprodukte einen oft sehr unterschiedlichen Anteil an Wirkstoffen.

Das heißt aber nicht, dass Heilkräuterzubereitungen wirkungslos wären – die traditionellen Zubereitungen stützen sich auf einen von Generation zu Generation angesammelten Erfahrungsschatz.

Apotheken, Naturkostläden und Reformhäuser halten die wichtigsten Heilkräuter vorrätig. Die sicherste Quelle ist dabei die Apotheke – sie gewährleistet, dass die Heilkräuter den Bestimmungen des Arzneimittelbuchs entsprechen und fachgerecht gelagert sind.

 

Dabei werden sowohl die traditionellen (d.h. wissenschaftlich nicht angesicherten) Einsatzgebiete genannt, als auch die Anwendung in der rationalen (wissenschaftlich begründbaren) Phytotherapie. Die hier genannten Anwendungsempfehlungen stützen sich auf die Monografien der ESCOP von 2003 (die European Scientific Cooperative on Phytotherapy wurde von der EU mit der wissenschaftlichen Bewertung von Arzneipflanzen beauftragt):

Anis
Einsatz:Verwendet werden die getrockneten Früchte sowie das daraus gewonnene Öl.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: krampflösende Wirkung gegen Bronchitis und Rachenentzündungen sowie bei Magen-Darm-Beschwerden.Ferner sinnvoll bei Menstruationsbeschwerden, Koliken, Blähungen und Lebererkrankungen. Bei Blähungen und Bauchkrämpfen evtl. zur Wirkungsverstärkung mit Fencheltee abwechseln.Zubereitung: 1 TL zerdrückte Früchte mit ½ l Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und abgießen.Hinweis: Gerade bei dem an ätherischen Ölen reichen Anis ist Frische entscheidend: „Der beste ist frisch, voll, ohne Staub, hat einen starken Geruch.“ (Dioscurides, Arzt im antiken Griechenland)

Arnika
Einsatz:Verwendet werden die getrockneten Blütenstände.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der keimtötenden und entzündungshemmenden Wirkung bei stumpfen Verletzungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautentzündungen und Insektenstichen (Arnika-Umschläge).Traditionell verwendet zusätzlich bei Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen sowie als Tee bei Angina pectoris und starken Menstruationsbeschwerden.Zubereitung:Essenz bzw. Tinktur: für Umschläge, als Gurgellösung oder zum Einreiben 1:10 mit Wasser verdünnen.Arnikatee (als Umschlag zu verwenden): 2 TL Blüten mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen.Hinweise:Arnika darf nicht innerlich angewendet werden.Nicht über längere Zeit auf offene Wunden auftragen (hier ist die Ringelblume die richtige Heilpflanze).Allergien kommen vor.

Baldrian
Einsatz:Verwendet wird der getrocknete Wurzelstock.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der beruhigenden Wirkung bei nervös bedingten Einschlafstörungen und Unruhezuständen. Baldrian beeinflusst den Stoffwechsel der Neurotransmitter (Botenstoffe der Nervenzellen).Traditionell verwendet auch bei nervöser Erschöpfung, Kopfschmerzen, Angstzuständen und Muskelverspannungen.Zubereitung:Baldriantee: 1 TL Baldrianwurzel mit ½ l heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.Bad: 2 Liter Tee ins Badewasser geben.Hinweis: Baldrian vermindert die Verkehrstüchtigkeit, am stärksten 1–2 Stunden nach der Einnahme.

Efeu
Einsatz:Verwendet werden die getrockneten Blätter.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der bakterientötenden und krampflösenden Wirkung bei Atemwegsentzündungen, insbesondere der Bronchien, empfohlen.Traditionell verwendet: innerlich z. B. bei Gallenleiden, Gicht und Rheuma. Äußerlich z. B. gegen Läuse, Nervenschmerzen und Geschwüre.Zubereitung: Die Wirkstoffe des Efeus können durch traditionelle Zubereitungen nur schlecht ausgezogen werden. Verwendet werden deshalb ausschließlich Fertigpräparate.Hinweis: Efeu wirkt auswurffördernd. Deshalb nicht zusammen mit einem Hustenstiller anwenden.

Fenchel
Einsatz:Verwendet werden die getrockneten reifen Früchte bzw. ihr Öl.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der krampflösenden, entzündungshemmenden und beruhigenden Wirkung bei Bronchitis und bei Magen-Darm-Beschwerden.Traditionell verwendet auch bei Erbrechen. Das Öl wird auch zu äußerlichen Einreibungen des Bauches bei Blähungen und Bauchkrämpfen verwendet.Zubereitung:Fencheltee: 1 TL zerdrückte Früchte mit ½ l Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abgießen.Bei Blähungen und Bauchkrämpfen. Evtl. auch mit Anistee abwechseln.Hinweis: Fenchelöl bei kleinen Kindern, in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwenden (die getrockneten Früchte sind aber unbedenklich).

Hopfen
Einsatz:Verwendet werden die getrockneten weiblichen Blütenstände.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der beruhigenden Wirkung bei Unruhe, Nervosität, Angstzuständen und Schlafstörungen empfohlen. Bei Ein- und Durchschlafstörungen am besten mit Baldrianwurzel kombiniert anwenden.Traditionell auch bei Kopfschmerzen sowie bei Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt.Zubereitung: Hopfentee: 1 TL zerkleinerte Blüten mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen.Hinweis: Hopfenpräparate vermindern die Verkehrstüchtigkeit.

Johanniskraut
Einsatz:Verwendet wird das während der Blütezeit gesammelte Kraut.Wissenschaftlich belegte Anwendung für Johanniskraut-Extrakt: Depressive Verstimmung und Winterdepression aufgrund der Wirkung auf den Neurotransmitterstoffwechsel im Gehirn.Traditionell auch verwendet bei Bronchitis, das Öl bei Gicht und Rheuma.Ferner als Salbe zur Wundheilung und als Hautpflegemittel bei trockener Haut.Zubereitung:Johanniskrauttee: 2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 5–10 Min. ziehen lassen.Öl zur äußeren Anwendung (Einreibung): Handteller benetzen und gut einreiben.Hinweise:Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind möglich – lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.Die Einnahme von Johanniskraut bewirkt eine Überempfindlichkeit gegen Sonnenlicht!

Kamille
Einsatz:Das Heilkraut schlechthin. Verwendet werden die Blütenköpfchen.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der entzündungshemmenden Wirkungen bei Haut- und Schleimhautentzündungen, bei Wunden im Anal- und Genitalbereich und bei Erkrankungen der Atemwege.Traditionell ferner äußerlich verwendet bei: Akne, Hämorrhoiden und Furunkeln sowie innerlich bei Blähungen und Bauchkrämpfen.Zubereitung:Kamillentee: ½ EL mit ½ l kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Bei Sodbrennen und Magenbeschwerden Tee trinken, bei Entzündungen in Mund und Rachen mehrmals täglich gurgeln.Inhalation: eine Handvoll Kamillenblüten auf 1/2–1 l Wasser.Hinweise: Wer gegen Korbblütler allergisch ist, muss Kamille meiden (Kamille ist ein Korbblütler).Neben der echten Kamille kommen auch viele (nicht heilwirksame) Kamillearten vor.

Melisse
Einsatz:Verwendet werden die Blätter sowie das daraus gewonnene Öl.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der virenhemmenden Wirkung äußerlich bei Lippenherpes. Innere Anwendung bei Unruhe, Schlafstörungen, Angespanntheit sowie bei Verdauungsstörungen.Traditionell auch verwendet bei Unterleibserkrankungen, Nervenleiden und nervösen Magenbeschwerden; äußerlich z. B. bei Nervenschmerzen und rheumatischen Beschwerden.Zubereitung: Melissentee: 2 TL Blätter mit 1/8 l kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Abends eine Tasse trinken. Hinweis: Melisse bei Einschlafstörungen am besten in Kombination mit Baldrian, Hopfen oder Passionsblume einsetzen.

Mistel
Einsatz:Verwendet werden die Zweige mit Blättern, Blüten und Früchten.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: begleitend bei KrebserkrankungenTraditionell verwendet bei: Epilepsie, Keuchhusten, Durchfall und Herzrasen.Zubereitung: Misteltee: 1 TL Mistelkraut in 150 ml kaltem Wasser 12 Stunden ziehen lassen, dann vor dem Trinken kurz (!) aufkochen.Hinweis: Mistelpräparate werden bei Krebs von den Krankenkassen bezahlt.

Pfefferminze
Einsatz:Verwendet werden die Blätter und das Öl, Letzteres aber nicht bei Babys und Kleinkindern.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der antibakteriellen und krampflösenden Wirkung bei Verdauungsstörungen, Blähungen und bei Magenschleimhautentzündungen.Das Öl wird innerlich bei Übelkeit, Reizdarm, Husten und Erkältungen, äußerlich bei Spannungskopfschmerz, Husten und Erkältungen sowie bei rheumatischen Beschwerden empfohlen.Zubereitung:Pfefferminztee: 2–3 TL mit 150 ml heißem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen.Öl – innerliche Anwendung: 1–4 Tropfen bis zu 3-mal täglich.Öl – äußerliche Anwendung: 1 Tropfen auf Schläfe einreiben.Öl – Inhalation: 3–4 Tropfen in heißem Wasser inhalieren.Hinweise:Vorsicht mit Pfefferminzöl: bei Babys und Kleinkindern nicht verwenden, da es zu einem Atemstillstand kommen könnte.Öl bei Anwendung im Schläfenbereich nicht in die Augen bringen.

Ringelblume
Einsatz:Verwendet werden die Blüten.Wissenschaftlich belegte Anwendungen: aufgrund der entzündungshemmenden und keimtötenden Wirkung insbesondere bei infizierten Wunden zur Wundheilung sowie bei Hautentzündungen und Entzündungen der Schleimhäute empfohlen.Traditionell verwendet äußerlich z. B. bei Wunden – auch infizierten – und bei Venenerkrankungen, innerlich z. B. bei Menstruationsbeschwerden und Magen- oder Darmentzündungen.Zubereitung:Ringelblumentee: 1 TL getrocknete Blüten (oder eine Handvoll frische Blüten) mit ½ l Wasser übergießen, 10–15 Minuten ziehen lassen.Essenz bzw. Tinktur: für Umschläge, als Gurgellösung oder zum Einreiben 1:10 mit Wasser verdünnen.Hinweis:Ein stärkerer Tee kann auch zur Wundreinigung verwendet werden: 2 TL Blütenblätter ohne Kelch mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen.Für Hobbygärtner: Ringelblumen können gut selbst angebaut werden (sogar auf dem Balkon).

Salbei
Einsatz:Verwendet werden die Blätter.Wissenschaftlich belegte Anwendungen aufgrund der entzündungshemmenden und adstringierenden (zusammenziehenden) Wirkung, innerlich bei übermäßigem Schwitzen und Funktionsstörungen des Magen-Darm-Trakts. Gurgeln von Salbeitee hilft bei Mund- und Rachenentzündungen.Traditionell verwendet: innerlich z. B. bei Appetitlosigkeit, Blähung, Durchfall. Äußerlich z. B. bei Entzündungen der Haut und im Mund- und Rachenbereich.Zubereitung: Salbeitee:Für Tee einige frische Blätter oder 1 TL getrocknete Blätter mit ½ l kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abgießen.Zur Geschmacksverbesserung evtl. mit Kamillentee oder Pfefferminze mischen und mit Honig süßen.Hinweis: Salbei vermindert die Milchbildung und sollte von stillenden Frauen deshalb nicht getrunken werden.

Weißdorn
Einsatz:Verwendet werden die Blätter und die Blüten.Wissenschaftlich belegte Anwendungen bei beginnender Herzinsuffizienz sowie bei nervösen Herzbeschwerden.Traditionell auch bei Schwindel und Atemnot.Zubereitung: 1 TL Blätter gut zerkleinern, mit 150 ml kochendem Wasser überbrühen, 5–10 Min. ziehen lassen Hinweis: Der Wirkungsaufbau verläuft langsam, oft dauert es 8 Wochen, bis sich eine Wirkung zeigt.

Grundlagen der Phytotherapie

Quelle: apotheken.de | 14.05.2008 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Standardisierte Präparate gleichen den schwankenden Wirkstoffgehalt der Heilpflanzen ausDie Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) wird von allen Kulturen der Erde angewendet, wobei verschiedene Kulturen oft dieselben Kräuter gegen die gleichen Beschwerden anwenden. So sind in einem ägyptischen Papyrus aus dem 17. Jahrhundert vor Christus z. B. Kümmel, Leinsamen und Hanf beschrieben.

Man unterscheidet die auf jahrhundertelange Erfahrung aufbauende Traditionelle Phytotherapie (traditionelle Pflanzenheilkunde, Kräutermedizin) von der Rationalen Phytotherapie, die sich naturwissenschaftloch orientiert.

Anwendung und Bewertung
Pflanzen sind so individuell wie Menschen – je nach den Wuchs- und Erntebedingungen sowie den Herstellungsverfahren schwankt die Menge und Zusammensetzung der Wirkstoffe. Bei nach wissenschaftlichen Standards getesteten Heilpflanzen empfiehlt es sich deshalb, auf standardisierte Präparate zurückzugreifen – damit ist garantiert, dass der entscheidende Wirkstoff auch tatsächlich in ausreichender Konzentration vorliegt. Beispiel |depressive Verstimmungen: Ein Tee mit selbst gepflücktem und selbst zubereitetem Johanniskraut mag einen Versuch wert sein, richtig Erfolg versprechend ist aber nur die Verwendung eines standardisierten Präparats in ausreichender Dosierung.

Risiken und Nebenwirkungen
Meist ist das Verhältnis zwischen erwünschten und unerwünschten Wirkungen in der Phytotherapie gut. Die Herstellung von Heilpflanzen ist heute gut kontrolliert und praktisch alle hierzulande gehandelten Arzneipflanzen stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau. Allerdings: „Rein pflanzlich“ bedeutet nicht unbedingt „harmlos“. Beispielsweise kann Beinwell bei Daueranwendung das Krebsrisiko erhöhen, und allergische Reaktionen sind auch auf Heilpflanzen möglich. Deshalb sollten Heilpflanzen wie andere Medikamente ohne fachlichen Rat nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Und vor allem bei Kindern und in der Schwangerschaft sollte der Arzt oder Apotheker befragt werden.

Weiterführende Informationen

http://www.phytotherapy.org|www.phytotherapy.org – Internetseite der Gesellschaft für Phytotherapie e. V., Köln: Bietet Links, z. B. zur Zeitschrift für Phytotherapie, zum Arzneimittel des Jahres und zu aktuellen Kongressprogrammen. http://www.phytotherapie-komitee.de|www.phytotherapie-komitee.de – Internetseite des Komitees Forschung Naturmedizin e. V., München: Dokumentation von Forschungsergebnissen zur Wirkung von Heilpflanzen. J. Grünwald; C. Jänicke: Grüne Apotheke. Gräfe & Unzer, 2004. Standardwerk zur Pflanzenheilkunde und ihren Anwendungsgebieten. Sehr ausführlich und detailliert, mit bebilderten Pflanzensteckbriefen und vielen Praxistipps. Focus Gesundheit (Hrsg.): Pflanzenheilkunde – Das DVD Lexikon der Heilkräuter. 2006. Heilpflanzen von A–Z, mit konkreten Anwendungsbeispielen. Alle Pflanzen werden zudem in einem kleinen Booklet vorgestellt. Sehr anschaulich und informativ.

Weiterlesen:
Die verschiedenen Heilverfahren in ListenformTraditionelle PhytotherapieRationale Phytotherapie

Klinische und Klassische Homöopathie

Quelle: apotheken.de | 26.02.2015 | Dr. med. Herbert Renz-Polster
 Während die klassische Homöpathie das individuelle Krankheitsbild behandelt, vertraut die klinische Homöopathie auf eine Diagnose.Die Homöopathie teilt sich heute in zwei Schulen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie die verordneten Mittel ausgewählt werden: Die klassische Homöopathie wählt das Mittel nicht allein nach dem beobachteten Krankheitszeichen aus (etwa Husten oder Durchfall), sondern nach dem individuellen Krankheitsbild, und zu dem gehören nicht nur Eigenheiten des Patienten und seine gesamte Konstitution, sondern auch die beobachteten Begleiterscheinungen (etwa trockene Haut, rote Wangen), wie der Patient auf die Erkrankung reagiert, in welcher seelischen Verfassung er sich befindet, welche Gewohnheiten er auch an gesunden Tagen hat und so weiter. Entsprechend wichtig – und zeitaufwendig – ist ein einfühlsames diagnostisches Gespräch zur Abstimmung der Verordnung, die Fallaufnahme. Nach den im Gespräch gesammelten Informationen bildet der Therapeut das „Repertoire“ der Krankheitszeichen des Patienten und vergleicht es mit Profilen von rund 3 000 Arzneistoffen. Dieses Repertorisieren findet heute oft mit Computerunterstützung statt. Der Arzneistoff, der am besten zu den Beschwerden und anderen Merkmalen des Patienten passt, ist dann das passende Medikament.

Der möglichst genaue Blick auf die individuelle „Passung“ bedeutet auf der einen Seite, dass zwei Menschen mit immer wiederkehrenden Kopfschmerzen aufgrund ihrer verschiedenen Konstitution völlig unterschiedliche Mittel erhalten können, auf der anderen Seite aber auch, dass ein Patient mit Kopfschmerzen das gleiche Mittel bekommen kann wie einer mit Schlafstörungen.

Die klinische Homöopathie dagegen richtet sich bei der Auswahl des Medikaments vor allem nach dem erkrankten Organ bzw. nach der ärztlichen Diagnose (etwa Mandelentzündung oder Nebenhöhlenentzündung). Sie greift also teilweise auf Diagnosen der Schulmedizin zurück und ist weitaus weniger individuell als die klassische Homöopathie. Verordnet werden entweder Einzelmittel in eher niedriger Potenzierung, aber auch Mischungen aus verschiedenen, oft unterschiedlich potenzierten Einzelmitteln, die Komplexmittel. Letztere sind auf dem Etikett mit comp. (für compositum = zusammengesetzt) bezeichnet.

Weiterlesen:
Klinische und Klassische HomöopathieGrundlagen der HomöopathieDie verschiedenen Heilverfahren in Listenform

Aromatherapie

Quelle: apotheken.de | 14.05.2008 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Aromaöle können einmassiert, aufgetragen oder eingeatmet werden.Schon in der Antike wurden bestimmte Pflanzenöle oder auch Pflanzenräucherungen angewendet, um Krankheiten zu heilen. Auch die heutige, in den 1920er Jahren durch den französischen Chemiker Gattefossé begründete Aromatherapie baut auf die heilende Wirkung ätherischer (flüchtiger) Pflanzenöle.

Die Aromatherapie wird sehr unterschiedlich angewendet: Naturwissenschaftlich oder schulmedizinisch orientierte Anwender richten sich bei der Auswahl nach den aus der Pflanzenmedizin bekannten Hauptwirkungen der pflanzlichen Inhaltsstoffe (z. B. schlaffördernde Wirkung von Hopfen, anregende Wirkung von Rosmarin (Übersicht Heilpflanzen). Andere Anwender gehen bei der Auswahl intuitiv vor oder berücksichtigen Prinzipien der chinesischen Medizin. Das ausgewählte Öl kann einmassiert, aufgetragen oder über Duftlampen eingeatmet werden.

Wissenschaftlich betrachtet spricht einiges für eine spezifische Wirksamkeit der Aromatherapie. Die eingeatmeten Wirkstoffe gelangen auf dem Blutweg bis ins Gehirn und können dort den Hirnstoffwechsel beeinflussen. Studien zeigen, dass sich durch Aromatherapie die Ängstlichkeit vor chirurgischen Eingriffen abbauen lässt und dass sie entspannend, bei Alzheimer-Demenz auch ausgleichend auf das Verhalten wirkt.

Weiterlesen: Die verschiedenen Heilverfahren in Listenform

Kräuter-Tee

Quelle: apotheken.de | 07.03.2008 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Kräuter-Tee wird bei den unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt.Dass uns beim Stichwort „Kräutermedizin“ als erstes der Kräutertee in den Sinn kommt, ist kein Zufall: So ist der Kräutertee die am häufigsten zu Hause selbst zubereitete pflanzliche Anwendung. Heilkräuter können aber auch zum Gurgeln, zur Mundspülung, als Wundauflage, als Umschläge, Wickel, Augenspülungen, als Badezusätze, Inhalationen, Öle, Salben, Tinkturen – oder gar als Lebensmittel (etwa als Salate oder als Gewürzmittel) verwendet werden.

Tee – der wässrige Auszug aus Pflanzenteilen – kann aus frischen oder getrockneten Kräutern bereitet werden und zwar als:

Aufguss (Infus). Heilkräuter werden mit kochend heißem Wasser übergossen – der „Tee“ schlechthin. Regel: 5–10 Minuten ziehen lassen, Gefäß danach abdecken, damit sich die flüchtigen (ätherischen) Inhaltsstoffe nicht verziehen. Heiß oder abgekühlt trinken. Aufkochung. Manche Kräuter und Wurzeln (z. B. Eibischwurzel) werden zunächst mit kaltem Wasser übergossen und erst nach dem „Ziehen“ aufgekocht. Abkochung (Decoct). Die Heilpflanzen werden 10–15 Minuten in Wasser gekocht, um weitere Heilstoffe daraus zu lösen. Dieses Verfahren wird besonders bei harten Pflanzenteilen wie Wurzeln und Rinden angewendet. Kaltansatz (Kaltauszug, Mazerat). Kräuter werden viele Stunden in kaltes Wasser gelegt und erst zur Anwendung erwärmt. Hierdurch lassen sich auch hitzeempfindliche Wirkstoffe gewinnen (etwa bei Mistel oder Baldrian).

Mischungen aus verschiedenen Heilkräutern werden von manchen Herbalisten (in Kräuterheilkunde erfahrene Menschen) grundsätzlich abgelehnt, andere halten Mischungen dagegen für wirkungssteigernd. Zu achten ist aber immer darauf, dass nur Heilkräuter mit ähnlichen Aufgusszeiten gemischt werden – die vom Apotheker zusammengestellten Mischungen tragen dem Rechnung.

Viele Teezubereitungen sind fertig abgepackt auch in Lebensmittelläden erhältlich. Solche Fertigtees werden in Teefilterbeuteln oder als Instanttee angeboten. Die Qualität schwankt jedoch erheblich. Nur wenn auf der Packung indikationsbezogene Angaben gemacht werden (etwa: „zur Schleimlösung bei Bronchitis“), muss die verwendete Heilpflanze einem hohen, gesetzlich verankerten Qualitätsstandard entsprechen. Dies wird von vielen Herstellern umgangen, die auf der Packung keine indikationsbezogenen, sondern allgemeine Angaben machen („besonders für die Erkältungszeit“) und entsprechend minderwertigere Zutaten verwenden.

Gerade bei Instanttees machen die Hersteller so manchen Kompromiss, um ein möglichst rieselfähiges Produkt zu erhalten. Nur wenn Sprühextrakte verwendet werden, ist die Qualität der zugefügten Kräuterauszüge einigermaßen gesichert.

Aufbewahrung. Tees werden am besten vor Licht geschützt, kühl und trocken gelagert – andernfalls verdampfen die flüchtigen Inhaltsstoffe frühzeitig und Mikroorganismen könnten sich festsetzen. Ideal sind braun getönte, fest verschließbare Glasbehälter oder Weißblechdosen. Gut gelagert lassen sich Tees bis zu einem Jahr ohne Wirkungsverlust aufbewahren.

427|Tabelle: Die wichtigsten Heilpflanzen (Arzneipflanzen, Heilkräuter) mit ihrer Wirkungsweise und den derzeitigen Empfehlungen zur Anwendung.

Damit die Kräuter-Tees ihre heilende Kraft entfalten können, sollte ein medizinisch verordneter Tee mit Bedacht getrunken werden.

Deshalb sind die folgenden Tipps – wenn immer möglich – wert, beachtet zu werden:

Heilkräutertees immer schluckweise und in Ruhe trinken. Nicht mit „vollem Bauch“ trinken – Wirkstoffe werden vom leeren Magen besser aufgenommen. Auch wenn man daraus kein Dogma machen sollte: Die besten Zeiten sind morgens nüchtern, vor dem Schlafengehen bzw. 1–2 Stunden nach dem Essen. Manche Kräutertees können durchaus als „Kuren“ getrunken werden. Grundsätzlich gilt aber: Wenn der gleiche Tee länger als einen Monat getrunken wird, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Medizinischer Tee ist kein Dauergetränk! Auch wenn generell empfohlen wird, Heilpflanzentees ungesüßt zu trinken – manche Tees sind nicht gerade eine Gaumenfreude (z. B. Salbeitee). Auch für Kinder werden viele Tees erst durch einen geschmacklichen Ausgleich genießbar. Es spricht deshalb nichts dagegen, gerade die oft bitter schmeckenden Hustentees mit Honig zu süßen. Auch ein Schuss Apfelsaft oder ein paar Tropfen Zitronensaft können einen Tee „gefälliger“ machen – oder mischen Sie einen eher bitteren Tee zur geschmacklichen Verbesserung mit einem wohlschmeckenderen: Der Zusatz von Fencheltee etwa lässt einen Salbeitee für manche süßer wirken, der Zusatz von Pfefferminz frischer.


Akupunktur: Grundlagen und Bewertung

Quelle: apotheken.de | 26.02.2015 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Studien zeigen immer wieder: Wo die Nadel gesetzt wird, spielt bei der Wirkung kaum eine Rolle.Bei der Akupunktur werden Akupunkturpunkte (Nadelpunkte) genutzt. Hier öffnen sich nach klassischer Ansicht die Meridiane durch die Haut, sodass durch entsprechende Manipulation ein Überschuss oder Mangel an Qi ausgeglichen werden kann. Da es in der Akupunktur viele unterschiedliche Schulen gibt, herrschen jedoch über die genaue Zahl und Lokalisation der Akupunkturpunkte verschiedene Ansichten.

Die Ausbildung zum Akupunkteur ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Manche Institute bilden nur Ärzte aus, andere wenden sich auch an Mitglieder anderer Heilberufe und Laien. Die Dauer der Ausbildung schwankt ebenfalls erheblich – die meisten akupunktierenden Ärzte verfügen jedoch über eine Ausbildung von mindestens 140, viele sogar von über 350 Praxisstunden.

Wirkungsweise. Wie die Akupunktur genau wirkt, ist nicht bekannt. Die durch die Nadeln gesetzten Reize könnten die inneren Organe über das Nervensystem oder über chemische Botenstoffe und Hormone beeinflussen. Die Nadelung setzt an den Nervenendungen in der Haut Überträgerstoffe (Transmitter) frei, wodurch die Reizleitung des Nervensystems beeinflusst wird. Dadurch kann z. B. die Fortleitung von Schmerzen gehemmt werden. Aber auch Wirkungen am zentralen Nervensystem sind nachgewiesen worden – so werden bei einer Nadelung auch körpereigene schmerzunterdrückende Substanzen im Gehirn (Endorphine) ausgeschüttet, und auch die Durchblutung in bestimmten Hirnarealen wird beeinflusst. Eine plausible Theorie für die von der Traditionellen Chinesischen Medizin angenommene punktspezifische Wirkung (d.h. eine Wirkung, die nur über die traditionell genadelten Punkte zustande kommt) gibt es bisher allerdings nicht.

Durchführung. Der Akupunkteur versucht zunächst festzustellen, in welchen Meridianen oder Organen ein Mangel oder ein Überschuss an der Lebensenergie Qi besteht. Dies kann über die traditionellen chinesischen Methoden der Zungen- und der Pulsdiagnose, aber auch durch Zuhören und das genaue Erfragen von Beschwerden erreicht werden. Auch durch Druck auf Punkte der Meridiane oder Reflexpunkte kann eine erhöhte Empfindlichkeit und damit eine abnorme Energieverteilung ertastet werden.

Nach genauer Diagnose des energetischen Ungleichgewichts werden Nadeln unterschiedlicher Länge und unterschiedlichen Durchmessers in bestimmte Hautpunkte gestochen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Ursprünglich wurden Gold- oder Silbernadeln verwendet, aus Hygienegründen werden heute in den westlichen Ländern Einmalnadeln aus Stahl bevorzugt – diese sind so dünn wie ein kräftiges Haar. Der Einstich der Nadeln ist nicht schmerzhaft, oft stellt sich ein Druck- oder Wärmegefühl oder auch ein Kribbeln im Bereich des Akupunkturpunkts ein. Je nach Schule schwankt sowohl die Einstichtiefe als auch die Zahl der maximal zu verwendenden Nadeln. Die Nadeln bleiben 20–30 Minuten liegen, während der Patient ruht.

Anwendungsbereiche. Die Akupunktur wird im Westen vor allem für chronische Schmerzzustände eingesetzt, wie etwa Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Rheuma und andere Gelenkbeschwerden. Auch für stressbedingte Störungen, chronische Müdigkeit, Allergien, zur Suchtentwöhnung, zur Erleichterung der Geburt und für eine lange Liste weiterer Erkrankungen wird die Akupunktur empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt über 40 Krankheiten, die sich möglicherweise für eine Behandlung durch Akupunktur eignen (diese Liste entspricht allerdings entgegen mancher Interpretationen keiner Empfehlung an sich für die Behandlung durch Akupunktur). In Deutschland wird die Akupunktur bei bestimmten Indikationen (z. B. chronischen Rückenschmerzen oder durch Arthrose bedingten Knieschmerzen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Bewertung. Die Akupunktur ist ein uraltes, in ein kulturgebundenes Denksystem eingebettetes Verfahren mit verschiedenen, sich teils widersprechenden Schulen und Strömungen. Manche Wirkungen der Akupunktur können nach dem modernen wissenschaftlichen Weltbild verstanden werden; die vom TCM-Energiemodell angenommenen punktspezifischen Wirkungen der Akupunktur können bislang jedoch nicht überzeugend erklärt werden.

Die Verträglichkeit der Akupunktur ist exzellent, die Patientenzufriedenheit ist generell hoch.

Dass die Akupunktur wirksam ist, ist unbestritten und in vielen Studien mit großen Patientenzahlen gut und wissenschaftlich sauber dokumentiert. Auch bei vielen chronischen Krankheiten (etwa Kopfschmerzen und Migräne) ist ihre Wirkung den derzeitigen schulmedizinischen Ansätzen vergleichbar.

Allerdings: Nur bei einigen wenigen Krankheiten konnte gezeigt werden, dass die Nadelung der spezifischen Energiepunkte wirksamer ist als eine „zufällige“ Nadelung an anderen Hautstellen – dies gilt z. B. für den Kniegelenkschmerz, Übelkeit, Zahnweh und Tennisellenbogen. Insbesondere die neueren, mit großen Patientenzahlen durchgeführten Studien stellen eine spezifische Wirkung der Akupunktur in Frage. So konnten die von den Ersatzkassen und die von der AOK an insgesamt etwa 500 000 Patienten durchgeführten Studien zumindest für Kopfschmerzen, Migräne und Rückenschmerzen keine Unterschiede zwischen einer Nadelung der Akupunkturpunkte und einer „zufälligen“ Nadelung feststellen. Daten zur Langzeitwirkung der Akupunktur sind noch immer rar. [X04]

Die Akupunktur kann nach Meinung von Experten bei schweren Erkrankungen wie etwa | Diabetes oder Bluthochdruck eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen, sie ist jedoch bei chronischen Schmerzerkrankungen wie Spannungskopfschmerzen und Migräne sowie Rückenschmerzen durchaus eine Alternative.

Da die Diagnose innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin von einer ganz anderen Begrifflichkeit ausgeht und sich auf nur wenige einfache Techniken stützt, sollten die durch Akupunktur behandelten Krankheiten immer auch zusätzlich schulmedizinisch diagnostiziert und begleitet werden.

Sondertext: Das Akupunktur-Paradox

Weiterführende Informationen

http://www.daegfa.de|www.daegfa.de – Internetseite der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur e. V., München: Verständlich aufbereitete Fachinformationen mit Suchfunktion zu DÄGfA-geprüften Akupunkturärzten. http://www.akupunktur.de|www.akupunktur.de – Internetseite der Stiftung Akupunktur, Pullach: Ausführliche und fachlich fundierte Informationen für Patienten und Ärzte, von der Geschichte und Wirkungsweise über Behandlungsfehler der Akupunktur bis zu Praxisadressen und Frageforum. http://www.forschungsgruppe-akupunktur.de|www.forschungsgruppe-akupunktur.de – Internetseite der Forschungsgruppe Akupunktur GbR, Düsseldorf: Fach- und Patienteninformationen mit Praxistipps zur Kostenübernahme und einer Ärzteliste. http://www.gerac.de|www.gerac.de – German acupuncture trials. Weltweit bisher größte Akupunkturstudie, durchgeführt von einem Zusammenschluss mehrerer Hochschulen, Forschungsinstitute, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und anderen. G. Stux: Akupunktur. Eine Einführung. Springer, 2003. Fachratgeber, der auch für Laien verständlich eine ausführliche Einführung in die Heilmethode einschließlich großem Anwendungs- und Diagnoseteil bietet. A. Molsberger; G. Böwing: So hilft mir die Akupunktur. Haug, 2006. Knapper Ratgeber für Eilige.

Weiterlesen:

Die verschiedenen Heilverfahren in ListenformMit der Akupunktur verwandte VerfahrenDas Akupunktur-Pradox

Osteopathie

Quelle: apotheken.de | 26.02.2015 | Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).
 Osteopathen widmen sich bei Beschwerden nicht nur Muskeln und Gelenken, sondern auch dem BindegewebeDie Osteopathie geht auf den amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still zurück. Nach dessen Annahmen funktioniert der menschliche Körper als Einheit, bei der sich Spannungen in einem Teil des Körpers in Spannungs- und Druckerscheinungen an anderen Teilen des Körpers niederschlagen. Wird etwa die Beweglichkeit durch eine Verletzung eingeschränkt, so arbeitet der betroffene Körperteil nicht mehr optimal. Andere Körperstrukturen übernehmen jetzt einen Teil der Arbeit. Diese Mehrarbeit macht nun auch dieses ursprünglich nicht betroffene Gebiet anfälliger für Störungen und Verspannungen. So kann eine Verspannung im Nacken als Fernwirkung durchaus einen Hexenschuss fördern.

Osteopathen ertasten solche Belastungen der Gewebe (Dysfunktionen), und zwar nicht nur im Bereich der Wirbelsäule und der Gelenke, sondern auch am Bindegewebe des Körpers, dem die Osteopathen eine besondere Bedeutung für die Gesundheit zumessen. Mithilfe bestimmter Griffe werden die ertasteten Dysfunktionen gelöst – dabei werden auch Körpergebiete, die keine Symptome verursachen, mit einbezogen. Und auch der Körper findet so zu einer ökonomischeren Funktionsweise zurück und kommt wieder ins Gleichgewicht.

Die Bezeichnung Osteopath kann von Ärzten und Heilpraktikern sowie von Physiotherapeuten berufsbegleitend an verschiedenen privaten Schulen erworben werden. Zudem bieten vor allem die von der Akademie für Osteopathie e. V. (AfO) akkreditierten Schulen ein umfassendes, fünfjähriges Vollstudium für Interessenten mit Hochschulreife an.

Bewertung. Osteopathische Behandlungen werden in der Regel gut vertragen und die Risiken sind gering. Wissenschaftlich gilt die Wirksamkeit der Osteopathie als nachgewiesen (nicht aber der damit verwandten Kraniosakraltherapie). So sprechen Rückenschmerzen auf osteopathische Behandlungen an, und auch die |Fibromyalgie, rezidivierende Mittelohrentzündung, |Asthma bei Jugendlichen, Dreimonatskoliken und auch chronische Erkrankungen der inneren Organe wie etwa Verdauungsstörungen lassen sich therapieren.

Weiterführende Informationen

http://www.osteopathie.de|www.osteopathie.de – Internetseite des Verbands der Osteopathen Deutschlands e. V., Wiesbaden: Übersichtliche Patienten- und Fachinformationen mit Therapeutenliste. C. Newinger: Osteopathie: Sanftes Heilen mit den Händen. Trias, 2005. Laienverständlich wird erklärt, wie eine osteopathische Behandlung abläuft, und bei welchen Beschwerden sie individuell am besten hilft. T. Liem: Osteopathie: Die sanfte Lösung von Blockaden. Hugendubel-Verlag, 2004. Anschauliche Einführung in die Osteopathie.

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