Erkrankungen im Alter

Anzeichen für Herzinfarkt : Im Ernstfall richtig handeln

Quelle: apotheken.de | 01.08.2018 | Sandra Göbel/Deutsche Herzstiftung
 Starker Brustschmerz gilt als Leitsymptom für einen Herzinfarkt.Mehr als die Hälfte der Herzinfarktpatienten sterben, bevor sie die Klinik erreichen. Die Überlebensrate könnte höher liegen, wenn Betroffene nicht Zögern würden, den Notruf zu wählen, glauben Notfallmediziner und Experten der Deutschen Herzstiftung. Was bei einem Herzinfarkt zu tun ist.

Notfallmediziner und Experten der Deutschen Herzstiftung beklagen die hohe Todeszahl bei Herzinfarkten: Mehr als 55.000 Menschen erliegen pro Jahr in Deutschland einem Herzinfarkt. Eine bedeutende Ursache für die hohe Sterblichkeit sehen die Experten darin, dass Betroffene und anwesende Angehörige zulange Zögern, die 112 anzurufen. Der Herzspezialist Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Deutschen Herzzentrum München und Beiratsmitglied der Deutschen Herzstiftung warnt: „Immer noch wissen zu viele Menschen in unserem Lande nicht, dass beim Herzinfarkt jede Minute zählt und warten zu lange: Aber je schneller der Patient in der Klinik behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen und umso geringer das Risiko einer schwerwiegenden Schädigung des Herzens bis hin zur Herzmuskelschwäche mit erheblichen Einbußen an Lebensqualität.“

Herzinfarkt: Warum ist Zögern gefährlich?
Das Zögern vor dem Notruf ist beim Herzinfarkt so gefährlich, weil der Infarkt jederzeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen kann, das sogenannte Kammerflimmern. Dieses führt zum Herzstillstand, wenn es nicht sofort behoben wird. „In dieser Situation kann nur der mit der 112 herbeigerufene Rettungswagen mit einem Notarzt den Patienten durch den Einsatz eines Defibrillators vor dem plötzlichen Herztod schützen“, erläutert Kardiologe Prof. Schunkert. Auch der Hausarzt oder ärztlicher Notdienst können nichts anderes tun, als die 112 anzurufen. Das kostet den Betroffenen jedoch wertvolle Zeit, in der die verheerenden Folgen des Herzinfarkts ihren Lauf nehmen. Deshalb besser gleich selbst die 112 wählen! Während dem Telefonat mit dem Rettungsdienst sollte der Anrufer den Verdacht auf Herzinfarkt deutlich äußern, damit ein Notarzt mitgeschickt wird. Tritt ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein, sollten die anwesenden Helfer eine Herzdruckmassage durchführen bis der Notarzt eintrifft. 

Alarmzeichen richtig deuten
Die Infarkt-Alarmzeichen sind oft leicht zu erkennen: Wichtigstes Kennzeichen sind schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen können. Oft kommt es zusätzlich zu einem starken Engegefühl und heftigem Druck in der Brust. Mögliche Begleiterscheinungen sind Brennen im Brustkorb, Schweißausbruch, Übelkeit oder Atemnot.

Ordnen Betroffene diese Beschwerden schnell und richtig dem Herzen zu statt dem Rücken oder Bauch, führt das zur schnelleren Entscheidung, sofort den Notarzt unter der 112 zu rufen. „Der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung liegt beim Patienten und seinen Angehörigen. Je eher wir einen Infarktpatienten in der Klinik behandeln, desto mehr Herzmuskel und damit Pumpkraft des Herzens erhalten wir“, betont Prof. Schunkert. „Der Herzinfarkt ist heute so gut behandelbar, so dass sich das Herz bei einer schnellen Behandlung in der Regel vollständig erholt.“ Fatal sind Zeitverluste von Stunden oder gar Tagen aufgrund vermeidbarer Fehler der Betroffenen im Notfall, z. B. Abwarten, Scheu vor Fehlalarm besonders am Wochenende oder an Feiertagen („Belästigung der Ärzte“) oder die Einnahme von Schmerzmedikamenten.

Vorboten eines Herzinfarkts: Brustschmerz bei Belastung
Dem Herzinfarkt geht oft jahrzehntelang unbemerkt die koronare Herzkrankheit (KHK) voraus. Sie ist durch Brustschmerzen (Angina pectoris) und/oder Atemnot charakterisiert, die bei körperlicher Belastung (Treppensteigen, Getränkekisten tragen) oder seelischer Erregung auftreten. Bei diesen Beschwerden sollten Betroffene sich zur Abklärung an den Arzt wenden. Besonders alarmierend ist es, wenn Brustschmerz und/oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe auftreten. Mediziner bezeichnen dies als instabile Angina pectoris. „Dann muss die 112 sofort angerufen werden, weil sich daraus jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann. Übergänge zwischen instabiler Angina pectoris und Herzinfarkt sind fließend“, warnt Prof. Schunkert. Bei der instabilen Form verschließt ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäß teilweise, beim Herzinfarkt vollständig.

Schnelle Hilfe bei mäßigen Beschwerden: Brustschmerzambulanzen
Wer nur mäßige akute Beschwerden hat und sich deshalb nicht entschließen kann, die 112 zu rufen, hat eine andere Option: die CPU (Chest Pain Unit). Dabei handelt es sich um eine Brustschmerzambulanz, die es in fast jeder größeren deutschen Stadt gibt. Die CPU steht allen Patienten mit akuten Brustkorbbeschwerden offen, zum Beispiel wenn die Schmerzen nicht so stark sind, um den Notdienst zu rufen, oder wenn starke Zweifel bestehen, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt. Betroffene sollten sich allerdings auf keinen Fall selber ans Steuer setzen. Mit dem Taxi oder einem Angehörigen gelangen sie sicher zur Ambulanz. Dort können sie sich ohne ärztliche Überweisung und ohne Anmeldung direkt vorstellen. Die CPU ist 24 Stunden geöffnet und mit allen modernen Geräten für die Herznotfallversorgung ausgerüstet.

Um die Bevölkerung und Menschen mit erhöhtem Infarktrisiko, besser für diese lebensbedrohliche Situation zu sensibilisieren, bietet die Deutsche Herzstiftung unter http://www.herzstiftung.de/Koronare-Herzkrankheit-Sonderband.html|www.herzstiftung.de/khk-sonderband.html den Experten-Ratgeber „Herz in Gefahr“ an. Er enthält die wichtigsten Informationen zu den Herzinfarkt-Alarmzeichen, den Infarkt-Vorboten (Angina pectoris/Brustenge), und zum richtigen Notfallverhalten bei Herzinfarkt.

Ein kostenfreier Herzinfarkt-Risikotest ist online unter http://www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-Risiko-Test.php|www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-Risiko-Test.php abrufbar.

Unwillkürliches Zittern lindern: Welche Behandlungsoptionen gibt es?

Quelle: apotheken.de | 24.05.2018 | Sandra Göbel
 Unwillkürliches Zittern betrifft Männer und Frauen gleichermaßen - vor allem im fortgeschrittenen Alter. Unwillkürliche Zittern gehört zu den häufigsten neurologischen Bewegungsstörungen. Betroffen sein können Muskelgruppen ebenso wie die Stimme. Welche Behandlungen infrage kommen.

Eine „wackelnde“ Stimme oder unkontrollierte Bewegungen können auf unwillkürliches Zittern (essenziellen Tremor) hinweisen. Besonders ausgeprägt ist das Zittern meist bei Aufregung, Stress oder Unsicherheit. „Der essentielle Tremor ist ein Aktionstremor“, berichtet Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) in Krefeld. „Er taucht bei ganz alltäglichen Bewegungen auf und wird durch psychische Anspannung verstärkt. Am weitaus häufigsten sind die Hände von der Bewegungsstörung betroffen.“

Abbau von Anspannung und Stress lernen
Menschen mit leichtem Zittern profitieren häufig von Entspannungstechniken wie autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen. „Wer lernt, sich mithilfe bestimmter Techniken bewusst zu entspannen, kann zumindest einer Zunahme des Zitterns bei Stress und Nervosität entgegenwirken“, erläutert Dr. Beil. „So kann es gelingen, in einem gewissen Maße den Tremor zu beeinflussen und Phasen sehr starken Zitterns über einen begrenzten Zeitraum abzumildern.“

Medikamente bei stärkeren Beschwerden
Bei stärkerem Zittern wird zusätzlich eine medikamentöse Behandlung begonnen. Infrage kommen beispielsweise Betablocker, die Stress entgegenwirken, oder entkrampfende Mittel. Auch Arzneimittelkombinationen sind möglich, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Können Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend lindern, bietet die tiefe Hirnstimulation eine weitere Behandlungsoption. Bei diesem neurochirurgischen Eingriff werden bestimmte Areale des Gehirns durch elektrische Impulse stimuliert.  

Quelle: Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)

Neue Impfung gegen Gürtelrose: Für Ältere besonders geeignet

Quelle: apotheken.de | 23.05.2018 | Simone Lang
 Die neue Impfung gegen Gürtelrose und ihre Komplikationen ist seit Mai 2018 verfügbar.Seit Mai ist für Personen ab 50 Jahren ein neuer Impfstoff verfügbar, der vor einer Gürtelrose und deren Komplikationen wie Nervenschmerzen und Organentzündungen schützt. Die Impfung ist auch für immungeschwächte Menschen geeignet.

Bläschen und starke Schmerzen – die Gürtelrose
Die Erreger der Gürtelrose (Varizella-Zoster-Viren) sind in der Kindheit für die Windpocken verantwortlich und können sich nach Abheilen der Erkrankung jahrzehntelang im Rückenmark einnisten, ohne Beschwerden zu verursachen. Stress oder ein geschwächtes Immunsystem im Alter können die Viren reaktivieren und es kommt entlang von Nervenbahnen zu starken Schmerzen und einem Bläschenausschlag auf der Haut. Dauern die Schmerzen länger als 3 Monate, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie, welche die häufigste Komplikation einer Gürtelrose ist. Zwei Drittel der Gürtelrosenerkrankungen treten jenseits des 50. Lebensjahres auf und etwa jeder Dritte entwickelt im Laufe seines Lebens eine Gürtelrose.

Effektiver Schutz von Älteren und Immungeschwächten
Der neu verfügbare Totimpfstoff schützt ältere Menschen effektiv mit einer Wirksamkeit von über 90 Prozent und altersunabhängig vor Varizella-Zoster-Infektionen und ihren Komplikationen. Die Impfung erfolgt im Abstand von 2 Monaten und der Arzt kann sie zusammen mit der Grippeschutzimpfung durchführen. Er ist auch für immungeschwächte Personen geeignet, bei denen der bisherige Lebendimpfstoff nicht eingesetzt werden konnte.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

Osteoporose kann jeden treffen: Kaum Medikamente verordnet

Quelle: apotheken.de | 16.05.2018 | Simone Lang
 Die Folgen von Knochenbrüchen im höheren Alter sind vielfältig.Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) bemängeln: Obwohl ausreichend Wirkstoffe zur Verfügung stehen, werden Risikopatienten für Osteoporose kaum medikamentös behandelt – selbst, wenn sie bereits mehrfach Knochenbrüche erlitten haben.

Knochenschwund betrifft Frauen und Männer
In Deutschland leben etwa sechs Millionen Menschen, die wegen einer bestehenden Osteoporose ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) aufweisen. Osteoporose, auch häufig als „Knochenschwund“ bezeichnet, bedeutet, dass Dichte und Stabilität der Knochen abnehmen und infolgedessen die Gefahr eines Knochenbruchs steigt. Professor Heide Siggelkow warnt vor den tiefgreifenden Folgen einer Fraktur: „Die eingeschränkte Mobilität führt zum Beispiel nach einem Oberschenkelhalsbruch häufig zu einer Einweisung ins Pflegeheim und zwanzig Prozent der Menschen mit einem Oberschenkelhalsbruch sterben direkt oder indirekt daran.“ Osteoporose ist schon lange keine reine Frauenkrankheit mehr, obwohl drei Viertel aller Osteoporose-Patienten Frauen jenseits der Wechseljahre sind.

Jeder kann etwas tun: Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und weitgehender Verzicht auf Alkohol und Nikotin gehören zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Osteoporose. Laut Siggelkow sind außerdem ein ausgeglichener Vitamin D- und Kalziumhaushalt für die Knochengesundheit wichtig.

Verschreibung knochenerhaltender Medikamente mangelhaft
„Es ist wichtig, [–] die Patienten zu identifizieren, die ein deutlich erhöhtes Bruchrisiko haben, und sie dann vorsorglich medikamentös zu behandeln“, erklärt Siggelkow. „Leider werden in Deutschland viel zu wenige Menschen mit Osteoporose – selbst nach mehrfachen Brüchen – medikamentös behandelt.“

Dabei stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Man unterscheidet zum einen Medikamente, deren Wirkstoffe die Aktivität der knochenabbauenden Zellen hemmen, und zum anderen knochenaufbauende Medikamente. Zwei neue Wirkstoffe senken stärker als die bisher zugelassenen Präparate die Anzahl der Knochenbrüche: Abaloparatid und Romosozumab. Beide stehen kurz vor der Zulassung und erweitern laut Siggelkow das verfügbare Therapiespektrum.

Quelle: http://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/volkskrankheit-osteoporose-keine-reine-frauensache.php|DGE

Anhaltende Heiserkeit bei Rheuma: Wenn Rheuma auf die Stimme schlägt

Quelle: apotheken.de | 02.03.2018 | Sandra Göbel
 Rheuma kann auch auf die Stimme schlagen.Rheumatische Erkrankungen können zu Heiserkeit führen und den Stimmklang verändern. Was Betroffene tun können, erklärt die Deutsche Rheumaliga e.V.

Heiserkeit, eingeschränkte Stimmleistung oder rauer Klang – anhaltende Stimmveränderungen betreffen Menschen mit Rheuma besonders häufig.  Anders als bei einer Erkältung entsteht die Heiserkeit nicht plötzlich, sondern prägt sich langsam aber kontinuierlich aus. Sprechen strengt die Betroffenen zunehmend an.

Auslöser sind Entzündungen, Knoten oder Kortison
Verschiedene Auslöser kommen in Frage. Rheumatische Entzündungen können den Stellknorpel – die Schaltzentrale der Stimmlippe – schädigen. Der Stellknorpel ist dafür verantwortlich, die Stimmlippen bei der Atmung auseinander- und beim Sprechen zusammenzuziehen. Ist er geschädigt, funktioniert dieses Zusammenspiel nicht mehr. Betroffene müssen sich häufig erst räuspern, um einen Ton hervor zu bringen.

Selten gehen die Stimmveränderungen auf einen Rheumaknoten zurück, der sich an den Stimmlippen gebildet hat. Dabei bildet sich der Stimmmuskel bindegewebartig um. Ein weiterer möglicher Auslöser für Stimmveränderungen ist die langfristige Einnahme von Kortison. Das Arzneimittel wirkt muskelabbauend. Ist der Stimmmuskel vom Abbau betroffen, schließen sich die Stimmlippen nicht mehr richtig.

Singen hält die Stimme geschmeidig
Was können Betroffene tun, um ihre Stimme geschmeidig und leistungsfähig zu halten? Die Deutsche Rheumaliga rät: Singen! Denn Übung hält den Stimmmuskel fit. Wer regelmäßig singt, tut viel für seine Stimme, meint Prof. Dr. Tadeus Nawka von der Charité Berlin. Sänger sollten allerdings vermeiden, in einen „Sängerwettstreit“ zu geraten, denn lauter ist nicht unbedingt besser. Es empfiehlt sich, auf die eigene Stimme zu achten, um sich nicht zu überfordern.

Bei starken Beschwerden zum Phoniater
Einige Stimmveränderungen sind nur vorübergehend. Sind anhaltende Stimmveränderungen auf Entzündungen oder Kortison zurückzuführen, informiert der Arzt die Betroffenen über mögliche Änderungen in der Medikation. Bei starken Beschwerden ist ein Gang zum Phoniater anzuraten – das ist ein Facharzt für Stimme und Sprache. Er analysiert mithilfe einer sogenannten Video-Laryngostroboskopie die Schwingungen der Stimmlippen. Diagnostiziert er einen Rheumaknoten an den Stimmlippen, kann eine operative Entfernung des Knotens erwogen werden.

Quelle: Deutsche Rheumaliga e.V.

Nebenwirkungen bei Krebstherapie : Gezieltes Bewegungstraining hilft

Quelle: apotheken.de | 01.03.2018 | Sandra Göbel
 Bewegung fördert die Lebensqualität. Aktuelle Studienergebnisse konnten nun belegen: Körperliche Aktivität vermindert die Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung erfolgreicher als eine medizinische oder eine psychologische Therapie. Auf dem 33. Deutschen Krebskongress wurden diese Erkenntnisse erstmals von der Deutschen Krebshilfe vorgestellt.

Viele Krebspatienten leiden unter den Nebenwirkungen ihrer Therapie. Dazu gehören etwa Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) oder eine Nervenschädigung (Polyneuropathie). Eine Bewegungstherapie hilft, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. „Bewegung ist das geeignetste ?Medikament? zur Reduzierung des Fatigue-Syndroms“, berichtete Dr. Freerk Baumann, Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Bewegungsmedizin am Centrum für integrierte Onkologie (CIO) Köln/Bonn.

Sensomotorisches Training erzielt die besten Effekte
Doch nicht nur bei der Behandlung des Fatigue-Syndroms gibt es neue Erkenntnisse. „Auch bei der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie (CIPN) zeigen Studien, dass Bewegungstherapie hilft. Für die Polyneuropathie gibt es keine andere Behandlungsmethode, deren nachhaltige Wirkung bewiesen werden konnte“, ergänzt Baumann. „Sensomotorisches Training und womöglich auch Vibrationstraining erzielen die besten Effekte bei der Therapie von Nervenschäden, wie eingeschränktes Tastgefühl an den Händen sowie Kribbeln und Schmerzen an Händen und Füßen.“

Bessere Versorgungsstrukturen erforderlich
Trotz der Erfolge, die mit einer gezielten Bewegungstherapie erreicht werden können, ist es jedoch schwierig, entsprechende Versorgungsstrukturen für alle Patienten zu schaffen. „Ein therapeutisches Training während der medizinischen Krebstherapie muss individuell auf die Patienten angepasst werden. Hierzu bedarf es speziell ausgebildeter Sport- und Physiotherapeuten, von denen es zurzeit noch nicht genügend gibt“, erklärte Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor des CIO.

Experten fordern: Sporttherapie in Heilmittelkatalog aufnehmen
Erschwerend kommt hinzu, dass die Sporttherapie im Gegensatz zur Physiotherapie nicht im Heilmittelkatalog aufgeführt ist, obwohl die positiven Effekte durch Sporttherapie bereits sehr gut wissenschaftlich belegt seien. „Hier ist die Gesundheitspolitik gefordert, dies schnellstens zu ändern“, betont Dr. Baumann. „Denn, würde die Sporttherapie in den Heilmittelkatalog aufgenommen, so wäre es für die Krebszentren deutlich einfacher, entsprechende bewegungstherapeutische Strukturen aufzubauen.“ Um das Thema Bewegung stärker und mit Nachhaltigkeit sowohl in der Therapie als auch in der Krebsnachsorge zu verankern, haben die Deutsche Krebshilfe, der Deutsche Olympische Sportbund und die Deutsche Sporthochschule Köln im Jahr 2014 die Initiative „Bewegung gegen Krebs“ gestartet.

Quelle: Deutsche Krebshilfe

Weitere Informationen: Initiative "Bewegung gegen Krebs"

Anzeichen für Lungenentzündung: Vier Beschwerden sind wegweisend

Quelle: apotheken.de | 28.02.2018 | Sandra Göbel
 Niedergelassene Ärzte ohne weitere Diagnosemöglichkeiten können mithilfe der neuen Leitsymptome die Diagnose Lungenentzündung leichter stellen oder ausschließen. Vier Symptome können in über 80 Prozent der Fälle eine Lungenentzündung identifizieren und so die Diagnose erleichtern. Um welche Beschwerden es sich handelt.

An einer Lungenentzündung (Pneumonie) erkranken in Deutschland pro Jahr etwa 400.000 Menschen. Betroffene leiden oft unter Husten, Auswurf und Atemnot. Doch diese Beschwerden treten auch im Rahmen von harmloseren Atemwegsinfekten auf, etwa bei einer akuten Bronchitis. Vor allem für niedergelassene Ärzte, die keinen Zugriff auf weitere Diagnosemöglichkeiten wie zum Beispiel Röntgen haben, ist es deshalb oft schwierig, die Anzeichen richtig zu deuten.

Lungenentzündung: Vier Leitsymptome erhärten den Verdacht
Nun haben sich vier Symptome herauskristallisiert, die in über 80 Prozent der Fälle auf eine Lungenentzündung hinweisen und damit die Diagnose erleichtern können. Darauf weist die Deutsche Lungenstiftung hin unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse von Forschern der University of Southampton. Die Forscher haben die Daten von rund 29.000 Patienten mit Verdacht auf eine Atemwegs- oder Lungeninfektion untersucht. 86 Prozent der Menschen mit einer Lungenentzündung zeigten mindestens eines der folgenden vier Symptome:

erhöhte Körpertemperatur über 37,8 Grad Celsiuserhöhter Puls über 100 Schläge pro Minuteknisterndes Geräusch beim Abhören der Lunge mit dem StethoskopSauerstoffsättigung des Blutes unter 95 Prozent

Untypische Symptomatik vor allem bei älteren Menschen
Doch auch ungewöhnliche Verläufe kommen vor, gibt Prof. Dr.med. Berthold Jany, Vorsitzender des Beirats der Deutschen Lungenstiftung, zu bedenken: „Eine Lungenentzündung gerade bei älteren Patienten mit geringen Abwehrkräften kann gelegentlich auch mit einer völlig untypischen Symptomatik einhergehen – zum Beispiel ohne Fieber und ohne Husten, aber dafür mit Oberbauchbeschwerden.“ Selbst bei einem geringen Verdacht auf Lungenentzündung, rät die Deutsche Lungenstiftung dazu, die Sauerstoffsättigung des Blutes und die Pulsfrequenz messen zu lassen. „Liegt sie unter 95 Prozent kann das allein schon ein guter Hinweis auf eine Lungenentzündung sein und dabei helfen, solche Fälle nicht zu übersehen“, betont Prof. Jany.

Quelle: Deutsche Lungenstiftung

Richtwerte für Bluthochdruck : Wann spricht man von Bluthochdruck?

Quelle: apotheken.de | 20.02.2018 | Sandra Göbel/Barmer
 Bewegung hilft, Bluthochdruck entgegenzuwirken.Bluthochdruck kann Herz und Gefäße stark schädigen. Doch mit einer frühzeitigen Diagnose und den richtigen Medikamenten ist die Erkrankung gut behandelbar. Wann ein Bluthochdruck besteht.

Systolischer und diastolischer Wert
Ob tatsächlich ein Bluthochdruck vorliegt, hängt von zwei Werten bei der Blutdruckmessung ab: dem systolischen und dem diastolischen Wert. Der systolische Wert gibt an, welcher Druck in den Gefäßen entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, um das Blut in den Körper zu pumpen. Der diastolische Wert ermittelt den Druck, wenn das Herz erschlafft und sich erneut mit Blut füllt. Als optimal gelten Werte unter 120 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) systolisch und 80 mmHg diastolisch. Von einem Bluthochdruck spricht man laut Deutscher Herzstiftung, wenn bei verschiedenen Messungen an unterschiedlichen Tagen Werte von 140 zu 90 mmHg oder höher auftreten.

Neue US-Bluthochdruck-Werte als Vorbild?
Bislang hatten Patienten sowohl in Deutschland als auch in den USA Bluthochdruck bei Werten ab 140/90 mmHg. Doch eine Gruppe von Experten des American College of Cardiology und der American Heart Association legte jetzt für Amerika einen neuen Richtwert fest, und zwar bei 130/80 mmHg. Damit reagierten die Mediziner auf Studienergebnisse der vergangenen Jahre, denen zufolge bereits eine leichte Erhöhung des Blutdrucks zu Gesundheitsschäden führen kann. Kritiker vermuten dahinter jedoch vor allem einen Trick, um den Absatz für Blutdrucksenker zu steigern. In Deutschland gelten nach wie vor Werte ab 140/90 mmHg.

Behandlung: Medikamente, Bewegung und gesundes Essen
Die Behandlung beruht auf Medikamenten und einer Änderung des Lebensstils. „Die beiden wichtigsten Faktoren dabei sind eine Ernährung mit wenig tierischen Fetten und viel Obst und Gemüse sowie regelmäßiger Sport, am besten sanfter Ausdauersport“, erklärt Günther. Hilfreich seien außerdem Entspannungsübungen wie beispielsweise Yoga oder autogenes Training, um Stress abzubauen, sowie den Nikotin- und Alkoholkonsum zumindest zu reduzieren. „Die Erfolge können dabei so groß sein, dass manche Menschen sogar überhaupt keine Blutdrucksenker mehr benötigen oder die Dosierung senken können“, weiß die Apothekerin.

Quelle: Barmer

Frauen mit Diabetes: Wechseljahre setzen früher ein

Quelle: apotheken.de | 12.02.2018 | Sandra Göbel
 Frauen mit Diabetes sollten ihre Werte besonders gut im Auge behalten, wenn sie auf die Wechseljahre zugehen.Frauen mit Diabetes kommen frühzeitiger in die Wechseljahre als Frauen ohne Diabetes. Die Gründe sind ein sinkender Östrogenspiegel und schwankende Blutzuckerwerte. Was Experten betroffenen Frauen empfehlen.

Rasche Östrogenabnahme bei Diabetes
„Bei Frauen mit Diabetes erschöpft sich der Eizellenvorrat schneller. Das führt dazu, dass sie früher in die Wechseljahre kommen“, erklärt Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, Expertin bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Wissenschaftler vermuten, dass diabetesbedingte Gefäßveränderungen die Ursache für diesen beschleunigten Alterungsprozess sind. Mit dem Versiegen der Eierstöcke schwindet auch das Hormon Östrogen, das die Insulinempfindlichkeit beeinflusst. Dabei gilt: Auch Patientinnen mit einem bislang gut eingestellten Diabetes leiden in den Wechseljahren unter schwankenden Blutzuckerwerten, da das Östrogen nicht kontinuierlich, sondern oftmals sprunghaft abnimmt.

Therapie an Hormonlage anpassen
Viele Patienten kennen den Zusammenhang zwischen Hormonhaushalt und Insulinempfindlichkeit jedoch nicht und werden von plötzlichen Blutzuckerschwankungen überrascht. Um Überraschungen zu vermeiden, rät die DDG betroffenen Frauen deshalb zu einer engmaschigen Blutzuckerkontrolle und empfiehlt, die Therapie gegebenenfalls der neuen Hormonlage anzupassen.

Ob eine Frau von einer Hormontherapie profitiert, lässt sich nicht pauschal beantworten. „Wir empfehlen, bei starkem Übergewicht und Bluthochdruck eine Hormontherapie sorgfältig zu überdenken“, so Schumm-Draeger. Bei Patientinnen mit Gebärmutter- oder Brustkrebs eigne sich die Behandlung eher nicht. „In jedem Fall sollten Vor- und Nachteile zwischen Arzt und Patientin individuell abgewogen werden“, betont auch DDG Präsident Müller-Wieland.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft


Hohe Schilddrüsenwerte bei Älteren: Wann besteht Behandlungsbedarf?

Quelle: apotheken.de | 08.02.2018 | Sandra Göbel
 Erhöhte Schilddrüsenwerte im Alter sind nicht immer ein Grund zu Sorge. Symptome wie Kälteempfindlichkeit oder Müdigkeit können auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen. Der TSH-Wert sichert die Diagnose – doch hohe Werte bei Älteren sind nicht immer behandlungsbedürftig.

TSH-Wert bei älteren Menschen natürlicherweise erhöht
In der Schilddrüse werden zwei zentralen Hormone gebildet: T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin). Sie beeinflussen den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System und das Wachstum. Reguliert wird die Jodaufnahme und Hormonproduktion in der Schilddrüse durch das Hormon TSH (thyreo-stimulierendes Hormon). Der TSH-Wert gibt deshalb darüber Auskunft, ob eine Funktionsstörung der Schilddrüse vorliegt. Für Erwachsene gilt ein TSH-Referenzbereich von etwa 0,4 bis 4,0 mU/l. Bei über 65-Jährigen ist der TSH-Wert allerdings natürlicherweise höher als bei Jüngeren. Hohe TSH-Werte im Alter bedeuten somit nicht unbedingt, dass eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenerkrankung besteht. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) empfehlen deshalb ein sehr zurückhaltendes Vorgehen bei älteren Menschen.

Werte bis 7 mU/l: Nachkontrollieren
Leicht erhöhte TSH-Werte bis 7 mU/l normalisieren sich häufig ohne Behandlung. Das bestätigten verschiedene Studien. Für den klinischen Alltag bedeute das: Gering erhöhte TSH-Werte sollten zunächst durch eine zweite Untersuchung bestätigt werden, etwa zwei bis drei Monate nach der Erstuntersuchung. Erst wenn die Zweituntersuchung ebenfalls erhöhte Werte anzeigt, ist eine Schilddrüsenerkrankung in Betracht zu ziehen.

Werte ab 10 mU/l: Behandeln bei Begleiterkrankungen
Bei höheren Werten sollte der Arzt Lebensalter, Begleiterkrankungen und Ausprägung möglicher Beschwerden bei der Interpretation des TSH-Wertes immer berücksichtigen. Wenn der TSH-Wert bei > 10 mU/l liegt, besteht ein erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine beeinträchtigte Lebensqualität. Die DGE-Experten empfehlen deshalb ab diesem Wert eine Behandlung zu starten, wenn der Patient bereits an anderen Erkrankungen leidet, wie Bluthochdruck, Übergewicht, koronare Herzkrankheit oder Diabetes.

Quelle: http://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/leichte-auffaelligkeiten-der-schilddruesenhormone-bei-aelteren-werte-zunaechst-kontrollieren-und-nicht-immer-behandeln.php|Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Hormone und Stoffwechsel