Erkrankungen im Alter

Mit Yoga gegen Blasenschwäche: Für Männer und Frauen geeignet

Quelle: apotheken.de | 04.08.2022 | 220 Selfmade studio/shutterstock.com
 Yogaübungen können eine Behandlung gegen Harninkontinenz unterstützen.Eine Harninkontinenz schränkt die Lebensqualität der Betroffenen oft stark ein. Wer selbst etwas dagegen tun will, kann es mit Yoga versuchen.

Therapie oft mit Nebenwirkungen behaftet
Blasenschwäche ist weit verbreitet: 15 von 100 Frauen und 10 von 100 Männern sollen in Deutschland davon betroffen sein. Das Risiko, dass die Blase nicht mehr dichthält, steigt mit dem Alter an: Unter den über 65-Jährigen leiden fast 25% daran.

Therapieoptionen gibt es eine Menge: Diese reichen vom einfachen Toilettentraining über die Einnahme von Medikamenten bis hin zu Operationen. Dabei sind Erfolge nicht garantiert – und Nebenwirkungen häufig, etwa bei den Anticholinergika. Diese werden vor allem gegen Dranginkontinenz verschrieben, verursachen aber oft Mundtrockenheit und Verstopfung.

Mit Klang und Yoga an die Blase
Wer die Sache nebenwirkungsfrei selbst in die Hand nehmen möchte, hat die Möglichkeit, seine Blase mithilfe eines app-basierten Interventionsprogramms zu unterstützen. Das sogenannte Yoga of Immortals vereint Übungen für die Beckenbodenmuskulatur, Atemtraining, Klangtherapie und Meditation mit verschiedenen Yoga-Positionen. Und hilft tatsächlich, wie eine US-amerikanische Arbeitsgruppe in einer Studie herausgefunden hat.

258 Männer und Frauen mit Harninkontinenz nahmen an dem App-Programm teil. Der Erfolg wurde nach vier und acht Wochen mit speziellen Inkontinenz-Fragebögen gemessen. Es zeigte sich, dass nicht nur die Häufigkeit des Wasserlassens nachgelassen hatte. Die Teilnehmer*innen berichteten auch, dass seltener und insgesamt weniger Urin unkontrolliert abging. Dadurch wurde der Alltag der Betroffenen enorm erleichtert. Ihre Lebensqualität nahm zu, die Mehrheit von ihnen gab an, sich durch die Yoga-App sehr viel oder viel besser zu fühlen.

Am deutlichsten waren die positiven Auswirkungen bei Menschen mit Stressinkontinenz oder gemischter Inkontinenz, berichten die Forscher*innen. Und von diesen profitierten wiederum diejenigen mit den stärksten Inkontinenzbeschwerden am meisten von der Intervention.

Quelle: Ärztezeitung

Geringes Durstgefühl bei Senior*innen: Tipps für besseres Trinken

Quelle: apotheken.de | 05.07.2022 | NDAB Creativity/Shutterstock.com
 Neben Wasser füllen auch Obst und Gemüse die Flüssigkeitsspeicher wieder auf. Die aktuellen Temperaturen machen vielen betagten Menschen zu schaffen. Ein paar einfache Tricks erinnern Ältere, gerade im Sommer genügend zu trinken und sich vor Austrocknung zu schützen.

Geringes Durstgefühl
Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl oft weniger ausgeprägt. Tritt zu der fehlenden Flüssigkeitszufuhr ein erhöhter Flüssigkeitsverlust, beispielsweise durch starke Schweißbildung oder Durchfallerkrankungen, kann es zu einer Austrocknung des Körpers (Dehydrierung) kommen. Die daraus resultierenden Störungen im Salzhaushalt gehen öfter mit einer Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit einher. Im schlimmsten Fall droht eine Austrocknung.

So trinken Betagte zwei Liter täglich
Doch Senior*innen können einer Austrocknung leicht vorbeugen. „Den Salzverlust durch starkes Schwitzen kann man am besten durch natriumreiches Mineralwasser oder tassenweise getrunkene Gemüse- oder Fleischbrühen wieder ausgleichen“, rät Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK. Auch folgende Tipps helfen betagten Menschen, die tägliche Mindestzufuhr von 2 Litern Flüssigkeit einzuhalten:

Ein eigens erstellter Trinkplan sorgt für ein fast automatischen Trinken über den Tag verteilt.Die erforderliche Trinkmenge für den Tag in Sichtweite stellen.Eine große Flasche Wasser unterwegs immer bei sich tragen.Wasserreiches Obst und Gemüse wie Wassermelonen, Nektarinen oder Pfirsiche sind ebenfalls gute Flüssigkeitsspender.Bei Trinkschwierigkeiten erleichtern Strohhalme oder Schnabeltassen die Aufnahme von FlüssigkeitenFrische Fruchtsäfte können die Trinklust anregen.Leichte Mahlzeiten, beispielsweise Salat, Fischgerichte mit viel Gemüse oder Obst, liegen nicht schwer im Magen und bieten noch Platz für Flüssigkeit.Kleinere aber mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt lassen ebenfalls Kapazität für genügend Getränke.

Bei einigen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Nierenschwäche ist die Trinkmenge aus medizinischen Gründen begrenzt, um den Körper nicht mit zuviel Flüssigkeit zusätzlich zu belasten. Auch wenn dies gerade im Sommer schwierig ist, sollten Betroffene das von der Ärzt*in angegebene Limit auf 10 Prozent genau einhalten.

Quellen: Barmer

Hüft-TEP bessert Hirnleistung : Bahn frei für mehr Aufmerksamkeit

Quelle: apotheken.de | 16.06.2022 | oneinchpunch/shutterstock.com
 Eine neue Hüfte macht körperlich und geistig mobil.Eine neue Hüfte soll vor allem die Hüftschmerzen nehmen und beweglicher machen. Doch offenbar hat das Einpflanzen der Prothese auch positive Auswirkungen auf das Gehirn.

Arthrose als Hauptursache für ein neues Gelenk
Jährlich werden in Deutschland über 200.000 Hüftprothesen implantiert. Hauptursache ist die Hüftgelenksarthrose, die meisten Patient*innen sind über 60 Jahre alt. Gelingt die Operation, bessern sich nicht nur Schmerzen und Beweglichkeit. Ein Hamburger Ärzteteam hat herausgefunden, dass man sich mit einer neuen Hüfte auch über eine bessere Hirnleistung freuen kann.

101 Arthrosepatient*innen hatten an der Hamburger Studie teilgenommen. Sie erhielten einseitig ein neues Hüftgelenk und wurden sowohl vor als auch nach der Operation mithilfe neuropsychologischer Tests untersucht. Es stellte sich heraus, dass sich sechs Monate nach dem Eingriff sowohl Aufmerksamkeit als auch Gedächtnis und Konzentration deutlich gebessert hatten.

Langfristige Effekte auf das Gehirn
30 Patient*innen aus der Studiengruppe wurden etwa eineinhalb Jahre später erneut psychologisch getestet. Es zeigte sich, dass die positiven Effekte anhielten, die Hüft-Op die Hirnleistung also längerfristig verbessert hatte.

Offenbar geht der Nutzen einer Hüft-TEP über Schmerzlinderung und körperliche Funktionsverbesserung hinaus, schreiben die Forscher*innen. Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass sich im Gehirn Schmerzen und Kognition bestimmte neuronale Netze teilen. Ist der Schmerz gebannt, ist die Bahn wieder frei – z. B. für mehr Gedächtnisleistung und Konzentration.

Quelle: Springer Medizin Verlag GmbH

Trotz Alter noch fahrtauglich?: Checkliste für den Selbsttest

Quelle: apotheken.de | 20.01.2022 | agefotostock/imago-images.de
 Wer fit genug ist, kann auch im Alter noch selbst ans Steuer. Autofahren verschafft Senior*innen ein großes Stück Selbstständigkeit. Doch nicht jeder ist noch fit genug für das Lenken eines Fahrzeugs. Mit einer Checkliste können alte Menschen jetzt selbst abschätzen, wie es um ihre Fahrtüchtigkeit steht. Und ob sie diese besser ärztlich abklären lassen sollten.

Zu unbeweglich für den Schulterblick –
Im Alter sinkt die Leistungsfähigkeit: Die Konzentration lässt nach und das Reaktionsvermögen wird schlechter. Oft kommen Seh- oder Hörstörungen dazu. Und auch die Beweglichkeit ist häufig eingeschränkt, sodass z. B. der gewohnte schnelle Schulterblick Probleme bereitet. Das alles kann beim Autofahren zum Handicap werden.

Deshalb raten Ärzt*innen alten Menschen zu regelmäßigen Gesundheitschecks. Dabei sollten auch die Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, überprüft werden. Denn einige Wirkstoffe beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit.

Diskreter Selbsttest
Senior*innen können jedoch mit ein paar einfachen Fragen selbst abschätzen, ob sie noch sicher im Verkehr unterwegs sind. Dazu hat die Alzheimer Forschung Initiative eine Checkliste entwickelt. Wird eine oder mehrere der Fragen mit Ja beantwortet, ist es sinnvoll, die Fahrtüchtigkeit mithilfe der Hausärzt*in abklären zu lassen.

Verlieren Sie beim Fahren manchmal die Orientierung?Haben Sie Schwierigkeiten, andere Verkehrsteilnehmer*innen, Ampeln oder Verkehrszeichen zu erkennen und rechtzeitig darauf zu reagieren?Haben Sie Probleme, das Gas-, Kupplungs- oder Bremspedal zu betätigen?Hören Sie Motorengeräusche, Schaltung oder Signale anderer Verkehrsteilnehmer*innen (manchmal) spät oder schlecht?Finden Sie es schwierig, den Kopf zu drehen und über Ihre Schulter zu blicken?Werden Sie im dichten Verkehr oder auf unbekannten Straßen nervös? ? Hupen andere Autofahrer*innen häufig wegen Ihres Fahrverhaltens?Verursachen Sie in letzter Zeit häufiger kleinere oder „Beinahe“-Unfälle?Fühlen Sie sich beim Fahren unsicher?Werden Sie schläfrig oder wird Ihnen schwindelig, nachdem Sie Ihre Medikamente eingenommen haben?

Broschüre bestellen
Dieser Selbsttest ist Teil einer Broschüre, die man bei der Alzheimer Forschung erhalten kann. Darin finden sich zusätzlich Sicherheitstipps und Strategien für ältere Autofahrer*innen und Infos, wie man auch ohne Auto mobil bleibt.

Quelle: Alzheimer Forschung Initiative eV

Der Rollator muss passen!: Stürze vermeiden

Quelle: apotheken.de | 09.12.2021 | Robert Kneschke/Shutterstock.com
 Griffe und Bremsen müssen beim Rollator passend für die Nutzer*in eingestellt werden.Ein Rollator ist für Menschen mit Gangunsicherheit eine große Erleichterung. Doch damit die Gehhilfe wirklich unterstützt, muss bei Anschaffung und Nutzung einiges beachtet werden.

Rollatoren sind kein Stigma mehr
Ob im Pflegeheim, im Park oder beim Einkaufen: Rollatoren sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Das ist kein Wunder, denn es gibt zahlreiche Gründe, die fahrbare Gehhilfe zu nutzen. Gangunsicherheiten, Gleichgewichtsprobleme und Kraftminderung sind die wichtigsten davon. Aber auch Menschen, die aufgrund schwerer Erkrankung schnell erschöpft sind, profitieren von dem praktischen Fahrgestell.

Um wirklich nützlich zu sein, muss der Rollator richtig ausgewählt und individuell angepasst werden. Bei der Auswahl ist auf folgende Kriterien zu achten:

Größe. Die Größe muss an die Körperhöhe der Nutzer*in angepasst sein. Zur weiteren Individualisierung sind höhenverstellbare Griffe und verstellbare Bremsgriffe wichtig.Gewicht. Eine große Rolle spielt das Gewicht. Schwerere Modelle rollen stabiler, aber leichte sind einfacher zu handhaben. Deshalb muss bei der Anschaffung auch die Kraft der Nutzer*in berücksichtigt werden. Räder. Soll der Rollator vor allem draußen genutzt werden, sind große Räder mit robustem Profil praktisch. Modelle mit einem Vorderrad lassen sich dagegen besonders gut in der Wohnung steuern.Transportmöglichkeit. Wer viel unterwegs ist und den Rollator im Auto mitnehmen möchte, braucht ein Modell, das sich einfach zusammenfalten lässt.Sitzbrett. Viele Rollatoren verfügen über ein Sitzbrett. Vor allem für Menschen, die weitere Strecken damit zurücklegen wollen oder schnell erschöpft sind, ist das eine gute Möglichkeit, sich zwischendurch auszuruhen.Zubehör. Vom Schirmhalter über eine Fahrradklingel bis zum Einkaufskorb lässt sich ein Rollator ganz nach Wunsch ausstatten.

Anpassen vermeidet Stürze
Bei falscher Verwendung kann die beliebte Gehhilfe aber auch schaden. Häufig sieht man, wie Benutzer*innen vornübergebeugt hinter dem Rollator herlaufen, der Schwerpunkt also viel zu weit hinten liegt. Andere gehen auf Zehenspitzen, weil die Armstützen zu hoch eingestellt sind. In solchen Fällen sind Stürze vorprogrammiert.

Um dies zu vermeiden, muss der Rollator individuell angepasst werden. Die Griffe sind so einzustellen, dass sie sich auf Höhe der Handgelenke des herabhängenden Arms befinden. Auch die Bremsen müssen gut zu fassen und zu drücken sein. Zusätzlich ist ein Rollatortraining sinnvoll, z. B. bei der Physiotherapeut*in. Dabei kann man die richtige Körperhaltung lernen und das Gehen mit dem Rolli vorwärts, rückwärts, bergauf und bergab üben. Und weil es gar nicht so einfach ist, auch das Aufstehen und Hinsetzen auf das Sitzbrett.

Kasse zahlt – aber nur das Standardmodell
Ist ein Rollator nötig, kann die Ärzt*in ihn als Hilfsmittel verordnen. Allerdings übernimmt die Krankenkasse nur die Kosten für ein einfaches Modell. Besondere Ausstattungswünsche müssen die Nutzer*innen selbst bezahlen.

Quelle: http://portal.apotheken.de/http://|Springermedizin

Käse und Co. für gesundere Knochen: Die Milch macht´s

Quelle: apotheken.de | 18.11.2021 | Pavel Kubarkov/shutterstock.com
 Mit Milch lässt sich Knochenbrüchen ausgezeichnet vorbeugen.Alte Knochen brechen leicht. Doch eine einfache Maßnahme reduziert die Bruchgefahr: Der tägliche Verzehr von einer Extraportion Milch – egal, ob als Käse, Joghurt oder pur.

Knochen und Muskeln bauen ab
Alte Knochen brechen leichter als junge. Das liegt vor allem daran, dass im Alter die Knochenqualität abnimmt – häufig sogar bis hin zur Osteoporose. Zusätzlich bauen auch die Muskeln altersbedingt ab, was Gebrechlichkeit und Sturzgefahr nochmals verstärkt und das Risiko für Knochenbrüche weiter erhöht.

Um dem Knochen- und Muskelabbau entgegenzuwirken, sollten alte Menschen viel Kalzium und Eiweiß zu sich nehmen. Eigentlich kein schwieriges Unterfangen - denn Kalzium und Eiweiß sind in Milchprodukten reichlich enthalten. Australische Forscher*innen haben deswegen nochmal genau untersucht, inwiefern regelmäßige Extraportionen von Käse, Milch oder Joghurt Stürzen und Brüchen im Alter vorbeugen.

450 mg Kalzium mehr
An der Studie nahmen 60 Altenheime teil. 30 davon versorgten ihre Bewohner*innen täglich zusätzlich mit durchschnittlich 250 ml Milch plus 20 g Käse oder 100 g Joghurt. Dadurch erhöhte sich die Zufuhr auf etwa 1140 mg Kalzium und 1,1 g/ kg Körpergewicht Eiweiß am Tag. Die anderen 30 Heime änderten nichts an ihrem Speiseplan, wodurch die Bewohner*innen täglich etwa 700 mg Kalzium und 0,9 g/kg Körpergewicht Eiweiß aufnahmen.

Risiko für Hüftfrakturen deutlich gesenkt
Die Extraportion Milch zahlte sich aus. Sie senkte nach fünf Monaten das Risiko für alle Knochenbrüche um 33%, das für Hüftfrakturen sogar um 46%. Auch die Sturzgefahr reduzierte sich deutlich: Stürze traten nach Umstellung des Speiseplans um 11% seltener auf, und das sogar schon nach drei Monaten.

Bei einigen Heimbewohner*innen wurden auch Muskelmasse und Knochendichte gemessen. Beides hatte in der Gruppe der Milchkonsument*innen weniger abgenommen. Täglich eine Extraportion Milch ist deshalb eine einfache Maßnahme mit großer Wirkung, folgern die Autor*innen der Studie. Würde dies in allen Altenheimen beherzigt, ließe sich eine große Anzahl von Knochenbrüchen verhindern.

Quelle: http://|Ärztezeitung

Alarmsysteme schützen Demente : Technische Unterstützung

Quelle: apotheken.de | 11.03.2021 | Ocskay Mark/Shutterstock.com
 Die Pflege von Demenzkranken stellt Angehörige vor eine große Herausforderung. Wenn demente Menschen zu Hause versorgt werden, birgt das durchaus Gefahren. Sie reichen vom vergessenen Teekessel über nicht abgedrehte Wasserhähne bis hin zum orientierungslosen Weglaufen. Doch technische Unterstützungssysteme können die Demenzkranken schützen und Angehörige entlasten.

Brandgefahr und Wasserschäden
Drei Viertel aller Demenzpatienten in Deutschland werden in ihrem häuslichen Umfeld betreut. Dürfen sie dabei noch mit Wasser, Herd und Ofen hantieren, sollte man schützende Alarmsysteme installieren. Smarte Wassermelder zum Beispiel: Sie erkennen übergelaufene Badewannen oder anderes ausgetretenes Wasser und melden dies, z. B mit akustischen Signalen und voreingestellter SMS oder Email an die Kontaktperson. Im Handel sind solche Wassermelder schon ab 30 Euro zu haben.

Herdüberwachungssystem sind teurer. Ab einem Preis von etwa 300 Euro erkennen sie aber nicht nur Rauch, sondern stellen automatisch Herd und Ofen ab. Andere Modelle registrieren, ob sich eine Person bei angestellter Kochplatte vom Herd entfernt hat ? und stellen diese dann ebenfalls aus. Oft wird auch gleichzeitig eine Kontaktperson via Handy alarmiert. Smarte Rauch- und Hitzemelder geben frühzeitig Alarm, wenn es irgendwo zu heiß wird oder sogar raucht, und zwar sowohl akustisch als auch übers Handy.

Medikamenteneinnahme kontrollieren
Selbstständigkeit ist für viele demente Menschen auch bei der Medikamenteneinnahme wichtig. Damit sie ihre Tabletten nicht mehrfach schlucken, sind Medikamentenspender von Vorteil. Elektronische Versionen geben die Pillen nur nach bestimmten Vorgaben, z. B. zu bestimmten Uhrzeiten, frei. Oft sind die Geräte auch mit einem akustischen Erinnerungsalarm versehen und sorgen dafür, dass die Einnahme nicht vergessen wird. Die Preise reichen von 50 bis 300 Euro.

Ortungsgeräte bei Weglauftendenz
Ein weiteres großes Problem bei Dementen ist ihre Weglauftendenz. Verlassen sie verwirrt und orientierungslos ihr häusliches Umfeld, endet dies meist in großangelegten Suchaktionen. Hier können Ortungsgeräte oder GPS-Tracker helfen: Im Browser oder einer Smartphone-App lässt sich in Sekundenschnelle erkennen, wo sich der oder die Vermisste aufhält. Die Systeme gibt es in Form von Handys, Armbanduhren, Schlüssel- oder Kettenanhängern und sogar als Einlegesohlen für Schuhe.

Manche Geräte haben auch die Funktion des Geofencings. Damit legt man einen virtuellen Zaun fest, in dessen Bereich sich die Personen frei bewegen können. Verlassen sie den festgelegten Bereich, werden Angehörige über ein Alarmsignal benachrichtigt.

Türkontakt-Alarme sind eine Alternative zu GPS-Trackern. Dabei wird über Funk das Überschreiten der Türschwelle gemeldet, den Sensor trägt der Patient am Gürtel. Andere Sensoren können an Fenstern und Türen angebracht werden, sie melden z. B., ob diese offen stehen oder geöffnet wurden.

Eine Frage der Ethik
Die Kosten dieser Systeme variieren erheblich. Ist das System mit einem Hausnotruf verbunden, übernimmt in manchen Fällen die Pflegekasse einen Teil. Neben den Kosten sind jedoch vor allem rechtliche und ethische Fragen zu bedenken. Angehörige, die Ortungssysteme anwenden wollen, sollten sich dazu im Vorfeld Rat vom zuständigen Amtsgericht einholen.

Quelle: http://Demenz|SpringerMedizin

Hörvermögen oft falsch eingeschätzt: Vor allem Ältere und Frauen betroffen

Quelle: apotheken.de | 05.11.2020 | Panthermedia/imago-images.de
 Wie bitte? Die Hälfte der Über-65-Jährigen hört schlecht. Bei anderen eine Schwerhörigkeit zu erkennen, fällt vielen Menschen leicht. Schwieriger ist es offenbar, das eigene Hörvermögen richtig einzuschätzen. Und das gilt einer aktuellen Studie zufolge vor allem für Frauen und ältere Menschen.

Eine Frage des Alterns
Schwerhörigkeit wird mit zunehmendem Alter immer häufiger. In Deutschland ist jeder siebte Erwachsene davon betroffen, bei Über-65-Jährigen soll die Rate sogar 50 % betragen. Dabei verschlechtert sich das Gehör stufenweise, beginnend mit Problemen bei lauter Hintergrundkulisse. Mit einer frühzeitig angepassten Hörhilfe lässt sich das breite Spektrum des Hörens meist erhalten. Doch für eine frühe Diagnose ist es hilfreich, wenn der oder die Betroffene das eigene Hörvermögen richtig einschätzt.

Fast jeder 3. Hörschaden unbemerkt
Daran hapert es jedoch bei vielen Menschen, wie eine aktuelle britische Studie an knapp 10 000 Erwachsenen zwischen 50 und 89 Jahren herausfand. In dieser Untersuchung schätzten die Teilnehmer*innen ihr Hörvermögen zunächst selbst auf einer 5-Punkte-Skala ein. Danach absolvierten sie ein Hörscreening und wurden in nicht schwerhörig, mäßig und mittel bis stark schwerhörig eingestuft.

Es zeigte sich, dass 30 % der schwerhörigen Teilnehmer*innen ihre Hörprobleme so nicht wahrgenommen und sich selbst nicht als schwerhörig eingeschätzt hatten. Bei den Personen mit mäßiger Schwerhörigkeit war eine solche falsche Einschätzung signifikant häufiger bei

FrauenMenschen mit niedrigem BildungsniveauMenschen mit hohem Tabak- oder Alkoholkonsum.

Ältere besonders uneinsichtig
Ältere Menschen schätzten ihr Hörvermögen vor allem falsch ein, wenn sie von einer mittleren bis starken Schwerhörigkeit betroffen waren. Verglichen mit den 50-64-Jährigen war das Risiko, die eigene Schwerhörigkeit nicht wahrzunehmen, in der Altersgruppe 65-74-Jahre fast fünfmal und bei den 75-89-Jährigen sogar mehr als sechsmal so hoch.

Hörscreenings statt Selbsteinschätzung
Die deutliche Diskrepanz zwischen Eigenwahrnehmung und objektiven Hörtests zeigt, dass auf Selbstangaben bezüglich des Gehörs kein Verlass ist. Um Schwerhörigkeit effektiv behandeln zu können, sind Hörscreenings unerlässlich, betonen die betonen die britischen HNO-Ärzt*innen.

Quellen: Ärztezeitung, JAMA

9 Tipps für gesunde Augen: Für Klein und Groß

Quelle: apotheken.de | 22.07.2020 | Syda Productions/Shutterstock.com
 Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung reduzieren das Risiko für Alterserkrankungen des Auges.Gut zu sehen ? ob mit oder ohne Sehhilfe ? ist für die meisten Menschen selbstverständlich. Doch leider drohen mit dem Altwerden Augenerkrankungen wie Grauer Star und Makuladegeneration. Was kann man tun, damit die Augen möglichst lange gesund bleiben?

Früh anfangen mit der Augenpflege
Der Zahn der Zeit nagt nicht nur an Knochen und Gelenken, auch die Augen verändern sich mit dem Älterwerden. Typische Alterserkrankungen des Auges sind beispielsweise die Linsentrübung (Grauer Star) oder die gefürchtete Makuladegeneration, bei der es durch Netzhautveränderungen zu einem fortschreitenden Sehverlust kommt. Das Risiko für altersbedingte Augenerkrankungen lässt sich jedoch mit ein paar einfachen Tipps mindern, betont Augenärztin Andrea Lietz-Partzsch vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Und es lohnt sich, schon bei den Kleinsten damit anzufangen.

Regelmäßig bewegen. Bei Mäusen konnten Forscher nachweisen, dass regelmäßiges Training die Netzhaut vor Schäden schützt. Augenärzte gehen davon aus, dass dies auch für Menschen gilt. Sie raten zu Ausdauersport wie Schwimmen, Joggen, Radfahren und Spazierengehen, um Netzhautveränderungen entgegenzuwirken. Gesund ernähren. Vitamine und der Farbstoff Lutein reichern sich in der Netzhaut an und schützen diese wie eine innere Sonnenbrille vor UV-Schäden. Die Wirkstoffe sind vor allem in grünem Gemüse, Obst und Eidotter vorhanden. Nicht rauchen. Eine der effektivsten Schutzmaßnahme für die Augen ist, nicht zu rauchen. Denn Raucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an der Altersbedingten Makuladegeneration oder einem Grauen Star zu erkranken. Frische Luft und schweifender Blick. Wer viel am Schreibtisch und PC sitzt, dem droht das Office Eye Syndrom. Durch konzentriertes Starren auf den Bildschirm blinzelt man weniger, und die Augenoberfläche wird weniger mit Tränenflüssigkeit benetzt. Die Folge sind trockene, gereizte Augen. Dagegen helfen Pausen an der frischen Luft und den Blick immer wieder in die Ferne schweifen zu lassen. Regelmäßig zum Augenarzt. Augenschäden lassen sich meist nicht mehr rückgängig machen. Deshalb ist es wichtig, Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen, um das größtmögliche Sehvermögen zu erhalten. Augenärzte raten deshalb zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen und Kontrollen beim Augenarzt. Das gilt im Besonderen auch für Kinder: Bis zum 3. Geburtstag ist jedes Kind wenigstens einmal dem Augenarzt vorzustellen. Nur so lässt sich herausfinden, ob das Kind unauffällig schielt oder eine unbemerkte, einseitige Sehschwäche hat. Je früher ein solcher Sehfehler behandelt wird, desto besser lässt er sich korrigieren. Kinder ins Freie schicken! Ausreichend Tageslicht reduziert bei Kindern das Risiko, kurzsichtig zu werden. Ein Aufenthalt von 2 Stunden täglich im Freien reicht dafür schon aus. Smartphone-Nutzung einschränken. Ständiges Konzentrieren auf die Nähe fördert dagegen die Entwicklung der Kurzsichtigkeit. Bis zu 3 Jahre sollten die Kleinen gar kein Smartphone nutzen, im Alter von 4 bis 6 nicht länger als 30 Minuten täglich. Sonnenbrille auch für die Kleinen. Vor allem bei hoher UV-Bestrahlung am Meer oder im Gebirge sollten auch Kleinkinder zum Schutz ihrer Netzhaut eine Sonnenbrille tragen.

Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) , www.augeninfo.de

Flugreise trotz Herzerkrankung: Was müssen Betroffene beachten?

Quelle: apotheken.de | 12.07.2019 | DigitalPen/Shutterstock.com
 Trotz Herzerkrankung müssen viele Betroffene auf das Erkunden ferner Länder nicht verzichten.Flugreisen können das Herz-Kreislauf-System belasten. Viele Herzpatienten besitzen dennoch eine  Flugreisetauglichkeit. Was Herzpatienten vor der Buchung einer Flugreise beachten sollten.

Erst zum Arzt, dann ins Reisebüro
Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Herzkrankheit, etwa einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder einer chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Viele der Betroffenen planen eine Reise – oft über weitere Strecken. Doch der niedrige Luftdruck und die geringere Sauerstoffsättigung in einem Flugzeug sind eine Herausforderung für das Herz-Kreislauf-System. So führt etwa der leichte Sauerstoffmangel eines Passagierjets auf Reiseflughöhe zum Anstieg von Herzfrequenz, Blutdruck und zu erhöhtem Sauerstoffverbrauch des Herzens.

„Um Komplikationen über den Wolken zu vermeiden, sollten Betroffene deshalb noch vor der Reiseplanung ihre Flugreisetauglichkeit vom Kardiologen bestimmen lassen“, rät der Herzspezialist Prof. Dr. med. Wolfgang Schöls vom Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung. „Herzpatienten dürfen in der Regel fliegen. Letztlich entscheidend für die Flugreise eines Patienten mit KHK oder Herzschwäche ist die Leistungsfähigkeit des Herzens“, erläutert Prof. Schöls, Leiter des Herzzentrums Duisburg.

Flugreisen nach Herzinfarkt
Nach einem Herzinfarkt hängt die Flugreisetauglichkeit unter anderem von der Infarktgröße ab. Kardiologen unterscheiden zwischen niedrigem, mittlerem und hohem Risiko. Bei niedrigem Risiko können Betroffene häufig schon circa fünf bis acht Tage nach dem Ereignis wieder fliegen. Ein niedriges Risiko ist zum Beispiel durch folgende Faktoren gekennzeichnet: Alter unter 65 Jahren, erster Herzinfarkt, kleiner Infarkt, erfolgreiche Gefäßwiedereröffnung, Auswurffraktion des Herzens über 45 Prozent und keine Komplikationen. Auch bei mittlerem und höherem Risiko ist das Fliegen häufig nach einer symptomfreien Zeitspanne wieder möglich. Der Kardiologe berät über die einzuhaltende Wartezeit individuell. „Auf Langstreckenflüge sollte jedoch auch bei niedrigem Risiko verzichtet werden“, betont Prof. Schöls.

Flugreisende mit Herzschwäche
Betroffene mit Herzschwäche sollten vor Reiseantritt Ursache und Schweregrad der Herzschwäche bestimmen lassen. Der Schweregrad einer Herzschwäche richtet sich nach der sogenannten NYHA-Klassifikation. Bei chronisch stabiler Herzschwäche bis NYHA-Stufe II besteht in der Regel volle Flugreisetauglichkeit. „Jede Verschlechterung der Symptome wie Atemnot, Gewichtszunahme wegen Wassereinlagerung, Erschöpfung, Herzenge oder Rhythmusstörungen in den letzten vier Wochen macht fluguntauglich“, erläutert Prof. Schöls.

Quelle: Deutsche Herzstiftung