Blut, Krebs und Infektionen

Mund-Nasen-Maske sicher anwenden: Häufige Fehler vermeiden

Quelle: apotheken.de | 05.06.2020 | Dr. Silke Kerscher-Hack
 Beim Anlegen einer Mund-Nasen-Maske benötigen Kinder häufig Hilfe.Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften in vielen Bundesländern verpflichtend. Diese schützen allerdings nur, wenn sie richtig angelegt werden. Bei falscher Anwendung können sie sogar das Ansteckungsrisiko für den Träger erhöhen.

Vor dem Aufsetzen: Hände waschen!
Bakterien und Viren sind überall – nicht nur in der Luft, sondern auch auf unserer Haut. Wer daher – ohne sich vorher die Hände gründlich mit Seife zu waschen – den Mund-Nasen-Schutz anlegt, läuft in Gefahr, diesen gleich zu Beginn mit Erregern zu verunreinigen. Zudem ist darauf zu achten, den Schutz nur außen und nicht auf der Innenseite zu berühren. Während des Tragens ist das Berühren des Mundschutzes, z. B. um dessen Sitz zu korrigieren, tabu. Andernfalls besteht das Risiko, dass Keime von den Händen ins Gesicht gelangen. Dies gilt auch beim Tragen von Handschuhen.

Häufiger Fehler: Nach dem Verlassen des Geschäfts ziehen viele Menschen die Maske unters Kinn, um sie vor dem nächsten Geschäft wieder aufzusetzen. Auch hier besteht die Gefahr, mit den Erregern in Kontakt zu kommen.

Maske muss Mund und Nase bedecken
Damit Tröpfchen aus Mund und Nase nicht in die Luft gelangen, muss die Mund-Nasen-Maske sowohl über dem Mund als auch über der Nase platziert werden. Unterhalb der Nase getragen ist sie nutzlos. Zudem muss sie bis über das Kinn reichen und darf an den Wangen nicht abstehen. Letzteres ist wichtig, um das Eindringen und Entweichen von Luft – damit auch von potenziellen Krankheitserregern – an den Seiten zu verhindern.

Übrigens: Für Brillenträger eignen sich Masken mit Bügel an der oberen Seite. Diese lassen sich leicht an die Form der Nase anpassen und schließen daher gut mit der Haut ab. Warme Atemluft kann so kaum noch nach oben entweichen und die Brille beschlägt seltener. Aber auch ein Taschentuch kann helfen. Dies wird der Länge nach gefaltet und auf den Nasenrücken unter der Maske platziert.

Trotz Maske ein Muss: Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln
Wer eine Maske trägt, fühlt sich häufig sicherer. Aber: Masken schützen nicht den Träger, sondern den Gegenüber. Daher müssen Abstandsregeln (mind. 1,5 Meter) weiterhin eingehalten werden! Zusammen mit den Hygieneregeln, wie z. B. dem Einhalten der Husten- und Niesregeln sowie dem gründlichen Händewaschen, schützen sie vor einer potenziellen Ansteckung nach wie vor am effektivsten.

Weitere typische Fehler:

Die Atemluft enthält Wasser. Masken durchfeuchten daher mit der Zeit und müssen gewechselt werden. Andernfalls siedeln sich Keime auf der Bedeckung an.Da sich auf der Außenseite der Maske Keime befinden können, dürfe beim Abnehmen der Maske nur die seitlichen Bänder bzw. Laschen angefasst werden.Nach dem Absetzen die Hände gründlich waschen.Die benutze Maske z. B. in einem Beutel luftdicht aufbewahren oder sofort bei 60° bis 95° waschen.

Quellen: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Pharmazeutische Zeitung

Badespaß trotz Corona?: SARS-CoV2 in Luft und Wasser

Quelle: apotheken.de | 27.05.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 In Coronazeiten ist auch im Schwimmbecken Abstand halten oberstes Gebot.Der Sommer ist in Sicht und mit den Temperaturen steigt auch die Lust, im Schwimmbad oder Baggersee ins kühle Nass zu tauchen. Doch wie sieht es damit aus in Zeiten der Corona-Pandemie: Kann man sich das Virus womöglich beim Schwimmen einfangen?

Verdünnungsfaktor und Chlor gegen Viren
Das Wasser selbst ist in den allermeisten Fällen keine Gefahr in puncto SARS-CoV2-Infektion, berichten Experten vom Bundesumweltamt. Auch die WHO hat bisher noch keine Hinweise darauf, dass eine Ansteckung mit Covid-19 beim Baden wahrscheinlich ist. Zur Sicherheit haben sich Bundesumweltbeamte trotzdem mit dem Risiko durch Badeaktivitäten beschäftigt. Je nach Badeort bewerten sie die Infektionsgefahr beim Schwimmen folgendermaßen:

Unbedenklich ist das Baden und Schwimmen in größeren Naturgewässern wie im Meer oder in Badeseen. Grund dafür ist die Verdünnung durch die enormen Wassermengen. Zudem tragen steigende Wassertemperaturen und die vermehrte UV-Bestrahlung durch die Sonne zur Inaktivierung eventuell eingebrachter Viren bei.Grünes Licht geben die Experten auch für das Schwimmen in den Becken konventioneller Hallen- und Freibäder ? sobald deren Besuch wieder erlaubt ist. Denn dort wird das Badewasser ständig aufbereitet und filtriert, besonders das dem Wasser zugefügte desinfizierende Chlor macht den meisten Viren und Bakterien schnell den Garaus. Vor allem behüllte Viren wie SARS-CoV-2 werden durch Desinfektionsmittel zuverlässig inaktiviert und haben laut Bundesamt keine relevante Chance, sich über das Wasser zu verbreiten.Nicht ganz so einfach ist es mit Schwimm- und Badeteichen, in denen das Wasser nicht desinfiziert, sondern biologisch aufbereitet wird. Durch die mangelnde Desinfektion können Viren länger überleben, es geht von diesen Gewässern daher ein gewisses theoretisches Infektionsrisiko aus. Auch in nicht aufbereitetem Abwasser ist das Coronavirus nachweisbar. Ob diese geringen Mengen ausreichen, um sich anzustecken, ist jedoch noch nicht geklärt. Bisher wurde weltweit noch keine über Wasser übertragene Infektion nachgewiesen.

Abstand halten bleibt oberstes Gebot
Von Meerwasser, Badewasser und gechlortem Schwimmbadwasser droht offenbar keine Corona-Gefahr. Ganz anders sieht es mit den Menschen in diesen sommerlichen Vergnügungsstätten aus: Liegen die Freibad- oder Baggerseebesucher hier dicht an dicht auf ihren Handtüchern, ist das Infektionsrisiko natürlich genauso groß wie im Supermarktgedrängel. Deshalb gelten am Meer, im Schwimmbad oder am Baggersee die gleichen Abstandsregeln ? und zwar sowohl im Wasser als auch an Land.

Quelle: Bundesumweltamt

Impfmythen: Was wirklich stimmt : Infos für verunsicherte Eltern

Quelle: apotheken.de | 20.05.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Eltern haben in puncto Schutzimpfungen oft viele Fragen. Ob Masern, Röteln oder FSME ? Impfgegner wettern immer wieder gegen die empfohlenen Schutzimpfungen. Doch ihre „Fakten“ entpuppen sich beim näheren Hinsehen meist als Falschinformationen. Mit diesen Argumenten klärt ein Kinderarzt verunsicherte Eltern auf.

Verzerrte Studien, blankes Unwissen
Impfen ist ein wichtiges Instrument gegen viele Infektionskrankheiten und hat große Erfolge aufzuweisen. Die meisten Eltern folgen den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der Ständigen Impfkommission STIKO. Doch in den Medien werden die Impfgegner immer lauter. Der Kinderarzt Martin Schwenger hat die häufigsten Fakenews zusammengestellt und sie entkräftet.

Ungeimpfte Kinder sind weniger krank. Diese Information geistert seit 2017 durch das Internet. Sie beruht auf einer Studie, die erhebliche Mängel aufweist und bei der ausschließlich Eltern von Kindern befragt wurden, deren Kinder zu Hause unterrichtet wurden. Kurz nach Veröffentlichung wurde die Studie zurückgezogen, trotzdem gehörte sie 2017 zu den am häufigsten geklickten Falschmeldungen im Internet.Impfen überfordert das Immunsystem des Kindes. Die für eine nötige Grundimmunisierung angegebene Menge beträgt etwa 123 bis 126 Antigene. Experten haben berechnet, dass bei gleichzeitiger Gabe aller 11 zur Grundimmunisierung erforderlichen Impfungen etwa 0,1 % des Immunsystems beschäftigt wäre. Von einer Überforderung des kindlichen Immunsystems gehen die Ärzte deshalb nicht aus.Für den Injektionsschmerz ist das Kind noch zu klein. Natürlich tut der Piks weh, und die meisten Kinder weinen danach. Ohne Zweifel ist das Impfen eine Körperverletzung und sollte wohl bedacht sein. Diese wird jedoch relativiert durch das Leid eines Kindes, das beispielsweise aufgrund einer Pneumokokkeninfektion intensivmedizinisch betreut werden muss.Die Impfung gegen Tetanus reicht aus, die ist am wichtigsten. Die Tetanusimpfung ist lebenswichtig – und zeigt Erfolg: Von 2006 bis 2015 wurden in Deutschland nur 5 Patienten unter 15 Jahren wegen einer Tetanusinfektion stationär behandelt. Doch viele andere durch Impfen vermeidbare Infektionen sind weitaus häufiger. Zum Vergleich: Vor der Pneumokokkenimpfung erkrankten jährlich fast 20 von 100 000 Kindern unter 2 Jahren an einer gefährlichen Pneumokokkeninfektion. Seit Einführung der Impfung konnte diese Anzahl um 60% gesenkt werden.Ein Baby braucht keine Hepatitis B-Impfung. Die B-Hepatitis wird vor allem durch Sex und Blut übertragen. Deshalb sehen viele Eltern keinen Sinn darin, einen Säugling dagegen zu impfen. Doch treten rund 30 bis 40% der Neuinfektionen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Ein Baby vorausschauend gegen Hepatitis B zu impfen ist einfacher, als einen pubertierenden Teenager zur Impfung zu überreden ? oder gar die Kontrolle über sein Sexleben zu haben. Außerdem erspart man seinem Kind 3 zusätzliche Spritzen, wenn man die Hepatitis-B-Impfung als Kombiimpfung im Säuglingsalter mit verabreichen lässt.Impfen fördert den plötzlichen Kindstod. Der plötzliche Kindstod ist in den Industrieländern die häufigste Todesursache von Säuglingen. Weil die Grundimmunisierung im gleichen Zeitraum stattfindet, führen Impfgegner immer wieder Impfungen als Auslöser des plötzlichen Kindstodes an. Für einen solchen Zusammenhang gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege. Im Gegenteil: Eine Metaanalyse konnte zeigen, dass das Risiko bei geimpften Kindern sogar geringer ist als bei ungeimpften Kindern.

Quelle: Springer Medizin

Joggen und Radeln ohne Corona-Gefahr: So viel Abstand muss sein

Quelle: apotheken.de | 13.05.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Radfahrer lassen eine Wolke mit Partikeln hinter sich.Wandern, Joggen und Radfahren sind zum Glück auch in Coronazeiten erlaubt. Doch was ist zu beachten, damit man sich im Windschatten eines womöglich infizierten Vordermannes keine SARS-CoV2-Viren einfängt?

Wenn Tröpfchen in Schwung geraten
Abstand halten und die gefürchtete Ansteckung mit SARS-CoV2 vermeiden – das ist in der derzeitigen Pandemie oberstes Gebot. In Geschäften, bei der Arbeit oder bei windstillem Wetter im Freien reichen 2 Meter aus, um sich vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen.

Doch wenn sich Menschen wie in Bewegung setzen, bekommen auch ihre ausgeatmeten oder ausgestoßenen Tröpfchen mehr Schwung: Niest oder hustet ein Wanderer, Jogger oder Radfahrer, reißt der Luftstrom die versprühten Partikel mit sich und es bildet sich hinter dem Sportler eine Partikelwolke. Wer dicht dahinter läuft oder fährt, droht direkt in diese Wolke einzutauchen und sich dort eine Portion Viren einzufangen.

Bis zu 20 m Abstand nötig
Wie viel Abstand erforderlich ist, um einer solchen Partikelwolke auszuweichen, haben Experten für Aerodynamik von der Universität Eindhoven anhand von Messdaten und einer Computersimulation analysiert. Sie empfehlen folgende Abstände zum Vordermann:

4 bis 5 m beim Wandern10 m beim Joggen oder langsamen Radfahren20 m beim flotten Radfahren.

Versetzt fahren, weiträumig überholen
Außerdem ist es ideal, wenn jeder Sportler in seiner eigenen Linie sportelt, also beim Radfahren oder Joggen weiter rechts oder links als der Vordermann fährt oder läuft. Beim Überholen raten die Aerodynamikexperten, möglichst frühzeitig auf eine versetzte Spur zu wechseln und einen großen Bogen um den langsameren Mitsportler zu machen.

Quelle: Springer Medizin

Übergewicht macht Covid-19 riskanter: Mehr Patienten intensivpflichtig

Quelle: apotheken.de | 07.05.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Übergewichtige sollten sich besonders gut vor SARS-CoV2 schützen. Nicht nur Alter, Herz- oder Lungenerkrankungen machen eine Covid-19-Erkrankung besonders gefährlich. Es mehren sich die Hinweise, dass bei Menschen unter 60 Jahren starkes Übergewicht ein Risikofaktor ist für einen schweren Verlauf ist.

Risiko für Klinikeinweisung verdoppelt
Dass stark Übergewichtige schwerer mit dem neuen Coronavirus zu kämpfen haben als Normalgewichtige zeigen Daten aus Amerika – einem Land, in dem immerhin knapp 40% der Menschen einen Body Mass Index (BMI) > 30 kg/m2 aufweisen und deshalb laut WHO als fettsüchtig, d.h. adipös gelten (zum Vergleich: In Deutschland hat etwa Viertel der Bevölkerung einen BMI > 30).

Bei der Analyse der Covid-19-Daten fanden die Forscher heraus, dass in der Gruppe der unter-60-jährigen adipöse Menschen mit SARS-CoV2-Infektion ein doppelt so hohes Risiko für eine Klinikeinweisung hatten wie Normalgewichtige. Das Risiko, intensivpflichtig zu werden, war ebenfalls signifikant erhöht.

Je höher der BMI, desto schwerer der Verlauf
Adipositas erhöht damit das Risiko für schwere Covid-19-Verläufe, allerdings nur bei Patienten unter 60 Jahren. Diese Ergebnisse werden von anderen Untersuchern unterstrichen: Auch in Frankreich mussten fettleibige Covid-19-Patienten besonders oft auf der Intensivstation versorgt werden, und der Verlauf der Erkrankung war umso schwerer, je höher der BMI war. Außerdem waren auch hier viele der Patienten jung und die Fettleibigkeit der einzige Risikofaktor.

Als Ursache für die schweren Verläufe bei adipösen Covid-19-Patienten vermuten die Autoren eine verstärkte Entzündungsreaktion, die womöglich die Verteilung des Sauerstoffs durch das Blut erschwert. Das wäre auch eine Erklärung dafür, warum die künstliche Beatmung bei schwer adipösen Covid-19-Patienten häufiger erforderlich und oft weniger erfolgreich ist als bei normalgewichtigen.

Präventionsmaßnahmen für Übergewichtige besonders wichtig
Fazit aus diesen Ergebnissen: Menschen mit einem BMI > 30 sollten eine Ansteckung mit SARS-CoV2 unbedingt vermeiden und sich deshalb strikt an die Präventionsmaßnahmen halten. Übergewichtige, die sich mit SARS-CoV2 infiziert haben, müssen zudem besonders engmaschig auf eine Verschlechterung ihres Zustands kontrolliert werden, um eine rechtzeitige Einweisung in die Klinik sicherzustellen.

Quelle: DGK

Covid-19-Gefahr für Hund und Katz?: 2 Katzen positiv getestet

Quelle: apotheken.de | 06.05.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Aufs Streicheln muss die Mieze auch in Coronazeiten nicht verzichten.Zwei Hauskatzen sind in New York unabhängig voneinander mit SARS-CoV2 infiziert worden, beide haben Atembeschwerden entwickelt. Müssen sich in Zeiten von Corona Herrchen und Frauchen auch Sorgen um ihre tierischen Mitbewohner machen?

Keine Gefahr für den Menschen
Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Hunde und Katzen gelten in puncto SARS-CoV2 weiterhin weder als Gefahr für den Menschen noch selbst als ernsthaft bedroht. Zwar können sich Katzen chinesischen Studien zufolge mit SARS-CoV2 anstecken und Atembeschwerden entwickeln, schwere Lungenentzündungen wurden bei ihnen bisher jedoch nicht beobachtet. Auch ist es unwahrscheinlich, dass infizierte Katzen ihren Menschen anstecken, betont Tierarzt Achim Gruber, Leiter des Instituts für Tierpathologie der FU Berlin. Hunde können sich laut jetzigem Wissenstand gar nicht infizieren, für sie gebe es deshalb komplette Entwarnung.

In New York sieht man den SARS-CoV2-Nachweis bei den beiden Hauskatzen ebenfalls gelassen. Experten zufolge gibt es keine Beweise, dass Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des neuen Coronavirus spielen. Maßnahmen gegen Haustiere sind also weiterhin nicht geplant.

Hygienemaßnahmen konsequent einhalten
Trotzdem sollen Tierhalter die allgemeinen Hygienemaßnahmen konsequent einhalten. Sinnvoll sei es auch, so Gruber, als SARS-CoV2-Ausscheider seine Katze nicht direkt anzuhusten oder anzuniesen. Wer möchte, kann auch seine Familienangehörigen bitten, zum Schutz des Haustieres auf Abstand zu bleiben. Freigänger jetzt nicht mehr aus dem Haus zu lassen, sei aber überflüssig und schädlich für die Tiere.

Löwen und Tiger infiziert
Insgesamt ist das Wissen über Haustierinfektionen noch lückenhaft, berichtet Gruber. Er hofft, im Sommer mehr Daten über SARS-Cov2-Infektionen bei Katze und Hund zu bekommen. Was Zootiere betrifft, gibt es jetzt schon Spannendes aus den USA zu berichten: In einem New Yorker Zoo wurde vor zwei Wochen zunächst eine malayische Tigerkatze positiv getestet, danach hat sich das neue Coronavirus auch unter Löwen und Tigern breit gemacht. Acht Großkatzen seien insgesamt betroffen, nach anfänglichem Husten bei einigen Tieren gehe es jedoch allen gut, berichtet der leitende Tierarzt des Zoos. Überträger des Virus soll ein infizierter, aber beschwerdefreier Tierpfleger gewesen sein.

Quelle: Ärzteblatt

COVID-19 (Coronavirus-Erkrankung)

Quelle: apotheken.de | 16.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Atemschutzmasken sind vor allem nützlich, um selbst niemanden zu infizieren.2

COVID-19 (Coronavirus Disease 2019, Coronavirus-Erkrankung 2019): Akute infektiöse Lungenerkrankung, ausgelöst durch den Ende 2019 erstmalig in China nachgewiesenen neuen Coronavirus-Typ SARS-CoV-2. Covid-19 breitet sich weltweit aus und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als Pandemie eingestuft.

Die Infektion verläuft zumeist ähnlich wie eine Grippe (Influenza). Von schweren Verläufen sind vor allem chronisch Kranke und Menschen über 60 Jahre betroffen. Die Sterblichkeit beträgt bis zu 3 %. Mangels spezifischer Behandlungsmöglichkeiten beschränkt sich die medizinische Therapie auf Allgemeinmaßnahmen wie Fiebersenkung und bei Komplikationen die Sicherung der Sauerstoffversorgung.

Vorbeugend helfen Schutzmaßnahmen wie Husten- und Nies-Etikette, häufiges Händewaschen und der Verzicht auf Händeschütteln und jeglichem anderen Körperkontakt.

Symptome und Leitbeschwerden

Fieber Trockener Husten Kurzatmigkeit Selten Bauchschmerzen, Durchfall, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen.

Wann zum Arzt

Am gleichen Tag bei
hohem Fieber starkem Krankheitsgefühl Atemnot.

Hinweis: In Zeiten starker Ausbreitung des Virus (z. B. Pandemie 2020) ist bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion die Hausarztpraxis zunächst telefonisch zu kontaktieren. 

Die Erkrankung

Erreger
Das neue Coronavirus Typ SARS-CoV-2 gehört zu einer Gruppe Coronaviren, die Mitte der 60er-Jahre entdeckt wurden und sowohl Menschen als auch Säugetiere und Vögel infizieren. Wie und über welchen Zwischenwirt die Viren den Sprung vom Tier zum Menschen geschafft haben, ist noch unklar. Am wahrscheinlichsten ist dabei der Verzehr infizierter Wildtiere, wie sie traditionell noch häufig auf chinesischen Großmärkten angeboten werden. Als Ursprungswirte in Verdacht stehen vor allem Fledermäuse und Schuppentiere (Stand März 2020).

Ihren Namen verdanken die Viren ihrem kronen- oder kranzähnlichem Aussehen unter dem Elektronenmikroskop. Neben dem im Herbst 2019 erstmalig beschriebenen Untertyp SARS-CoV-2 gehören zur gleichen Gruppe Coronaviren das SARS-CoV (Erreger des erstmalig 2002 in Südostasien aufgetretenen Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms, SARS) und das MERS-CoV, (löste erstmalig 2012 auf der arabischen Halbinsel das Middle East Respiratory Syndrome MERS aus).

Unter den bekannten Coronaviren scheint sich das neue Virus SARS-CoV-2 deutlich schneller auszubreiten als sein Verwandter SARS-CoV. Verantwortlich dafür soll das S-Protein in der Virushülle sein. Es unterscheidet sich genetisch von den S-Proteinen anderer Coronaviren und führt offenbar zu einer zehnmal stärkeren Bindung an die Oberfläche seiner Wirtszelle. Außerdem sind die mit dem neuen SARS-CoV-2-Infizierten im Gegensatz zu Patienten mit dem SARS-CoV häufig schon vor Ausbruch der Beschwerden ansteckend, was die Verbreitung des Virus zusätzlich erleichtert.

Krankheitsentstehung und Übertragung
Aktuell wird das Virus nur von Mensch zu Mensch übertragen, Fälle der Übertragung durch Haustiere oder andere Tiere sind in Europa nicht bekannt. Die Ansteckung erfolgt

durch Tröpfcheninfektion, z. B. beim Husten oder Niesen oder wenn Sekretspuren über die Hände in Nase, Mund oder Auge geraten fraglich auch durch Schmierinfektion, also wenn kontaminierte Oberflächen mit der Hand berührt werden und diese anschließend mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gerät. Beispiele für solche Ansteckungsquellen sind Türklinken oder Straßenbahn-Haltegriffe. Da sich Coronaviren auch im Stuhl einiger Patienten nachweisen ließen, wird auch eine fäkal-orale Übertragung diskutiert.

Klinik und Verlauf
Nach einer Infektion mit dem Virus dauert es zumeist 2 bis 14 Tage, bis die Erkrankung ausbricht (in wenigen Fällen sind längere Inkubationszeiten bis 21 Tage dokumentiert). Schon in der Inkubationszeit ist der Infizierte ansteckend, d.h. er verteilt seine infizierten Sekrete auch ohne auffälliges Husten oder Niesen. Gelangt SARS-CoV-2 in den Körper, befällt es vor allem Atemwege und Lunge, aber auch den Magen-Darm-Trakt und die Leber.

Milde Verläufe. Die Erkrankung selbst verläuft meist ähnlich wie ein grippaler Infekt und dauert durchschnittlich 2 Wochen, dominierende Beschwerden sind: Fieber (in 90 % der Fälle), trockener Husten (70 %) sowie Kurzatmigkeit (20%). Seltener gesellen sich Abgeschlagenheit und Halsschmerzen, Schnupfen, Bauchschmerzen oder Durchfall dazu.

Die Unterscheidung zur Grippe (Influenza) ist klinisch nicht sicher zu treffen – Hinweise können aber sein:

die Kurzatmigkeit ist für COVID-19 typisch, tritt hingegen bei der Grippe kaum jemals auf Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sind typische für die Grippe, werden aber bei COVID-19 kaum beobachtet.

Bei wenigen Infizierten, darunter vielen Kindern, sind die Beschwerden so gering, dass sie kaum als Erkrankung wahrgenommen werden – ansteckend sind diese Menschen aber trotzdem.

Schwere Verläufe. Selten verläuft die Erkrankung schwer – wovon fast ausschließlich Risikopatienten mit einem oder mehreren Risikofaktoren betroffen sind. Risikofaktoren sind:

hohes Alter ab 60 Jahre Vorerkrankungen von Herz (z.B. koronare Herzerkrankung) und Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis) Rauchen Diabetes mellitus, Krebserkrankung, Immunschwäche, auch durch Einnahme von die Immunabwehr schwächenden Medikamenten wie Kortison.

Bei schweren Verläufen entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung eine interstitielle Lungenentzündung mit Luftnot und schweren Atmungsstörungen (ARDS), die eine maschinelle Beatmung erforderlich machen. Weitere Komplikationen sind Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschädigung mit Pumpschwäche und das akute Nierenversagen. Bei einer hinzutretenden bakteriellen Infektion drohen zudem Sepsis und Schock.

Die Dauer der schweren Verläufe beträgt etwa 3–6 Wochen.

Etwa 1-3% der Infizierten sterben, abhängig auch von der Qualität der intensivmedizinischen Versorgung – bei über 80-jährigen beträgt die Sterberate jedoch bis 10 %.

Eine kausale Therapie, d.h. ein Medikament gegen das Virus, gibt es bisher nicht, behandelt werden die Beschwerden symptomatisch mit fiebersenkenden Mitteln und Schmerzmitteln.

Diagnosesicherung

Virusnachweis. Gesichert wird die Diagnose mit einem Rachenabstrich. Dabei entnimmt der Arzt mit einem langstieligen Tupfer Material von der Schleimhaut im Rachen, steckt den Tupfer in das dazugehörige Röhrchen und schickt dieses in ein virologisches Speziallabor. Dort wird die Probe dann mit Hilfe der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) untersucht und das Virus, wenn vorhanden, nachgewiesen.

Röntgen und klinische Untersuchung. Neben der viralen Diagnostik erfolgt eine klinische Untersuchung des Patienten, auch um das Ausmaß der Infektion und eventuelle Komplikationen festzustellen. Eine Lungenbeteiligung weist der Arzt durch Thorax-Röntgenaufnahmen nach, im Zweifel auch mit Hilfe der Computertomografie. Bei Atemstörungen wird zudem der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen, z. B. mit einem Pulsoxymeter.

Weitere Labordiagnostik. Blutwerte dienen vor allem dazu, Komplikationen aufzudecken und die Entwicklung der Erkrankung zu kontrollieren. Typisch für die Virusinfektion ist z. B. eine verminderte Anzahl an Lymphozyten (Lymphozytopenie). Der Anstieg von CRP oder Prokalzitonin im Blut zeigt dagegen eine bakterielle Superinfektion, also eine zusätzliche Infektion der Lunge mit bakteriellen Erregern, die durch die virusbedingte Schädigung begünstigt ist. Bei einem Verdacht auf eine bakterielle Infektion entnimmt der Arzt unverzüglich Blutkulturen, um den Erreger nachzuweisen und das passende Antibiotikum auszuwählen. Andere Laborwerte dienen der Beurteilung des Verlaufs, z. B. LDH und D-Dimere, deren Erhöhung auf eine ungünstige Prognose hinweisen.

Differenzialdiagnosen. Die wichtigste Differenzialdiagnose bei Husten und Fieber ist die Grippe (Influenza), aber auch Erkältungen. Bei schweren Verläufen sind andere Formen der Lungenentzündung auszuschließen.

Meldepflicht

Die Ärzte sind verpflichtet, sowohl den Verdacht auf COVID-19 als auch jeden Krankheits- oder Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus zu melden. Die Meldung muss inklusive Namen und Kontaktdaten der betreffenden Person innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Behandlung

Milde Verläufe
Eine kausale Therapie gegen das Virus gibt es (bisher) nicht, behandelt werden bei COVID-19 die auftretenden Beschwerden mit fiebersenkenden Medikamenten, Schmerzmitteln und Wirkstoffen, die Husten, Halsschmerzen und/oder Schnupfen lindern. Außerdem muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Bei milden Verläufen können die Patienten in der Regel zu Hause versorgt werden. Aktuell sind aber auch zu Hause die vom RKI ausgesprochenen Quarantänemaßnahmen und Schutzvorkehrungen einzuhalten (Tipps zur Vermeidung der Ansteckung von Angehörigen siehe unten).

Schwere Verläufe
Schwere Verläufe oder Patienten mit den genannten Risikofaktoren (siehe oben) werden stationär aufgenommen. Auch hier gelten die erforderlichen Quarantäne-Regeln, wenn möglich werden die ansteckenden Patienten in einem Isolierzimmer untergebracht, im Falle einer Epi- oder Pandemie auch in sogenannten Kohortenzimmern mit mehreren SARS-CoV-2-Infizierten. Je nach Ausprägung der Beschwerden ist dabei eine intensivmedizinische Überwachung und Behandlung erforderlich.

Medikamentöse Therapie. Eine antivirale Therapie gegen SARS-CoV-2 steht bisher nicht zur Verfügung. Es laufen jedoch eine Reihe von Therapieversuchen, z. B. mit Hydroxychloroquin, antiviralen Wirkstoffen wie Lopinavir, Ritonavir, Remdesivir und Camostat (ein in Japan gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zugelassenes Medikament). Komplikationen behandeln die Ärzte mit den jeweils erforderlichen Medikamenten, z. B. mit Kortison bei septischem Schock oder mit Antibiotika bei bakterieller Superinfektion.

Beatmung. Sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut auf unter 90%, muss der Patient Sauerstoff erhalten. Dies geschieht entweder mit Hilfe einer Maske oder einer Nasenbrille, bei der die Luft durch zwei kleine Schläuche aus Kunststoff oder Silikon in die Nasenlöcher geleitet wird. Maske bzw. Nasenbrille sind mit einer Sauerstoffflasche oder einem Beatmungsgerät verbunden. Bei schwerem Sauerstoffmangel erfolgt die maschinelle Beatmung über einen Beatmungsschlauch, den der Arzt bei einer Intubation in die Bronchien einlegt. Führt die invasive maschinelle Beatmung nicht zu ausreichenden Sauerstoffwerten im Blut, ist eine Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) zu erwägen, bei der ein externes Gerät die Funktion der ausgefallenen Lunge übernimmt (ähnlich wie eine Dialyse bei Ausfall der Nierenfunktion).

Prognose

In vier von fünf Fällen verläuft die Erkrankung mild und klingt nach etwa zwei Wochen wieder ab. Bei etwa 14% der Patienten kommt es zu einem schweren Verlauf, 5% werden kritisch krank, 1-3% der Infizierten versterben an der Erkrankung.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können
Wenn Sie selbst an COVID-19 erkrankt sind und nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen, halten Sie sich an die von Ihrem Hausarzt verordneten Quarantäne- und Hygieneregeln. Sie schützen andere Menschen vor Ansteckung, indem Sie

die verordnete Zeit in Quarantäne zu Hause bleiben sich vor allem allein in einem gut belüftbaren Zimmer aufhalten in Papiertaschentücher husten und niesen und diese sofort in Abfalleimern mit Deckeln entsorgen auf das Händeschütteln und jeglichen weiteren Körperkontakt verzichten 1 bis 2 m Abstand zu anderen Menschen halten regelmäßig die Hände gründlich waschen, die Hände mit Einmalhandtüchern aus Papier trocknen im Beisein anderer Menschen eine Atemschutzmaske tragen den Kontakt zu Kranken oder alten Menschen meiden alle Textilien bei 60°C waschen Oberflächen in Bad und Toilette mindestens einmal täglich mit Desinfektionsmitteln reinigen, die viruzid oder bedingt viruzid sind.

Vorbeugung
Um eine Ansteckung zu verhindern und die Ausbreitung des Virus einzudämmen gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die auch zur Vorbeugung von Grippe und Erkältungskrankheiten sinnvoll sind:

Husten- und Nies-Etikette. Husten und niesen Sie nur in Papiertaschentücher, wenn Sie keines zur Hand haben, in die Ellenbeuge. Keimfreie Begrüßung. Verzichten Sie bei der Begrüßung anderer Menschen auf Händeschütteln und Umarmungen. Händehygiene. Waschen Sie sich häufig und ausreichend die Hände, seifen Sie sich dabei mindestens 20 Sekunden lang ein. Hände aus dem Gesicht. Versuchen Sie, sich möglichst wenig im Gesicht zu berühren, um sich nicht mit eventuell an die Hände geratenen Viren zu infizieren. Abstand halten. Meiden Sie Menschenmengen, halten Sie auch sonst 1 bis 2 m Abstand zu anderen Menschen, vor allem, wenn diese an einer Erkältung leiden. Impfungen nutzen. Schützen Sie sich und Ihre Lunge vor anderen Infektionskrankheiten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie sich gegen Influenza und Pneumokokken impfen lassen sollten. Vor allem für Menschen über 60 ist dieser Schutz wahrscheinlich sinnvoll.

Weiterführende Informationen

Vertiefende Informationen zu COVID-19 finden sich auf der Website des Robert Koch-Instituts und auf der Website der WHO mit Zahlen zu COVID-19.

Telefonnummern zu Hotlines bzgl. Informationen zu Corona-Infektionen bietet das Bundesgesundheitsministerium.

Einen Flyer zu schützenden Hygienemaßnahmen bietet das Bundesgesundheitsministerium zum Download.

Sandkasten: Brutstätte für Keime?: Vorsichtsmaßnahmen treffen

Quelle: apotheken.de | 28.06.2019 | Leonard Olberts
 Keime und Wurmeier wandern vom Sandkasten direkt in den Mund.In Sandkästen finden sich zahlreiche Keime, die zum Teil die Gesundheit der spielenden Kinder beeinträchtigen können. Das zeigen Untersuchungen aus Spanien und den USA. Welche Vorsichtsmaßnahmen helfen.

Clostridien weit verbreitet
Ein spanisches Forscherteam testete in einer aktuellen Untersuchung Sandkästen auf Keime und kam zum Ergebnis: Knapp jeder zweite war mit dem Bakterium Clostridium difficile (C. difficile) kontaminiert. Eine Infektion mit dem Erreger verläuft bei Gesunden zwar meist harmlos, kann im Falle einer Immunschwäche aber auch ernsthafte Erkrankungen wie eine Dickdarmentzündung nach sich ziehen. Laut Dr. Marc Siegel vom NYU Langone Medical Center in New York City zeigt die Studie, dass sich C. difficile nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeheimen zunehmend verbreitet, sondern mittlerweile auch in Gemeinschaftsanlagen wie Spielplätzen zu finden ist.

Haustiere können Keime im Sandkasten hinterlassen
Weitere Studien zeigen, dass sich neben dem Bakterium C. difficile häufig auch Parasiten wie zum Beispiel Würmer im Sand nachweisen lassen. Anstecken können Kinder sich über den Kot von Katzen oder Hunden, die den Sandkasten als Toilette nutzen.

Die Vereinigung amerikanischer Kinderärzte (American Academy of Pediatrics) empfiehlt zur Vorbeugung einer Ansteckung:

Sandkasten abdecken, wenn er nicht in Gebrauch istSand vor dem Abdecken trocknen lassen, da feuchter Sand Bakterienwachstum begünstigtSand regelmäßig durchrechen, um Unrat oder anderes Fremdmaterial zu entfernenHaustiere nicht im Sand spielen lassen

Siegel ergänzt: „Wenn Sie Ihre Kinder in Sandkästen spielen lassen, stellen Sie sicher, dass sie ihre Hände waschen oder zumindest Desinfektionstücher verwenden, bevor und nachdem sie spielen.“

Quelle: Kinderärzte im Netz

UV-Schutz im Frühling: UV-Index beachten!

Quelle: apotheken.de | 05.04.2019 | Susanne Schmid/ Sara Steer
 Endlich wird es wieder wärmer und sonniger. Sonnencreme nicht vergessen.Der Winter ist auf dem Rückzug und die ersten Sonnenstrahlen locken ins Freie. Aber Vorsicht: Gerade im Frühling sollte man die UV-Belastung nicht unterschätzen. Welcher UV-Schutz jeweils der richtige ist, verrät der UV-Index.

Warum UV-Schutz?
Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs haben eine gemeinsame Ursache: Ultraviolette Strahlen. Diese Strahlen machen den kurzwelligen Bereich des Sonnenlichts aus und sind weder fühl- noch sichtbar. „Ihre schädliche Wirkung merken wir erst dann, wenn die Hautzellen bereits geschädigt sind und der Körper darauf reagiert“, erklärt Professor Dr. Eckhard, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP). „Das erzeugt dann ein unangenehmes Gefühl bis hin zu brennenden Schmerzen“, berichtet der Dermatologe.

Was macht den Frühling so gefährlich?
„Unterschätzen Sie nicht die Intensität der Frühlingssonne“, warnt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Dass die Sonnenstrahlen im Frühling so gefährlich sind, liegt an einer besonderen meteorologischen Konstellation. Normalerweise schützt die Ozonschicht vor den UV-Strahlen. Jetzt im Frühling fließt ozonarme Luft von den Polkappen und den Subtropen zu uns. Die Ozonschicht wird dünn und löchrig. Dadurch trifft mehr UV-Strahlung auf die Erdoberfläche. Das verlangt nach einem angemessenen UV-Schutz.

UV-Index informiert über Schutzmaßnahmen
Ob Sie einen Regenschirm benötigen, verrät der Wetterbericht. Über den nötigen UV-Schutz informiert der UV-Index (UVI). Der UVI sagt voraus, welche Tageshöchstwerte an sonnenbrandwirksamen UV-Strahlen zu erwarten sind. Er umfasst eine Skala von 1 bis 11+. Jedem Skalenabschnitt sind bestimmte Vorkehrungsmaßnahmen zugeordnet. Beispielsweise erfordern UVI-Werte von 1–2 keinen UV-Schutz. Ab einem UVI-Wert von 3 werden T-Shirt, Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung erforderlich. Bei UVI-Werten über 8 ist es besser, mittags nicht nach draußen zu gehen.

Was tun gegen UV-Belastung?
Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht alle drei Tage auf seiner Webseite UVI-Werte für zehn Vorhersagegebiete in Deutschland. Im Frühling sind UVI-Werte zwischen 4 und 6 zu erwarten. Gut vorbereitet ist, wer sich langsam an die Frühlingssonne gewöhnt. Beispielsweise, indem er mittags einen sonnengeschützten Ort aufsucht.

Quelle: http://www.krebshilfe.de/nc/startseite.html|Deutsche Krebshilfe


HPV-Infektion auch ohne Sex: Schon Kleinkinder tragen Erreger

Quelle: apotheken.de | 16.12.2018 | Sandra Göbel
 Möglicherweise stecken sich manche Babys bereits bei der Geburt mit dem HPV-Virus an.Mediziner aus Wien haben herausgefunden, dass Mädchen schon als Kleinkinder mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) infiziert sein können. Somit wird der Erreger nicht nur durch Geschlechtsverkehr übertragen.

HPV nicht nur durch Sex übertragen
Humane Papillomaviren (HPV) lösen Genitalwarzen aus, die Gebärmutterhalskrebs begünstigen. Bislang galten sie als Erreger, die nur sexuell übertragen werden. Wiener Frauenärzte haben herausgefunden, dass bereits kleine Mädchen den Erreger in sich tragen. Die Forscher testeten 110 Mädchen von vier bis 15 Jahren auf Papillomaviren. Bei 20 von ihnen fanden Daniela Dörfler und ihr Team den gefährlichen Virus.

Die Mediziner vermuten, dass die Mütter die Viren während der Geburt auf die betroffenen Kinder übertragen haben. Eine weitere Möglichkeit seien Schmierinfektionen, zum Beispiel über das Handtuch der Mutter.

Die Viren müssen bis zum Gebärmutterhals vordringen
"Bei Kindern führen die Viren allerdings nicht zu Krebs", sagt Christian Dannecker von der Münchner Unifrauenklinik. Dazu müssten sie zum Gebärmutterhals vordringen, und das geschieht im Allgemeinen nur durch Sex. Zudem kann das Immunsystem eine Infektion mit HPV in den meisten Fällen bekämpfen und es kommt höchstens zu Genitalwarzen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Humane Papillomaviren (Typen HPV 16, 18) für alle Mädchen im Alter von 12–17  Jahren. Die Impfung mit 3 Dosen sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.