Blut, Krebs und Infektionen

COVID-19 (Coronavirus-Erkrankung)

Quelle: apotheken.de | 16.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Atemschutzmasken sind vor allem nützlich, um selbst niemanden zu infizieren.2

COVID-19 (Coronavirus Disease 2019, Coronavirus-Erkrankung 2019): Akute infektiöse Lungenerkrankung, ausgelöst durch den Ende 2019 erstmalig in China nachgewiesenen neuen Coronavirus-Typ SARS-CoV-2. Covid-19 breitet sich weltweit aus und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als Pandemie eingestuft.

Die Infektion verläuft zumeist ähnlich wie eine Grippe (Influenza). Von schweren Verläufen sind vor allem chronisch Kranke und Menschen über 60 Jahre betroffen. Die Sterblichkeit beträgt bis zu 3 %. Mangels spezifischer Behandlungsmöglichkeiten beschränkt sich die medizinische Therapie auf Allgemeinmaßnahmen wie Fiebersenkung und bei Komplikationen die Sicherung der Sauerstoffversorgung.

Vorbeugend helfen Schutzmaßnahmen wie Husten- und Nies-Etikette, häufiges Händewaschen und der Verzicht auf Händeschütteln und jeglichem anderen Körperkontakt.

Symptome und Leitbeschwerden

Fieber Trockener Husten Kurzatmigkeit Selten Bauchschmerzen, Durchfall, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen.

Wann zum Arzt

Am gleichen Tag bei
hohem Fieber starkem Krankheitsgefühl Atemnot.

Hinweis: In Zeiten starker Ausbreitung des Virus (z. B. Pandemie 2020) ist bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion die Hausarztpraxis zunächst telefonisch zu kontaktieren. 

Die Erkrankung

Erreger
Das neue Coronavirus Typ SARS-CoV-2 gehört zu einer Gruppe Coronaviren, die Mitte der 60er-Jahre entdeckt wurden und sowohl Menschen als auch Säugetiere und Vögel infizieren. Wie und über welchen Zwischenwirt die Viren den Sprung vom Tier zum Menschen geschafft haben, ist noch unklar. Am wahrscheinlichsten ist dabei der Verzehr infizierter Wildtiere, wie sie traditionell noch häufig auf chinesischen Großmärkten angeboten werden. Als Ursprungswirte in Verdacht stehen vor allem Fledermäuse und Schuppentiere (Stand März 2020).

Ihren Namen verdanken die Viren ihrem kronen- oder kranzähnlichem Aussehen unter dem Elektronenmikroskop. Neben dem im Herbst 2019 erstmalig beschriebenen Untertyp SARS-CoV-2 gehören zur gleichen Gruppe Coronaviren das SARS-CoV (Erreger des erstmalig 2002 in Südostasien aufgetretenen Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms, SARS) und das MERS-CoV, (löste erstmalig 2012 auf der arabischen Halbinsel das Middle East Respiratory Syndrome MERS aus).

Unter den bekannten Coronaviren scheint sich das neue Virus SARS-CoV-2 deutlich schneller auszubreiten als sein Verwandter SARS-CoV. Verantwortlich dafür soll das S-Protein in der Virushülle sein. Es unterscheidet sich genetisch von den S-Proteinen anderer Coronaviren und führt offenbar zu einer zehnmal stärkeren Bindung an die Oberfläche seiner Wirtszelle. Außerdem sind die mit dem neuen SARS-CoV-2-Infizierten im Gegensatz zu Patienten mit dem SARS-CoV häufig schon vor Ausbruch der Beschwerden ansteckend, was die Verbreitung des Virus zusätzlich erleichtert.

Krankheitsentstehung und Übertragung
Aktuell wird das Virus nur von Mensch zu Mensch übertragen, Fälle der Übertragung durch Haustiere oder andere Tiere sind in Europa nicht bekannt. Die Ansteckung erfolgt

durch Tröpfcheninfektion, z. B. beim Husten oder Niesen oder wenn Sekretspuren über die Hände in Nase, Mund oder Auge geraten fraglich auch durch Schmierinfektion, also wenn kontaminierte Oberflächen mit der Hand berührt werden und diese anschließend mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gerät. Beispiele für solche Ansteckungsquellen sind Türklinken oder Straßenbahn-Haltegriffe. Da sich Coronaviren auch im Stuhl einiger Patienten nachweisen ließen, wird auch eine fäkal-orale Übertragung diskutiert.

Klinik und Verlauf
Nach einer Infektion mit dem Virus dauert es zumeist 2 bis 14 Tage, bis die Erkrankung ausbricht (in wenigen Fällen sind längere Inkubationszeiten bis 21 Tage dokumentiert). Schon in der Inkubationszeit ist der Infizierte ansteckend, d.h. er verteilt seine infizierten Sekrete auch ohne auffälliges Husten oder Niesen. Gelangt SARS-CoV-2 in den Körper, befällt es vor allem Atemwege und Lunge, aber auch den Magen-Darm-Trakt und die Leber.

Milde Verläufe. Die Erkrankung selbst verläuft meist ähnlich wie ein grippaler Infekt und dauert durchschnittlich 2 Wochen, dominierende Beschwerden sind: Fieber (in 90 % der Fälle), trockener Husten (70 %) sowie Kurzatmigkeit (20%). Seltener gesellen sich Abgeschlagenheit und Halsschmerzen, Schnupfen, Bauchschmerzen oder Durchfall dazu.

Die Unterscheidung zur Grippe (Influenza) ist klinisch nicht sicher zu treffen – Hinweise können aber sein:

die Kurzatmigkeit ist für COVID-19 typisch, tritt hingegen bei der Grippe kaum jemals auf Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sind typische für die Grippe, werden aber bei COVID-19 kaum beobachtet.

Bei wenigen Infizierten, darunter vielen Kindern, sind die Beschwerden so gering, dass sie kaum als Erkrankung wahrgenommen werden – ansteckend sind diese Menschen aber trotzdem.

Schwere Verläufe. Selten verläuft die Erkrankung schwer – wovon fast ausschließlich Risikopatienten mit einem oder mehreren Risikofaktoren betroffen sind. Risikofaktoren sind:

hohes Alter ab 60 Jahre Vorerkrankungen von Herz (z.B. koronare Herzerkrankung) und Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis) Rauchen Diabetes mellitus, Krebserkrankung, Immunschwäche, auch durch Einnahme von die Immunabwehr schwächenden Medikamenten wie Kortison.

Bei schweren Verläufen entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung eine interstitielle Lungenentzündung mit Luftnot und schweren Atmungsstörungen (ARDS), die eine maschinelle Beatmung erforderlich machen. Weitere Komplikationen sind Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschädigung mit Pumpschwäche und das akute Nierenversagen. Bei einer hinzutretenden bakteriellen Infektion drohen zudem Sepsis und Schock.

Die Dauer der schweren Verläufe beträgt etwa 3–6 Wochen.

Etwa 1-3% der Infizierten sterben, abhängig auch von der Qualität der intensivmedizinischen Versorgung – bei über 80-jährigen beträgt die Sterberate jedoch bis 10 %.

Eine kausale Therapie, d.h. ein Medikament gegen das Virus, gibt es bisher nicht, behandelt werden die Beschwerden symptomatisch mit fiebersenkenden Mitteln und Schmerzmitteln.

Diagnosesicherung

Virusnachweis. Gesichert wird die Diagnose mit einem Rachenabstrich. Dabei entnimmt der Arzt mit einem langstieligen Tupfer Material von der Schleimhaut im Rachen, steckt den Tupfer in das dazugehörige Röhrchen und schickt dieses in ein virologisches Speziallabor. Dort wird die Probe dann mit Hilfe der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) untersucht und das Virus, wenn vorhanden, nachgewiesen.

Röntgen und klinische Untersuchung. Neben der viralen Diagnostik erfolgt eine klinische Untersuchung des Patienten, auch um das Ausmaß der Infektion und eventuelle Komplikationen festzustellen. Eine Lungenbeteiligung weist der Arzt durch Thorax-Röntgenaufnahmen nach, im Zweifel auch mit Hilfe der Computertomografie. Bei Atemstörungen wird zudem der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen, z. B. mit einem Pulsoxymeter.

Weitere Labordiagnostik. Blutwerte dienen vor allem dazu, Komplikationen aufzudecken und die Entwicklung der Erkrankung zu kontrollieren. Typisch für die Virusinfektion ist z. B. eine verminderte Anzahl an Lymphozyten (Lymphozytopenie). Der Anstieg von CRP oder Prokalzitonin im Blut zeigt dagegen eine bakterielle Superinfektion, also eine zusätzliche Infektion der Lunge mit bakteriellen Erregern, die durch die virusbedingte Schädigung begünstigt ist. Bei einem Verdacht auf eine bakterielle Infektion entnimmt der Arzt unverzüglich Blutkulturen, um den Erreger nachzuweisen und das passende Antibiotikum auszuwählen. Andere Laborwerte dienen der Beurteilung des Verlaufs, z. B. LDH und D-Dimere, deren Erhöhung auf eine ungünstige Prognose hinweisen.

Differenzialdiagnosen. Die wichtigste Differenzialdiagnose bei Husten und Fieber ist die Grippe (Influenza), aber auch Erkältungen. Bei schweren Verläufen sind andere Formen der Lungenentzündung auszuschließen.

Meldepflicht

Die Ärzte sind verpflichtet, sowohl den Verdacht auf COVID-19 als auch jeden Krankheits- oder Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus zu melden. Die Meldung muss inklusive Namen und Kontaktdaten der betreffenden Person innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Behandlung

Milde Verläufe
Eine kausale Therapie gegen das Virus gibt es (bisher) nicht, behandelt werden bei COVID-19 die auftretenden Beschwerden mit fiebersenkenden Medikamenten, Schmerzmitteln und Wirkstoffen, die Husten, Halsschmerzen und/oder Schnupfen lindern. Außerdem muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Bei milden Verläufen können die Patienten in der Regel zu Hause versorgt werden. Aktuell sind aber auch zu Hause die vom RKI ausgesprochenen Quarantänemaßnahmen und Schutzvorkehrungen einzuhalten (Tipps zur Vermeidung der Ansteckung von Angehörigen siehe unten).

Schwere Verläufe
Schwere Verläufe oder Patienten mit den genannten Risikofaktoren (siehe oben) werden stationär aufgenommen. Auch hier gelten die erforderlichen Quarantäne-Regeln, wenn möglich werden die ansteckenden Patienten in einem Isolierzimmer untergebracht, im Falle einer Epi- oder Pandemie auch in sogenannten Kohortenzimmern mit mehreren SARS-CoV-2-Infizierten. Je nach Ausprägung der Beschwerden ist dabei eine intensivmedizinische Überwachung und Behandlung erforderlich.

Medikamentöse Therapie. Eine antivirale Therapie gegen SARS-CoV-2 steht bisher nicht zur Verfügung. Es laufen jedoch eine Reihe von Therapieversuchen, z. B. mit Hydroxychloroquin, antiviralen Wirkstoffen wie Lopinavir, Ritonavir, Remdesivir und Camostat (ein in Japan gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zugelassenes Medikament). Komplikationen behandeln die Ärzte mit den jeweils erforderlichen Medikamenten, z. B. mit Kortison bei septischem Schock oder mit Antibiotika bei bakterieller Superinfektion.

Beatmung. Sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut auf unter 90%, muss der Patient Sauerstoff erhalten. Dies geschieht entweder mit Hilfe einer Maske oder einer Nasenbrille, bei der die Luft durch zwei kleine Schläuche aus Kunststoff oder Silikon in die Nasenlöcher geleitet wird. Maske bzw. Nasenbrille sind mit einer Sauerstoffflasche oder einem Beatmungsgerät verbunden. Bei schwerem Sauerstoffmangel erfolgt die maschinelle Beatmung über einen Beatmungsschlauch, den der Arzt bei einer Intubation in die Bronchien einlegt. Führt die invasive maschinelle Beatmung nicht zu ausreichenden Sauerstoffwerten im Blut, ist eine Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) zu erwägen, bei der ein externes Gerät die Funktion der ausgefallenen Lunge übernimmt (ähnlich wie eine Dialyse bei Ausfall der Nierenfunktion).

Prognose

In vier von fünf Fällen verläuft die Erkrankung mild und klingt nach etwa zwei Wochen wieder ab. Bei etwa 14% der Patienten kommt es zu einem schweren Verlauf, 5% werden kritisch krank, 1-3% der Infizierten versterben an der Erkrankung.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können
Wenn Sie selbst an COVID-19 erkrankt sind und nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen, halten Sie sich an die von Ihrem Hausarzt verordneten Quarantäne- und Hygieneregeln. Sie schützen andere Menschen vor Ansteckung, indem Sie

die verordnete Zeit in Quarantäne zu Hause bleiben sich vor allem allein in einem gut belüftbaren Zimmer aufhalten in Papiertaschentücher husten und niesen und diese sofort in Abfalleimern mit Deckeln entsorgen auf das Händeschütteln und jeglichen weiteren Körperkontakt verzichten 1 bis 2 m Abstand zu anderen Menschen halten regelmäßig die Hände gründlich waschen, die Hände mit Einmalhandtüchern aus Papier trocknen im Beisein anderer Menschen eine Atemschutzmaske tragen den Kontakt zu Kranken oder alten Menschen meiden alle Textilien bei 60°C waschen Oberflächen in Bad und Toilette mindestens einmal täglich mit Desinfektionsmitteln reinigen, die viruzid oder bedingt viruzid sind.

Vorbeugung
Um eine Ansteckung zu verhindern und die Ausbreitung des Virus einzudämmen gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die auch zur Vorbeugung von Grippe und Erkältungskrankheiten sinnvoll sind:

Husten- und Nies-Etikette. Husten und niesen Sie nur in Papiertaschentücher, wenn Sie keines zur Hand haben, in die Ellenbeuge. Keimfreie Begrüßung. Verzichten Sie bei der Begrüßung anderer Menschen auf Händeschütteln und Umarmungen. Händehygiene. Waschen Sie sich häufig und ausreichend die Hände, seifen Sie sich dabei mindestens 20 Sekunden lang ein. Hände aus dem Gesicht. Versuchen Sie, sich möglichst wenig im Gesicht zu berühren, um sich nicht mit eventuell an die Hände geratenen Viren zu infizieren. Abstand halten. Meiden Sie Menschenmengen, halten Sie auch sonst 1 bis 2 m Abstand zu anderen Menschen, vor allem, wenn diese an einer Erkältung leiden. Impfungen nutzen. Schützen Sie sich und Ihre Lunge vor anderen Infektionskrankheiten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie sich gegen Influenza und Pneumokokken impfen lassen sollten. Vor allem für Menschen über 60 ist dieser Schutz wahrscheinlich sinnvoll.

Weiterführende Informationen

Vertiefende Informationen zu COVID-19 finden sich auf der Website des Robert Koch-Instituts und auf der Website der WHO mit Zahlen zu COVID-19.

Telefonnummern zu Hotlines bzgl. Informationen zu Corona-Infektionen bietet das Bundesgesundheitsministerium.

Einen Flyer zu schützenden Hygienemaßnahmen bietet das Bundesgesundheitsministerium zum Download.

Sandkasten: Brutstätte für Keime?: Vorsichtsmaßnahmen treffen

Quelle: apotheken.de | 28.06.2019 | Leonard Olberts
 Keime und Wurmeier wandern vom Sandkasten direkt in den Mund.In Sandkästen finden sich zahlreiche Keime, die zum Teil die Gesundheit der spielenden Kinder beeinträchtigen können. Das zeigen Untersuchungen aus Spanien und den USA. Welche Vorsichtsmaßnahmen helfen.

Clostridien weit verbreitet
Ein spanisches Forscherteam testete in einer aktuellen Untersuchung Sandkästen auf Keime und kam zum Ergebnis: Knapp jeder zweite war mit dem Bakterium Clostridium difficile (C. difficile) kontaminiert. Eine Infektion mit dem Erreger verläuft bei Gesunden zwar meist harmlos, kann im Falle einer Immunschwäche aber auch ernsthafte Erkrankungen wie eine Dickdarmentzündung nach sich ziehen. Laut Dr. Marc Siegel vom NYU Langone Medical Center in New York City zeigt die Studie, dass sich C. difficile nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeheimen zunehmend verbreitet, sondern mittlerweile auch in Gemeinschaftsanlagen wie Spielplätzen zu finden ist.

Haustiere können Keime im Sandkasten hinterlassen
Weitere Studien zeigen, dass sich neben dem Bakterium C. difficile häufig auch Parasiten wie zum Beispiel Würmer im Sand nachweisen lassen. Anstecken können Kinder sich über den Kot von Katzen oder Hunden, die den Sandkasten als Toilette nutzen.

Die Vereinigung amerikanischer Kinderärzte (American Academy of Pediatrics) empfiehlt zur Vorbeugung einer Ansteckung:

Sandkasten abdecken, wenn er nicht in Gebrauch istSand vor dem Abdecken trocknen lassen, da feuchter Sand Bakterienwachstum begünstigtSand regelmäßig durchrechen, um Unrat oder anderes Fremdmaterial zu entfernenHaustiere nicht im Sand spielen lassen

Siegel ergänzt: „Wenn Sie Ihre Kinder in Sandkästen spielen lassen, stellen Sie sicher, dass sie ihre Hände waschen oder zumindest Desinfektionstücher verwenden, bevor und nachdem sie spielen.“

Quelle: Kinderärzte im Netz

UV-Schutz im Frühling: UV-Index beachten!

Quelle: apotheken.de | 05.04.2019 | Susanne Schmid/ Sara Steer
 Endlich wird es wieder wärmer und sonniger. Sonnencreme nicht vergessen.Der Winter ist auf dem Rückzug und die ersten Sonnenstrahlen locken ins Freie. Aber Vorsicht: Gerade im Frühling sollte man die UV-Belastung nicht unterschätzen. Welcher UV-Schutz jeweils der richtige ist, verrät der UV-Index.

Warum UV-Schutz?
Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs haben eine gemeinsame Ursache: Ultraviolette Strahlen. Diese Strahlen machen den kurzwelligen Bereich des Sonnenlichts aus und sind weder fühl- noch sichtbar. „Ihre schädliche Wirkung merken wir erst dann, wenn die Hautzellen bereits geschädigt sind und der Körper darauf reagiert“, erklärt Professor Dr. Eckhard, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP). „Das erzeugt dann ein unangenehmes Gefühl bis hin zu brennenden Schmerzen“, berichtet der Dermatologe.

Was macht den Frühling so gefährlich?
„Unterschätzen Sie nicht die Intensität der Frühlingssonne“, warnt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Dass die Sonnenstrahlen im Frühling so gefährlich sind, liegt an einer besonderen meteorologischen Konstellation. Normalerweise schützt die Ozonschicht vor den UV-Strahlen. Jetzt im Frühling fließt ozonarme Luft von den Polkappen und den Subtropen zu uns. Die Ozonschicht wird dünn und löchrig. Dadurch trifft mehr UV-Strahlung auf die Erdoberfläche. Das verlangt nach einem angemessenen UV-Schutz.

UV-Index informiert über Schutzmaßnahmen
Ob Sie einen Regenschirm benötigen, verrät der Wetterbericht. Über den nötigen UV-Schutz informiert der UV-Index (UVI). Der UVI sagt voraus, welche Tageshöchstwerte an sonnenbrandwirksamen UV-Strahlen zu erwarten sind. Er umfasst eine Skala von 1 bis 11+. Jedem Skalenabschnitt sind bestimmte Vorkehrungsmaßnahmen zugeordnet. Beispielsweise erfordern UVI-Werte von 1–2 keinen UV-Schutz. Ab einem UVI-Wert von 3 werden T-Shirt, Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung erforderlich. Bei UVI-Werten über 8 ist es besser, mittags nicht nach draußen zu gehen.

Was tun gegen UV-Belastung?
Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht alle drei Tage auf seiner Webseite UVI-Werte für zehn Vorhersagegebiete in Deutschland. Im Frühling sind UVI-Werte zwischen 4 und 6 zu erwarten. Gut vorbereitet ist, wer sich langsam an die Frühlingssonne gewöhnt. Beispielsweise, indem er mittags einen sonnengeschützten Ort aufsucht.

Quelle: http://www.krebshilfe.de/nc/startseite.html|Deutsche Krebshilfe


HPV-Infektion auch ohne Sex: Schon Kleinkinder tragen Erreger

Quelle: apotheken.de | 16.12.2018 | Sandra Göbel
 Möglicherweise stecken sich manche Babys bereits bei der Geburt mit dem HPV-Virus an.Mediziner aus Wien haben herausgefunden, dass Mädchen schon als Kleinkinder mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) infiziert sein können. Somit wird der Erreger nicht nur durch Geschlechtsverkehr übertragen.

HPV nicht nur durch Sex übertragen
Humane Papillomaviren (HPV) lösen Genitalwarzen aus, die Gebärmutterhalskrebs begünstigen. Bislang galten sie als Erreger, die nur sexuell übertragen werden. Wiener Frauenärzte haben herausgefunden, dass bereits kleine Mädchen den Erreger in sich tragen. Die Forscher testeten 110 Mädchen von vier bis 15 Jahren auf Papillomaviren. Bei 20 von ihnen fanden Daniela Dörfler und ihr Team den gefährlichen Virus.

Die Mediziner vermuten, dass die Mütter die Viren während der Geburt auf die betroffenen Kinder übertragen haben. Eine weitere Möglichkeit seien Schmierinfektionen, zum Beispiel über das Handtuch der Mutter.

Die Viren müssen bis zum Gebärmutterhals vordringen
"Bei Kindern führen die Viren allerdings nicht zu Krebs", sagt Christian Dannecker von der Münchner Unifrauenklinik. Dazu müssten sie zum Gebärmutterhals vordringen, und das geschieht im Allgemeinen nur durch Sex. Zudem kann das Immunsystem eine Infektion mit HPV in den meisten Fällen bekämpfen und es kommt höchstens zu Genitalwarzen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Humane Papillomaviren (Typen HPV 16, 18) für alle Mädchen im Alter von 12–17  Jahren. Die Impfung mit 3 Dosen sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.

Kleines Lexikon der Leukämietherapie

Quelle: apotheken.de | 06.11.2018 |
Agranulozytose: Absinken der |Granulozyten unter 500 pro µl Blut. Dadurch extreme Infektionsgefahr und Notwendigkeit weit reichender Vorsichtsmaßnahmen (siehe |Knochenmarktransplantation).

Klassifizierung des Therapieerfolgs
Remission: Tumorrückbildung Teilremission: Deutliche Tumorrückbildung (über die Hälfte). Bei Leukämie weniger als 25 % Leukämiezellen im Blut, weniger als 5 % im Knochenmark Vollremission: Kein Tumor mehr nachweisbar. Bei Leukämie Normalisierung des Blutbilds, weniger als 5 % Leukämiezellen im Knochenmark Minimale Resterkrankung (minimal residual disease): Nachweis von Leukämiezellen mit molekulargenetischen Methoden, nicht aber mit konventionellen Diagnoseverfahren wie etwa der Mikroskopie. Zunehmende Bedeutung in der Prognoseabschätzung und der Behandlungsplanung nach erreichter Vollremission

Immunphänotypisierung und Monoklonale Antikörper
CD-Moleküle. Wie alle Körperzellen sind auch die weißen Blutkörperchen von einer Zellmembran umschlossen. Auf ihrer Oberfläche befinden sich verschiedene Eiweiße, die CD-Moleküle, die wahrscheinlich für die Kommunikation der Abwehrzellen eine Rolle spielen. Sie werden auch für die exakte Klassifikation einer Leukämie herangezogen, denn welche der über 200 CD-Moleküle ein weißes Blutkörperchen auf seiner Oberfläche trägt, hängt von seiner genauen Art und seiner Entwicklungsstufe ab. So trägt etwa ein B-Lymphozyt die Moleküle CD19–CD21 auf seiner Zellmembran, ein T-Lymphozyt hingegen die Moleküle CD2, CD3, CD5, CD7 und je nach Untergruppe CD4 (T-Helferzelle) oder CD8 (zytotoxische T-Zelle).

Monoklonale Antikörper. Mithilfe gentechnisch hergestellter monoklonaler Antikörper, die alle genau gleich sind und ganz exakt jeweils nur zu einem CD-Molekül passen, können Leukämien heute viel genauer differenziert und eingeteilt werden als noch vor wenigen Jahren. Richtig interessant wird diese Immunzytologie oder Immunphänotypisierung aber erst durch ihre Konsequenzen für die Behandlung:

Zum einen können Leukämien, deren Zellen unter dem Mikroskop gleich aussehen, sich aber durch die CD-Moleküle auf den Membranen unterscheiden, ganz unterschiedlich auf die „konventionelle“ Leukämiebehandlung ansprechen.

Zum anderen können auch die monoklonalen Antikörper selbst zur Behandlung genutzt werden. Sie entfalten ihre Wirkung entweder, indem sie die normale Signalwirkung des Moleküls blockieren, oder es werden im Vorfeld Gifte oder radioaktive Substanzen labortechnisch an sie gebunden, wodurch die kranken Zellen genauer getroffen werden als bei den bislang gängigen Therapien.

Beispiele für heute schon genutzte monoklonale Antikörperpräparate (MABs) sind Alemtuzumab (MabCampath®, gegen CD52), Rituximab (MabThera®, gegen CD20) oder Gemtuzumab (gegen CD33, in Mylotarg® gekoppelt an ein Zellgift). Selbst wenn die Therapieergebnisse mit den monoklonalen Antikörpern alles in allem ermutigend sind – insgesamt steckt diese Behandlungsform der Leukämie noch in den Kinderschuhen, und manch neue Therapieform konnte die in sie gesetzten Hoffnungen letztendlich nicht erfüllen.

Medikamente zur Fiebersenkung

Quelle: apotheken.de | 05.11.2018 | Dr. rer. Nat. Anette Diekmann-Müller, Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
Bequem und in der Wirkung berechenbar – allerdings auch mit möglichen Nebenwirkungen verbunden – sind Medikamente zur Fiebersenkung (Antipyretika genannt). Vor allem drei Wirkstoffe sind zur Fiebersenkung geeignet:

Paracetamol z. B. ben-u-ron®, Paracetamol Stada®. Die Einzeldosis zur Fiebersenkung liegt für Erwachsene bei 500–1000 mg. Einnahme nicht öfter als alle 4–6 Stunden. Eine einzelne Dosis darf 1000 mg nicht überschreiten. Die maximale Dosis pro Tag liegt je nach Körpergewicht und Alter bei 2000–4000 mg, in dieser Dosierung sind Nebenwirkungen aber bereits häufig (zum Beispiel Anstieg der Leberwerte). Acetylsalicylsäure z. B. Aspirin®, ASS® (von Heumann, Hexal, ct, ratiopharm, Stada usw.). Die Einzeldosis zur Fiebersenkung liegt für Erwachsene je nach Körpergewicht und Alter bei 300–600 mg. Einnahme nicht öfter als alle 4–6 Stunden. Eine einzelne Dosis darf 1000 mg nicht überschreiten. Die maximale Tagesdosis liegt je nach Gewicht und Alter bei 300–4000 mg, in dieser Dosierung sind jedoch Nebenwirkungen zu erwarten (Sodbrennen, Magenschmerzen, Übelkeit, evtl. Ohrensausen – vor allem bei älteren Menschen). Ibuprofen z. B. Ibuprof®, Dolormin®, Brufen®, Jenaprofen® usw. Die Einzeldosis zur Fiebersenkung liegt für Erwachsene je nach Körpergewicht und Alter bei 200–400 mg. Einnahme nicht öfter als alle 6 Stunden. Eine einzelne Dosis darf 800 mg nicht überschreiten. Die maximale Dosis pro Tag liegt je nach Körpergewicht und Alter bei 1200–2400 mg, in dieser Dosierung sind bereits Nebenwirkungen zu erwarten (vor allem Sodbrennen, Übelkeit, Magenschmerzen – besonders bei älteren Menschen).

Die fiebersenkenden Mittel sorgen dafür, dass der Körper weniger |Prostaglandine bildet, das sind vom Körper bei Entzündungen gebildete Wirkstoffe, welche letzten Endes für die Verstellung des „Körperthermostats“ verantwortlich sind. Acetylsalicylsäure und Ibuprofen sind nicht nur Fiebersenker, sie gehören auch zu den Schmerzmitteln vom |NSAR-Typ, ebenso hat Paracetamol eine schmerzstillende Wirkung. Durch alle drei Substanzen nehmen so auch die das Fieber oft begleitenden Belastungen wie Gliederschmerzen oder Kopfweh ab.

Die Medikamente beginnen etwa 15–30 Minuten nach der Verabreichung zu wirken. Die Wirkstärke ist in etwa vergleichbar und hängt von der Dosis ab. Die Verträglichkeit ist individuell verschieden, so vertragen etwa Menschen mit Magenproblemen Paracetamol besser als die anderen Mittel. Generell sollte die Wahl des Fiebermittels mit dem Arzt besprochen werden.

Warnhinweis: Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin®) darf bei Kindern unter 16 Jahren und bei Schwangeren nicht verwendet werden. Manche Kinder entwickeln hierauf nämlich eine schwere Stoffwechselentgleisung, die vor allem das Gehirn und die Leber betrifft und sich durch Erbrechen, Krampfanfälle und zunehmende Benommenheit bis hin zum lebensbedrohlichen Koma äußert. Dieses Reye-Syndrom wird bei manchen erblich vorbelasteten Kindern durch die Acetylsalicylsäure ausgelöst.

Acetylsalicylsäure und Ibuprofen dürfen im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da es beim ungeborenen Kind zu einem Herzfehler kommen könnte. Paracetamol darf Kindern und psychisch Kranken nicht ausgehändigt werden, denn Überdosierungen, egal ob irrtümlich oder gewollt, sind rasch lebensbedrohlich. In der Schwangerschaft gilt Paracetamol als unbedenklich, da aber sichere Studien über die Auswirkungen auf den Fetus fehlen, sollte es zurückhaltend angewendet werden.

Herdinfektion

Quelle: apotheken.de | 15.10.2018 | Dr. med. dent. Gisbert Hennessen, Thilo Machotta, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski
Aus der ganzheitlichen Medizin stammt das Konzept der Herdinfektion (Herdgeschehen). Der eigentliche Entzündungsherd zeigt dabei keine oder kaum Symptome, wogegen an Stellen fernab des Entzündungsherds Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten. Man vermutet, dass abgestorbene und nicht behandelte Zähne die Ursache für Entzündungen oder Schmerzen sein können, die sich nicht eindeutig orten lassen. Die Suche nach dem auslösenden Zahn (Fokussuche) beginnt oft, wenn eine Blutuntersuchung Anzeichen für eine Entzündung liefert und sonst im Körper nichts erkrankt ist. Andere Warnsignale für eine versteckte Entzündung sind Schmerzen und Druckgefühle beim Vorbeugen des Kopfes sowie häufige Abgeschlagenheit auch nach ausreichend Schlaf oder einem Urlaub.

Während der Fokussuche testet der Zahnarzt mit gezielten Reizen, welche Zähne nicht mehr leben (|Sensibilitätsprüfung). In Zweifelsfällen fertigt er auch Röntgenbilder an. Nur wenn der Befund völlig unauffällig ist, kann ein Herd im Kiefer ausgeschlossen werden. Findet er Zähne, die unklar reagieren oder sogar vereitert sind, so wird er in Absprache mit dem Patienten eine Behandlung vornehmen. Das Spektrum der möglichen Behandlung reicht von der Entfernung tiefer |Karies über eine |Wurzelbehandlung bis hin zur Entfernung von abgestorbenen Zähnen, wenn keine Wurzelfüllung mehr möglich ist.

HIV-Selbsttest für zu Hause: Bald frei verkäuflich in Deutschland?

Quelle: apotheken.de | 14.06.2018 | Simone Lang
 Eine HIV-Infektion schwächt bestimmte Zellen des Immunsystems, die zu den weißen Blutkörperchen gehören.Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereitet eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung vor. Sie erlaubt die Abgabe von HIV-Selbsttests direkt an Betroffene. Etwa zwölf Wochen nach Ansteckung kann der Test eine HIV-Infektion feststellen.

Zugang zum Test erleichtern
In Deutschland lebten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts im Jahr 2016 über 88.000 Menschen mit einer HIV-Infektion (Humanes Immundefizienz-Virus), etwa 500 Personen verstarben daran. Jeder 7. Infizierte (12.700 Menschen) wusste nichts von seiner HIV-Infektion.

Ein HIV-Selbsttest erreiche auch jene, die sich sonst nicht testen lassen würden, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Laut der Deutschen Aidshilfe sinkt mit einem Selbsttest die Hemmschwelle, HIV diagnostizieren zu lassen und früh mit einer Therapie zu beginnen. „Und andere haben bei Unsicherheit die Chance auf schnelle Gewissheit, nicht infiziert zu sein“, ergänzt der Minister.

Frühe Diagnose für alle von Vorteil
Die Möglichkeit, einen HIV-Test selbst zu Hause durchzuführen, könne die Hemmschwelle senken, erklärt Sylvia Urban von der Deutschen Aidshilfe. Viele scheuten aus Angst oder Scham den Gang in eine Arztpraxis, zur Aidshilfe oder ins Gesundheitsamt. Ein Selbsttest werde dazu beitragen, „dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer HIV-Infektion erfahren und eine Therapie in Anspruch nehmen“, stellt Urban in Aussicht. Späte Diagnosen sind häufig mit höheren Behandlungskosten der AIDS-Beschwerden sowie einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Zusätzlich geben HIV-Infizierte ohne Testergebnis den Virus ohne ihr Wissen weiter.

Quelle: Ärzteblatt

Weitere Informationen zur Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung (HIV-Selbsttest) sowie Beratungsmöglichkeiten zur HIV-Erkrankung auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums.

Ungetrübtes Grillvergnügen: Schädlichen Rauch vermeiden

Quelle: apotheken.de | 08.06.2018 | Simone Lang
 Grillen ist ein geselliger und leckerer Spaß, wenn man ein paar einfache Regeln einhält.Im Grillrauch befindet sich eine Vielzahl krebserregender Stoffe. Sie werden durch Einatmen und über die Haut aufgenommen, wie chinesische Forscher nachwiesen. Das Umweltbundesamt gibt Tipps zum richtigen Grillen.

Giftige Verbindungen im Grillrauch
Jia-Yong Lao und sein Team von der Jinan Universität in Guangzhou, China, untersuchten die Frage, über welche Wege die so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) vom Menschen beim Grillvorgang aufgenommen werden. PAK entstehen, wenn Fett, Saft oder Marinade vom Grillgut ins Feuer tropfen und verbrennen. Sie steigen dann mit dem Grillrauch auf und lagern sich am Grillgut ab. Die Verbindungen stehen im Verdacht, das Erkrankungsrisiko für bestimmte Krebsarten und Atemwegserkrankungen zu erhöhen.

An der zweieinhalb stündigen Grill-Studie nahmen 20 gesunde junge Männer teil, eingeteilt in verschiedene Gruppen. Eine Gruppe stand und atmete in der Nähe des Grills und aß gegrilltes Fleisch. Die zweite Gruppe stand und atmete nahe am Grill, aß aber kein Grillgut und die dritte Gruppe stand mit Atemmaske im Grillrauch und aß ebenfalls kein Grillfleisch. Die Laboranalysen ergaben, dass die Urinproben der Fleischkonsumenten die höchsten Konzentrationen an PAK hatten. Über die Haut wurden mehr gefährliche Stoffe aufgenommen als durch die Inhalation des Rauchs. Die Wissenschaftler betonen, dass auch Kleidung nicht komplett vor der Aufnahme von PAK über die Haut schütze. Sie empfehlen, nach dem Grillen die Kleidung zu wechseln und zu waschen.

Umweltbundesamt gibt Tipps für gefahrloses Grillen
Wird Fleisch zu heiß oder zu lange gegrillt, entstehen zusätzlich andere gefährliche Stoffe wie zum Beispiel aromatische Amine. Das Umweltbundesamt rät: Schwarze Krusten abschneiden und nichts Verkohltes essen. Schalen aus Aluminium verhindern das Anbrennen, dürfen aber nicht mit säurehaltigen oder gesalzenen Speisen in Kontakt kommen, da sich sonst das Aluminium löst und ins Grillgut übertritt. Gepökelte Lebensmittel wie Wiener Würstchen, Speck oder Schinken gehören nicht auf den Grill: Beim Erhitzen entstehen krebserregende Nitrosamine. Eine gesunde und ungefährliche Alternative: gegrilltes Gemüse.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

Weitere Informationen und Tipps zum gesunden Grillen auf den Seiten des Umweltbundesamtes.

Tuberkulose wirksam behandeln: Antibiotikaresistenzen vermeiden

Quelle: apotheken.de | 07.06.2018 | Simone Lang
 Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die meist die Lunge betrifft.Pharmazeuten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) entwickelten eine Strategie, um die Wirksamkeit eines gängigen Tuberkulose-Antibiotikums zu verbessern. Gleichzeitig verhinderten sie im Experiment eine Resistenzentwicklung.

Problem Multiresistenz
Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit vorwiegend der Atemwege und wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis übertragen. Infizierte geben die Krankheit über Tröpfcheninfektion an Menschen in ihrer Umgebung weiter. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. „Zunehmend bilden die Bakterien aber Resistenzen gegen die gängigen Antibiotika aus“, warnt Prof. Andreas Hilgeroth vom Institut für Pharmazie der MLU. Spricht ein Patient nicht mehr auf die Standardtherapie an, muss man auf stärkere Medikamente mit meist stärkeren Nebenwirkungen ausweichen. Bildet ein Bakterienstamm gegen mehrere Antibiotika eine Resistenz aus, spricht man von einer so genannten multiresistenten Tuberkulose. Im Jahr 2016 verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation fast eine halbe Million Todesfälle aufgrund von multiresistenten Tuberkuloseerkrankungen.

Neue Strategie: Wirksamkeit bekannter Antibiotika verbessern
Tuberkulosebakterien verhindern eine effektive Antibiotikawirkung, indem sie die Wirkstoffe aus ihrem Zellinneren herauspumpen, bevor diese ihre Wirkung entfalten können. „Wenn man diesen Pumpmechanismus innerhalb der Bakterien blockiert oder zumindest behindert, lässt sich die Wirksamkeit gängiger Medikamente womöglich verbessern“, erläutert Hilgeroth das Vorgehen der Wissenschaftler. Die Pharmazeuten kombinierten in ihren Versuchen eine neu entwickelte chemische Substanz mit gängigen Tuberkulose-Antibiotika und prüften deren Wirksamkeit. Insbesondere mit dem Antibiotikum Isoniazid erhielten die Forscher sehr gute Ergebnisse und der Pumpmechanismus in den Bakterien wurde blockiert. „So kann das Isoniazid seine Wirkung besser entfalten“, fasst Hilgeroth zusammen.

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg