Reisemedizin

Unterzuckerung beim Sonnenbad: Diabeteskranke aufgepasst!

Quelle: apotheken.de | 04.06.2024 | mauritius images / Westend61 / Roger Richter
 Hohe Temperaturen können bei Menschen mit Diabetes zur Entgleisung ihres Blutzuckers führen.Diabetiker*innen müssen beim Sonnenbaden aufpassen. Die hohen Temperaturen können zu einer Unterzuckerung bis zur Bewusstlosigkeit führen.

Blutzuckerentgleisung in beide Richtungen
Menschen mit einem insulinpflichtigen Diabetes wissen, dass ihr Medikament temperaturempfindlich ist. Ungekühlt verliert es seine Wirkung und kann den Blutzucker nach Injektion nicht senken. Wer im Sommer länger unterwegs ist, verstaut sein Insulin deshalb besser in einer Kühltasche.

Doch auch mit gut gekühltem Insulin kann der Blutzucker in der Sommerhitze entgleisen. Dabei droht allerdings keine Über-, sondern eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Das musste eine 70-jährige Patientin bei einem Freibadbesuch erfahren. Während ihre Enkel im Wasser planschten, ruhte sie sich in der Sonne aus.

Dort wurde sie vom Bademeister bewusstlos aufgefunden. Der herbeigerufene Notdienst bestimmte den Blutzucker und diagnostizierte eine Unterzuckerung. Nach Infusion von Glukose klarte die alte Dame wieder auf. Sie berichtete, dass sie im Freibad ihr Mittagessen eingenommen und die für die Mahlzeit genau berechnete Insulindosis gespritzt hatte. Der Insulinpen war ordnungsgemäß in einer Kühltasche verwahrt.

Vermehrte Hautdurchblutung verstärkt Insulinwirkung
Doch bei Sommerhitze kommt es nicht nur auf die Temperatur des Insulins an, erklärt Dr. Lena Marie Jakob vom St. Josefskrankenhaus in Heidelberg. Auch die Hauttemperatur ist entscheidend. Denn in heißer Umgebung steigt die Hautdurchblutung. Dadurch wird das gespritzte Insulin besser aufgenommen – und wirkt schneller und stärker. Auf diese Weise droht auch bei normaler Dosierung eine Unterzuckerung, warnt die Expertin.

Symptome oft fehlgedeutet
Besonders tückisch dabei: Die Unterzuckerungssymptome wie Schwitzen und Herzklopfen werden oft als Hitzewirkung fehlgedeutet und die Gefahr als solche nicht erkannt. Menschen mit einem insulinpflichtigen Diabetes sollten deshalb in Hitzeperioden die Insulintherapie anpassen – natürlich nach Rücksprache mit der Ärzt*in. Außerdem gilt es, im warmen Sommer ganz besonders auf Unterzuckerungssysmptome zu achten.

Quelle: Ärztezeitung

Gut vor Mücken und Sonne schützen!: Schwanger im Sommer?

Quelle: apotheken.de | 18.05.2024 | mauritius images / Sergey Novikov / Alamy / Alamy Stock Photos
 Durch Veränderung ihrer Haut sind Schwangere besonders anfällig für Sonnenbrand. Schwangere müssen im Sommer oder bei Urlaubsreisen in die Sonne besonders aufpassen. Denn sie sind nicht nur besonders anfällig für Sonnenbrände. Auch gegen Stechmücken sollten sie sich wappnen – denn die fliegen geradezu auf werdende Mütter. Doch nicht jeder Mücken- oder Sonnenschutz ist auch für das Ungeborene geeignet. Lesen Sie, welche Sonnencreme und welche Repellenzien Sie unbesorgt nutzen können.

Haut wird anfälliger für Sonnenbrand
Sonnenschutz ist unerlässlich – das gilt ganz besonders für werdende Mütter. Denn durch die Schwangerschaft verändert sich die Haut. Dort, wo sie sich dehnt, wird sie dünner. UV-Strahlen können so schneller in die tiefliegenden Hautschichten eindringen. Dadurch wird die Haut nicht nur anfälliger für Sonnenbrand, auch das Risiko für einen späteren Hautkrebs erhöht sich. Zudem steigen in der Schwangerschaft die Östrogenspiegel im Blut. Deswegen bildet die Haut schneller Melanin und es kommt leicht zu Pigmentflecken.

Um sich vor den negativen Auswirkungen der Sonne zu schützen, sollten Schwangere zuallererst die pralle Sonne meiden. Das tut nicht nur der Haut gut. Im Schatten oder Halbschatten kommt es auch seltener zu einem Sonnenstich oder Kreislaufproblemen. Ganz auf die Sommersonne verzichten, ist aber nicht nötig. Denn frische Luft und Bewegung ist für werdende Mütter genauso wichtig wie für Nicht-Schwangere. Zudem ist ein Quantum Sonne für Knochen und Wachstum essenziell: Denn UV-Licht ist nötig, damit in der Haut ausreichend Vitamin D gebildet wird. Dafür reicht es jedoch schon, das Gesicht und die unbedeckten Arme und Hände täglich etwa 10 Minuten von der Sonne bestrahlen zu lassen.

Wer sich länger in der Sonne aufhält, sollte immer Sonnenschutzprodukte auftragen. Um diese richtig anzuwenden, muss man die Eigenschutzzeit der Haut kennen. Sie beträgt je nach Hauttyp 5 bis maximal 40 Minuten. Die Eigenschutzzeit multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) der benutzten Sonnencreme ergibt die Zeit, in der man sich gefahrlos in der Sonne aufhalten kann. Schwangeren wird generell ein hoher LSF von 50 empfohlen. Hellhäutige, helläugige Frauen können mit diesem Sonnenschutz etwa vier Stunden in der Sonne bleiben (5 x 50 Minuten). Weil ihre Haut empfindlicher auf Sonne reagiert, wird Schwangeren generell geraten, die berechnete Schutzzeit nicht voll auszunutzen.

Hinweis: Auch wenn es draußen richtig heiß ist – in den ersten zwei Schwangerschaftsdritteln kann es dem Baby im Bauch der Mutter nicht zu warm werden. Das Fruchtwasser hilft, die Temperatur im Uterus konstant zu halten. Gegen Ende der Schwangerschaft wird das Fruchtwasser weniger und die Gebärmutterliegt direkt unter der Bauchdecke. Dann kann es sein, dass das Baby die Wärme empfindet – was aber nicht als gefährlich gilt.

Welcher Sonnenschutz soll´s sein?
Nicht nur der LSF, auch die Art des Sonnenschutzes spielt eine Rolle. Werdende Mütter sollten mineralischen Sonnenschutz bevorzugen. Als mineralische Komponenten gibt es Titandioxid und Zinkdioxid. Titandioxid ist allerdings seit 2022 als Lebensmittelzusatzstoff verboten, weil er womöglich das Erbgut verändert. Die Bewertung, ob Titanoxid in Kosmetikprodukten bedenkenlos verwendet werden kann, soll 2024 erfolgen. Für Zinkoxid sind bisher keine negativen Auswirkungen bekannt.

Mineralische Sonnenschutzmittel haben den Vorteil, dass sie durch das Reflektieren der Sonnenstrahlen sofort wirken. Beim Auftragen bildet sich ein weißer Film. Das stört zwar manche Anwenderinnen, ist aber praktisch: So lässt sich genau erkennen, welche Stellen unzureichend eingecremt wurden. Das passiert häufig, denn oft nimmt man zum Eincremen zu wenig Sonnenschutzmittel. Empfohlen werden für den Körper eines Erwachsenen vier gehäufte Esslöffel Sonnencreme.

Wer mineralische Sonnencremes nicht mag, kann auf chemische Sonnenschutzprodukte ausweichen. Sie wandeln die UV-Strahlung in Wärme um. Zu beachten ist, dass sie 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden müssen, um zu wirken. Auch hier wird ein Lichtschutzfaktor von 50 empfohlen, zudem sollte es sich um Präparate für empfindliche Haut handeln. Gut geeignet sind Produkte, die explizit für Babys und Kleinkinder geeignet sind. Wer sich bei der Auswahl der richtigen Sonnencreme unsicher ist, lässt sich am besten in der Apotheke beraten.

Hinweis: Neben Hauttyp und Lichtschutzfaktor spielt beim Sonnen auch die Intensität der UV-Strahlung eine Rolle. Der Sonnen- oder UV-Index von 1 bis 11 gibt an, wie stark die Sonnenstrahlung an einem bestimmten Ort ist und wie hoch das Risiko ist, dass Sonnenbrand oder andere UV-bedingte Hautschäden auftreten. Man findet die Angaben z. B. auf der Webseite des Deutschen Wetterdienstes, häufig aber auch im Wetterbericht. Als hoch gelten Werte ab 6.

Mücken fliegen auf Schwangere
Schwangere müssen im Sommer nicht nur in Bezug auf die Sonne besonders aufpassen. Dazu kommt, dass Mücken und Stechfliegen es auf werdende Mütter ganz besonders abgesehen haben. Das liegt daran, dass in der Schwangerschaft die Körpertemperatur ansteigt und die Haut besser durchblutet ist – was die Blutsauger stark anlockt. Ähnlich verführerisch für stechende Plagegeister ist der Geruch von Schweiß. Der lässt sich auf der Haut Schwangerer ebenfalls reichlich finden, denn durch die körperliche Belastung und die hormonelle Umstellung schwitzen Schwangere mehr.

Grund genug, sich vor Mücken, Stechfliegen und Zecken zu schützen. Neben bedeckender Kleidung helfen dabei vor allem Repellenzien. Diese chemischen Substanzen sorgen dafür, dass sich die Plagegeister auf ihrer Suche nach Nahrung vom Wirt abwenden und ihre Flugrichtung ändern – also in die Flucht geschlagen werden. Die am häufigsten eingesetzten Repellenzien enthalten Icaridin, Diethyltoluamid (DEET) oder Ethylbutylacetylaminopropionat (IR3535). In der Schwangerschaft zählt allerdings nicht nur die Effektivität der Wirkstoffe. Die chemischen Substanzen dürfen auch das Ungeborene nicht schädigen.

Für Schwangere und Kinder ab zwölf Monaten bedenkenlos geeignet sind Repellents auf der Basis von IR3535 (12,5%ig oder 10%ig). Ein 12,5%-iges Produkt gilt laut Herstellerangaben auch für Stillende als unbedenklich. IR3535 wehrt Moskitos, Mücken, Stechmücken, Zecken, Bienen und Wespen ab. Seine Wirkdauer ist etwas kürzer als die anderer Repellenzien. Ein Vorteil ist, dass die Substanz als gut hautverträglich gilt und keine Kunststoffe angreift – also auch auf Kleidung gesprüht werden kann und z.B. Uhrenarmbänder nicht schädigt.

Icaridin und DEET sind laut Auswärtigem Amt für Schwangere und Stillende mit Einschränkungen geeignet. Bei Embryotox gibt es zu Icaridin und DEET keine Eintragung. Embryotox ist ist eine wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland, die Informationen über die Sicherheit von Arzneimitteln während der Schwangerschaft und Stillzeit sammelt, bewertet und veröffentlicht. Deswegen bleibt nur, die Angaben der Herstellerfirmen zu beachten.

Icaridin ist in vielen Insektenschutzmitteln enthalten. Es gibt sie in verschiedenen Konzentrationen (10%, 20% und 30%). Die Substanz soll schon in niedrigen Konzentrationen gegen heimische und tropische Stechmücken gut wirksam sein. Icaridin wird kaum über die Haut aufgenommen. Verschiedene Icaridin-Produkte werden auch für Schwangere und Kinder empfohlen, meist wird jedoch geraten, vorher ärztlichen Rat einzuholen. Das älteste Repellent ist DEET, es wurde schon in den 1940er-Jahren entwickelt. DEET gibt es in zwei Konzentrationen. Die niedrigere (bis zu 30%) gilt für Kinder ab drei Jahren und auch für Schwangere als sicher, sie schützt etwa vier Stunden vor Stichen. Vor der Verwendung empfehlen die Hersteller meist eine Rücksprache mit der Ärzt*in. In den Tropen oder in Malariagebieten reicht 30%iges DEET zur Abwehr der stechenden Plagegeister nicht aus, weshalb 50%ige Konzentrationen nötig sind. Sie wirken bis zu zehn Stunden. Etliche der 50%igen DEET-Produkte sind laut Herstellerangaben für Schwangere in Hochrisikogebieten geeignet – ebenfalls nach Rücksprache mit der Ärzt*in. In dieser hohen Konzentration sollte DEET jedoch nicht auf mehr als 20% der Körperoberfläche angewendet werden. Ein Nachteil von DEET ist, dass es Kunststoffe - z. B. Uhren - angreift.

Für alle Repellenzien gilt, dass sie lückenlos auf die freiliegende Haut aufgetragen werden müssen. Aussparen muss man dabei sonnenverbrannte Bereiche sowie Augen, Lippen und Nasenlöcher. Wenn der Schutz nicht mehr nötig ist, sollte man die Repellents von der Haut abwaschen.

Auch pflanzliche Wirkstoffe wie z.B. ätherische Öle oder Extrakte aus der Chrysantheme werden zur Insektenabwehr eingesetzt. Da es zu diesen Präparaten bisher kaum toxikologische Studien gibt, ist ihre Anwendung bei Schwangeren und Kindern eher problematisch. Weitere Fakten sprechen gegen ihren Einsatz: Je mehr Komponenten in den Produkten enthalten ist, desto größer wird die Gefahr für Allergien. Insbesondere ätherische Öle reizen Augen und Schleimhäute, zudem sind pflanzliche Produkte weniger effektiv als chemische.

Hinweis: Etliche Hersteller machen bei DEET und Icaridin Angaben dazu, ob ihr Produkt in der Schwangerschaft geeignet ist. Diese Hinweise finden sich allerdings nicht immer auf den Verpackungen, sondern teilweise auf den Webseiten der Firmen. Bei Unsicherheit sollte man sich Rat in der Apotheke holen.

Nach dem Mückenstich
Auch Repellents können keinen 100%igen Schutz vor Mückenstichen garantieren. Hat es einen trotzdem erwischt, juckt es meist unerträglich. Dagegen helfen kühlende, juckreizstillende oder entzündungshemmende Substanzen:

Zur Kühlung eignen sich Präparate mit Aloe vera. Laut Embryotox ist Aloe vera auch für Schwangere unproblematisch. Es gibt sie als Stifte und Gele, Letztere sollte man im Kühlschrank unterbringen, dann wirken sie noch besser. Auf die Haut aufgetragene Antihistaminika kühlen nicht nur. Sie wirken auch gegen das Histamin, das über den Mückenspeichel in die Wunde gelangt . Histamin verhindert die Blutgerinnung und hält das Blut flüssig, damit die Mücke es gut saugen kann. Allerdings löst Histamin auch die Entzündungsreaktion mit Juckreiz und Rötung an der Stichstelle aus. Indem Antihistaminika der Ausbreitung von Histamin entgegenwirken, mildern sie die Entzündung und den Juckreiz. Antihistaminika gibt es als Stifte und Gele. Bei den Gelen wird meist darauf hingewiesen, dass man sie in der Schwangerschaft nicht großflächig anwenden soll – was in der Regel bei einem Mückenstich auch nicht nötig ist. Hydrocortison wirkt ebenfalls gegen mückenstichbedingte Entzündungen. Hydrokortisonsalben oder -gele sollen in der Schwangerschaft aber nicht auf ausgedehnte Hautbereiche aufgetragen werden. Ein eng begrenztes Hautareal damit einzureiben, gilt als tolerabel. Die Hersteller empfehlen dennoch, in der Schwangerschaft vor Gebrauch die behandelnde Ärzt*in zu befragen.

Hinweis: Auch wenn ein Mückenstich stark juckt – daran Herumzukratzen ist keine gute Idee. Denn dadurch können Hautbakterien in den Körper gelangen und gefährliche Infektionen auslösen. Besser als Kratzen ist Kühlen: Mit Salben, Gelen, Coolpacks oder einem feuchten Tuch.

Quellen: DAZ 2023, Nr. 29, S. 34; DAZ 2023, Nr. 26, S. 24

Fernreisen mit Diabetes: Medikamente & Co. richtig aufbewahren

Quelle: apotheken.de | 18.03.2024 | xMaskotx/imago-images.de
 Auf Reisen sollten Diabetiker*innen ihren Blutzucker am besten alle zwei Stunden kontrollieren.Nicht wenige Menschen mit Diabetes mellitus verzichten aus Sorge vor Komplikationen auf eine Urlaubsreise ins Ausland. Doch bei guter Planung sind die Sorgen unbegründet. Was Patient*innen beachten müssen.

Blutzucker alle zwei Stunden kontrollieren
„Exotische Fernreisen stellen für Menschen mit Diabetes heutzutage kein Problem mehr da“, beruhigt die Diabetesberaterin Aline Didas. „Der Planungsaufwand einer Reise bei einer chronischen Erkrankung wie Diabetes ist höher als bei stoffwechselgesunden Menschen. Aber wenn sie gut geplant ist, steht der Reise nichts mehr im Weg.“

Besonders bei entfernten Zielen gibt es einiges zu beachten. Erst einmal muss der Rhythmus der Insulinzufuhr der neuen Zeitzone angepasst werden. Vorab dabei helfen können eine entsprechend geschulte Ärzt*in oder eine Diabetesberater*in. Die ungewohnte Umgebung und ein möglicher Jetlag sorgen häufig für Stress, der sich auf den Blutzuckerspiegel auswirkt – ebenso wie das Klima und die Essensgewohnheiten im Urlaubsland. „Reisende sollten ihren Blutzucker alle zwei Stunden kontrollieren, um einer Stoffwechselentgleisung rechtzeitig vorzubeugen“, rät Didas.

Bescheinigung für Beförderung im Handgepäck nötig
Wichtig sind auch richtiger Transport und Lagerung der benötigten Utensilien. Bei Flugreisen benötigen Diabetes-Patient*innen eine Bescheinigung zum Mitführen von Spritzen, Pens, Ampullen und Insulin im Handgepäck. Achtung: Im Frachtraum gefriert das Insulin und wird unbrauchbar. Am Urlaubsort müssen Teststreifen, Blutzuckermessgeräte und Medikamente vor starker Sonneneinstrahlung geschützt und daher am besten in einem Kühlschrank (zum Beispiel in der Minibar) oder in einer speziellen Kühltasche oder Styroporbox gelagert werden.

Notfall-Dokumente in der Landessprache mitführen
Für den Notfall empfiehlt es sich, stets einen internationalen Diabetes-Pass oder ein Dokument in der jeweiligen Landessprache, das über die bestehende Erkrankung Auskunft gibt, bei sich zu tragen.

Einen Diabetikerausweis in mehreren Sprachen finden Sie hier.

Eine ärztliche Bescheinigung für Flugreisen oder Grenzkontrollen finden Sie hier.

Quelle: Deutsche Diabeteshilfe

Influenza-Impfung

Quelle: apotheken.de | 04.12.2023 | mauritius images / Fabio and Simona
 Beim Niesen gelangen die Influenza-Viren in die Luft und können dann andere Personen infizieren.

Influenza ist der Name für die "echte" Grippe (im Gegensatz zum harmloseren grippalen Infekt). Influenza-Viren können plötzliches, hohes Fieber und Lungenentzündungen verursachen und vor allem bei immungeschwächten oder älteren Personen auch zum Tod führen. Die Gefährlichkeit des Virus schwankt von Jahr zu Jahr, da es sich sehr schnell verändert.

Wo und wie kann ich mit Grippe anstecken?
Verbreitet sind die Influenza-Viren auf der ganzen Welt. Die meisten Erkrankungen kommen in den Wintermonaten vor, in Deutschland vor allem in den Monaten Januar und Februar.

Influenza-Viren werden beim Husten, Niesen oder Sprechen freigesetzt und gelangen so über kleinste Tröpfchen in die Luft – und werden dann eingeatmet. Alternativ werden die Viren über Hand-Mund- oder Hand-Nasen-Kontakt übertragen.

Welche Symptome verursacht eine Grippe?
Eine Influenza kann völlig harmlos, aber auch sehr schwer verlaufen und dann eine gefährliche Lungenentzündung verursachen. Typisch sind ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber (mehr als 38,5 °C), Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, zunächst trocken-schmerzhaftem Husten, Schnupfen und ein starkes Krankheitsgefühl. Vor allem bei alten oder vorerkrankten Menschen und kleinen Kindern gibt es auch tödliche Verläufe.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung Menschen über 60 Jahren oder Menschen mit Vorerkrankungen. Auch Schwangere ab dem zweiten Trimester sollten sich impfen lassen. Gleiches gilt für Personen, die aufgrund ihres Berufs ein besonders hohes Ansteckungs- und Übertragungsrisiko haben, etwa medizinisches Personal.

Weil sich Influenza-Viren ständig verändern, deckt die Impfung immer gleich mehrere aktuelle Varianten des Virus ab. Erwachsenen wird der Impfstoff per Spritze verabreicht. Für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren gibt es den Impfstoff auch als Nasenspray. Die Impfung muss jährlich aufgefrischt werden und zwar am besten vor dem Start der Grippe-Saison im Herbst.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier.

Frühsommer-Meningoenzephalitis-Impfung

Quelle: apotheken.de | 23.11.2023 | mauritius images / Cavan Images / Inna Chernysh
 Mit nackten Knöcheln im Wald - da haben Zecken und das FSME-Virus ein leichtes Spiel.Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Gehirnhautentzündung, die durch FSME-Viren verursacht wird. Überträger des Virus sind Zecken.

Wo und wie kann ich mit FSME anstecken?
FSME-Viren gibt es auf der ganzen Welt. In Europa werden sie vor allem durch den Stich einer bestimmte Zeckenart, dem Gemeinen Holzbock, übertragen. In Deutschland gelten große Teile Süddeutschlands als Risikogebiete, aber auch einzelne Kreise in Rheinland-Pfalz, Hessen und in Niedersachsen. Risikogebiet heißt, dass in einer Region besonders viele Zecken mit dem Virus infiziert sind. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig Karten mit dem aktuellen Verbreitungsgebiet der FSME. Weil Zecken vor allem von Mai bis November aktiv sind, ist die Infektionsgefahr auch saisonal unterschiedlich groß.

Welche Symptome verursacht eine FSME-Infektion?


Die meisten Erwachsenen bemerken nach einer Infektion mit FSME allenfalls grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. In 10 Prozent der Fälle kommt es aber zu schweren Entzündungen des Nervensystems mit Lähmungen und Bewusstseinsstörungen. Zudem besteht die Gefahr von bleibenden Schäden. Bei Kindern verläuft die Erkrankung meistens leicht und heilt folgenlos ab.

Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die sich in Risikogebieten aufhalten und möglicherweise Kontakt zu Zecken haben. Das gilt also für alle Menschen, die sich in der Natur bewegen oder dort arbeiten. Zur Verfügung steht sowohl ein Impfstoff für Kinder, als auch ein Impfstoff für Erwachsene. Geimpft wird dreimal. Die erste Wiederholungsimpfung ist nach zwei bis zwölf Wochen fällig, die dritte nach fünf bis zwölf Monaten. Man geht davon aus, dass dann für drei Jahre ein voller Impfschutz besteht. Mit der Impfung wird idealerweise im Winter begonnen, weil dann bis zum Beginn der Zeckensaison ein optimaler Impfschutz aufgebaut ist. Muss die Impfung schnell gehen, zum Beispiel weil eine Reise in ein Risikogebiet ansteht, gibt es auch ein Schnell-Impfschema. Der Impfschutz besteht für 3–5 Jahre. Danach sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier.

Japanische-Enzephalitis-Impfung

Quelle: apotheken.de | 16.11.2023 | mauritius images / Westend61 / Konstantin Trubavin
 Reisfelder sind eine Brutstätte für Mücken, die die Japanische Enzephalitis übertragen.Die Japanische Enzephalitis ist eine eher seltene Form der Hirn- und Hirnhautentzündung, die durch das Japanische-Enzephalitis-Virus verursacht wird und hauptsächlich Kinder betrifft.

Wo und wie kann ich mit der Japanischen Enzephalitis anstecken?
Das Virus ist vor allem in Südostasien (inklusive Indien und Japan) und im Westpazifik verbreitet. Zu Infektionen kommt es vor allem in der Monsunzeit, in gemäßigten Regionen in der Sommerzeit.

Übertragen wird das Virus durch Stechmücken, eine Vermehrung findet in Schweinen statt. Deswegen tritt das Virus besonders häufig in Gegenden auf, in denen es sowohl Reisfelder gibt (Brutstätte für Mücken) als auch Schweinebetriebe. Ein guter Mückenschutz ist eine wichtige Vorbeugung gegen die Erkrankung. Repellents, Insektennetze und langärmelige Kleidung sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Welche Symptome verursacht eine Japanische Enzephalitis?
Kommt es dennoch zu einer Infektion, verläuft sie in den meisten Fällen mild oder asymptomatisch. Wenn sich Symptome entwickeln, zeigt sich meist ein Grippe-ähnliches Krankheitsbild. Leitsymptome sind Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei schwerer Erkrankung entwickelt sich eine Hirnentzündung (Enzephalitis). Durch die Beteiligung des Zentralnervensystems kommt es zu neurologischen Ausfallerscheinungen wie Bewusstseinstrübung, Krampfanfällen, Nackensteifigkeit, Reflexstörungen und Lähmungen. Etwa 30 % der Fälle mit Hirnentzündung enden tödlich, bei bis zu 50 % verbleiben dauerhaft neurologische Ausfälle.

Wer sollte sich gegen die Japanische Enzephalitis impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung allen Reisenden, die sich länger als 4 Wochen oder öfters für kürzere Zeiträume in Verbreitungsgebieten aufhalten – und zwar vor allem dann, wenn sich der Reiseort in der Nähe von Reisfeldern oder Schweinebetrieben befindet. Zwar ist das Risiko für eine Ansteckung gering. Kommt es aber zu einer Infektion, kann sie schwerwiegende Folgen haben. Bisher gibt es zudem kein Medikament gegen das Virus.

Die Japanische-Enzephalitis-Impfung besteht für Erwachsene aus zwei Impfdosen im Abstand von 4 Wochen. Eine Auffrischungsimpfung ist nach ein bis zwei Jahren nötig, dann erst wieder nach 10 Jahren.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier.

Gelbfieber-Impfung

Quelle: apotheken.de | 16.11.2023 | mauritius images / Jaromír Chalabala / Alamy / Alamy Stock Photos
 Gelbfieber wird durch Mücken übertragen - neben der Impfung kann man deswegen mit Insektenschutz vorbeugen.

Gelbfieber ist eine fieberhafte Erkrankung, die durch das Gelbfieber-Virus verursacht wird. Die Erkrankung kann zu Leber- und Nierenversagen führen und ist potenziell tödlich.

Wo und wie kann ich mit Gelbfieber anstecken?
Gelbfieber-Viren kommen vor allem im „Gelbfiebergürtel“ im tropischen und südlichen subtropischen Gürtel Afrikas und Südamerikas vor, wobei in Afrika die meisten Fälle zu verzeichnen sind.

Übertragen wird das Gelbfieber-Virus von Stechmücken. Die Mücken nehmen das Virus beim Blutsaugen auf, entweder von infizierten Affen oder von erkrankten Menschen.

Welche Symptome verursacht Gelbfieber?
Gelbfieber verläuft in zwei Stadien. Das erste Stadium kann symptomlos bis mild sein oder mit Fieber, Nasenbluten, Übelkeit und einem verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) einhergehen. Einige Erkrankte genesen nach dem ersten Stadium komplett. Gefährlich ist das Gelbfieber vor allem, wenn sich nach einigen beschwerdefreien Tagen ein zweites Krankheitsstadium anschließt. Dann steigt das Fieber erneut, es kommt zu Blutungen in Haut und Organe, einer Schädigung von Nieren und Leber und manchmal auch zu zentralnervösen Symptomen wie Sprach- und Bewegungsstörungen. 10 bis 20 Prozent aller Erkrankten versterben am Gelbfieber.

Wer sollte sich gegen Gelbfieber impfen lassen?
In einigen Ländern müssen Reisende eine Gelbfieber-Impfung nachweisen, die Impfung ist in diesem Fall verpflichtend. Die Impfung wird nur in staatlich zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen verabreicht.

Auch die STIKO empfiehlt für Reisende in betroffene Gebiete eine Impfung. Zur Verfügung steht ein Lebend-Impfstoff, der für Kinder ab 6 Monaten zugelassen ist. Einige Personengruppen sollten mit ihrer Ärzt*in genau besprechen, ob eine Impfung für sie infrage kommt, etwa Schwangere oder Menschen, die älter als 60 Jahre sind oder ein gestörtes Immunsystem haben. Entgegen früheren Empfehlungen spricht sich die STIKO heute für eine Auffrischungsimpfung nach 10 Jahren aus.

Hinweis: Bei der Gelbfieber-Impfung kann es zu zwei sehr seltenen, aber gefährlichen Impfkomplikationen kommen:

Gelbfieber-Vakzine assoziierte neurologische Erkrankung (YEL-AND, yellow fever vaccine-associated neurotropic disease) mit Entzündungen des Gehirns und der Nerven Gelbfieber-Vakzine-assoziierte viszerale Erkrankung (YEL-AVD, yellow fever vaccine-associated viscerotropic disease), die einer Gelbfieber-Erkrankung ähnelt.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier.

Hepatitis-A-Impfung

Quelle: apotheken.de | 16.11.2023 | mauritius images / Westend61 / Thomas Haupt
 Hepatitis A wird häufig durch Muscheln übertragen.

Hepatitis A ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus verursacht wird.

Wo und wie kann ich mit Hepatitis A anstecken?
Das Hepatitis-A-Virus ist weltweit verbreitet, tritt in Deutschland aber nur noch vereinzelt auf. Der Erreger wird mit dem Stuhl ausgeschieden und über den Mund aufgenommen (fäkal-orale Übertragung). Die Ansteckung erfolgt beispielsweise durch verunreinigtes Wasser oder Nahrungsmittel (oft Muscheln oder verunreinigtes Gemüse), aber auch direkt durch menschliche „Ausscheider", die vielleicht selbst gar keine Symptome haben. Hepatitis A ist ein typisches Reisemitbringsel, wird aber auch beim Sex (vor allem zwischen Männern) übertragen. In Deutschland kam es in den letzten Jahren vereinzelt zu Ausbrüchen aufgrund von kontaminierten, verarbeiteten Lebensmitteln, etwa gefrorenen Beeren.

Welche Symptome verursacht eine Hepatitis-A-Infektion?
Eine Hepatitis A verläuft gerade bei Kleinkindern häufig symptomlos – je älter die Erkrankte ist, desto häufiger kommt es zu Beschwerden. Typisch für eine Leberentzündung ist eine Gelbsucht (Ikterus), also eine Gelbfärbung von Haut und Schleimhaut, insbesondere auch der Bindehaut im Auge. Häufig sind auch Symptome wie Abgeschlagenheit, erhöhte Temperatur und Schmerzen im rechten Oberbauch.

Wer sollte sich gegen Hepatitis A impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung vor allem bei Reisen in Ländern, in denen die Hepatitis A sehr verbreitet ist. Dazu zählen die meisten Länder in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien, aber auch einige europäische Länder. Ebenso impfen lassen sollten sich Menschen, bei denen ein Kontakt mit dem Hepatits-A-Virus wahrscheinlich ist, etwa bei einer Tätigkeit im Sanitätsdienst oder in Klärwerken.

Geimpft wird entweder mit einem Impfstoff, der nur gegen Hepatis A schützt, oder mit einem kombinierten Impfstoff, der auch gegen Typhus oder Hepatitis B immunisiert. Je nach Impfstoff sind ein oder zwei Dosen nötig, um für circa ein Jahr eine Grundimmunität gegen Hepatitis A zu haben. Erst nach einer erneuten Impfung nach 6 bis 12 Monaten können die Impflinge von einem lang anhaltenden Impfschutz ausgehen.

Die Impfung ist auch möglich, wenn bereits der Verdacht einer Ansteckung besteht (Postexpositionsprophylaxe) – allerdings nur in einem Zeitrahmen von 14 Tagen nach der Ansteckung.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier.

Hepatitis-B-Impfung

Quelle: apotheken.de | 16.11.2023 | mauritius images / BSIP / Bienaime
 Kondome verringern das Risiko, sich beim Sex mit Hepatitis B anzustecken.Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-B-Virus verursacht wird. Eine Infektion kann die Leber sowohl akut als auch chronisch schädigen.

Wo und wie kann ich mit Hepatitis B anstecken?
Weltweit ist Hepatitis B eine der häufigsten Virusinfektionen. Jedes Jahr erkranken daran rund 15 Millionen Menschen. In Europa leiden ungefähr 1,6 Prozent der Bevölkerung an Hepatitis B, in Deutschland sind nur circa 0,3 Prozent mit dem Virus infiziert.

Übertragen wird Hepatitis B durch Blut und Körperflüssigkeiten. Am häufigsten passiert das durch sexuelle Kontakte. Es sind aber auch viele andere Infektionswege möglich, etwa durch verunreinigte Spritzen (insbesondere bei Mehrfachnutzung), Tätowieren oder Nadelstichverletzungen in der Arztpraxis. Frauen können das Virus zudem im Mutterleib auf ihr Kind übertragen. Übertragungen durch Bluttransfusionen sind in Deutschland mittlerweile extrem selten.

Welche Symptome verursacht eine Hepatitis-B-Infektion?
Bei zwei Drittel aller Infektionen macht die Hepatitis B keinerlei Symptome. Treten Beschwerden auf, fühlen sich die Betroffenen häufig wie bei einer Grippe, sind abgeschlagen und haben Kopf- und Gliederschmerzen. Hinzutreten können Oberbauchschmerzen und Appetitlosigkeit sowie eine Gelbfärbung von Haut und Bindehaut (Gelbsucht). In einigen Fällen nimmt die Hepatitis B einen fulminanten Verlauf mit Leberversagen.

Wegen der Langzeitfolgen sind chronische Infektionen besonders gefährlich. Rund jede 10. Infektion verläuft chronisch, und das häufig ohne dass eine akute Erkrankung vorlag. Die chronische Hepatitis B ist oft die Ursache für eine Leberzirrhose und das Risiko für einen Leberkrebs ist um etwa das Hundertfache erhöht.

Wer sollte sich gegen Hepatitis B impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Hepatitis-B-Impfung besonders gefährdeten Personengruppen. Das sind etwa

Personen, bei denen schwere Erkrankungsverläufe zu erwarten sind, etwa Menschen mit einem schlechten Immunsystem oder HIV-positive MenschenPersonen, die mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Kontakt zum Hepatitis-B-Virus haben, zum Beispiel Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartner*innen, Drogenabhängige, Gefängnis-Insass*innen oder Menschen, die mit infizierten Personen zusammenlebenReisende in Länder mit vielen Hepatitis-B-Fällen, vor allem bei Aufenthalten über 4 Wochen und wenn sexuelle Kontakte wahrscheinlich sind

Auch Säuglinge und Kleinkinder sollten eine Impfung erhalten, weil diese in 9 von 10 Fällen chronisch erkranken.

Die Impfung gibt es in Form von Einzelimpfstoffen oder Impfstoffen, die auch Wirkstoffe gegen andere Erkrankungen enthalten (Kombinationsimpfstoff). Säuglinge erhalten häufig einen 6-fach-Impfstoff im Alter von zwei, vier und sechs Monaten. Erwachsene lassen sich meist mit einem Einzelimpfstoff impfen. Auch hier gibt es unterschiedliche Impfstoffe, die entweder zweimal im Abstand von mindestens einem Monat verabreicht werden oder dreimal im Abstand von einem und fünf Monaten.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier.

Meningokokken-Impfung

Quelle: apotheken.de | 06.03.2024 | mauritius images / Claudia Weinmann / Alamy / Alamy Stock Photos
 Ein kleiner Pieks genügt, um Kinder vor den gefährlichen Folgen einer Meningokokken-Erkrankung zu schützen.Die Meningokokken-Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die durch Meningokokken-Bakterien verursacht wird. Sie betrifft vor allem Kleinkinder im Alter von 1–2 Jahren und Jugendliche im Alter von 15–19 Jahren.

Wo und wie kann ich mich mit Meningokokken anstecken?
Meningokokken umfassen viele Serotypen, also „Untergruppen“, von denen nur einige gefährlich sind. Die Bakterien sind weltweit verbreitet, wobei größere Erkrankungsausbrüche vor allem in der Subsahara („Meningitis-Gürtel“) oder in Asien auftreten. In Deutschland erkranken nur noch sehr wenige Menschen an einer Meningokokken-Meningitis.

Ausgeschieden werden die Meningokokken über Sekrete aus dem Mund-Rachenraum, also zum Beispiel über kleinste Speicheltröpfchen. Die Bakterien können in der Umwelt allerdings nicht lange überleben, sodass für eine Ansteckung ein enger Kontakt nötig ist.

Welche Symptome verursacht eine Meningokokken-Meningitis?
Typische Symptome einer Meningokokken-Meningitis sind Fieber und Anzeichen einer Hirnhautentzündung, also zum Beispiel eine schmerzhafte Nackensteifigkeit. Besonders gefährlich ist die Erkrankung, wenn sie in eine Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) übergeht. Bei schweren Verläufen mit Schock (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom) liegt die Sterblichkeit bei 33 Prozent.

Wer sollte sich gegen Meningokokken impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Säuglinge ab dem 2. Lebensmonat eine dreimalige Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B und allen Kindern im Alter von 12 Monaten eine einmalige Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C. Auch Reisende in Risikoländer sollten sich impfen lassen, vor allem wenn ein enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu erwarten ist. Eine ausdrückliche Empfehlung besteht für Pilgerreisende nach Mekka. Auch bestimmten Gruppen von Menschen mit schlechtem Immunsystem wird die Impfung empfohlen.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier.