Ihr Recht als Patient

Entlassrezept hilft Klinikpatienten: Neues Verordnungsrecht in Kraft

Quelle: apotheken.de | 16.10.2017 | Leonard Olberts
 Ein Entlassrezept müssen Sie innerhalb von drei Tagen in der Apotheke einlösen.Seit dem 1. Oktober können Krankenhauspatienten bereits bei ihrer Entlassung ein Rezept für benötigte Anschlussmedikation bekommen. Damit entfällt für sie der Weg zu einem niedergelassenen Arzt. Es gibt allerdings einige Sonderregelungen.

Das sogenannte Entlassrezept berechtigt Klinikärzte zur Verordnung von Medikamenten, häuslicher Krankenpflege und Soziotherapie für bis zu sieben Tage. Das erleichtert Patienten die Versorgung nach ihrer Entlassung, da sie das Rezept nicht erst beim niedergelassenen Arzt besorgen müssen. Zu erkennen ist das neue rosa Rezept an dem Aufdruck „Entlassmanagement“.

Entlassrezept gilt nur drei Tage
Für das neue Rezept gelten jedoch einige Sonderregelungen: So dürfen Klinikärzte nur die kleinste verfügbare Packungsgröße eines Medikaments verschreiben und das Rezept muss innerhalb von drei Werktagen in der Apotheke eingelöst werden, wobei der Ausstellungstag mitzählt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich das Verordnungsrecht der Krankenhäuser lediglich auf das Entlassmanagement beschränkt.

Alltagstauglichkeit des Entlassrezepts muss sich noch zeigen
„Die Umsetzung des Gesetzes war langwierig und schwierig, aber nun zeichnet sich endlich eine Verbesserung für die Patienten ab“, freut sich Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes. „Die Apotheker begrüßen diesen Fortschritt ausdrücklich. Entscheidend wird jedoch die Alltagstauglichkeit des Entlassrezepts sein, damit die Versorgung der Patienten in den Apotheken auch tatsächlich funktioniert.“

Quelle: ABDA

Arzneikosten in der Steuererklärung: Arzneimittelausgaben geltend machen

Quelle: apotheken.de | 26.04.2017 | Sandra Göbel
 Ausgabe für Arzneimittel lassen sich durch die aufbewahrte Quittung oder mithilfe einer Kundenkarte belegen.Gesundheitskosten wie Arzneimittelausgaben lassen sich in der Steuererklärung geltend machen. Doch die Ausgaben müssen belegt werden. In vielen Fällen hilft die Stammapotheke dabei, den Nachweis zu erbringen.

Bei der Steuererklärung dürfen Gesundheitskosten als „Außergewöhnliche Belastungen“ geltend gemacht werden. Dies betrifft sowohl die gesetzlichen Zuzahlungen zu rezeptpflichtigen Medikamenten als auch die Kosten für die rezeptfreie Selbstmedikation. Aber Achtung: Anerkannt werden die Gesundheitskosten vom Finanzamt im Einzelfall erst ab dem Überschreiten einer bestimmten Belastungsgrenze, die von Einkommen, Familienstand und Kinderzahl abhängt. „Jeder Patient, der seine Steuererklärung macht, sollte prüfen, ob es sich für ihn lohnt, notwendige Gesundheitsausgaben geltend zu machen, um Steuern zu sparen“, rät Berend Groeneveld, Patientenbeauftragter beim Deutschen Apothekerverband (DAV).

Kundenkarte vereinfacht Nachweis über Gesundheitskosten
Über Gesundheitskosten, die in der Steuererklärung angerechnet werden, muss ein Nachweis erbracht werden, zum Beispiel anhand von aufbewahrten Quittungen. „Wer seine Quittungen und Belege im Laufe des Jahres 2016 nicht vollständig gesammelt hat, kann in vielen Fällen die Hilfe von seiner Stammapotheke in Anspruch nehmen“, weiß Groeneveld. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn Patienten über eine Apotheken-Kundenkarte verfügen. Anhand dieser kann nachträglich eine Jahresübersicht ausgedruckt werden. „Der Service sowie Inhalt und Form der Bescheinigungen können von Apotheke zu Apotheke variieren“, erläutert der Experte. Patienten sollten sich deshalb an ihre Stammapotheke wenden und sich gegebenenfalls für das kommende Jahr eine Kundenkarte ausstellen lassen.

Grünes Rezept bescheinigt medizinische Notwendigkeit
Damit das Finanzamt im jeweiligen Einzelfall die Arzneimittelausgaben als „Außergewöhnliche Belastungen“ anerkennt, muss auch der Nachweis einer medizinischen Notwendigkeit erbracht werden. Bei verschreibungspflichtigen Medikamente geschieht dies durch das ärztlich ausgestellte rosa Rezept. In der Selbstmedikation kann die medizinische Notwendigkeit zum Beispiel durch ein grünes Rezept nachgewiesen werden: Auf diesem empfiehlt der Arzt ein nicht von der Krankenkasse übernommenes Arzneimittel. Das Finanzamt entscheidet jeweils im Einzelfall über die Anerkennung des Nachweises.

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Bessere Vorsorge für Jugendliche: Ticket zum J1-Gesundheitscheck

Quelle: apotheken.de | 09.02.2017 | Leonard Olberts/äin-red
 Nur wenige Jugendliche nehmen die kostenlose J1-Untersuchung in Anspruch.Nicht einmal die Hälfte aller Jugendlichen in Deutschland lässt sich im Rahmen der J1 durchchecken. Das soll mit einer Informationskampagne und einem Gesundheitsticket geändert werden.

Die Stiftung Kindergesundheit und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit haben unter dem Motto „Dein Ticket zur J1“ eine gemeinsame Informationskampagne ins Leben gerufen. Sie soll Jugendliche ansprechen, die kostenlose Vorsorgeuntersuchung J1 wahrzunehmen. Bisher tut das nicht einmal die Hälfte aller berechtigten Teenager.

Möglichkeit zur Untersuchung oft gar nicht bekannt
Die J1 ist eine von insgesamt elf Vorsorgeuntersuchungen, die die Krankenkassen Kindern und Jugendlichen erstatten. Gedacht ist sie für Teenager im Alter von 12 bis 15. Vielen Teilnahmeberechtigten ist sie allerdings gar nicht bekannt: So ist laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Unkenntnis der häufigste Grund, den Arzttermin nicht wahrzunehmen. Der Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko richtet sich daher an die Eltern: „Jede einzelne Vorsorge ist wichtig und kommt der Gesundheit Ihres Kindes zugute.“

Kampagne mit Flyern und Online-Spot
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat gemeinsam mit der Stiftung Kindergesundheit eine crossmediale Kampagne entwickelt, um Jugendliche über die Untersuchung zu informieren. Neben einem Spot, der im Internet angeschaut werden kann, wurde ein Flyer entwickelt. Dieser enthält nicht nur Infos über die J1, sondern auch ein Ticket zum Abreißen, das über die Unterlagen informiert, die zum Gesundheitscheck nötig sind (Impfpass, Versichertenkarte). Das Ticket kann zum Arztbesuch mitgebracht werden. Der Erfolg der Kampagne wird mithilfe der vom Arzt eingesammelten Tickets in drei bayerischen Landkreisen ausgewertet.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf http://j1-untersuchung.de/|j1-untersuchung.de

Quelle: Kinderärzte im Netz, http://www.kindergesundheit.de/|Stiftung Kindergesundheit

Medikationsanalyse durch Apotheker: Mehr Sicherheit bei der Arzneitherapie

Quelle: apotheken.de | 01.02.2017 | Susanne Schmid/Apothekerkammer Nordrhein
 Ihr Apotheker nimmt sich gerne Zeit, um Ihren Medikationsplan zu prüfen.Der Inhalt eines Arzneischranks gleicht dem eines Kleiderschranks: ein über Jahre zusammengetragenes Sammelsurium, bei dem lange nicht alles zusammenpasst. Für die nötige Sicherheit sorgt eine Medikationsanalyse durch den Apotheker.

Im Rahmen einer Medikationsanalyse überprüft der Apotheker sämtliche Medikamente, die der Patient gegenwärtig einnimmt. Für den Test bringt der Kunde sowohl die ärztlich verschriebenen als auch die selbst gekauften Arzneimittel in die Apotheke. Der Arzneimittelfachmann untersucht die Medikamente auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Verfallsdatum. Außerdem stellt er fest, ob bestimmte Wirkstoffe überflüssig geworden sind oder doppelt eingenommen werden. Etwaigen Änderungsbedarf bespricht der Apotheker mit den behandelnden Ärzten.

Studie bewertet Medikationsanalysen
Wie wichtig Medikationsanalysen sind, zeigt eine Studie im Rahmen des Projekts „Arzneimittelsicherheit in der Apotheke,“ kurz ATHINA genannt. Teilnehmende Apotheker schickten über 912 Medikationsanalysen an die Universität Heidelberg. Apothekerin Dr. Hanna Seidler hat die Daten gesammelt und ausgewertet. Die untersuchten Patienten waren mehrheitlich über 65 Jahre alt und nahmen durchschnittlich 11 Medikamente ein.

Apotheker erhöhen Sicherheit der Patienten
In 95 Prozent der Fälle brauchten die Medikationsanalysen konkrete Probleme wie Wechselwirkungen oder Anwendungsfehler ans Licht. „Am Ende konnten die Apotheker knapp 70 Prozent der auftretenden Probleme vollständig selbst lösen oder einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Knapp jedes vierte Problem konnte teilweise gelöst werden“, berichtet Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. In 30 Prozent der Fälle arbeiteten die Apotheker mit dem behandelnden Arzt zusammen. „Das zeigt, wie wichtig ein multiprofessioneller Ansatz bei speziellen Herausforderungen in der Medikation ist“, betont Engelen.

Quelle: http://www.aknr.de/|Apothekerkammer Nordrhein

Zuzahlungsbefreiung für 2017: Neuen Antrag auf Befreiung stellen

Quelle: apotheken.de | 11.01.2017 | Sandra Göbel
 Für jedes Rezept mit Zuzahlung am besten eine Quittung ausstellen lassen.Zuzahlungsbefreiungen gelten jeweils nur ein Jahr. Berechtigte können schon jetzt ihre Befreiung für das Jahr 2017 beantragen. Wer hat Anspruch auf eine Zuzahlungsbefreiung?

Gesetzlich krankenversicherte Patienten können bei ihrer Krankenkasse eine Befreiung von der Zuzahlung zu Leistungen beantragen, wenn ihre Gesundheitskosten zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens überschreiten. Bei chronisch kranken Patienten liegt der erforderliche Satz bei nur einem Prozent. Grundsätzlich von der Zuzahlung befreit sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

Zuzahlungsrechner ermittelt finanzielle Belastung
Mit einem Zuzahlungsrechner lässt sich jederzeit ermitteln, ob die entsprechende Belastungsgrenze im Laufe des Jahres überschritten wird. Gerade für chronisch kranke Menschen mit planbarem Einkommen und regelmäßigen Zuzahlungen, zum Beispiel für rezeptpflichtige Arzneimittel, kann eine zu Jahresbeginn ausgestellte Befreiungsbescheinigung eine echte Erleichterung bei Arzt-, Krankenhaus- oder Apothekenbesuchen sein.

Zum Nachweis Quittung ausstellen lassen
Die Apotheken sind darauf vorbereitet, Quittungen über Zuzahlungen auszustellen – einzeln oder als Sammelbeleg am Jahresende, wenn der Patient eine Kundenkarte besitzt. Mit dieser Quittung kann der Patient nachweisen, dass er die zwei Prozent erreicht hat. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln belaufen sich die Zuzahlungen auf 10 Prozent des Preises, mindestens aber 5 Euro und höchstens 10 Euro. Beträgt der Preis eines Arzneimittels weniger als 5 Euro, sinkt auch die Zuzahlung auf diesen Betrag. Pro Jahr summieren sich die Zuzahlungen für Arzneimittel bundesweit auf rund zwei Milliarden Euro.

Apotheken sind gesetzlich verpflichtet, die Arzneimittelzuzahlungen einzuziehen und an die Krankenkassen weiterzuleiten, wenn vom verordnenden Arzt kein Befreiungsvermerk auf dem Rezept eingetragen ist oder der Patient keinen entsprechenden Bescheid in der Apotheke vorlegen kann.

Einen Zuzahlungsrechner finden Sie unter aponet.de

Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.

Stillen als perfekter Start ins Leben: Vorteile für Baby und Mutter

Quelle: apotheken.de | 12.10.2016 | Julia Schmidt/BZGA
 Der Rückengriff ist einer von vielen Positionen, die die Mutter beim Stillen einnehmen kann. Anlässlich der Weltstillwoche vom 3. bis 9. Oktober macht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aufmerksam auf die Vorteile des Stillens. Welche positiven Wirkungen das Stillen hat und welche Tipps für ein schönes Stillerlebnis für Mutter und Kind sorgen.

Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Menge und in bester Qualität, die für das Wachstum des Säuglings nötig sind. Darüber hinaus schützen Abwehr- und Schutzstoffe das Baby vor mehreren Infektionskrankheiten und beeinflussen positiv die Entwicklung des Immunsystems. Die Wärme und emotionale Nähe, die das Baby beim Stillen von der Mutter erfährt, vermittelt dem Neugeborenen zusätzlich Sicherheit und Geborgenheit.

Tipps zum Stillen daheim, unterwegs und in besonderen Situationen.
Doch wie legen Mütter ihr Baby richtig an die Brust? Welche unterschiedlichen Stillpositionen sorgen für ein abwechslungsreiches und entspanntes Stillen für Mutter und Kind? Und wie können berufstätige Mütter Stillen und Arbeit vereinbaren? Auf ihrem Wissensportal zur Gesundheit von Kindern informiert die BZgA über diese und viele weitere Aspekte rund ums Stillen. Unter Infografiken finden Mütter Zeichnungen, die die verschiedenen Stillpositionen verständlich visualisieren. Zahlreiche Tipps wie beispielsweise zu Stillproblemen, Abstillen oder zur Verhütung während der Stillzeit ergänzen das Internetangebot. Auch Eltern von Säuglingen mit Behinderung finden auf der Internetseite Rat.

http://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/infografik-stillpositionen|Infografik zu Stillpositionen

http://www.kindergesundheit-info.de/themen/|Alltagstipps zum Stillen

http://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/|Tipps für die Stillzeit

http://www.kindergesundheit-info.de/themen/|BZgA-Portal zur Kindergesundheit


Keine Angst vorm Reanimieren: Mutig sein und Leben retten

Quelle: apotheken.de | 28.09.2016 | Julia Schmidt/BZgA
 Bei der Herzsdruckmassage wird das Brustbein 4 bis 5 cm tief eingedrückt.Zu Hause, am Arbeitsplatz oder auf der Straße – in einem Jahr erleiden mehr als 50.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Doch viel zu wenige Laien trauen sich, eine Wiederbelebung durchzuführen. Die BZgA ermutigt, Lebensretter zu sein.

„Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird, können sich die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand verdoppeln bis verdreifachen“, betont Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. „Deshalb wollen wir gemeinsam mit dem ?Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung? und einer bundesweiten Kampagne zeigen: Wiederbelebung ist einfacher, als viele denken. Jeder von uns kann zum Lebensretter werden.“ Das Aktionsbündnis wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ins Leben gerufen.

Aktiv werden und reanimiern
Als Eselsbrücke hilft der Dreiklang „Prüfen – Rufen – Drücken“: Im ersten Schritt wird der Betroffene angesprochen und leicht geschüttelt. Reagiert er nicht, rufen Lebensretter die europaweit geltende Notrufnummer 112 und fordern medizinische Hilfe an. Dabei beantworten sie wichtige Fragen zum konkreten Fall. Anschließend führen die Lebensretter solange die Wiederbelebung durch, bis der Notarzt eintrifft. Die Wiederbelebung besteht ursprünglich aus der Herzdruckmassage und der Atemspende. Neueste Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Erwachsene mit plötzlichem Herztod etwa 8 Minuten über ausreichend Sauerstoff im Blut verfügen. Deshalb wird Laien empfohlen, auf die Atemspende zu verzichten und sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Ideal ist es, wenn mindestens zwei Passanten vor Ort aktiv sind: Während der eine telefoniert, kümmert sich der andere um den Betroffenen. Nach dem Telefonat können sich beide mit der Reanimation abwechseln.

Auf der Homepage des http://www.wiederbelebung.de/|„Nationalen Aktionsbündnisses Wiederbelebung“ erfahren Interessierte Wissenswertes zur Wiederbelebung.

http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/wiederbelebung|Zahlen und Fakten zur Laienreanimation von der BZgA.


Neue Vorsorge beim Kinderarzt: Psychosoziale Untersuchung ergänzt

Quelle: apotheken.de | 07.09.2016 | Julia Schmidt/Redaktion Ärzte im Netz
 Die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche haben sich verbessert.Der Kinderarzt beurteilt in den Vorsorgeuntersuchungen, ob die Entwicklung des Kindes normal verläuft. Seit dem 1. September sind einige Änderungen in Kraft getreten, die der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen hat.

Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegten Richtlinien legen neue Standards fest für Seh- und Hörtests sowie ein verfeinertes Screening von Sprache und Motorik. Darüber hinaus gewinnt die „vorausschauende Beratung“ durch den Kinder- und Jugendarzt wesentlich an Bedeutung: Eltern werden dabei beispielsweise über Unfallgefahren, gesunde Ernährung und Hygiene informiert. Auch Wissenswertes zum Impfen und zu UV-Schutz sowie zu Prävention von Übergewicht sind nun ein wichtiger Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung. Weiterhin können die Eltern entscheiden, ob sie ihr Neugeborenes in den ersten vier Wochen auf die Stoffwechselstörung Mukoviszidose mithilfe eines Screenings testen lassen.

Psychosoziale Auffälligkeiten früh erkennen
Für die Einschätzung der Kindesentwicklung gehört jedoch nicht nur die Prüfung der physischen, sondern auch der psychosozialen Kriterien. In Zukunft werden Kinder- und Jugendärzte deshalb bei den jungen Patienten auch eine Sozialanamnese und eine Interaktionsbeobachtung durchführen. Auf diese Weise sollen möglichst früh Verhaltensauffälligkeiten und Risikofaktoren für psychische Erkrankungen festgestellt und behandelt werden können.

Zeitpunkt der tatsächlichen Umsetzung noch unklar
Die neuen Leistungen können jedoch erst von den Kinder- und Jugendärzten angeboten werden, wenn die Kassenärztliche Bundesvereinigung und den Krankenkassen die Vergütung ausgehandelt haben. Doch Dr. Hermann Josef Kahl, Pressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V., stellt in Aussicht: „Spätestens am 1. März 2017 können endlich alle Patienten die verbesserten Vorsorgeleistungen überall in Anspruch nehmen.“

Quelle: http://www.kinderaerzte-im-netz.de/startseite/|Kinder- und Jugendärzte im Netz, http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/917506/vorsorge-kinder-jugendaerzte-beraten-eltern-uv-schutz.html|ÄrzteZeitung online vom 22.8.2016


Alkoholkonsum bei Jugendlichen: Wie Eltern am besten reagieren

Quelle: apotheken.de | 24.05.2016 | Julia Schmidt/BZgA
 Die pädagogischen Hinweise der BZgA helfen Eltern, mit ihren Kindern über Alkohol zu sprechen.Bier, Wein oder Cocktails – das Angebot an Alkoholgetränken ist groß und erhöht die Versuchung von Kindern und Jugendlichen, Alkohol zu konsumieren. Wie Eltern mit ihren Kindern am besten über Alkohol sprechen und in schwierigen Situationen reagieren.

Das Aufwachsen in der Familie prägt ein Kind das ganze Leben. Eltern legen mit ihrer Erziehung und ihrem Verhalten den Grundstein für die spätere Entwicklung des Kindes – oft auch für sein Verhältnis zu und seinen Umgang mit Alkohol. Wie bei der Ernährung oder dem Umgang mit Emotionen sind Eltern auch beim Alkoholkonsum Vorbild für ihre Kinder. Der Nachwuchs orientiert sich mit seinem Konsum auch am Trinkverhalten der Eltern. Dies kann es Eltern erschweren, mit ihren Kindern über ein angemessenen Alkoholgenuss im Jugendalter zu sprechen.

Pädagogisch bewährte Tipps für Eltern
Wie tolerant sollte ein Vater oder eine Mutter beim Alkoholkonsum ihrer Kinder sein? Wo ist die Grenze? Wie reagieren Eltern am besten, wenn der Sohn mit einem Vollrausch nach Hause kommt? Sollten Eltern reagieren, wenn in der Clique der siebzehnjährigen Tochter offensichtlich das altersgerechte Maß an Alkohol überschritten wird? Wie finden Eltern die richtigen Worte? Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) geben auf einer Unterseite der Alkoholpräventions-Initiative http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/informationen-fuer-eltern/|„Kenn dein Limit“ für Jungendliche und Erwachsene auch den Eltern Ratschläge, wie sie sich bei diesem Thema am besten verhalten.

Eltern sollten mit ihren Kindern über Gefahren und Folgen des Alkohols sprechen
Anlässe für Alkohol gibt es viele: Geburtstagsfeiern, Grillfeste, Sommerparties oder Treffen von Bekannten und Freunden – wo Erwachsene mit Bier, Wein oder Spirituosen die feierliche Stimmung mit Alkohol krönen, sind die Anreize für ein Gläschen für Jugendliche groß. Auch bei Treffen unter Jugendlichen trinkt oft der eine oder andere Freund bereits Alkohol. Mit der Auswahl an alkoholischen Getränken und Anlässen für den Konsum durch Jugendliche wachsen auch die Sorgen der Eltern.

Alkohol senkt kognitive Fähigkeiten
Experten der BzgA raten Eltern, vor der Feier mit ihren Kindern über das Thema Alkohol zu sprechen. Sie sollten wissen, dass Jugendliche erst ab 16 Jahren Alkohol kaufen und konsumieren dürfen, wenn ein Erziehungsberechtigter dabei ist. Auch über die körperlichen Schäden bei zu hohem Alkoholkonsum sollte der Nachwuchs Bescheid wissen. Mit steigender Menge an Alkohol sinkt zudem nicht nur das Urteilsvermögen und die Hemmschwelle, sondern nimmt auch die Konfliktbereitschaft zu. Deshalb raten die Experten den Eltern ihre Kinder darin zu bestärken, Nein zu sagen und Alkohol abzulehnen – selbst, wenn die Freunde trinken.

Alkohol-Selbsttest, Informationsmaterialien und individuelle Beratung
Wie zu dieser Situation bieten die Experten der BzgA auf der Internetseite wissenschaftlich gesicherte Ratschläge und pädagogisch bewährte Tipps zu anderen Gelegenheiten, bei denen Alkohol ein Thema ist. Erkennen besorgte Eltern ihre Situation in den beispielhaft geschilderten Situationen wieder, können sie ihre Fragen per Email an die Berater stellen und erhalten eine direkte und individuelle Beratung.

Das Internetangebot bietet überdies eine Bandbreite an Informationen, die speziell für Eltern ausgerichtet sind: So finden Eltern Tipps, wie diese selbst als Vorbilder verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen, wie sie in kritischen Situationen bei ihren Kindern reagieren sowie Informationen zum Jugendschutzgesetz. Hinweise, mithilfe derer Eltern einen Alkoholmissbrauch erkennen und Fakten zu Alkohol, wie dieser die Entwicklung des Kindes beeinträchtigt, runden das Angebot ab. Ein Alkohol-Selbsttest gibt eine erste Tendenz zum eigenen Alkoholumgang an. Auch Allgemeinwissen zu Alkohol oder Informationensmaterialien, die heruntergeladen oder bestellt werden können, unterstützen Eltern bei der Aufklärung ihrer Kinder über Alkohol.

Email-Beratung für Eltern

Aktuelle Diskussionen zum Thema Alkoholprävention auf Facebook und Twitter.


Umfrage zu Terminservicestellen: Patientenzufriedenheit unverändert

Quelle: apotheken.de | 18.05.2016 | Julia Schmidt/TK
 Die Terminservicestellungen der Kassenärztlichen Vereinigungen ermöglichen eine unkomplizierte Terminvergabe per Telefon.Seit knapp einem Monat können Patienten bei der Terminservicestelle vor Ort anrufen, um sich einen zeitnahen Termin bei einem Facharzt geben zu lassen. Doch die Mehrheit der Patienten ist nach wie vor zufrieden mit den Wartezeiten.

Wer von seinem Hausarzt für die weitere Behandlung an einen Facharzt verwiesen wurde, musste bis April 2016 teilweise mit längeren Wartezeiten rechnen. Die Bundesregerierung hat deshalb letztes Jahr beschlossen, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) der jeweiligen Bundesländer ab Januar 2016 sogenannte Terminservicestellen einrichten. Seit April vergeben diese auf telefonische Anfrage von gesetzlich Versicherten einen Termin bei einem Facharzt, auf den die Patienten nicht länger als vier Wochen warten müssen.

Nur wenige Befragte mit Wartezeiten unzufrieden

Die Mehrheit der Versicherten ist jedoch einverstanden mit der Wartezeit auf einen Arzttermin. Nach beinahe einem Monat haben die Servicestellen der KVen nichts daran geändert. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Für die Studie befragten die Experten bundesweit 1.000 Menschen. Mit 61 Prozent ist der Großteil mit der Zeitspanne zwischen Terminvereinbarung und Termin vollkommen oder sehr zufrieden. Nur elf Prozent der Befragten sind unglücklich mit der langen Wartezeit. Bei den unter 30-Jährigen sind 22 Prozent unzufrieden mit den weiter im Voraus vereinbarten Terminen.



Studienergebnisse deckungsgleich mit denen von 2014


„Für den Einzelnen hat sich in puncto Wartezeiten offenbar spürbar nicht viel verbessert. Denn in unserer Befragung zwei Jahre zuvor haben wir fast deckungsgleiche Ergebnisse erhalten“, kommentiert Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. 2014 hatten sich 62 Prozent der Umfrageteilnehmer positiv, zehn Prozent negativ geäußert. Die neue Befragung bestätigt überdies, dass die Terminvergabe durch den Hausarzt besser funktioniert als bei den Fachkollegen. Im Jahr 2014 hatten sich die Patienten beinahe ebenso geäußert. Nach dem Start gaben die Kassenärztlichen Vereinigungen jedoch an, dass sich die Nachfrage in Grenzen halte.

Terminservicestellen nur gute Ergänzung zu Angeboten der Krankenkassen

„Es ist bekannt, dass das Projekt des Gesetzgebers bei den Kassenärzten von Anfang an auf wenig Gegenliebe stieß. Und tatsächlich stellt sich die Frage, inwiefern diese Servicestellen zweckmäßig sind“, meint Baas. „Grundsätzlich war es ein wichtiges politisches Signal, dass gesetzlich Versicherte nicht hinten anstehen dürfen, wenn es um Arzttermine geht. Das sind immerhin 90 Prozent der Menschen in Deutschland. Doch die Terminservicestellen sind allenfalls eine gute Ergänzung zu unseren eigenen Angeboten.“