Herz, Gefäße, Kreislauf

Schlaganfall sofort erkennen: Lächeln, sprechen, Arme hoch

Quelle: apotheken.de | 22.09.2022 | Sfam_photo/shutterstock.com
 Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto besser sind die Chance, dass sich das Gehirn wieder erholt.Bei einem Schlaganfall muss sofort der Notdienst gerufen werden, um das Gehirn der Betroffenen vor schlimmen Folgen zu bewahren. Doch wie erkennt man als Laie überhaupt solch einen Notfall?

Hirngewebe vorm Absterben retten
Ob durch ein verstopftes Gefäß oder eine Massenblutung: Beim Schlaganfall setzt die Durchblutung von Bereichen des Gehirns plötzlich aus und Hirngewebe stirbt ab. Je länger es dauert, den Blutfluss wieder in Gang zu bekommen, desto größer ist der bleibende Schaden. Er reicht von Lähmungen über Sprachstörungen bis hin zum Tod. Wird aber frühzeitig gehandelt, erholt sich das Gehirn oft komplett. Deshalb muss bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall sofort der Notdienst alarmiert werden.

Kurzer Test zeigt die Gefahr
Laien sind sich manchmal unsicher, wie sie einen Schlaganfall erkennen können. Das ist verständlich, denn manchmal kommt diese tückische Durchblutungsstörung auch relativ diskret daher. Mit dem FAST-Test lassen sich auf einfache Weise die häufigsten Schlaganfall-Symptome abfragen. Diese betreffen das Gesicht (face), die Arme (arms) und die Sprache (speech):

Face: Die betroffene Person wird gebeten, zu lächeln. Hängt dabei ein Mundwinkel herab, spricht das für eine beim Schlaganfall typische Halbseitenlähmung. Arms: Die Person soll ihre Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen. Bei einer Lähmung gelingt dies nicht, ein Arm sinkt oder dreht sich.Speech: Die Betroffene soll einen einfachen Satz nachsprechen. Ist das nicht möglich oder klingt die Sprache verwaschen, liegt das wahrscheinlich an einer schlaganfallbedingten Sprachstörung.Time: Wenn auch nur eines dieser Anzeichen zutrifft, sollte sofort die 112 angerufen und der Notfall geschildert werden.

Der FAST-Test kann auch im Internet angeschaut werden. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft wurde ein Video erstellt, das den Test erklärt und vor allem jüngere Leute ansprechen soll. Das Video heißt „Lächeln-Sprechen-Arme hoch“.

Quelle: ptaheute

Rauchstopp lohnt sich auch fürs Herz: Das freut nicht nur die Lunge

Quelle: apotheken.de | 15.09.2022 | leolintang/shutterstock.com
 Einmal muss es die letzte Zigarette sein, der Lunge und dem Herzen zuliebe.Mit dem Rauchen aufzuhören nützt nicht nur der Lunge. Auch das Herz profitiert vom Rauchstopp, wie eine aktuelle Analyse ergeben hat.

Lungenkrebs und Herzinfarkt inbegriffen
Ob Zigaretten, Pfeife oder Zigarren: Tabakrauchen gehört zu den schädlichsten Angewohnheiten überhaupt. Die stärksten Auswirkungen hat der blaue Dunst auf Lunge und Herz-Kreislauf-System. Es drohen Lungenkrebs, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Schätzungen zufolge soll jeder zehnte Herz-Kreislauf-Tod auf das Rauchen zurückzuführen sein.

Doch es ist nie zu spät, mit der Qualmerei aufzuhören. Dass nach dem Rauchstopp das Risiko für Lungenkrebs deutlich sinkt, ist schon lange bekannt. Nun zeigen aktuelle Daten, dass auch Patient*innen mit koronarer Herzkrankheit und Herzinfarkt oder Schlaganfall davon profitieren.

Ein Drittel weniger Zweit-Infarkte
Für die Auswertung durchforstete eine Arbeitsgruppe 68 Studien mit mehr als 80 000 Raucher*innen, die alle an einer koronaren Herzkrankheit gelitten hatten und im weiteren Verlauf entweder mit dem Rauchen aufgehört oder weitergepafft hatten.

Das Ergebnis: Rauchverzicht lohnt sich auch nach dem ersten Herzinfarkt noch. Das Risiko für einen erneuten Infarkt ließ sich dadurch um ein Drittel reduzieren, schreiben die Forscher*innen. Das Gleiche gilt für den Schlaganfall. Auch hier sank das Risiko für einen zweiten Anfall um ein Drittel.

Keine Sorge um die Lebensqualität
In einigen der Studien hatte man auch Daten zur Lebensqualität erhoben. Diese verschlechterte sich durch den Rauchverzicht nicht – obwohl dies von Raucher*innen häufig befürchtet wird. Im Gegenteil. Die Untersuchungen zeigten, dass sich die Ex-Raucher*innen langfristig sogar etwas besser fühlten als die Teilnehmer*innen, die weiter geraucht hatten.

Hilfsangebote gibt es viele
Für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, gibt es zahlreiche Hilfsangebote. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet beispielsweise Online-Programme, Broschüren, Gruppenkurse und eine kostenfreie Telefonberatung auf ihrer Rauchfrei-Webseite.

Quelle: Cochrane Library

Lymphödem

Quelle: apotheken.de | 15.02.2010 | Dmytro Zinkevych/Shutterstock.com
 Bei der Lymphdrainage wird die Gewebsflüssigkeit in die Richtung der Lymphknoten transportiert, sodass sie abfließen kann.2

Lymphödem: Schwellung und zunehmende Verhärtung des Bindegewebes infolge einer (selten) angeborenen oder (häufig) erworbenen Lymphabflussbehinderung. Lymphödeme kommen vor allem an Armen und Beinen, manchmal aber auch an den Genitalien oder am Hals vor. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Therapiert wird das Lymphödem mit physikalischen Maßnahmen der Lymphdrainage, einer speziellen Massage, mit Bewegung und Kompression, in schweren Fällen auch operativ. Die Behandlung ist meist langwierig, eine Heilung oft nicht möglich.

Symptome und Leitbeschwerden

Blasse, weiche, schmerzlose Schwellung, anfangs noch Druckdellen hinterlassend, verbunden mit Schweregefühl und eingeschränkter Beweglichkeit In fortgeschrittenen Stadien derbe, nicht mehr vollständig rückbildungsfähige Schwellung mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen bei
oben genannten Symptomen.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung
Ist der Lymphabfluss behindert, staut sich die Lymphe vor dem Abflusshindernis und es kommt zu einem Lymphödem. Lymphödeme können überall entstehen, wo Lymphbahnen sind, in seltenen Fällen sogar an Genital, Kopf, Hals oder Rumpf. Bevorzugt treten Lymphödeme aber an Armen und Beinen auf.

Am Bein zeigt sich das Lymphödem typischerweise als langsam zunehmende, schmerzlose Schwellung des Vorfußes und der Zehen. Die Fußknöchel sind nicht mehr abgrenzbar, sodass das Bein wie ein Baumstamm aussieht. Die anfangs teigig eindrückbare, rosafarbene Umfangsvermehrung des Beins wird zunehmend härter und chronifiziert. Die Haut bleibt aber elastischer als bei der chronisch venösen Insuffizienz.

Formen und Ursachen
Beim seltenen primären Lymphödem sind Lymphbahnen von Geburt an fehlerhaft angelegt. Oft treten Schwellungen erst im späteren Leben auf, z. B. im Rahmen einer Schwangerschaft oder Fußverletzung. Meist sind die unteren Extremitäten betroffen.

Ein sekundäres Lymphödem entsteht, wenn der Lymphabfluss verlegt ist, Lymphbahnen zerstört und/oder Lymphknoten entfernt wurden. Dies ist zum Beispiel der Fall durch

gutartige oder bösartige Tumoren Verletzungen oder Infektionen Krebsoperationen, bei denen Lymphknoten und Lymphbahnen mit entfernt wurden, z. B. nach Ausräumung der Achselhöhle bei Brustkrebs (Lymphödem an Oberarm und Schulter) nach Entfernung von Lymphknoten bei Tumoren im Beckenbereich (Lymphödem am Genital) nach einer Neck dissection (Lymphödem am Hals) Tumorbestrahlungen wiederholte Lymphangitis Wundrose (|Erysipel).

In der südlichen Hemisphäre sind |Fadenwürmer, die in den Körper eindringen und jahrelang in den Lymphbahnen überleben, die häufigste Ursache für zum Teil groteske Lymphödeme. Wenn sich Körperteile aufgrund einer Lymphstauung massiv vergrößern, wird dies als Elephantiasis bezeichnet.

Komplikationen
Auch wenn die Ausbildung eines |offenen Beins selten ist, ist die geschwollene Extremität sehr anfällig für Weichteilinfektionen, Erysipel oder Lymphangitis, die dann das Lymphödem weiter verschlimmern.

Diagnosesicherung

Der Arzt kann ein Lymphödem meist schon anhand des Aussehens und der dazugehörigen Krankengeschichte (z. B. der Lymphödementwicklung am Arm nach Entfernung der Achsellymphknoten) von anderen Schwellungen abgrenzen. Als typisches Zeichen für ein Lymphödem am Bein lässt sich die obere Hautfalte der zweiten Zehe mit zwei Fingern nicht mehr anheben, weil sie prall und derb ist (= Stemmersches Zeichen positiv). Auch die Unterscheidung zwischen primärem und sekundärem Lymphödem ist leicht: Beim primären Lymphödem ist die Schwellung am Ende der Gliedmaßen und meist an beiden Gliedmaßen gleich ausgeprägt, beim sekundären Lymphödem hingegen fast immer nur einseitig.

Wenn die Ursache eines Lymphödems nicht offensichtlich ist, erfolgen umfangreiche Untersuchungen, weil auch ein Tumor ausgeschlossen werden muss. Eventuell ist es erforderlich, Lymphbahnen durch Einspritzen eines Kontrastmittels (Kontrastlymphografie) oder radioaktiver Flüssigkeit (Lymphszintigrafie) darzustellen, um ihren Verlauf und ihr Aussehen beurteilen zu können.

Differenzialdiagnosen. Angeschwollene Extremitäten finden sich auch bei Ödemen, beim Lipödem, bei der Chronisch-venösen Insuffizienz und bei der Beinvenenthrombose.

Behandlung

Die optimale Therapie besteht aus 4 Säulen; sie wird unter dem Begriff komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) zusammengefasst:

Sorgfältige Haut- und Fußpflege, Vermeidung von Einrissen und Verletzungen zur Vorbeugung von Infektionen Manuelle Lymphdrainage: Mit kreisenden Bewegungen der Finger und bestimmten Handgriffen wird die Gewebsflüssigkeit zu den Lymphknoten transportiert Kompressionstherapie: Spezielle Kompressionsverbände mit Kurzzugbinden und langzeitige Versorgung mit |Kompressionsstrümpfen der Klassen II, III und in Ausnahmefällen IV. Im Krankenhaus steht oft auch die |pneumatische Kompressionstherapie mit mechanischer Auspressung der Gliedmaßen durch wechselnd aufpumpbare Manschetten zur Verfügung Entstauende Bewegungstherapie, z. B. gymnastische Übungen. In Ruhezeiten Hochlagerung des betroffenen Körperteils.

Wenn alle bisherigen Therapiemaßnahmen keinen Erfolg zeigen, können die Ärzte in Ausnahmefällen mit mikrochirurgischen Lymphbahnoperationen den Lymphabfluss verbessern. Solche Operationen werden allerdings nur in spezialisierten Zentren ausgeführt.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können
Bewegung. Erörtern Sie mit Ihrem Physiotherapeuten, wie Sie mit eigenen Übungen zur Entstauung beitragen können. Das, was Sie täglich zu Hause vollbringen, ist weit wichtiger als das, was 30 Minuten einmal in der Woche in der Krankengymnastik-Praxis passiert.

Sie können durch gymnastische Übungen dazu beitragen, den Lymphabfluss zu fördern. Gut sind Übungen mit hochgelegten Beinen (bei morgens geschwollenen Beinen lohnt ein Versuch schon vor dem Aufstehen!). Sehr hilfreich ist auch Gehen mit gleichzeitiger Kompression am Bein, z. B. Nordic Walking. Auch Schwimmen und Aqua-Jogging sind günstig. Ein Mannschaftssport ist ungeeignet, weil Verletzungen wie Stauchungen und Prellungen langwierig sind und Lymphödeme verstärken.

Bei Lymphödemen in den Armen helfen spezielle Fitness-Kurse mit Gewichten. Auch beim Krafttraining sollten aber immer Kompressions-Armstrümpfe getragen werden.

Temperatur und Kleidung. Hitze und Wärme verstärken die Durchblutung und verstärken so das Lymphödem. Sie sollten Sauna, Sonnenbäder, Solarium und heiße Wannenbäder meiden. Tragen Sie möglichst weit geschnittene Kleidung, die nicht an der Kompressionsstrumpfhose festklebt. Auch die Schuhe dürfen etwas weicher und weiter ausfallen. Die Unterwäsche darf nicht einschnüren. Bei üblichen BHs ist das schwierig, oft werden Baumwoll-BHs besser vertragen.

Kompressionstherapie. Kompressionsstrümpfe oder Armstrümpfe sollten, um wirklich einen Effekt zu haben, möglichst eng anschließen, zusammendrücken und flachgestrickt sein. Bestehen Sie deshalb auf einer Maßanfertigung für die Kompressionsklasse III oder IV.

Hautverletzungen und Hautpflege. Heilungsverläufe im geschwollenen Gewebe sind langwierig. Pflegen Sie Ihre Haut deshalb sorgfältig und schützen Sie sie vor Verletzungen und Infektionen.

Benutzen Sie zur Hautpflege keine parfümierten Seifen, Cremes oder Lotionen. Diese reizen die Haut. Besser sind ph-neutrale Produkte. Wenn Sie Bandagen oder Kompressionsstrümpfe tragen, müssen Sie besonders darauf achten, dass Ihre Haut nicht zu sehr austrocknet. Achten Sie bei der Nagelpflege darauf, Verletzungen zu vermeiden. Tragen Sie immer ein Desinfektionsmittel bei sich und desinfizieren auch kleinste Hautverletzungen sofort. In der betroffenen Körperregion dürfen auch keine Blutentnahmen, Spritzenbehandlung oder Akupunktur erfolgen. Selbst das Anlegen von Blutdruckmanschetten ist gefährlich und sollte vermieden werden (nichtbetroffene Seite verwenden!). Verhindern Sie durch lange Kleidung auch Insektenstiche. Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Sie irgendwelche Hautveränderungen im Bereich des Ödems entdecken. Vor allem eine Wundrose (|Erysipel) kann das Lymphödem für Monate verschlimmern.

Komplementärmedizin
Homöopathie. Ergänzend verordnet werden die |homöopathischen Komplexmittel Lymphomyosot® oder Mucedokehl D4®-Kapseln. In Betracht kommt auch eine individuell abgestimmte Konstitutionsbehandlung.

Weiterführende Informationen

http://www.dglymph.de/|http://www.dglymph.de - Deutsche Gesellschaft für Lymphologie e. V., Friedenweiler: Internetseite für Ärzte, Lymphtherapeuten und Betroffene, enthält Fachinformationen, Ärztelisten und viele Tipps.

Tipps gegen den Durst: Für Herz- und Nierenkranke

Quelle: apotheken.de | 08.09.2022 | Jaromir Chalabala/shutterstock.com
 Nicht Jeder darf bei Durst so hemmungslos losschlabbern wie diese Fellnase.Wer Durst hat, sollte trinken. Doch manche Menschen müssen aufgrund einer Erkrankung ihre Flüssigkeitsaufnahme einschränken. Was können sie tun, um ihren Durst zu lindern?

Wenn Flüssigkeit gefährlich wird
Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist für den Körper enorm wichtig. Denn nur so können Herz, Gehirn, Nerven und Stoffwechsel richtig funktionieren. Mit dem Signal Durst sagt unser Körper, wann Trinken angesagt ist. Doch bei einigen Erkrankungen müssen die Betroffenen ihr Durstgefühl missachten und die Zufuhr von Flüssigkeit kontrollieren.

Typisches Beispiel ist die Herzschwäche. Kann das Herz das Blut nicht mehr kraftvoll durch den Körper pumpen, kommt es schnell zu Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut oder sogar in der Lunge (Ödeme). Das Gleiche gilt für Nierenerkrankungen, bei denen die Niere das Wasser nicht mehr ausreichend ausscheiden kann. Lebererkrankungen können wiederum durch eine veränderte Zusammensetzung der Bluteiweiße zu einer gefährlichen Ansammlung von Wasser im Bauchraum (Aszites) führen. Dagegen hilft nur eines: Die Zufuhr von Flüssigkeit zu reduzieren.

Von salzarmer Kost bis Mundspray
Doch für die Betroffenen ist es sehr schwer, nicht nach Belieben und Durstgefühl trinken zu dürfen. Mit diesen Tipps fällt das Trinkmanagement etwas leichter:

Die täglich erlaubte Trinkmenge gut einteilen. Einen Teil davon für nächtliches Trinken bereithalten.Bei der Trinkmenge versteckte Flüssigkeiten mitberücksichtigen. Sie kommen in Suppe, Pudding, Obst und Gemüse vor.Salzarm kochen und Zucker reduzieren. Beides verursacht Durst.Regelmäßig und in kleinen Schlucken trinken. Nicht auf den Durst warten.Kleine und schmale Trinkgefäße benutzen.Heiße Getränke vorziehen. Sie sorgen automatisch dafür, dass man langsam trinkt.Medikamente möglichst mit dem Essen einnehmen. Das spart Trinkflüssigkeit.Zwischendurch kleine Eiswürfel oder tiefgefrorene Beeren lutschen. Auch Zitrone wirkt erfrischend und regt die Speicheldrüsen an.Trockene Raumluft meiden. Durch sie trocknen Haut und Körper zusätzlich aus.Mit geschlossenem Mund atmen und bei spröden Lippen einen Lippenpflegestift benutzen.Mundsprays verwenden oder den Mund immer wieder mit Wasser ausspülen. Das befeuchtet die Schleimhäute.

Quelle: ptaheute

8 Punkte für die Herzgesundheit: Gut geschützt

Quelle: apotheken.de | 28.07.2022 | SewCream/shutterstock.com
 Herzen müssen das ganze Leben lang in Schutz genommen werden - am besten mit einer herzgesunden Lebensweise.Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Mit einer herzgesunden Lebensweise lässt sich aber gut vorbeugen. 8 Punkte gibt es dabei zu beachten.

Schlafdauer als neue Komponente
Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben viel mit der Lebensweise zu tun, also z. B. mit dem, was man isst, ob man raucht und wie viel man sich bewegt. Deshalb geben Herzspezialist*innen regelmäßig Tipps für eine herzgesunde Lebensweise heraus. Eine der wichtigsten Checklisten stammt von der American Heart Association, sie wurde gerade frisch aktualisiert und um einen wichtigen Punkt erweitert – die Schlafdauer.

Gesund ernähren. Geraten wird zu einer ausgewogenen Ernährung, z.B. in Form der Mittelmeerdiät. Generell sollen viel Früchte, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte verzehrt werden. Bei Salz, Zucker, rotem und verarbeitetem Fleisch sowie gesüßten Getränken mahnen die Expert*innen zur Zurückhaltung. Ausreichend bewegen. Erwachsene sollten sich pro Woche mindestens 150 Minuten moderate körperlich betätigen. Das sind Bewegungen, bei denen man noch gut reden kann, wie z.B. Walken oder langsames Joggen. Alternativ kann man sich auch 75 Minuten pro Woche richtig anstrengen. Nicht rauchen. Damit sind nicht nur traditionelle Tabakprodukte gemeint. Hinzugekommen ist der Rat, auch auf E-Zigaretten und andere Vaping-Devices zu verzichten. Auch Passivrauchen sollte man sich zum Schutz des eigenen Herzens nicht aussetzen. Genug schlafen. 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht gelten für Erwachsene als ideal. Jugendlichen werden 8 bis 10 Stunden, Kindern von 6 bis 12 Jahren 9 bis 12 Stunden empfohlen. Der Punkt „Schlafen“ wurde neu aufgenommen, weil inzwischen etliche Studien einen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Herzgesundheit nachgewiesen haben. Übergewicht vermeiden. Mit der bestmöglichen Herzgesundheit geht ein Body Mass Index (BMI) von 18,5 bis 24,9 einher. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Grenze je nach Ethnie variieren kann. Im Zweifel sollte man dazu seine Ärzt*in befragen. Blutdruck kontrollieren. Optimal fürs Herz sind Werte unter 120 systolisch und 80 diastolisch, also ein zusammengesetzter Wert kleiner 120/80. Blutzuckerspiegel. Kontrollieren sollte man neben dem Nüchternblutzucker auch den HbA1c-Wert. Während der Nüchternblutzucker eher eine Momentaufnahme ist, zeigt der HbA1c-Wert den längerfristigen Blutzuckerspiegel an. Fettstatus. Auch hier empfehlen die Expert*innen einen neuen Messwert zur Prüfung. Statt des bisher genutzten Gesamtcholesterins soll das Non-HDL-Cholesterin gemessen werden. Dieser Wert ist zuverlässiger, außerdem muss die Patient*in für die Blutentnahme nicht nüchtern sein.

Quelle:SpringerMedizin

Endokarditis

Quelle: apotheken.de | 13.08.2008 | Jacob Lund/Shutterstock.com
 Patient*innen mit einer Endokarditis müssen oft mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen.2

Endokarditis (Herzinnenhautentzündung, Herzinnenwandentzündung): Entzündung der Herzinnenhaut, vor allem an den Herzklappen. Sie wird meist durch Bakterien oder Pilze verursacht (infektiöse Endokarditis) und macht sich zunächst mit Fieber, Blässe und Leistungsminderung bemerkbar. In schweren Fällen droht eine Blutvergiftung, manchmal kommt es durch Schädigung der befallenen Herzklappe auch zu einer Herzinsuffizienz.

Die infektiöse Endokarditis ist eine gefährliche Erkrankung, die in der Regel mit einem längeren Krankenhausaufenthalt verbunden ist. Für etwa 18 % der Betroffenen verläuft sie tödlich und bei über 30 % ist ein chirurgischer Eingriff an der zerstörten Herzklappe erforderlich.

Symptome und Leitbeschwerden

Fieber, Schüttelfrost, nächtliches Schwitzen Allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopf- und Rückenschmerzen Kleinste Hauteinblutungen an Handflächen und Fußsohlen (Petechien) In fortgeschritteneren Stadien Zeichen der |Herzinsuffizienz.

Wann zum Arzt

Am gleichen Tag, wenn eine fieberhafte Infektion verbunden ist mit
Atemnot Ödemen Hauteinblutungen Blut im Urin.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung
Das Endokard, die innere Auskleidung des Herzens, hat stets Kontakt zum fließenden Blut und damit auch zu den Bakterien und Pilzen, die immer wieder für kurze Zeit im Blut zirkulieren. Schon bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Zähneputzen gelangen Mundkeime ins Blut, erst recht geschieht dies bei ärztlichen oder zahnärztlichen Eingriffen und fieberhaften Infekten. Ein gesunder Organismus macht diese Erreger in nur wenigen Minuten unschädlich. Bei schlechter Abwehrlage kann diese kurze Zeit aber ausreichen, dass sich Erreger an der Herzinnenhaut ansiedeln und dort festsetzen. Zu den wichtigsten Erregern der Endokarditis gehören Streptokokken, Staphylokokken, aber auch Enterokokken und Pilze, am häufigsten betroffen ist die Herzinnenhaut der Herzklappen.

Ursachen
Ursachen für eine solche Einschwemmung von Bakterien oder Pilzen sind z. B.

Infizierte Venenverweilkatheter Intravenöser Drogenkonsum mit unsterilen Nadeln Zahnärztliche Eingriffe Operative Eingriffe "Harmlose" Infekte im Körper, wie z. B. eine Blasenentzündung.

1929_GTV_Endokarditis_Mikroembolie_Finger.jpg|Eine bakterielle Lungenentzündung mit einem Abszess durch Staphylokokken (rote Pfeile) infolge verschmutzter Spritzenbestecke führte bei einer 31-jährigen Drogenkonsumentin zu einer Endokarditis. Rechts sieht man die endokarditis-typischen rot-schwärzlichen Mikroembolien in den Fingerspitzen der Patientin. |[GTV 1929]

Risikofaktoren
Besonders anfällig für die Ansiedelung von Erregern sind bereits vorgeschädigte Herzklappen, wie dies z. B. bei degenerativ veränderten, verkalkten Klappen der Fall ist. An infektiöser Endokarditis erkranken daher bevorzugt ältere Menschen.

Außerdem besteht ein besonders hohes Risiko für eine infektiöse Endokarditis bei

Fremdkörpern im Herzen (z. B. künstliche Herzklappen, sogenannte Herzklappenprothesen) Angeborenen Herzfehlern Patienten mit überstandener Endokarditis.

Formen
Je nachdem wie aggressiv der Erreger ist, unterscheidet man eine akute und eine subakute Form der Endokarditis. Bei einer akuten Endokarditis kommt es innerhalb kürzester Zeit, oft schon innerhalb von 24 Stunden, zu massivem Fieber, Schwäche und Gelenkbeschwerden, typische Komplikationen sind die schwere akute Herzinsuffizienz durch Zerstörung einer Herzklappe und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) mit Multiorganversagen. Die subakute Endokarditis oder Endokarditis lenta verläuft schleichender und eher schubweise, daher wird die richtige Diagnose oft erst nach Wochen und Monaten gestellt.

Sonderform
Eine Sonderform der Endokarditis ist die Schädigung der Herzklappen durch (akutes) rheumatisches Fieber. Erreger eitriger Hals- und Mandelentzündungen, also Streptokokken der Gruppe A, können zur Bildung von Antikörpern führen, die fälschlicherweise auch mit körpereigenem Gewebe reagieren und es schädigen. Dadurch kommt es etwa 2 Wochen nach der Halsentzündung zur nichtinfektiösen Endokarditis (abakterielle Endokarditis). Sie ist Teil des rheumatischen Fiebers, das außerdem mit Entzündungen der Gelenke, der Haut und der Niere (Glomerulonephritis) einhergeht.

Im Vordergrund dieser durch ein |Autoimmungeschehen bedingten Entzündung steht der Befall der |Mitralklappe. Häufig schrumpft dadurch im Verlauf der nächsten Jahre und Jahrzehnte die Mitralklappe und verengt sich (|Mitralklappenstenose). Ein rheumatisches Fieber lässt sich durch eine frühzeitige antibiotische Behandlung der |Streptokokken-Angina verhindern. Da dies seit vielen Jahren praktiziert wird, ist das akute rheumatische Fieber in den Industrieländern mittlerweile zu einer seltenen Erkrankung geworden.

Komplikationen
Eine akute Endokarditis kann eine Herzklappe innerhalb weniger Stunden so stark schädigen, dass eine schwere Herzinsuffizienz entsteht. Die entzündlichen Vorgänge an Herzklappen führen außerdem häufig zu rasenartigen oder fadenförmigen Auflagerungen auf den Klappen, den Klappenvegetationen. Wenn sich diese bakterienhaltigen Klappenvegetationen ablösen und fortgeschwemmt werden, führt dies zu Durchblutungsstörungen und Keimverschleppungen in andere Körperteile bzw. Organe (septische Embolien). Daneben bringt auch der immunologische Abwehrkampf des Körpers zusätzliche Gefäßschäden in den betroffenen Organen mit sich. Diese Mechanismen sind verantwortlich für Symptome bzw. Komplikationen wie

Nierenfunktionseinschränkung mit Blut im Urin Kleinste punktförmige Hauteinblutungen (Petechien), auch in Auge oder Gaumen Bakterielle Einschleppungen (Embolien) mit der Folge von Abszessen, z. B. in Gehirn, Niere oder Milz Schmerzhafte rötliche Knötchen an den Fingerbeeren, Handflächen und Fußsohlen (Osler-Knötchen) Milzvergrößerung mit Gefahr der Milzruptur.

Diagnosesicherung

Hat der Arzt einen Verdacht auf Endokarditis, legt er mehrfach |Blutkulturen an, um den Erreger zu züchten, zu identifizieren und damit das wirksamste Antibiotikum auswählen zu können. Bei der körperlichen Untersuchung achtet er auf Einblutungen der Haut und Schleimhäute. Beim Abhören des Herzens fallen gelegentlich Herzgeräusche auf.

Das Labor zeigt eine erhöhte BSG und weitere Entzündungszeichen wie vermehrte weiße Blutkörperchen (Leukozytose) und ein erhöhtes CRP. Im Blutbild findet sich meist eine Anämie, beim rheumatischen Fieber sind die Antikörper gegen Streptokokken erhöht (Anti-Streptolysin-Titer).

Im Herzecho und vor allem in der |transösophagealen Echokardiografie erkennt der Arzt Klappenvegetationen oder kleine Abszesse der Herzinnenhaut. Das EKG hilft nur dann, wenn der angrenzende Herzmuskel von der Entzündung mit erfasst wird (Begleitmyokarditis).

Organkomplikationen deckt der Arzt mit der entsprechenden Diagnostik auf. Zeigt der Patient Symptome wie bei einem Schlaganfall, sucht er z. B. mithilfe eines MRT nach septischen Embolien im Gehirn. Urinuntersuchungen, Nierenwerte im Blut und Ultraschall zeigen Nierenkomplikationen an, einer vergrößerten Milz kommt er mit dem Bauchultraschall auf die Spur.

Behandlung

Die wichtigste Therapie ist eine 4 bis 6-wöchige Antibiotikabehandlung, die schon bei Krankheitsverdacht beginnt und bei Nachweis des Erregers angepasst wird. Normalerweise verbleibt der Patient dafür die ersten 2 Wochen im Krankenhaus, damit die Ärzte etwaige Komplikationen frühzeitig erkennen können. Die antibiotische Therapie erfolgt intravenös, meist werden mindestens 2 Wirkstoffe kombiniert. Häufig verwendete Antibiotika sind Ampicillin, Gentamicin, Flucloxacillin und Vancomycin. Pilze bekämpft der Arzt mit Amphotericin B oder 5-Fluorocytosin.

Schlägt diese Therapie nicht an und die Klappenfunktion verschlechtert sich, muss der Herzchirurg die infizierte Klappe operativ entfernen und eine Kunst- oder Bioklappe (vom Schwein) einsetzen (Herzklappenprothese). Große Klappenvegetationen mit Embolien (z. B. mit schlaganfallähnlichen Durchblutungsstörungen im Gehirn) erfordern mitunter eine vorbeugende Klappenoperation.

Beim rheumatischen Fieber bekommt der Patient Antibiotika gegen die Streptokokkeninfektion und entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung der autoimmunen Reaktion. Schwere Verläufe behandeln die Ärzte zusätzlich mit Kortison.

Prognose

Die Gesamtüberlebensrate beträgt unter Therapie etwa 80 %. Rückfälle sind häufig, jeder 10. Endokarditispatient entwickelt eine weitere Herzklappenentzündung.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können
Lassen Sie sich einen Herzpass ausstellen, den Sie bei allen ärztlichen Eingriffen vorlegen. Darin ist ein Behandlungsvorschlag für die Antibiotikaprophylaxe vermerkt. Achten Sie als Risikopatient auf eine gute Zahnhygiene, aber vermeiden Sie aggressives Zähneputzen mit Zahnfleischbluten. Am besten verwenden Sie eine elektrische Zahnbürste mit weichen Borsten. Schrecken Sie bei bakteriellen Infektionen nicht vor einer frühzeitigen und ausreichend langen antibiotischen Therapie nach Absprache mit Ihrem Arzt zurück. Nehmen Sie Antibiotika immer wie verordnet bis zur letzten Tablette ein, auch wenn Ihre Beschwerden schon vorher nachgelassen haben. Für Urlaubsreisen lassen Sie sich am besten eine Vorratspackung Antibiotika verschreiben, die Sie dann bei Bedarf einsetzen können. Verzichten Sie auf Tätowierungen oder Piercings.

Antibiotika-Prophylaxe
Stark endokarditisgefährdet sind Patienten, die schon einmal an einer Endokarditis erkrankt waren und Patienten mit künstlicher Herzklappe oder schwerem angeborenem Herzfehler (siehe oben Risikofaktoren). Hier empfehlen Ärzte vor Untersuchungen und operativen Eingriffen, bei denen bekanntermaßen Bakterien in die Blutbahn gelangen, eine vorbeugende Antibiotikaeinnahme. Diese Endokarditisprophylaxe besteht in der Regel in einer einmaligen Antibiotikagabe kurz vor dem Eingriff.

Die Empfehlung gilt für Maßnahmen wie operative Eingriffe in Nasen-Rachen-Raum, bei Eingriffen an infiziertem Gewebe in Atem-, Magen-Darm- und Urogenitaltrakt, operativen Behandlungen von Abszessen oder bei zahnärztlicher Behandlung mit Blutungsgefahr (z. B. Zahnextraktion).

Bei Vorhof- und Kammerseptumsdefekt, hypertrophischer obstruktiver Kardiomyopathie, Mitralklappenprolaps, rheumatisch bedingten Herzerkrankungen und bei verkalkter Aortenklappenstenose soll entgegen früherer Empfehlungen auf eine Antibiotikaprophylaxe zukünftig verzichtet werden, weil die Endokarditisgefahr durch derartige Eingriffe nicht ansteigt.

Geringes Durstgefühl bei Senior*innen: Tipps für besseres Trinken

Quelle: apotheken.de | 05.07.2022 | NDAB Creativity/Shutterstock.com
 Neben Wasser füllen auch Obst und Gemüse die Flüssigkeitsspeicher wieder auf. Die aktuellen Temperaturen machen vielen betagten Menschen zu schaffen. Ein paar einfache Tricks erinnern Ältere, gerade im Sommer genügend zu trinken und sich vor Austrocknung zu schützen.

Geringes Durstgefühl
Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl oft weniger ausgeprägt. Tritt zu der fehlenden Flüssigkeitszufuhr ein erhöhter Flüssigkeitsverlust, beispielsweise durch starke Schweißbildung oder Durchfallerkrankungen, kann es zu einer Austrocknung des Körpers (Dehydrierung) kommen. Die daraus resultierenden Störungen im Salzhaushalt gehen öfter mit einer Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit einher. Im schlimmsten Fall droht eine Austrocknung.

So trinken Betagte zwei Liter täglich
Doch Senior*innen können einer Austrocknung leicht vorbeugen. „Den Salzverlust durch starkes Schwitzen kann man am besten durch natriumreiches Mineralwasser oder tassenweise getrunkene Gemüse- oder Fleischbrühen wieder ausgleichen“, rät Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK. Auch folgende Tipps helfen betagten Menschen, die tägliche Mindestzufuhr von 2 Litern Flüssigkeit einzuhalten:

Ein eigens erstellter Trinkplan sorgt für ein fast automatischen Trinken über den Tag verteilt.Die erforderliche Trinkmenge für den Tag in Sichtweite stellen.Eine große Flasche Wasser unterwegs immer bei sich tragen.Wasserreiches Obst und Gemüse wie Wassermelonen, Nektarinen oder Pfirsiche sind ebenfalls gute Flüssigkeitsspender.Bei Trinkschwierigkeiten erleichtern Strohhalme oder Schnabeltassen die Aufnahme von FlüssigkeitenFrische Fruchtsäfte können die Trinklust anregen.Leichte Mahlzeiten, beispielsweise Salat, Fischgerichte mit viel Gemüse oder Obst, liegen nicht schwer im Magen und bieten noch Platz für Flüssigkeit.Kleinere aber mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt lassen ebenfalls Kapazität für genügend Getränke.

Bei einigen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Nierenschwäche ist die Trinkmenge aus medizinischen Gründen begrenzt, um den Körper nicht mit zuviel Flüssigkeit zusätzlich zu belasten. Auch wenn dies gerade im Sommer schwierig ist, sollten Betroffene das von der Ärzt*in angegebene Limit auf 10 Prozent genau einhalten.

Quellen: Barmer

Aortenaneurysma

Quelle: apotheken.de | 10.04.2008 | IMAGO/Science Photo Library
 Keine Zeit verlieren: Ist ein Aortenaneurysma gerissen, muss die Blutung sofort gestillt werden.2

Aortenaneurysma: Krankhafte Aussackung der Gefäßwand der Hauptschlagader (Aorta). Aortenaneurysmen treten bevorzugt bei älteren Menschen und überwiegend an der Bauchaorta auf. Männer erkranken wesentlich häufiger als Frauen. Jedes größere Aortenaneurysma ist eine Zeitbombe – es kann platzen und verursacht dann meist tödliche innere Blutungen. Die rasche gefäßchirurgische Beseitigung ist deshalb die Behandlung der Wahl, wenn das Aortenaneurysma eine kritische Größe entwickelt hat.

Es können auch an jedem anderen arteriellen Gefäß Aneurysmen auftreten z. B. im Rahmen von Autoimmunerkrankungen oder |Vaskulitiden.

Symptome und Leitbeschwerden

Selten Rückenschmerzen, oft als nagender Dauerschmerz oder leichter lokaler Druckschmerz Pulssynchrones Klopfgefühl im Bauch Beim Aufreißen der Aorta: Plötzlich Atemnot bei Belastung, starke Schmerzen, Blutdruckabfall, Kreislaufzusammenbruch.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn
die obigen Beschwerden bemerkt werden.

Sofort den Notarzt rufen, wenn
plötzlich starke Schmerzen im Brust- oder Bauchbereich mit Schwindel, Schwäche, Übelkeit und kaltem Schweiß auftreten.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung
Eine gesunde Aorta hat bei Erwachsenen einen Durchmesser von etwa 2,5 bis 3,5 cm – je nach Geschlecht, Körpergröße und Ort der Messung. Durch Gewebsschwäche und/oder Einrisse der Innenschicht kann sich die die komplette Gefäßwand der Aorta weiten und ausleiern, es entsteht ein sack- oder spindelförmiges Aneurysma. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck (Bluthochdruck) verstärkt diesen Prozess und treibt das Wachstum des Aneurysmas regelrecht voran.

Ursachen der Gewebeschwäche sind degenerative, entzündliche oder genetisch bedingte Veränderungen der Gefäßwand wie

Arteriosklerose Infektionskrankheiten (Syphilis, Pilzinfektionen) angeborene Bindegewebserkrankungen (Marfan-Syndrom oder Ehlers-Danlos-Syndrom) Gefäßerkrankungen.

Lokalisation
Am häufigsten tritt eine solche Aufweitung an der Bauchaorta auf (abdominelles Aortenaneurysma), besonders gefährdete Stellen sind abzweigende Gefäße zum Darm oder zu den Nieren. Seltener entwickelt sich ein Aortenaneurysma auch an der Brustaorta (thorakales Aortenaneurysma).

Verlauf und Komplikationen
Typischerweise wird ein Aneurysma immer größer, im Durchschnitt wächst es pro Jahr um etwa 4 mm. Der Durchmesser der Aorta kann dabei um das Doppelte und mehr zunehmen. Je größer ein Aortenaneurysma wird, desto größer ist die Gefahr, dass es zerreißt (Ruptur). Beträgt der Durchmesser des Bauchaortenaneurysmas weniger als 5 cm, liegt dieses Rupturrisiko unter 1 %. Ist der Durchmesser größer als 8 cm, steigt das Rupturrisiko auf über 25 % an. Die Ruptur eines Aortenaneurysmas ist lebensbedrohlich, es drohen massive Einblutungen in den Bauchraum, Hypotonie und Schock.

In manchen Fällen lösen sich auch Blutgerinnsel aus dem Aneurysma, werden als sog. Embolie in kleinere Arterien weitertransportiert, bleiben dort stecken und lösen einen akuten arteriellen Verschluss aus (z. B. Darmarterienverschluss).

Diagnosesicherung

Die Diagnose wird meist zufällig bei einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung im Zuge einer |Vorsorgeuntersuchung gestellt. Manchmal fallen dem Patienten selbst oder dem Arzt bei der körperlichen Untersuchung eine pulsierende Schwellung beim Abtasten des Bauchs auf. Mit dem Stethoskop kann der Arzt über dem Aneurysma oft Strömungsgeräusche hören.

Bei den technischen Untersuchungsverfahren ist zunächst der Ultraschall wegweisend. Damit erkennt der Arzt das Aneurysma und prüft dessen Größe und Ausdehnung. In manchen Fällen zieht er auch die Echokardiografie heran. Zur Planung der Therapie erfolgen Aufnahmen mit dem Kernspin und/oder einer CT.

Differenzialdiagnosen. Aufgrund der starken Schmerzen und der Schocksymptomatik kann eine Aneurysmaruptur mit einer Nierenkolik, einer akuten Divertikulitis und einer akuten gastrointestinalen Blutung verwechselt werden.

Behandlung

Die entscheidende Frage ist die nach der Dringlichkeit einer Operation. Ein Aortenaneurysma neigt mit zunehmender Größe zum Zerreißen. Die dadurch entstehende Massenblutung, wie sie der Mediziner nennt, endet selbst bei sofortiger Operation meist tödlich. Leider sind Operationen an Aortenaneurysmen stets schwerwiegende Eingriffe, da abhängig vom Ort des Aneurysmas 5–10 % der Eingriffe tödlich verlaufen.

Deshalb haben jahrelange Beobachtungen zu der Empfehlung geführt, ein Bauchaortenaneurysma erst dann zu operieren, wenn es einen Querdurchmesser von 5 cm bei Männern und 4,5 cm bei Frauen überschreitet. Treten Beschwerden wie Rücken-, Bauch- oder Flankenschmerzen auf, empfehlen die Ärzte auch bei kleineren Aneurysmen eine Operation. Ein solcher Eingriff sollte möglichst zeitnah erfolgen, d. h. innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Schmerzen.

Im Einzelfall beeinflussen auch weitere Kriterien die Entscheidung, z. B. wie gut das Aneurysma operationstechnisch zugänglich ist und welche Begleiterkrankungen bestehen. So wird im Bereich des Brustkorbs wegen der besonders schwierigen OP-Gegebenheiten erst bei größeren Durchmessern (5,5 bis 6 cm) operiert.

Bei der Operation ersetzt ein Gefäßchirurg die erweiterte Aorta durch eine Gefäßprothese. Für die Bauchaorta gibt es darüber hinaus noch die Möglichkeit, eine Stentprothese über einen Katheter einzubringen und im Aneurysma als "Rohr im Rohr" zu platzieren.

1943_GTV_Operation_Aortenaneurysma.png|Operation eines Aortenaneurysmas. Der Gefäßchirurg ersetzt die erweiterte Aorta durch eine Y-förmige Gefäßprothese. |[GTV 1943]

Solange noch keine Operation ansteht, kontrolliert der Arzt das Aneurysma regelmäßig mit dem Ultraschall, um eine Größenänderung rechtzeitig zu erkennen. Aneurysmen > 4 cm Durchmesser untersucht er alle 6 Monate, bei einer Ausdehnung < 4 cm erfolgen jährliche Kontrollen. Mithilfe einer guten Blutdruckeinstellung versucht er, das Wachstum des Aneurysmas zu verlangsam. Außerdem müssen alle weiteren Risikofaktoren der Arteriosklerose vermindert werden (z. B. Rauchverzicht, Behandlung von Fettstoffwechselstörungen und Diabetes).

Prognose

Das Aortenaneurysma ist eine fortschreitende Erkrankung. Mit zunehmender Größe steigt auch das Risiko für eine Aortenruptur, also das Zerreissen der Arterie. Beträgt der Durchmesser des Aneurysmas mehr als 8 cm, kommt es in 25 % der Fälle zu einer Ruptur.

Die Ruptur selbst hat eine schlechte Prognose – jeder zweite Patient verstirbt trotz Notfalloperation.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können
Nicht jedes Aneurysma muss operiert werden. Je nach Größe und Form ist die Wahrscheinlichkeit eines Zerreißens unterschiedlich hoch. Wägen Sie die Argumente, die für bzw. gegen eine OP sprechen, gemeinsam mit Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie sich operieren lassen, suchen Sie eine Klinik mit großer Erfahrung im Bereich der Gefäßchirurgie. Die OP kann offen (größerer Schnitt) oder minimal-invasiv als Stentprothese durchgeführt werden. Welcher Eingriff für Sie in Betracht kommt, hängt von Lage, Ausmaß und eventuellen Begleiterkrankungen ab. Rät der Arzt zunächst zu einem abwartenden Verhalten, halten Sie die Kontrolltermine ein. Folgende Maßnahmen helfen, das Aneurysma in Schach zu halten:

Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck engmaschig, er sollte < 140/90 mmHg liegen. Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob moderater Ausdauersport für Sie günstig ist – Blutdruckspitzen sollten aber auf jeden Fall vermieden werden. Regulieren Sie Ihren Stuhlgang und verhindern Sie unbedingt Verstopfung und starkes Pressen, da auch dadurch der Blutdruck steigt. Reduzieren Sie Ihr Gewicht, wenn Sie übergewichtig sind.

Nach der Operation
Nach einer offenen Operation darf der Patient 2 Monate lang keine schweren Lasten über 5–10 kg heben. Husten und Verstopfung sollten vermieden werden, um den Druck im Bauch- und Brustraum nicht kurzzeitig zu erhöhen. Bauen Sie Ihren Kreislauf und Ihre Kondition langsam wieder auf, am besten gehen Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt zweimal täglich mindestens 30 Minuten spazieren.

Prävention
Etwa 2 von 100 Männern zwischen 65 und 75 Jahren sind von einem Aortenaneurysma betroffen. Deshalb zahlt die Krankenkasse Männern ab 65 Jahren eine einmalige Ultraschall-Untersuchung zur Früherkennung.

Die beste Prävention gegen Gefäßerkrankungen wie Aortenaneurysma, koronare Herzkrankheit (KHK) oder pAVK ist ein gesunder Lebensstil. Was Sie dafür tun können, finden Sie im Beitrag koronare Herzkrankheit unter "Ihr Apotheker empfiehlt".

Weiterführende Informationen

K. & J. Ennker: Aortenchirurgie. Steinkopff, 2008. Patientenratgeber zu Aortenaneurysma und Aortendissektion. Überblick über Ursachen, Therapiemöglichkeiten und die Zeit nach der Operation.

Handy und Herzschrittmacher: Riskantes Duo?

Quelle: apotheken.de | 09.06.2022 | Piyoros C/shutterstock.com
 Handys in der Brusttasche sind heute keine Gefahr mehr für Schrittmacherträger*innen.Immer mehr Menschen tragen einen Herzschrittmacher in ihrer Brust. Viele davon sorgen sich, dass Handys, Metalldetektoren oder das Fahren in einem Elektroauto die Funktion ihres eingepflanzten Gerätes stören könnten. Sind die Bedenken berechtigt?

Moderne Filtertechnologien schützen
Lange wurden Schrittmacherpatient*innen vor elektromagnetischen Wellen gewarnt. Es hieß, dass diese die Funktion des eingebauten Taktgebers stören und Herzrhythmusstörungen auslösen könnten. Deshalb sollten Handys z. B. nicht in der Brusttasche über dem eingepflanzten Gerät getragen und die elektronische Sicherheitsschleuse am Flughafen besser gemieden werden.

Richtig ist, dass elektrische Geräte durch elektromagnetische Wellen Schrittmacher und eingepflanzte Defibrillatoren beeinflussen können. Doch seit zwanzig Jahren sind die allermeisten Implantate mit modernen Filtertechnologien ausgestattet, berichtet der Kardiologe Carsten Israel. Viele der früher genannten Risiken bestehen deshalb nicht mehr. Meldungen über Fehlfunktionen oder Geräteschäden durch Interferenzen gibt es kaum noch. Doch wie sieht es im Einzelnen mit den möglichen Gefahrenquellen aus?

Mobilfunkgeräte, Laptops und Computer. Weder die dauerhafte Nähe zu einem PC noch zu einem Handy ist riskant. Deshalb dürfen Mobilfunkgeräte auch direkt über dem Schrittmacher in der Brusttasche aufbewahrt werden.Induktionsherde und Körperfettwaagen. Diese Geräte erzeugen recht starke elektromagnetische Felder. Bei Induktionsherden ist ein Abstand von 25 cm zwischen Schrittmacher und Kochfeldern einzuhalten. Das bedeutet, dass man sich nicht über das Kochfeld lehnen soll. Hersteller*innen von Körperfett- oder Bioimpedanzwaagen raten Menschen mit Schrittmachern generell von der Nutzung ab. Fachleute sehen für Patient*innen mit einem stabilen Eigenrhythmus des Herzens allerdings keine Gefahr. In jedem Fall sollten Schrittmacherträger*innen ärztlich abklären, ob sie eine Körperfettwaage benutzen dürfen.Elektroautos. Trotz der großen Batterien ist das Fahren in Elektroautos gefahrlos möglich. Das Gleiche gilt für elektrisch betriebene Straßenbahnen und Züge.Starkstromleitungen. Auch die Nähe zu Starkstromleitungen oder -einrichtungen führt nicht zu Interferenzen mit dem Schrittmacher.Metalldetektoren, Diebstahlsicherungen. Menschen mit eingepflanztem Schrittmacher oder Defibrillator können solche Sicherheitsschleusen gefahrlos passieren, sollten dies aber zügig tun. Das gilt sowohl für Kaufhäuser als auch für den Security-Scan am Flughafen. Was das Abstasten mit dem Magnetstab angeht: Auch hier soll keine Gefahr drohen. Zur zusätzlichen Sicherheit können Betroffene das Securitypersonal auch darum bitten, mit der Hand abgetastet zu werden.Kernspin (MRT)-Untersuchungen. Nicht in die Röhre sollten Patient*innen, deren Schrittmacher erst kürzlich implantiert wurde. Manche alten Geräte haben noch Metallteile – auch damit sollte man eine MRT-Untersuchung besser meiden. Für alle anderen Patient*innen ist das Risiko für Interferenzen äußerst gering.Strahlentherapie. Heute ist es vor einer Strahlentherapie (z. B. im Rahmen einer Krebsbehandlung) nicht mehr nötig, den Schrittmacher auszubauen. Den Radiolog*innen gelingt es meist, die Bestrahlung um das Gerät herum zu platzieren. Allerdings sollte nach der Bestrahlung die Funktion des Geräts geprüft werden.

Quelle: www.kardiologie.org, kardionet.de

Sommernächte riskant fürs Männerherz: Erhöhtes Sterberisiko

Quelle: apotheken.de | 01.06.2022 | LightField Studios/shutterstock.com
 In heißen Sommernächten kann man sich auf vielerlei Arten abkühlen.Heiße Sommernächte können gefährlich sein – vor allem für Männer. Denn wenn sie an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, steigt durch die Hitze ihr Risiko, nachts daran zu versterben.

Hitzeanstieg nachts besonders ausgeprägt
Der Klimawandel lässt das Thermometer immer weiter in die Höhe klettern. Dabei steigt nachts die Hitzeintensität noch stärker als tagsüber. Mit ernsten Folgen für Herz-Kreislauf-Patienten: Denn die Vermutung, dass es in heißen Nächten vermehrt zu Herzinfarkten oder Schlaganfall kommt, wurde jetzt in einer britischen Studie bestätigt.

Die Gefahr droht offenbar vor allem Männern zwischen 60 und 64 Jahren, wie die Forscher*innen berichten. Sie hatten alle Todesfälle untersucht, die sich von 2001 bis 2015 in England und Wales in den Monaten Juni und Juli ereignet hatten. Innerhalb dieses Zeitraums verstarben fast 40 000 Menschen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Todesfälle setzten sie in Zusammenhang mit den nächtlichen Temperaturen. Es stellte sich heraus, dass jedes Grad mehr (im Vergleich zu den mittleren Temperaturen der Sommernächte aus den Jahren 1981 bis 2010) das kardiovaskuläre Sterberisiko um fast 5% erhöhte. Das galt allerdings nur für Männer zwischen 60 und 64 Jahren. Für Männer über 65 Jahren und Frauen ließ sich kein Zusammenhang zwischen einem Herz-Kreislauf-Tod und der nächtlichen Temperatur feststellen.

Von Schlafmangel bis zu offenen Fenstern
Als Ursache vermuten die Forscher*innen, dass die Hitze zu Schlafmangel führt, der bekannterweise ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle ist. Außerdem gelangen womöglich durch die hitzebedingt geöffneten Fenster mehr Schadstoffe und Straßen- oder Fluglärm ins Schlafzimmer, was Auswirkungen auf den Blutdruck haben könnte.

Testosteron beteiligt?
In Tierversuchen wurde ermittelt, dass Testosteron anfälliger für Hitzestress macht. Wenn das Männerhormon beim Menschen ebenso wirkt, könnte das erklären, warum Frauen in warmen Nächten kein erhöhtes Todesrisiko haben. Offen bleibt, warum in dieser Studie Männer zwischen 65 und 70 kein erhöhtes Sterberisiko hatten – das müssen weitere Untersuchungen klären, betonen die Autor*innen.

Quelle: Ärztezeitung