Herz, Gefäße, Kreislauf

Beim Entwässern auf Natrium achten: Vorsicht mit Diuretika

Quelle: apotheken.de | 04.05.2026 | mauritius images / Viacheslav Iakobchuk / Alamy / Alamy Stock Photos
 Vor allem zu Beginn einer Entwässerungstherapie sollte gut auf Nebenwirkungen geachtet werden.Entwässerungsmittel werden bei vielen Erkrankungen eingesetzt. Eine Wirkstoffgruppe, die Thiazide, führt häufig zu einem Natriummangel im Blut. Und das vor allem zu Beginn der Therapie.

Von Müdigkeit bis Koma
Ob Wasser in den Beinen (Ödeme), Bluthochdruck oder Herzschwäche: Bei all diesen Erkrankungen gehört es zur Therapie, Flüssigkeit über die Niere aus dem Körper auszuschwemmen. Neben anderen Entwässerungsmitteln (Diuretika) werden dafür häufig Thiazide eingesetzt. Sie führen dazu, dass die Niere vermehrt Natrium und dadurch auch vermehrt Wasser ausscheidet.

Wie alle Medikamente haben auch Thiazide Nebenwirkungen. Die häufigsten betreffen den Elektrolythaushalt. Durch die gesteigerte Ausscheidung von Natrium droht ein Natriummangel, der sich auf verschiedene Arten bemerkbar macht. So kommt es bei den Betroffenen zu Müdigkeit und Lethargie, die vor allem bei älteren Patient*innen häufig zu Stürzen führen. Ist der Mangel an Natrium sehr ausgeprägt, drohen Muskelkrämpfe und Krampfanfälle, im schlimmsten Fall sogar ein Koma.

Risiko fast verdreifacht
Wie oft es zu einem Natriummangel unter einer Thiazidtherapie kommt, hat eine dänische Arbeitsgruppe untersucht. Sie verglich in zwei Studien die Auswirkung einer Hochdrucktherapie auf den Natriumhaushalt. Die mehr als 170 000 Patient*innen bekamen entweder ein Hochdruckmedikament allein oder ein Hochdruckmedikament plus Thiazid.

Das Risiko für einen Natriummangel wurde durch eine Therapie mit einem Thiazid fast verdreifacht. Am höchsten war es in den ersten Monaten der Behandlung. Auch die Dosis des Diuretikums war entscheidend: Je höher die tägliche Einnahmemenge, desto häufiger war der Natriummangel. Einen weiteren Einfluss hatte das Alter der Patient*innen: Mit den Jahren stieg das Risiko kontinuierlich an.

Bei Warnzeichen zur Ärzt*in
Diese Studie zeigt, dass man vor allem zu Beginn einer Behandlung mit Thiaziddiuretika aufmerksam sein sollte. Ärzt*innen müssen regelmäßig den Natriumspiegel im Blut messen. Und für Patient*innen ist es wichtig zu wissen, welche Beschwerden auf einen Natriummangel hindeuten. Bei einer unerklärbaren Müdigkeit oder Muskelkrämpfen sollten sie unverzüglich die Hausärzt*in informieren bzw. aufsuchen.

Quelle: Annals of Internal Medicine

Blutdruckmessen will gelernt sein: Achtung Armhaltung!

Quelle: apotheken.de | 28.04.2026 | mauritius images / Srikijt / Alamy / Alamy Stock Photos
 Bei der Blutdruckmessung ist es wichtig, dass der Arm locker auf dem Tisch liegt.Für eine korrekte Blutdruckmessung ist nicht nur ein geeignetes Gerät wichtig. Auch die Armhaltung muss stimmen – sonst kommen dabei leicht falsche Werte heraus.

Armposition muss stimmen
Menschen mit Bluthochdruck sollten regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren. Das ist wichtig, um zu erkennen, ob der Blutdruck gut eingestellt ist. Liegen die Werte immer wieder unter oder über dem gewünschte Zielbereich, kann die Ärzt*in die Medikamente entsprechend anpassen.

Voraussetzung für eine korrekte Blutdruckmessung ist, dass der Arm mit der Blutdruckmanschette richtig positioniert wird. Wird am Oberarm gemessen, soll sich die Blutdruckmanschette auf Herzhöhe befinden. Der Unterarm muss locker auf einem Tisch aufliegen, damit sich keine Muskelspannung entwickelt.

Hängender Arm: Zu hohe Werte
Diese Regel wird allerdings häufig nicht befolgt. Oft legen die Patient*innen während der Messung die Hand in den Schoß oder auf den Oberschenkel, andere lassen den Arm einfach herabhängen. Das führt jedoch zu falschen Blutdruckwerten, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Darin wurden bei 133 Männern und Frauen jeweils drei Blutdruckmessungen in den drei genannten Armpositionen durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass die Messungen mit falscher Armhaltung höhere systolische Werte ergaben als bei korrekter Position. Lag die Hand im Schoß, waren die Werte durchschnittlich 4 mmHg höher, bei herabhängendem Arm sogar bis zu 6 mmHg.

Bei Hochdruckkranken Effekt besonders stark

Ein Drittel der Studienteilnehmenden litt unter einem Bluthochdruck. Bei ihnen war der negative Effekt durch eine falsche Armhaltung noch ausgeprägter. Der systolische Messwert lag bei herabhängendem Arm um durchschnittlich 8,5 mmHg höher als bei korrekter Blutdruckmessung.

Vermeintlich zu hohe Blutdruckwerte haben zwei erhebliche Folgen. Zum einen droht eine Überdiagnostik, d.h. Menschen mit eigentlich normalem Blutdruck erhalten womöglich die Diagnose Bluthochdruck. Bei bereits hochdruckkranken Patient*innen besteht wiederum die Gefahr, dass durch die Falschmessung die Dosis ihrer Medikamente gesteigert wird und damit auch das Risiko für Nebenwirkungen.

Quelle: Springer Medizin

Mit Optimismus länger leben: Schützt Herz und Zellen

Quelle: apotheken.de | 01.04.2026 | mauritius images / Wavebreakmedia
 Eine optimistische Einstellung schont Herz und Gefäße.Für ein gesundes langes Leben sind nicht nur gute Gene verantwortlich. Man kann auch einiges selbst dafür tun - zum Beispiel sich weniger ärgern.

Optimistische Menschen werden älter
Untersuchungen zeigen immer wieder: Menschen, die sich weniger stressen und optimistisch sind, leben länger als andere. So ergab die Auswertung biographischer Angaben von Novizinnen aus dem Jahr 1930, dass eine überwiegend positive Lebenseinstellung im jungen Erwachsenenalter mit einer um etwa 10 Jahre längeren Lebensdauer in Zusammenhang stand. Ähnliches kam bei einer britischen Studie von 2022 heraus: Von den über 160000 Frauen hatten Optimistinnen eine deutlich höhere Chance, 90 Jahre alt zu werden, im Vergleich zu den eher pessimistischen Studienteilnehmerinnen.

Stress ist Gift fürs Herz
Dazu passen die Ergebnisse anderer Studien, in den Stress und Ärger sich negativ auf das Herz auswirkten. Ihnen zufolge führen Wut und Ärger dazu, dass Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol ausgeschüttet werden. Diese Hormone versetzen nicht nur das Gehirn, sondern auch das Herz und die Gefäße in Aufregung. Akut steigen dabei der Blutdruck und die Herzfrequenz an. Passiert dies bei chronischem Stress immer wieder, erhöht sich das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt deutlich. Doch Stress wirkt sich nicht nur auf die Organe negativ aus. Seit einiger Zeit ist auch bekannt, dass er die Alterung der Zellen vorantreibt, was das Leben ebenfalls verkürzen kann.

Optimistische Menschen können offenbar besser mit Ärger und Wut umgehen, was sie vor Stress-bedingten schädlichen Vorgängen im Körper schützt. Womöglich leben optimistische Menschen aber auch gesünder und bewahren ihren Organismus auf diese Weise besser vor negativen Einflüssen.

Durchatmen und meditieren
Wie dem auch sei, positive Gedanken sind offenbar gut für die Gesundheit. Wer jedoch nicht von Geburt an mit einer optimistischen Einstellung gesegnet ist, kann trotzdem etwas für sich tun: und zwar bei Wut und Ärger tief durchatmen und Entspannungstechniken einsetzen. Auf diese Weise sinkt der Stresshormonspiegel im Körper, und Herz und Gefäße werden akut entlastet.

Langfristig soll außerdem Meditieren helfen: Studien haben herausgefunden, dass regelmäßiges Meditieren die Langlebigkeit auf zellulärer Ebene fördern kann.

Quelle: Medscape

Salz: Verzichten oder ersetzen?: Für Herz und Gefäße

Quelle: apotheken.de | 26.03.2026 | mauritius images / BSIP / Chassenet
 Ein Salzgemisch aus Natriumchlorid und Kaliumchlorid ist für das Herz gesünder als reines Kochsalz.Salzverzicht gehört zu den Basismaßnahmen bei der Behandlung von Bluthochdruck. In manchen Fällen reicht das nicht – dann ist der Salzersatz besser.

Salz als Hochdrucktreiber
Salz gilt als zentraler Treiber für Bluthochdruck. Es bindet Wasser im Körper und erhöht dadurch das Blutvolumen und damit den Druck in den Gefäßen. Indem Salz die Produktion von Stickstoffmonoxid hemmt, trägt es außerdem zur Verengung der Gefäße bei – was ebenfalls den Blutdruck erhöht.

Nimmt man nur wenig Salz auf, sind diese Effekte nicht dramatisch. Die heute übliche Ernährung enthält jedoch weit mehr Salz als physiologisch gesund ist. In Deutschland liegt der Salzkonsum von Männern bei durchschnittlich 10 Gramm, der von Frauen bei 8,4 Gramm pro Tag. Das ist fast doppelt so viel wie die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt.

Insbesondere Bluthochdruckkranken wird zu einer Ernährung mit weniger Salz geraten. Als Obergrenze gelten 5 Gramm pro Tag. Wie der Körper individuell auf Salz reagiert, hängt allerdings von der Nierenfunktion, vom Hormonhaushalt und von der genetischen Veranlagung ab. Deshalb ist nur etwa jede zweite Hochdruck-Patient*in salzsensitiv und profitiert von einem Salzverzicht.

70 g Kochsalz, 30 g Kaliumsalz
Manche Expert*innen halten es deshalb für sinnvoller, nicht generell auf Salz zu verzichten. Stattdessen empfehlen sie einen Salzersatz. Dabei wird das aus Natriumchlorid bestehende normale Kochsalz zum Teil mit Kaliumchlorid (KCl) ersetzt. In Studien konnte man durch den Salzersatz (70% Kochsalz, 30% KCl) die Häufigkeit von Schlaganfällen stärker senken als durch eine Salzreduktion, berichtet Professor Florian Limbourg von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Der Experte für Nieren- und Hochdruckerkrankungen empfiehlt inzwischen den meisten seiner Patient*innen kaliumhaltigen Salzersatz. Mischen kann man sich dieses Salz leicht selbst: Zum Beispiel aus 70 Gramm Kochsalz plus 30 Gramm Kaliumchlorid.

Nicht für alle geeignet
Allerdings ist der Salzersatz mit Kaliumchlorid nicht für alle Menschen geeignet. Wer unter einer schweren Nierenerkrankung oder einer Herzschwäche leidet, sollte auf das kaliumreiche Salz besser verzichten. Gleiches gilt für diejenigen, die eine Entwässerungstherapie mit Spironolacton erhalten oder aus anderen Gründen zu hohen Kaliumwerten im Blut neigen. Im Zweifel sollte man vor einem Salzwechsel erst einmal die Hausärzt*in um Rat fragen.

Quelle: Springer Medizin

Kurz vorm Ziel am gefährlichsten: Herzgefahr beim Marathon

Quelle: apotheken.de | 25.03.2026 | mauritius images / Westend61 / Wolfgang Weinhäupl
 Der gefährlichste Streckenabschnitt beim Marathon ist der Kilometer vor dem Ziel.Langstreckenläufe muten dem Herz-Kreislauf-System einiges zu. In seltenen Fällen kann es sogar zu einem Herzstillstand kommen. Männer trifft es dabei bevorzugt – womöglich aufgrund typisch männlicher Persönlichkeitsmerkmale.

17 Fälle von Herzstillstand
Ein Marathon kann für das Herz gefährlich werden. Wie gefährlich, haben französische Forschende anhand von Daten des Paris-Marathons der letzten Jahre untersucht. Zwischen 2011 und 2024 waren auf den verschiedenen Strecken etwa 1,2 Millionen Menschen mitgelaufen. 17 von ihnen hatten dabei einen plötzlichen Herzstillstand erlitten. Sieben Fälle ereigneten sich während des 20-km-Laufs, beim Halb- bzw. Vollmarathon war es jeweils zu fünf Herzstillständen gekommen.

Von den 17 Betroffenen waren 15 männlich und 2 weiblich. Das Durchschnittsalter betrug 42 Jahre. Zwei der Männer sind trotz Reanimationsmaßnahmen verstorben, 15 haben den Herzstillstand überlebt – genauso, wie die beiden betroffenen Frauen.

Höchste Gefahr kurz vorm Ziel
Bei der Analyse der Fälle stellte sich heraus, dass es beim Kurzmarathon und beim 20-Kilometer-Lauf am häufigsten auf dem letzten Kilometer zum Herzstillstand gekommen war. Berechnungen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis kurz vor dem Ziel gut 15 Mal höher als an irgendeinem anderen Punkt der Strecke.

Nach den Tempodaten hatten vor allem die Männer am Ende des Laufs noch einmal kräftig zugelegt. Das könnte bei einigen Betroffenen dazu geführt haben, dass ihr Herz-Kreislauf-System überfordert war.

Eigene Fähigkeiten überschätzt?
Eine erhöhte Risikobereitschaft und das Überschätzen der eigenen körperlichen Fähigkeiten sind Persönlichkeitsmerkmale, die sich bei Männern häufiger finden als bei Frauen. Womöglich ist dies eine der Ursachen, warum Männer bei Langstreckenlauf so viel gefährdeter sind für einen Herzstillstand als Frauen, meinen die Forscher*innen. In jedem Fall plädieren sie dafür, dass sich medizinische Teams bei einem Marathonlauf vor allem strategisch in der kritischen Zielzone positionieren.

Quelle: Springer Medizin

Nach Infarkt Beine stärken: Herzschwäche vorbeugen

Quelle: apotheken.de | 16.02.2026 | mauritius images / Evgeny Haritonov / Alamy / Alamy Stock Photos
 Die Quadricepsmuskulatur lässt sich mit und ohne Geräte stärken.Herzinfarkt überstanden? Jetzt heißt es, die Beinmuskulatur zu trainieren. Denn Personen mit viel Kraft in den Beinen entwickeln nach ihrem Herzinfarkt seltener eine Herzschwäche.

Oberschenkelmuskulatur spricht Bände
Wer einen Herzinfarkt überstanden hat, bekommt danach häufig eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Je früher man diese erkennt, desto besser lässt sich gegensteuern. Japanische Forschende haben jetzt einen Risikofaktor entdeckt, anhand dessen man Gefährdete identifizieren kann: die Kraft in der Oberschenkelmuskulatur.

Für ihre Studie prüften sie bei über 900 Patient*innen mit Herzinfarkt, aber ohne Herzinsuffizienz, die Kraft in deren Quadrizepsmuskulatur. Das ist der große vierköpfige Muskel am Oberschenkel, mit dem man das Bein im Knie streckt und in der Hüfte beugt. Nach in Relation zum Körpergewicht gemessener Kraft wurden die Männer und Frauen jeweils in zwei Gruppen eingeteilt: diejenigen mit geringer und diejenigen mit hoher Beinkraft. Im Mittel betrug die Kraft bei den Frauen 33% des Körpergewichts, bei den Männern 52%.

41% geringeres Risiko
In der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 4,5 Jahren entwickelten 7% der Infarktpatient*innen eine Herzinsuffizienz. Diejenigen mit hoher Beinkraft wurden seltener herzinsuffizient als diejenigen mit wenig Kraft im Oberschenkel. Nach Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren für eine Herzschwäche (z.B. Angina pectoris, BMI, periphere Verschlusskrankheit) hatten die beinstarken Patienten ein um 41% geringeres Risiko, herzinsuffizient zu werden. Mit jeder Steigerung der Kraft reduzierte sich diese Gefahr weiter, berichten die Forscher*innen.

Beine kräftigen beugt vor
Die Quadrizepskraft lässt sich in der Praxis leicht messen, kommentiert Studienautor Kensuke Ueno. So kann man die Patient*innen identifizieren und nachbeobachten, deren Risiko für eine Herzinsuffizienz hoch ist. Nach überstandenem Herzinfarkt rät er Betroffenen außerdem zu Krafttraining. Denn wer seine Quadrizepsmuskulatur stärkt, scheint einer Herzinschwäche nach Herzinfarkt vorzubeugen.

Quelle: Springer Medizin

Schwaches Herz? Auf Eisen achten!: Verstärkte Herzinsuffizienz

Quelle: apotheken.de | 20.01.2026 | mauritius images / Science Photo Library / Wladimir Bulgar
 Bei der Überprüfung der Eisenwerte wird das Ferritin im Blut bestimmt.Bei Menschen mit einer Herzinsuffizienz ist es wichtig, auf die Eisenwert im Blut zu achten. Denn ein Eisenmangel kann die Herzschwäche verstärken und sollte deshalb behoben werden.

Herzschwäche führt oft ins Krankenhaus
Bei einer Herzinsuffizienz hat das Herz Probleme, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Typische Beschwerden sind Atemnot, Müdigkeit, Schwäche oder Wassereinlagerungen (Ödeme). Die Herzinsuffizienz ist einer der häufigsten Gründe für Krankenhausaufenthalte und Todesfälle.

Ein Auslöser für die Verschlechterung einer Herzinsuffizienz ist Eisenmangel. Denn Eisen ist wichtig für den Transport von Sauerstoff und für die Energiegewinnung, wovon der Herzmuskel besonders viel benötigt. Zudem braucht das Herz Eisen, um sich an akuten oder chronischen Stress anzupassen.

Eisenmangel bei Herzinsuffizienz häufig
Doch etwa 40 Prozent der Patient*innen mit chronischer Herzinsuffizienz weisen einen Eisenmangel auf, berichten Kardiolog*innen. Deshalb sollte bei ihnen regelmäßig der Eisenstoffwechsel überprüft werden. Das geht mit einfachen Bluttests. Meist werden dafür das Serum-Ferritin, der Transferrin-Wert und der Hämoglobinwert herangezogen.

In bestimmten Fällen als Kurzinfusion
Bei Eisenmangel verordnet die Ärzt*in Eisenpräparate als Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Doch Herzinsuffizienz-Patient*innen können das Spurenelement oft nicht ausreichend über den Darm aufnehmen. Ihnen kann das Eisen als Kurzinfusion verabreicht werden.

Empfohlen wird dies insbesondere für diejenigen, die mit einer akuten Herzinsuffizienz im Krankenhaus waren und einen Eisenmangel aufweisen. Studien zufolge sollen Eiseninfusionen die Lebensqualität verbessern und weiteren stationären Einweisungen vorbeugen.

Quellen: pta heute, Deutsche Herzstiftung

Dunkel schlafen schützt das Herz: Gegen Infarkt und Schlaganfall

Quelle: apotheken.de | 11.12.2025 | mauritius images / EXPRESSIONS AND EMOTIONS/MARK SYKES / Alamy / Alamy Stock Photos
 Im Dunkeln zu schlafen ist für den Organismus gesünder als der Schlaf bei hellem Licht.Es gibt viele Dinge, die nicht gesund sind für das Herz. Dazu gehören insbesondere das Rauchen, zu fette und kohlenhydratreiche Ernährung sowie mangelnde Bewegung. Jetzt wurde ein weiteres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert: Licht im Schlafzimmer.

Helle Nächte stören den Stoffwechsel
Wer nachts im Hellen schläft, bringt seine innere Uhr durcheinander. Die negativen gesundheitlichen Folgen kennt man schon länger: Unter anderem erholt sich das Gehirn schlechter, das Immunsystem leidet und der Stoffwechsel wird gestört. Ob nächtliches Licht zusätzlich auch Herz und Gefäße beeinträchtigt, haben Forschende aus Australien, den USA und Großbritannien untersucht.

Sie werteten in ihrer Studie die Daten von fast 90000 Männer und Frauen aus. Diese hatten jeweils eine Woche lang einen Sensor am Handgelenk getragen, der die individuelle Lichtexposition maß. Alle waren zu Beginn der Studie herzgesund gewesen.

Herzinfarktrisiko deutlich erhöht
Je nach ihrer nächtlichen Lichtexposition wurden die Teilnehmer*innen in vier Gruppen eingeteilt und durchschnittlich acht Jahre lang beobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass die Gruppe, die am hellsten schlief, häufiger kardiovaskulär erkrankte als die Dunkelschläfer. Ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder eine Herzinsuffizienz war spürbar erhöht, auch die koronare Herzkrankheit und Vorhofflimmern traten bei ihnen häufiger auf.

Schlafdauer hatte keinen Einfluss
Diese Zusammenhänge blieben sogar bestehen, als die Forschenden bei ihren Berechnungen Alter, Rauchen und Vorerkrankungen wie z. B. Diabetes berücksichtigten. Auch die Schlafdauer und der Chronotyp (d.h., ob jemand ein Morgen- oder Nachtmensch ist) hatten keinen Einfluss auf den Lichteffekt. Das bedeutet, dass helle Nächte unabhängig von anderen Faktoren ein Herzrisiko darstellen könnten.

Als Ursache soll Melatonin eine Rolle spielen. Helles Licht während Nachtschlafs verzögert die Sekretion des Schlafhormons und bringt dadurch die neurophysiologischen Systeme und den Stoffwechsel durcheinander, mutmaßen die Expert*innen.

Mit Schlafmaske oder Vorhängen
Weitere Studien sollen nun zeigen, ob ein Abdunkeln des Schlafzimmers das Herz-Kreislauf-Risiko senken kann. Bis daraus Ergebnisse vorliegen, kann jeder für sich schon mit Rollläden, Vorhängen oder Schlafmasken für eine gesunde nächtliche Dunkelheit sorgen. Dem Körper tut es in jedem Fall gut.

Quelle: Ärztezeitung

Blutdruck senken nützt auch Älteren: Gegen Infarkt und Schlaganfall

Quelle: apotheken.de | 13.11.2025 | mauritius images / Westend61 / Zeljko Dangubic
 Mit erhöhtem Blutdruck ist auch im Alter nicht zu spaßen.Manche älteren Menschen glauben, hoher Blutdruck sei im Alter normal und müsse nicht behandelt werden. Doch weit gefehlt: Auch Hochdruckkranke über 60 Jahren profitieren von der Drucksenkung.

Fehlinformationen und Angst vor Nebenwirkungen
Es gibt viele Gründe, warum Ältere mit Bluthochdruck (Hypertonie) keine blutdrucksenkenden Medikamente einnehmen: Manche machen sich Sorgen um Nebenwirkungen oder denken, dass eine Therapie überflüssig ist, andere wissen nicht, welche Risiken der hohe Blutdruck mit sich bringt.

Seltener Herzinfarkte oder Schlaganfall
Dabei hat die Blutdrucksenkung auch bei Hochdruckkranken über 60 Jahren deutliche positive Effekte. Das wurde immer wieder in Studien nachgewiesen und jetzt erneut in einer großen kanadischen Metaanalyse bestätigt: Die Behandlung eines Bluthochdrucks senkte bei Über-60Jährigen sowohl das allgemeine Sterberisiko als auch das Risiko für Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit und Schlaganfall.

Dabei war es unerheblich, ob die Betroffenen nur einen zu hohen systolischen (oberen) Wert hatten oder ob beide, der systolische und der diastolische Blutdruckwert erhöht waren.

In der Gruppe der Über-80-Jährigen sah die Sache ähnlich aus. Auch bei ihnen reduzierte eine Bluthochdrucktherapie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auf das allgemeine Sterberisiko hatten blutdrucksenkende Medikamente dagegen keinen Einfluss.

Niedrig dosieren, oft kontrollieren
Insgesamt unterstreichen die Daten, dass hochdruckkranke Männer und Frauen auch im Alter über 60 Jahren von einer blutdrucksenkenden Therapie profitieren. Nebenwirkungen wie z. B. Schwindel, Müdigkeit oder einen Blutdruckabfall beim Aufstehen sollte man dabei im Blick behalten. Dazu ist es sinnvoll, zunächst mit einer niedrigen Dosierung einzusteigen. Außerdem sollte die Therapie vor allem zu Beginn engmaschig von der Ärzt*in kontrolliert werden.

Quelle: Cochrane library

Besser nachts als tagsüber schlafen: Fördert die Siesta Hochdruck?

Quelle: apotheken.de | 14.10.2025 | True Touch Lifestyle/shutterstock.com
 Fehlenden Nachtschlaf sollten Ältere auf Dauer nicht mit einem Mittagsschlaf ausgleichen. Wer nachts zu wenig schläft, bei dem steigt das Risiko für Bluthochdruck. Doch fehlenden Nachtschlaf mit einem Nickerchen am Tag auszugleichen, ist offenbar auch keine gute Idee.

Wenig Schlaf, hoher Blutdruck
Fehlender Nachtschlaf treibt den Blutdruck in die Höhe und begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Da liegt es nahe, das Schlafdefizit tagsüber auszugleichen. Leider geht diese Rechnung nicht auf, wie eine chinesische Untersuchung zeigt.

Darin wurden die Daten von über 15.000 Männern und Frauen bezüglich ihres Schlafverhaltens und ihres Gesundheitzustands analysiert. Nach durchschnittlich 6,5 Jahren wiesen 2.075 Personen einen Bluthochdruck auf. Der wurde offenbar von der täglichen Gesamtschlafdauer begünstigt: Wer von den Über-60-Jährigen weniger als sechs Stunden schlief, hatte im Vergleich zu Gleichaltrigen mit sechs bis acht Stunden Schlaf ein um 17 Prozent gesteigertes Risiko für die Entwicklung eines chronischen Bluthochdrucks.

Verhältnis Nachtschlaf/Nickerchen entscheidend
Doch nicht nur der gesamte Schlaf, auch dessen Verteilung auf Nickerchen und Nachtschlaf war bedeutsam. Lag das Verhältnis von Siesta zu Gesamtschlaf über einem Grenzwert von 0,4 (z.B. bei zwei Stunden Mittags- und vier Stunden Nachtschlaf), erhöhte sich das Hochdruckrisiko sogar um 71 Prozent.

Die Ursache für die negativen Auswirkungen des Mittagsschlafs ist unklar. Hier herrscht noch Forschungsbedarf, erklären die Wissenschaftler*innen. Womöglich führt die Siesta dazu, dass der abendliche Cortisolspiegel ansteigt und so den nächtlichen Blutdruck erhöht. Auch könnten Schlafdauer und -qualität in der Nacht darunter leiden, wenn schon am Tag geschlafen wird. Älteren Menschen empfiehlt das Forscherteam deshalb, ihr gesamtes Schlafpensum auf nachts zu verlegen statt tagsüber ein Nickerchen zu halten.

Quelle: Clinical Cardiology