Schon gewusst?

Wahrheit oder Mythos: Wie Stechmücken ihre Opfer wählen

Quelle: apotheken.de | 10.08.2020 | Rita Wenczel
 Weibliche Mücken benötigen Blut für die Entwicklung ihrer Eier.Steigende Temperaturen wecken nicht nur bei uns Menschen die Lebensgeister. Ab etwa 10 Grad werden auch Stechmücken wieder aktiv und können so manchen lauen Sommerabend verleiden. Doch wie finden Stechmücken eigentlich ihre Opfer und wie hält man sie sich wirksam vom Leib?

Stechmücken brauchen Blut für die Entwicklung ihrer Eier
Nicht alle Mücken stechen: Nur die weiblichen Mücken benötigen Blut für die Entwicklung ihrer Eier. Ihren eigenen Nährstoffbedarf decken sowohl weibliche als auch männliche Mücken über Blütennektar und andere zuckerhaltige Pflanzensäfte. Da Mückenstiche unangenehm sind, nützt es durchaus, sich etwas Hintergrundwissen anzueignen, um den ein oder anderen Stich zu vermeiden.

Über Mythen und Fakten
Mythos Nummer 1:

„Ein übermäßiger Knoblauchverzehr oder das Aufhängen von Knoblauch in der Wohnung hält Stechmücken fern.“

Dieser Mythos hält sich schon lange, ist aber nicht richtig. Es stimmt, dass Mücken einen äußerst guten Geruchssinn haben, sie orientieren sich aber am Kohlendioxid aus der Atemluft, das sie bereits aus einer Entfernung von etwa 50 Metern riechen. Zusätzlich nehmen sie Ammoniak, Milchsäure, Fettsäuren und Harnstoff wahr. Damit ist Körperschweiß das zweit wichtigste Lockmittel.

Statt Knoblauch hilft z. B. das Auftragen von Insektenschutz auf die Haut. Dies stört die Wahrnehmung der Stechmücken, die Menschen werden dadurch für Mücken uninteressant.Mythos Nummer 2:

„Licht zieht Stechmücken an.“

Viele Insekten werden vom Licht angezogen, Stechmücken aber nicht. Sie haben einen sehr schlechten Sehsinn und landen bevorzugt auf Flächen mit dunklen, kontrastreichen Farbtönen. Damit man also nicht als Landeplatz für Stechmücken wahrgenommen wird, empfiehlt sich das Tragen von heller Kleidung. Ist die Kleidung zusätzlich weit geschnitten und liegt nur locker auf der Haut, haben Stechmücken eine geringere Chance mit ihrem Stechapparat durchzudringen.Mythos Nummer 3:

„Mücken meiden Ultraschallwellen.“

Dies ist ebenfalls nur ein Mythos – das Aufstellen von Ultraschallgeräten in der Wohnung bleibt also wirkungslos. Mücken reagieren aber sehr sensibel auf die Körpertemperatur. Sie bevorzugen Wärme, weshalb vermutlich Schwangere häufiger gestochen werden.

Sind sehr viele Mücken vor Ort, hilft nur noch das Befestigen von feinen Netzen an Fenstern und Türen sowie das Anbringen von Moskitonetzen über dem Bett.

Quelle: PTA heute, Praxiswissen für die Apotheke, Ausgabe 9/2019

5 Tipps gegen Herpesbläschen: Von Therapie bis Prophylaxe

Quelle: apotheken.de | 07.08.2020 | Christine Sladky
 Spannen und Jucken zeigen ein beginnendes Herpesbläschen an.Sommerzeit ist Sonnenzeit. Doch leider blühen unter den wärmenden Sonnenstrahlen nicht nur Mensch und Pflanzenwelt auf – auch Herpesbläschen haben dann Hochsaison. Woran das liegt und was Sie dagegen tun können.

Sonnenstrahlen als Auslöser
Fast 90 % aller Menschen sind mit Herpes simplex, dem Erreger der Herpesbläschen, infiziert. Diese Viren haben eine raffinierte Strategie entwickelt: Sie verstecken sich in den Zellen der Gesichtsnerven, so dass das Immunsystem sie nicht aufspüren kann. Aktiv werden sie erst, wenn das Immunsystem geschwächt ist – etwa auf Grund einer Infektion oder Stress. Aber auch äußere Einflüsse wie starke Kälte oder Sonneneinstrahlung sind ein Auslöser dafür, dass die ungeliebten Bläschen entstehen. Der Grund: Ist die äußere Haut beansprucht oder geschädigt und dazu noch besonders dünn wie an den Lippen, hat das Virus leichtes Spiel.

Um die Bläschen in Schach zu halten, haben sich folgende Tipps bewährt:

1. Rechtzeitig therapieren
In der Regel kündigen sich die Bläschen frühzeitig durch Kribbeln, Jucken oder Spannungsgefühl an. Schon zu diesem Zeitpunkt sollte mit der Behandlung begonnen werden, um die Vermehrung der Viren zu hemmen. Geeignet sind Cremes mit virushemmenden Wirkstoffen wie Aciclovir oder Penciclovir (Virostatika). Bläschen bleiben so entweder ganz aus oder sind deutlich kleiner und heilen schneller ab.

2. Bläschen nicht öffnen
Ist es erst da, muss das Bläschen von selbst wieder heilen. Öffnen oder ausdrücken sollte man die Bläschen auf keinen Fall, denn die enthaltene Flüssigkeit ist hoch ansteckend und kann die Infektion an andere Stellen des Körpers verschleppen. Bei starken Beschwerden helfen Virostatika-haltige Cremes, die zusätzlich entzündungshemmendes Kortison enthalten. Hautfarbene Cremes decken die Bläschen gleichzeitig ab.

3. Abheilen unterstützen
Nach einigen Tagen gehen die Herpesbläschen von selbst auf. In diesem Stadium vermehren sich die Viren nicht mehr. Nun fördern Zinksalben das Abheilen der offenen Stellen. Auftragen sollte man diese stets mit einem Wattestäbchen, um keine Krankheitserreger einzuschleppen. Auch Herpespatches oder -pflaster verhindern das Eindringen von Keimen, fördern die Wundheilung und lassen sich mit Make-up oder Lippenstift überschminken. Zehn bis vierzehn Tage nach dem Auftreten ist der Spuk dann vorbei.

4. Übertragung verhindern
Hygiene ist das A und O, um ein Verschleppen der Viren zu verhindern. Also: Eigene Handtücher verwenden und diese täglich wechseln, Gläser und Besteck nicht mit anderen Personen teilen, Küssen und engen Körperkontakt vermeiden. Besonders infektionsgefährdet sind Schwangere und Stillende, kleine Kinder und immungeschwächte Personen.

5. Vorbeugung: Immunsystem stärken
Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz vor Herpes. Hilfreich sind: Stress vermeiden, gesunde Ernährung, Verzicht aufs Rauchen und regelmäßig Sport treiben. Auch Lippenpflege und Sonnenschutz tragen dazu bei, die warme Jahreszeit möglichst ohne Bläschen zu genießen

Quelle: PTA heute 11/2020

Deo erlaubt, Grillschalen heikel: Aluminium-Aufnahme reduzieren

Quelle: apotheken.de | 06.08.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Deos mit Aluminium sind laut neuen Erkenntnissen unbedenklich.Lange wurden aluminiumhaltige Deos verdächtigt, schädlich für den Organismus zu sein. Doch wirklich gefährlich ist nicht die Aluminium-Aufnahme über die Haut, sondern über den Magen.

Aluminium ist fast überall
Aluminium gelangt über verschiedene Wege in den Körper des Menschen, etwa Trinkwasser und Lebensmittel. Aber auch aluminiumhaltige Verpackungsmaterialien können dazu führen, dass WHO-Grenzwerte überschritten werden. Denn unter dem Einfluss von Säure oder Salz lösen sich Aluminium-Ionen aus Folien und Aluminiumgeschirr und gelangen so in die Speisen. Eine weitere Quelle sind kosmetische Produkte: Sowohl aufhellende Zahnpasten als auch Sonnencremes und Deos enthalten häufig Aluminium.

In puncto Deo gibt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) jetzt aufgrund einer aktuellen Untersuchung Entwarnung: Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist auch bei täglicher Nutzung aluminiumhaltiger Antitranspiranzien ein Gesundheitsrisiko unwahrscheinlich. Denn im Vergleich zur Aluminiumaufnahme über die Nahrung ist die Aufnahme über die Haut vernachlässigbar.

Gesundheitliche Folgen unklar
Doch wie sieht es ansonsten mit der Aluminiumbelastung in Deutschland aus? Der überwiegende Teil der Bevölkerung überschreitet die tolerierbare wöchentliche Aufnahme von 2 mg pro kg Körpergewicht zwar nicht, betont das Amt. Doch ein unbedarfter Umgang vor allem mit Lebensmittelkontaktmaterialien lässt die Werte schnell ansteigen.

Die gesundheitlichen Folgen einer chronisch zu hohen Aluminiumaufnahme bleiben jedoch unklar. Sind die Nieren mit der Ausscheidung überfordert, lagert sich Aluminium offenbar in Körpergeweben ab. Bislang vermutete Zusammenhänge mit der Entwicklung von Alzheimer-Demenz oder Brustkrebs sind aber nach aktuellem Kenntnisstand des BfR nicht wahrscheinlich.

Aluminium-Aufnahme verringern
Dennoch empfehlen Experten, dort, wo es geht, die Aufnahme von Aluminium zu vermindern. Folgende Tipps helfen dabei:

Vielfältige und abwechslungsreiche Ernährung, einseitige Kost meiden.Salzige und saure Lebensmittel nicht in Alufolie wickeln, damit sich kein Aluminium löst und in die Speisen gelangt. Dazu gehören z. B. Äpfel, Tomaten, Rhabarber, mariniertes Fleisch, Salzheringe und Käse.Zum Erhitzen und Aufbewahren säure- und salzhaltiger Lebensmittel nur beschichtete Aluminiumschalen nutzen.Auch für das Warmhalten von Speisen, z. B. bei Gemeinschafts- oder Außer-Haus-Verpflegung, nur beschichtete Aluminiummenüschalen verwenden. Denn beim Warmhalten von Speisen in unbeschichteten Aluminiumschalen werden hohe Mengen an Aluminiumionen freigesetzt.Nicht in Aluschalen, sondern besser in wiederverwendbaren Schalen aus Edelstahl grillen.Aufhellende Zahnpasta vermeiden.Säuglinge bis zum sechsten Lebensmonat stillen, danach mit normaler Kost zufüttern. Muttermilch enthält deutlich weniger Aluminium als Säuglingsanfangs- und Folgenahrung.

Quelle: Bundesamt für Risikobewertung

Was tun bei Raupendermatitis?: Eichenprozessionsspinner im Anmarsch

Quelle: apotheken.de | 05.08.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Vorsicht Eichenprozessionsspinner! Von derart gekennzeichnet Bäumen hält man sich besser fern.Vielerorts wird vor Eichenprozessionsspinnern gewarnt. Zu Recht, denn die Härchen der Raupen können Juckreiz, Quaddeln und sogar Atembeschwerden auslösen. Hier gibt es Tipps zur Vorbeugung und zur Behandlung der gefürchteten Raupendermatitis.

Im Gänsemarsch auf Futtersuche
Als kleine, braungraue und eher unscheinbare Nachtfalter sind Eichenprozessionsspinner eigentlich ganz harmlos. Von sich reden machen aber ihre Vorstufen, die Raupen: Sie finden sich vor allem an Eichen, bilden dort Gespinste und leben recht gesellig. In Gruppen von 20 bis 30 Tierchen marschieren sie im Gänsemarsch zur Futtersuche, was ihnen auch den Namen Prozessionsspinner eingebracht hat.

600 000 giftige Brennhaare
Die Raupen haben es im wahrsten Sinne des Wortes an sich: Mit etwa 600 000 giftigen Brennhaaren pro Tier können sie Menschen gewaltig quälen. Nicht nur der direkte Kontakt mit der pelzigen Raupe macht zu schaffen. Die Härchen brechen leicht ab und werden durch den Wind bis zu 100 m weit davongetragen. Gelangen sie auf die Haut, kommt es durch das Nesselgift Thaumetopoein zu Juckreiz, Quaddeln und Ausschlägen. Eingeatmet drohen Atembeschwerden, und manchmal entwickeln sich sogar Schwindel, Übelkeit und Schüttelfrost.

So beugt man vor
Am besten ist, gar nicht erst in die Nähe von Raupen und Härchen zu geraten. Vielerorts sind befallene Bäume gekennzeichnet oder Waldparkplätze gesperrt. Zum Schutz vor Raupenangriffen empfehlen Fachleute:

Befallene Gebiete meiden.Raupen und Gespinste nicht anfassen.Bei Waldspaziergängen empfindliche Hautgebiete (Nacken, Hals, Unterarme) bedecken.Nach Kontakt mit Raupenhaaren duschen, Haare waschen und trockenföhnen. ? Kontaminierte Kleidung bei 60°C waschen.

Selbsthilfe bei Raupendermatitis
Ist es trotz aller Vorsichtmaßnahmen zu einer Raupendermatitis mit Juckreiz und Quaddeln gekommen, helfen folgende Maßnahmen:

Kühlende Umschläge auf die betroffene Hautstelle auflegen.Cremes oder Gele mit Kortison auftragen.Antihistaminika in Tablettenform einnehmen.

Wann zum Arzt?
Haben sich durch Raupenhärchen Atembeschwerden, Übelkeit und Schwindel oder eine Bindehaut mit Juckreiz und Schmerzen entwickelt, ist statt der Selbstmedikation der Gang zum Arzt angebracht.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung

Wo Kinder sicher schwimmen: Gefahrloses Badevergnügen

Quelle: apotheken.de | 04.08.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Selbst harmloses Waten in einem flachen Brunnen kann für Kleinkinder gefährlich werden, wenn sie dabei stolpern und hinfallen.Sommer, Sonne, Badespaß – das passt zusammen, vor allem in der Ferienzeit. Doch Wasser ist nicht ganz ungefährlich, wie auch dieses Jahr wieder zahlreiche Badetote beweisen. Wo das Risiko für Kinder und Jugendliche besonders groß ist, erklären nun deutsche Kinderärzte.

Wasser zieht Kinder magisch an
„Ertrinken gehört zu den häufigsten Todesursachen im Kleinkindalter“, sagt Kinderarzt Ulrich Fegeler. Im Jahr 2018 sind laut Deutscher Lebensrettungsgesellschaft DLRG 11 Kinder im Grundschulalter und 15 im Vorschulalter ertrunken. Säuglinge ertrinken am häufigsten in Badewannen, kleinen Wannen und Eimern, Kinder im Vorschulalter vor allem im Schwimmbad. Hauptursache ist dabei, dass die Kleinen oft unbeaufsichtigt und die Wasserstellen leicht zu erreichen sind. Denn Wasser zieht Kinder magisch an, betont Fegeler.

Tipp: Lassen Sie kleine Kinder in der Nähe von Wasser nie aus den Augen. Schon ein Vogelbecken oder ein Plantschbecken können für die Kleinsten zur tödlichen Gefahr werden.

Gefahrenbewusstsein fehlt
Jugendliche erwischt es dagegen vor allem in natürlichen Gewässern, und dass, obwohl sie meistens schwimmen können. Denn Heranwachsende sind oft impulsiv und risikobereit und überschätzen dabei ihre eigenen Fähigkeiten. Kommen noch Drogen oder Alkohol ins Spiel, wird der Badespaß besonders gefährlich. Der Jahrhundertsommer 2018 spiegelt sich auch in dieser Altersgruppe: Die Anzahl der Ertrunkenen stieg bei den bis zu 20-Jährigen um 61% im Vergleich zum Vorjahr, berichtet der DLRG.

Tipp: Klären Sie Jugendliche explizit über die Gefahren in natürlichen Gewässern auf. Machen Sie klar, dass beispielsweise auch in wenig Wasser führenden Flüssen die Strömung nie unterschätzt werden darf.

Kranke Kinder
Manche Kinder sind aufgrund einer Grunderkrankung besonders gefährdet: So landen autistische Kinder leicht mal im Wasser, weil sie alleine in der Gegend umherwandern. Kinder mit einer Epilepsie können bei einem eventuellen Anfall im Wasser nicht schwimmen und drohen deshalb zu ertrinken, ausgiebiges Toben im Wasser kann wiederum Kinder mit Herzrhythmusstörungen gefährden.

Tipp: Wenn Ihr Kind unter einer chronischen Krankheit leidet, sollten Sie zum Sommerbeginn mit Ihrem Kinderarzt abklären, ob der Badespaß erlaubt ist.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de, DLRG

Hund schützt Herz: Nach dem Infarkt

Quelle: apotheken.de | 03.08.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Hundeliebe nützt Tier und Mensch.Der Hund ist nicht nur bester Freund des Menschen, er fördert auch in vielerlei Hinsicht dessen Gesundheit. Im besonders riskanten ersten Jahr nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall senkt der Vierbeiner sogar das Sterberisiko seines Besitzers, wie eine schwedische Studie zeigt.

Herz und Kreislauf profitieren
Hundeliebhaber wissen ganz genau, wie gut ihnen ihr Vierbeiner tut. Er fördert die sozialen Kontakte und zwingt seinen Menschen zum Gassigehen und damit zu Bewegung an frischer Luft. Auch Wissenschaftler bestätigen, dass sich Hunde positiv auf die Gesundheit auswirken. Schon vor Jahren fand man heraus, dass Hunde das Herz-Kreislauf-Risiko ihrer Besitzer verringern, z. B. indem sie deren Blutdruck senken.

Hundebesitzer nach Infarkt im Vorteil
Doch Hunde können noch mehr, wie eine aktuelle schwedische Studie an über 335 000 Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten zeigt. Nach Berücksichtigung anderer Einflüsse wie Alter, Geschlecht und weiteren Erkrankungen ermittelten die Forscher, dass Hundehalter im besonders riskanten ersten Jahr nach einem Herzinfarkt ein signifikant niedrigeres Sterberisiko hatten als Nicht-Hundebesitzer. Das gleiche galt für den Schlaganfall, auch hier senkte der Hundebesitz das Risiko, im ersten Jahr nach Schlaganfall zu versterben. Das Zusammenleben mit einem Partner oder einem Kind wirkte ähnlich, aber etwas weniger ausgeprägt.

Herz-Kreislauf-Prävention geht auch ohne Hund –
Hundebesitzer dürfte dieses Ergebnis erfreuen und sie bei ihrer Entscheidung bestärken, auch im höheren Alter mit einer Fellnase zu leben. Ob die gesundheitsfördernde Auswirkung allerdings wirklich auf den Hund und nicht auf andere, in der Studie nicht erfasste Faktoren zurückzuführen ist, bleibt offen. Verordnen lassen sich Hunde und Hundeliebe sowieso nicht. Ein Trost für alle, die kein Haustier haben oder haben möchten: Sollten hinter der tierischen Risikoreduktion vermehrte soziale Kontakte und mehr Bewegung stecken, lässt sich das auch ohne Vierbeiner bewerkstelligen.

Quelle: Ärzteblatt

Nahrungsergänzung im Blick: Algen: Sinn oder Unsinn?

Quelle: apotheken.de | 31.07.2020 | Marie Schläfer
 Nahrungsergänzungsmittel aus Algen liegen im Trend. Doch wie gesund sind sie wirklich?Als Öl, Pulver oder in gleich in bequemer Kapselform: Algenprodukte sind begehrt und gelten als „Superfood“. Doch ist das Meeresgemüse tatsächlich so gesund?

Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel?
Algen gibt es in allen Formen und Farben. In Deutschland sind vor allem Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform aus „Spirulina“ oder „Chlorella“, den sogenannten Mikroalgen, im Trend. Makroalgen hingegen, wie die berühmten großen „Nori-Blätter“, sind fester Bestandteil der japanischen Küche und werden als Salat oder Sushi serviert. Eine pauschale Aussage darüber, ob Algen gesund sind oder nicht, ist also nicht so leicht zu treffen und hängt von der Sorte ab.

Nährstoffbedarf durch Algen decken?
Die Liste der Nährstoffe, die in Algen erhalten sind, ist lang. Als Sushi oder Salat verzehrt bieten sie viele Ballaststoffe und Eiweiß. Ein schlagendes Verkaufsargument für Algen ist aber auch der hohe Gehalt an Mikronährstoffen, wie Vitaminen und Spurenelementen. Besonders Iod, Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren sind gefragt. Doch sind Algen zur Bedarfsdeckung geeignet?

Iod: Das wohl bekannteste Spurenelement in Algen ist Iod. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, pro Tag 200 µg Iod aufzunehmen. Eine Vorgabe, die viele Menschen im Iodmangelgebiet Deutschland nicht erfüllen. Doch auch wenn es verlockend ist, rät das Bundeszentrum für Ernährung von übermäßigem Algenverzehr zur Iodaufnahme ab. Der Grund ist, dass der Iodgehalt je nach Sorte, Zubereitungsart und Anbaugebiet schwankt. Im schlimmsten Fall kommt es durch zu hohe Konzentrationen sogar zu einer Iodvergiftung. Wer sicher gehen will, kauft nur Algenprodukte, deren Iodgehalte genau angegeben sind und achtet darauf, nicht mehr als 500 µg Iod aufnehmen. Besondere Vorsicht ist bei dem echten oder süßen Kombu, Arame oder Meeresspaghetti geboten. Nori-Algen hingegen enthalten eher wenig Iod.Omega-3-Fettsäuren: Algenöle, die die Mikroalgen Schizochytrium oder Ulkenia enthalten, werben vor allem mit einem hohen Gehalt von Omega-3-Fettsäuren. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt diese Veganern, die auf Fisch oder Fischöle verzichten und dadurch nur wenige Omega-3-Fettsäuren aufnehmen. Vitamin B12: Unter Veganern ist besonders das pflanzliche Vitamin B12 der Meeresalgen beliebt. Doch nicht jedes Lebensmittel, das Vitamin B12 enthält, ist geeignet, um den täglichen Bedarf zu decken. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung bezweifelt, dass Vitamin B12 in Algen in der richtigen Dosierung und chemischen Form vorliegt, um dem Menschen zu nützen. Sie empfiehlt deshalb eher Präparate mit bekannter Vitamin-B12-Konzentration.

Auch wenn Algen viele wertvolle Nährstoffe enthalten, sind sie für den gezielten Ersatz eines Nährstoffs eher ungeeignet. Durch das Anbaugebiet oder die Sorte schwankt der Gehalt stark. Abhilfe bieten Produkte, die genau Angaben des Iod- oder Omega-3-Fettsäure-Gehalts enthalten.

Mehr Informationen über Iod, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B12 und die Lebensmittel, in denen sie enthalten sind, erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel".

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung über vegane Ernährung und Vitamin B12, Vis Bayern, Bundeszentrale für Ernährung über Algen und Algenöl, Bundesinstitut für Risikobewertung

Bauchlage trainiert die Muckis: Früh übt sich ?

Quelle: apotheken.de | 30.07.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Liegestütz fördert auch beim Baby Arm- und Brustmuskeln. Zur Verhütung des plötzlichen Kindstods sollen Babys beim Schlafen immer auf dem Rücken liegen. Doch ist das Baby wach und munter, gibt es gute Gründe, es unter Aufsicht der Eltern immer mal wieder auf den Bauch zu legen.

Für die Muskeln, gegen Kopfverformung
Im Alter von 1 bis 3 Monaten beginnt der Säugling, seine Nackenkontrolle zu entwickeln. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem das Baby ? unter ständiger Aufsicht der Eltern und nach Absprache mit dem Kinderarzt ? mit dem ersten „Muskeltraining“ anfangen kann. Dazu dürfen es die Eltern immer mal wieder für kurze Zeit auf den Bauch legen. Denn die Bauchlage stärkt die Muskeln, die das Kleine später fürs Umdrehen, Sitzen und Krabbeln braucht.

Auch später, wenn der Säugling sich im Alter von 4 bis 7 Monaten schon selbst umdrehen kann, ist die ? immer überwachte! ? Bauchlage bestes Mucki-Training. Um mehr von der Welt zu sehen, drückt sich das Baby auf den Armen nach oben und stärkt damit die Armmuskulatur. Doch nicht nur die, auch die Muskeln von Brust und Nacken werden durch die Lage auf dem Bauch gekräftigt. Insgesamt, so weiß man heute, fördern die kurzen Bauchlage-Intervalle die grobmotorischen Fähigkeiten und beugen einer Kopfverformung vor.

Langsam an die Lage gewöhnen
Manchen Babys muss man die Bauchlage erstmal schmackhaft machen. Am besten gelingt das zunächst auf der elterlichen Brust. Fühlt sich das Baby hier wohl, klappt es meist auch auf einer weichen Decke auf dem Boden. Zunächst soll das Kleine nur wenige Minuten an die neue Lage gewöhnt werden, schrittweise darf die Zeit verlängert werden. Gut ist es auch, das Kind mehrmals am Tag kurz auf den Bauch zu legen ? natürlich immer unter Aufsicht. Insgesamt soll ein 1- bis 3monatiges Baby jedoch nicht länger als bis zu einer Stunde in Bauchlage verbringen.

Im Schlaf immer Rückenlage!
Im Schlaf muss das Kind unbedingt auf den Rücken gelegt werden, warnen die Kinderärzte des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Denn die Rückenlage verbessert nicht nur die Atmung: Inzwischen weiß man auch, dass die Bauchlage ein Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod ist.

Quelle: Kinderärzte im Netz

Trinken ist oberstes Gebot: Auch bei Blasenschwäche

Quelle: apotheken.de | 29.07.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Auch bei Blasenschwäche muss ausreichend getrunken werden.Auch bei Blasenschwäche gilt: Genug trinken muss sein. Denn Flüssigkeitsmangel durch Trinkverzicht löst nicht nur Kopfschmerzen aus, er reizt auch die Blase ? und verstärkt die Blasenschwäche nur noch mehr.

Konzentrierter Urin reizt Blase
Wer an einer Blasenschwäche leidet, verzichtet gerne mal aufs Trinken, vor allem, wenn bei langen Busfahrten oder Unternehmungen ein stilles Örtchen nicht so leicht zu erreichen ist. Doch das ist keine gute Idee, mahnt Erhard Hackler von der Deutschen Seniorenliga. Denn Wassermangel führt zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen.

Auch in puncto Blase und Wasserlassen ist durch den Trinkverzicht nichts gewonnen, im Gegenteil: Zum einen irritiert der konzentrierte Urin die Innenwand der Blase. Zum anderen drohen Harnwegsinfekte, weil die nötige Spülung in den Harnwegen fehlt. Beides reizt die Blase und führt dazu, dass sich die Blasenschwäche noch deutlicher bemerkbar macht.

Kohlensäure treibt den Harn
Ausreichend trinken ist also oberstes Gebot. Für Erwachsene werden etwa 35 ml Flüssigkeit pro Kilogramm empfohlen, bei 70 kg Körpergewicht sind das etwa 2,5 Liter. Etwa einen Liter davon nimmt man über feste Nahrung auf, der Rest muss „ertrunken“ werden. Achtung, bei Hitze oder Fieber steigt der Flüssigkeitsbedarf leicht auf das Doppelte. Folgende Tipps machen das Trinken auch für Senioren leichter:

Eine Tasse mit ungesüßtem Tee oder ein Glas Wasser sollte immer bereitstehen.Besonders empfehlenswert sind Kräutertees oder verdünnte Obstsäfte (1:3 oder 1:4 verdünnt).Infused Water, also klares Hahnwasser mit einem Blatt Minze, ein paar Beeren oder einer Scheibe Zitrone, liegt im Trend und schmeckt gut.Zimmerwarmes Warmes ist bekömmlicher als kaltes Wasser. ? Kohlensäure ist harntreibend. Wer Probleme mit der Blase hat, sollte lieber stilles Wasser trinken.Koffein und Alkohol meiden, sie wirken ebenfalls harntreibend.Nicht zu viel auf einmal trinken - das überfordert Stoffwechsel und Blase. Am besten ist es, ein halbes Glas pro Stunde zu trinken.Zwei Stunden vor dem Schlafen die letzte Flüssigkeit zu sich nehmen. Dann haben Niere und Blase noch Zeit, die Flüssigkeit zu verarbeiten.

Quelle: http://www.dsl-blasenschwäche.de|Deutsche Seniorenliga

So überlebt man ein Backofen-Büro: Zu heiß zum Arbeiten?

Quelle: apotheken.de | 28.07.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Viel trinken und das Jackett ausziehen hilft gegen Affenhitze im Büro.Wenn das Thermometer in schwindelerregende Höhen klettert, wird die Hitze auch in Büros oft unerträglich. Was kann man tun, um an heißen Tagen gesund und leistungsfähig zu bleiben? Und gibt´s ein „Hitzefrei“ auch im Büro?

Ab 30° Celsius muss der Chef ran
Backofentemperaturen im Büro – das muss man als Arbeitnehmer nicht aushalten. Ab 26°C im Büro soll, ab 30°C muss der Arbeitgeber zu Maßnahmen greifen, die Arbeit erträglich zu gestalten. Dazu gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die jedoch alle nicht verpflichtend sind. Welche Maßnahmen der Chef aussucht, um eine gesundheitlich zuträgliche Arbeitsumgebung zu schaffen, bleibt ihm überlassen.

Jalousien schließen lassen, auch außerhalb der Arbeitszeit Frühmorgens lüften lassen, Nachtauskühlung ermöglichen Abwärme abstrahlende Geräte aus dem Raum verbannen (Drucker)Elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben Mobile Kühlgeräte oder Ventilatoren anschaffen. Achtung: Bei Temperaturunterschieden von über 6°C zwischen Außen- und Innentemperaturen drohen Erkältungen Bekleidungsregeln lockern Arbeitszeit verkürzen oder in die kühlen Morgenstunden vorverlegen Trinkwasser bereitstellen.

Hitzefrei ab 35° C?
Bei Innentemperaturen über 35°C ist ein Büro zum Arbeiten nicht mehr geeignet. Allerdings darf sich der Angestellte jetzt nicht selbst ins Hitzefrei begeben. Zunächst muss er dem Chef die Möglichkeit einräumen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern – zum Beispiel indem der Arbeitsplatz in kühlere Räumlichkeiten oder als Homeoffice nach Hause verlegt wird. Ist das nicht möglich, darf die Arbeit niedergelegt werden. Jedoch nur so lange, wie das Thermometer Raumtemperaturen über 35°C anzeigt, und zwar bei sitzender Tätigkeit in Höhe von 0,6 m über dem Boden.

Was auch ohne Chef geht

Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen, die von „oben“ verordnet und gesteuert werden, kann der Arbeitnehmer auch selbst einiges tun, um die Gluthitze im Büro besser zu überstehen:  

Jalousien nutzen und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden Geräte abschalten, die nicht gebraucht werden, z. B. auch Lampen  Luftige Kleidung und Schuhe wählen, gelockerte Bekleidungsvorschriften ausnutzen Viel trinken! Bei 24°C Raumtemperatur etwa 2 Liter/täglich, bei höheren Temperaturen noch einen Liter mehr. Am besten geeignet sind Mineralwasser oder Saftschorlen, die nicht sehr kalt sind Klimageräte oder Ventilatoren benutzen Leichte Kost statt deftiger, fettreicher Speisen zu sich nehmen Handgelenke wiederholt mit kaltem Wasser benetzen, z. B. mit einem nassen Waschlappen.

Wer aufgrund der starken Hitze Kreislaufprobleme bekommt, darf wie bei jeder anderen Erkrankung den Arbeitsplatz verlassen und nach Hause oder zum Arzt gehen. Die Hitze reicht als Entschuldigung jedoch nicht aus – der Arbeitgeber darf vom Arbeitnehmer ein Attest einfordern.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin