Schon gewusst?

Schlaftipps für Neurodermitis-Kinder: Nächtlicher Juckreiz

Quelle: apotheken.de | 27.05.2022 | Cavan Images/imago-images.de
 Nächtlicher Juckreiz kann das Ein- und Durchschlafen erheblich erschweren.Trockene, gereizte Neurodermitis-Haut kann teuflisch jucken. Gerade nachts ist der Juckreiz oft so quälend, dass er betroffenen Kindern den Schlaf raubt. Damit sich die Schlaflosigkeit nicht verselbstständigt, sollten Eltern früh reagieren.

Einschlafen und Durchschlafen erschwert
Tritt der Juckreiz bei Neurodermitis nachts auf, ist der Leidensdruck oft besonders groß – denn das Jucken erschwert das Ein- und Durchschlafen meist erheblich. Sind Kinder betroffen, leiden zusätzlich auch die Eltern. Auch wenn die Nacht dann überstanden ist, haben die Familien meist auch tagsüber mit den Folgen des Schlafmangels zu kämpfen. Denn Kinder (und natürlich auch Eltern) mit Schlafmangel können sich schlechter konzentrieren, sind schnell gereizt und neigen zur Unruhe. Längerfristig lassen dann auch die Leistungen in der Schule nach.

Auch wenn es gegen den Juckreiz kein Patentrezept gibt – ein paar Tipps helfen dennoch, den Schlaf zu verbessern:

Druck rausnehmen. Kinder spüren schnell, dass ihre Schlafstörung die Familie belastet. Das erzeugt Stress, der die Kinder in der Folge noch schlechter schlafen lässt. Versuchen Sie, das Thema Schlaf nicht zu übermächtig werden zu lassen. Gehen Sie möglichst ohne Zwang und Druck an die Sache heran.Nicht zu früh ins Bett. Oft schicken Eltern Kinder mit Schlafproblemen früh ins Bett, um so trotzdem möglichst viel Stunden Schlaf herauszuholen. Das Gegenteil ist richtig: Denn je weniger müde das Kind ist, um so länger liegt es wach im Bett – und hat Gelegenheit, sich ohne Ablenkung mit dem abendlichen Juckreiz zu beschäftigen.Schlafhygiene einhalten. Alle bekannten Schlafregeln gelten ganz besonders für Kinder mit nächtlichem Juckreiz. Dazu zählt, dass zwischen dem Abendessen und dem Zu-Bett-Gehen mindestens eine Stunde Abstand liegen sollte. Toben oder andere reizintensive Spiele sind abends tabu, um die Kinder nicht aufzuputschen. Beruhigend wirken hingegen Abendrituale wie gemeinsamen Kuscheln oder Vorlesen. Ganz wichtig: Das Handy hat im Kinderbett nichts verloren.Schwitzen vermeiden. Schweiß auf der gereizten Haut verstärkt den Juckreiz. Die Zimmertemperatur sollte deswegen kühl sein, Bettdecken und Schlafanzug nicht zu warm. Natürliche Stoffe wie Leinen und Baumwolle sorgen dafür, dass die Luft zwischen Haut und Stoff gut zirkulieren kann.Kühlen und Ablenken. Wird ihr Kind nachts wach, helfen kühle Lappen, um den akuten Juckreiz zu lindern. Um das Kind vom Juckreiz abzulenken, eignen sich Einschlafgeschichten oder Elemente aus dem Autogenen Training wie Traumreisen.

Basistherapie einhalten
Egal ob unter Tags oder in der Nacht: Das A und O bei der Behandlung einer Neurodermitis ist nach wie vor das konsequente Einhalten der Basistherapie. Auch wenn es stressig ist – denken Sie daran, ihr Kind zweimal täglich einzucremen und Medikamente pünktlich zu verabreichen.

Quelle: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e. V.


Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs: WHO empfiehlt eine Dosis

Quelle: apotheken.de | 25.05.2022 | New Africa/shutterstock.com
Ein kleiner Pieks schützt Mädchen davor, einen Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln.Seit über 15 Jahren wird mit der HPV-Impfung erfolgreich gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft. Bisher ging man davon aus, dass für einen möglichst guten Schutz zwei Impfdosen nötig sind. Doch laut WHO reicht in vielen Fällen auch schon eine Spritze.

Risiko sinkt um 88%
Viren können Krebs auslösen. Das ist zum Beispiel der Fall bei gefährlichen humanen Papillomaviren (HPV). Sie sind für mehr als 95 % der Gebärmutterhalskrebse verantwortlich. Daneben verursachen HPV auch bösartige Analtumoren und Peniskarzinome.

Die Impfung gegen HPV schützt vor diesen Tumoren. Beim Gebärmutterhalskrebs sind die Zahlen beeindruckend: In einer schwedischen Studie hatten vor dem 17. Lebensjahr geimpfte Frauen ein um 88% geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs als die Nicht-Geimpften. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen stellt für Deutschland folgende Rechnung auf: Ohne Impfung erkranken 30 von 1000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, mit Impfung dagegen nur 10 von 1000.

Vor dem ersten Sex impfen
Übertragen wird das Virus durch Körperflüssigkeiten, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Deshalb sollten sich Jungen und Mädchen gegen HPV impfen lassen, bevor sie sexuell aktiv werden. Die STIKO empfiehlt die Impfung zwischen 9 und 14 Jahren – und zwar mit zwei Dosen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Die Kosten für die Impfung übernehmen die Krankenkassen sowohl für Mädchen als auch für Jungs.

Auch die WHO empfiehlt die Impfung – bringt aber nun ein anderes Impfschema ins Gespräch. Werden Mädchen frühzeitig geimpft, reicht offenbar schon eine Dosis für einen soliden Schutz vor Gebärmutterhalskrebs aus. Fängt man mit dem Impfen allerdings erst nach dem 15. Lebensjahr an, empfehlen die WHO-Expert*innen weiterhin zwei Impfungen.

WHO will alle Mädchen bis 15 impfen
Das neue Impfschema hätte den Vorteil, dass mit den vorhandenen Impfdosen mehr Mädchen und Frauen geschützt werden. Denn vor allen in armen Ländern ist der Impfstoff häufig Mangelware, weshalb die Impfkampagne noch schleppend verläuft. Dort leben jedoch die meisten der weltweit von Gebärmutterhals betroffenen Frauen. Mithilfe einer beschleunigten Durchimpfung hofft die WHO, bis zum Jahr 2030 mindestens 90% aller Mädchen weltweit zu impfen, bis sie das 15. Lebensjahr erreicht haben.

Quelle: ptaheute

Sonnenschutz für die Lippen: Sonnenbrand-Gefahr nicht ignorieren

Quelle: apotheken.de | 24.05.2022 | Westend61/imago-images.de
 Besser schützen als schminken: Spezielle Lippenstifte halten gefährliche UV-Strahlung ab.Sonnencreme gehört im Sommer für die meisten zur Grundausstattung. Doch kaum jemand denkt daran, auch die Lippen vor UV-Strahlung zu schützen. Dabei ist die empfindliche Lippenhaut ganz besonders gefährdet.

Wenn es schon brennt
Sonnenstrahlung in zu hoher Dosis ist gefährlich für die Haut – da bildet die Haut der Lippen keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil: Da sie sehr dünn ist, ist sie besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlen. Hinzu kommt, dass die Haut der Lippen kein Melanin produziert. Der körpereigene Farbstoff sorgt am restlichen Körper für das Braunwerden und so zumindest einen ganz natürlichen Kurzzeit-Schutz vor Sonnenstrahlung.

Ob Ihre Lippen tatsächlich Sonnenbrand haben, merken Sie spätestens, wenn die Lippen schmerzen, rot und spröde sind. Dann dauert es bis zu zwei Wochen, bis sich die Haut wieder völlig regeneriert hat. Unterstützen lässt sich der Heilungsprozess durch die gleichen Maßnahmen wie beim normalen Sonnenbrand:

Kühlen: Besonders gut eignen sich dafür kühle Kompressen, Quark oder kühlende Gele.Entzündung hemmen: Einen natürlichen antientzündlichen Effekt haben Gurken, die man in Scheiben auf die Lippen legt.Feuchtigkeit: Cremes mit Hyaluronsäure oder Aloe Vera spenden der angegriffenen Lippenhaut viel Feuchtigkeit.

Besser vorbeugen
Vorbeugen ist immer besser als behandeln – vor allem, weil Sonnenbrand auch an den Lippen die Entstehung von Tumoren begünstigt. Im besten Fall hält man die Sonneneinstrahlung komplett von den Lippen fern. Sonnenschirme, aber auch Hüte mit breiter Krempe schützen das Gesicht zuverlässig. Ansonsten gilt wie am restlichen Körper: Wer sich länger als 15 Minuten in der Sonne aufhält, sollte reichlich Sonnenschutzmittel auftragen. Für die Lippen besonders gut geeignet und praktisch sind Lippenstifte aus der Apotheke. Beim Kauf ist es wichtig, auf einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor und auf Angaben zum Schutz vor UV-A und UV-B-Strahlen zu achten.

Wichtig ist auch, den Schutz regelmäßig zu erneuern. Durch Schwitzen, Ablecken der Lippen, Trinken oder Essen werden die Inhaltsstoffe schnell wieder abgetragen.

Übrigens: Auch Herpes wird durch Sonneneinstrahlung reaktiviert. Wer immer wieder unter den lästigen Bläschen leidet, profitiert also ganz besonders von einem guten Sonnenschutz.

Quellen: PTA heute 10/21


Medikamente vor Hitze bewahren: Im Zweifelsfall Apotheker fragen

Quelle: apotheken.de | 23.05.2022 | NAR studio/Shutterstock.com
 So schön die warmen Temperaturen sind: Die meisten Medikamente haben es lieber kühl.Hitze verändert die Wirkung einiger Medikamente. Damit noch nicht abgelaufene Medikamente auch im Sommer verwendet werden können, ist die richtige Lagerung wichtig. 

Nicht über 25 Grad
Medikamente sind unterschiedlich temperaturempfindlich. Manche sind am besten im Kühlschrank aufgehoben, zum Beispiel Insuline oder in der Apotheke hergestellte Antibiotikasäfte für Kinder. Andere vertragen Raumtemperatur, wobei die meisten unter 25 Grad Celsius gelagert werden. Hohen Temperaturen sollte man jedoch kein Medikament aussetzen. Denn auch wenn man von außen nichts sieht, können Medikamente bei großer Hitze ihre Wirkung verlieren.

Einmal geschmolzene Zäpfchen entsorgen
Hiervon betroffen sind beispielsweise Asthma-Sprays: Sie heizen sich in der Sonne auf und verlieren ihre Dosierungsgenauigkeit. Bei Cremes und Salben trennt die Hitze die festen und flüssigen Bestandteile voneinander, sodass sie unbrauchbar werden. Säfte und Lösungen sind ebenfalls anfällig. Bei einmal geschmolzenen und anschließend erstarrten Zäpfchen ist der Wirkstoff nicht mehr gleichmäßig verteilt. Bei Einnahme kann es dann zu Unter- oder Überdosierung kommen. Sie sollten deswegen entsorgt werden.

Bei Schmerzpflastern drohen im Hochsommer Überdosierungen
Durch eine erhöhte Hauttemperatur werden die stark wirksamen schmerzstillenden Wirkstoffe von Schmerzpflastern schneller und leichter durch die Haut ins Blut aufgenommen. Patient*innen sollten die Hautstelle mit dem Schmerzpflaster vor intensiver Sonnenbestrahlung schützen und sich soweit möglich in kühlen Räumen aufhalten.

Apotheker informieren über richtige Lagerung
Wie Patient*innen Ihre Medikamente korrekt lagern, finden sie auf dem Beipackzettel. Falls der Hinweis fehlt oder Zweifel bestehen, sind Apotheker*innen die richtige Adresse. In den eigenen vier Wänden lagern Sie Ihre Medikamente am besten in den kühlsten Räumen. Das sind meist Schlafzimmer oder Flur. Ungeeignet ist dagegen das Badezimmer wegen der hohen Feuchtigkeit.

Quelle: Techniker Krankenkasse, Deutsche Apotheker Zeitung, Pharmazeutische Zeitung


Nahrungsergänzung im Blick: Fluorid: Sinn oder Unsinn?

Quelle: apotheken.de | 20.05.2022 | Oleksandra Naumenko/Shutterstock.com
 In den meisten Lebensmitteln finden sich nur sehr geringe Mengen von Fluorid. Eine Ausnahme sind jedoch schwarzer und grüner Tee. Lange galt Fluorid als Garant für gesunde, schöne Zähne. Doch in den letzten Jahren ist der Mineralstoff in Verruf geraten. Der Vorwurf: Fluorid reichert sich im Körper an und schadet so Zähnen und Knochen.



Wirkung von Fluorid bewiesen
Seit vielen Jahren sind sich Expert*innen einig: Fluorid stärkt den Zahnschmelz und schützt vor Karies - einer Erkrankung, bei der schmerzhafte Löcher in den Zähnen entstehen. Fluorid kommt allerdings nur nur in geringen Mengen in Lebensmitteln oder dem Trinkwasser vor. Deshalb empfehlen Zahnärzt*innen die Aufnahme von mit Fluorid angereicherten Produkten. Das Angebot ist groß: Am bekanntesten ist wohl die fluoridierte Zahnpasta. Aber auch Tabletten mit Fluorid und fluoridiertes Speisesalz sind erhältlich.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Doch fluoridierte Produkte sind nicht ungefährlich. Denn eine zu hohe Fluorid-Aufnahme führt zu Fluorosen - einer vermehrten Einlagerung von Fluorid in die Zähne und Knochen. Bei einer Zahnfluorose sind die Fluorid-Einlagerungen als weiße Flecken an der Zahnoberfläche zu erkennen. Nicht sichtbar ist jedoch eine weitere Folge der Einlagerungen: Bei Kindern sind die Zähne weniger stabil und brechen schneller. Bei den Knochen sind auch Erwachsene bei einer Fluorose gefährdet. Im schlimmsten Fall drohen bei einer Skelettfluorose Knochenbrüche, Knochenverformungen und steife Gelenke.

Mengen beachten

Noch ist nicht geklärt, wieviel Fluorid optimal ist. Dennoch empfiehlt die Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)  je nach Fluorid-Gehalt im Trinkwasser fluoridiertes Speisesalz oder Fluorid-Tabletten als Ergänzung zur Nahrung. Allerdings nicht uneingeschränkt: Da die Berechnung des täglichen Fluorid-Bedarf sehr kompliziert ist, sollte man  vor der Einnahme von Fluorid-Tabletten unbedingt die Hausärzt*in befragen. Diese kann am besten einschätzen, ob das zusätzliche Fluorid sinnvoll ist.

Besondere Vorsicht ist bei Kindern und Säuglingen geboten, denn sie sind besonders anfällig für eine Zahnfluorose. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, nicht mehrere Fluorid-Präparate zu mischen. Für Säuglinge am besten geeignet sind Tabletten. Sobald aber mit dem Zähneputzen begonnen wird, sollten die Kleinen besser auf die Tabletten verzichten und stattdessen zur fluoridierte Zahnpasta wechseln. Genaue Empfehlungen über den Fluorid-Gehalt der Zahnpasta und die notwendige Menge hat die Bundeszahnärztekammer in einer Grafik veranschaulicht.

Quellen: Deutsche Apotheker Zeitung; Elmadfa und Leitzmann: Ernährung des Menschen, utb, 2019; Bundesinstitut für Risikobewertung; Deutsche Gesellschaft für Ernährung; Bundeszahnärztekammer; Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit; Ökotest

Hairstylingprodukte im Ökotest: Mit Schadstoffen und Plastik

Quelle: apotheken.de | 19.05.2022 | Syda Productions/shutterstock.com
 Wer Haarwachse oder -gele nutzt, sollte darauf achten, schadstofffreie Produkte zu verwenden.Wer gerne Haarwachs oder Haargel benutzt, verteilt damit oft eine Menge Problemstoffe auf dem Kopf. Ein gutes Drittel der geprüften Stylingprodukte stuft Ökotest wegen schädlicher Inhalte als mangelhaft oder ungenügend ein.

Hairstyling ist weiter voll im Trend

Ob akkurat gegelt, strubbelig gestylt oder fesch modelliert: Mit Haarstylingprodukten lassen sich Frisuren nach jedem Geschmack zaubern. Und das scheint sowohl bei Männern als auch bei Frauen weiterhin im Trend zu liegen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Produkte zu kaufen. Entsprechend sind auch die Umsätze in diesem Marktbereich hoch, schreiben die Tester*innen von Ökotest.

Sie haben 51 Haarstylingprodukte in puncto Schadstoffe unter die Lupe genommen. Darunter befanden sich 32 Haargele mit starkem Halte-Versprechen und 19 Haarpasten, Wachse, Frisiercremes und Pomaden. Neun dieser Produkte waren zertifizierte Naturkosmetika.

Ein gutes Drittel durchgefallen
Das Ergebnis ist durchwachsen: Immerhin 19 Haarwachse- oder -gele wurden als „gut“ oder „sehr gut“ eingestuft. Empfehlenswert mit der Note „sehr gut“ schnitten beispielsweise das Alterra Volumen Styling-Gel Bio-Papaya von Rossmann, das Alverde Styling-Gel (Härtegrad 4) von dm und die Naturkosmetika Bioturm Styling Gel und Sante Styling Gel Natural Former ab. Ein gutes Drittel fiel dagegen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Die einzelnen Testergebnisse aller Haarstylingprodukte kann man (kostenpflichtig) bei Ökotest herunterladen.

Von Öl bis Plastik
Grund für ein mangelhaftes Abschneiden waren vor allem die in den Produkten nachgewiesenen Problem- oder Schadstoffe. Da kam einiges zusammen:

Konservierungsstoffe wie Formaldehayd und Formaldehydspaltprodukte. Diese Substanzen können Kontaktallergien auslösen und die Schleimhäute reizen. Auch andere Konservierungsstoffe wurden gefunden: Chlorphenesin irritiert die Haut, Butylhydroxytoluol wird verdächtigt, den Schilddrüsenhormonhaushalt zu stören. Auch das dem Östrogen strukturell ähnliche Propylparaben soll im Organismus eine hormonelle Wirkung haben.Mineralöle befinden sich als Paraffine häufig in Produkten mit höherem Fettanteil. Oft sind diese Paraffine außerdem mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen verunreinigt, die zum Teil als krebserregend gelten.Plastik steckt als flüssiger Kunststoff in vielen Stylingprodukten. Es sorgt für Halt und Standfestigkeit der Haare. Ohne diese Zugabe sind „brettharte Looks“ nicht drin. Das Flüssigplastik ist höchstbedenklich, weil es mit der Haarwäsche in die Umwelt gelangt und über die Weltmeere und deren Bewohner wieder in den menschlichen Organismus. Ob und wie schädlich es für den Menschen ist, ist noch unklar.

Quelle: Ökotest

Potenzmittel können Augen schaden: Bei regelmäßiger Einnahme

Quelle: apotheken.de | 18.05.2022 | sebra/shutterstock.comsebra/shutterstock.com
 Sehstörungen sollten immer in der Augenarztpraxis abgeklärt werden.Unterstützt von Viagra & Co. können viele Männer trotz Erektionsstörungen ein erfülltes Sexleben genießen. Bei regelmäßiger Einnahme drohen jedoch Komplikationen im Auge. Tauchen Sehstörungen auf, steht deshalb eine augenärztliche Untersuchung an.

Durchblutungsstörungen des Sehnerven
Immer mehr Männer mit Erektionsstörungen helfen ihrer Potenz mit Phosphodiesterasehemmern wie Sildenafil (z. B. Viagra®) oder Tadalafil (Cialis®) auf die Sprünge. Nur bei bestimmten Kontraindikationen sollen die Wirkstoffe nicht genutzt werden. Dazu gehören schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die gleichzeitige Einnahme von Nitraten. Ansonsten gelten die Phosphodiesterase-Hemmer (PDE) in der Regel als gut verträglich.

Es gibt jedoch Hinweise, dass sie in seltenen Fällen zu einer ischämischen Optikusatrophie, also zu Durchblutungsstörungen des Sehnerven führen. Dadurch kann sich die Sehkraft auf dem betroffenen Auge deutlich verschlechtern. Ein kanadisches Team hat nun geprüft, wie häufig es zu einer Optikusatrophie kommt und ob vielleicht auch andere Komplikationen am Auge drohen.

Akuter Sehverlust durch Gefäßverschluss
Und tatsächlich: Männer, die regelmäßig zu PDE-Hemmern greifen, erkranken doppelt so oft an einer Optikusatrophie wie Männer, die solche Potenzmittel nicht nutzten. Dieses Ergebnis war unabhängig davon, ob die Männer an anderen, Sehnerv-gefährlichen Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Bluthochdruck litten.

Auch zwei weitere Augenkomplikationen traten bei den Anwendern häufiger auf. Zum einen handelte es sich dabei um den Verschluss großer Netzhautgefäße. Dadurch drohen akute, in einigen Fällen aber auch sich über Wochen und Monate schleichend entwickelnde Sehverschlechterungen. Die andere Komplikation war eine Netzhautablösung. Sie führt zu einer Verzerrung, später auch zu einer dauerhaften Einschränkung des Sehens.

Bei Sehstörungen zur Augenärzt*in
Die Risiken für die genannten Augenkomplikationen sind durch die regelmäßige Einnahme von PDE-Hemmern zwar erhöht, insgesamt aber zum Glück selten, betonen Expert*innen. Trotzdem ist es für Ärzt*innen und Männer wichtig, die Gefahr zu kennen. Nutzer von PDE-Hemmern dürfen eventuelle Sehstörungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Kommt es dazu, sollte der Betroffene das Mittel erst einmal nicht mehr verwenden und sich augenärztlich untersuchen lassen.

Quelle: Ärzteblatt

Krätze auf dem Vormarsch: Das ist bei der Therapie zu beachten

Quelle: apotheken.de | 17.05.2022 | DonyaHHI/Shutterstock.com
 Krätzemilben befallen häufig Stellen, an denen die Haut besonders dünn ist.Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Krätze. Besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Altersheimen oder Obdachlosenasylen verbreiten sich Krätzemilben. Zudem verheimlichen Betroffene häufig ihre Beschwerden, gehen erst spät zur Ärzt*in – und stecken in der Zwischenzeit viele Mitmenschen an.

Gänge in der obersten Hautschicht
Die einen halben Millimeter großen Krätzemilben graben tunnelförmige Gänge in die oberste Hautschicht, wo sie sich einrichten und etwa 4 bis 8 Wochen lang ihre Eier legen. Sieht man genau hin, sind Bläschen und kommaförmige Gänge zwischen Fingern und Zehen, in der Analfalte, an der Leiste oder am Knöchel erkennbar. Besonders die Ausscheidungen der Milben entzünden dabei die Haut. Vor allem nachts führt diese Entzündung zu heftigem Juckreiz.

Lokale Therapie, aber bitte richtig
Da sich die Milben nur in der obersten Hautschicht befinden, reicht meist eine lokale Behandlung mit Lotionen oder Cremes mit dem Wirkstoff Permethrin. Es ist auch für Säuglinge ab einem Alter von 2 Monaten anwendbar. Damit die Behandlung gelingt, sind einige Punkte zu beachten:

Die Fingernägel sind gründlich zu reinigen und zu kürzen, da sich darunter Milben befinden können.Das Mittel ist abends vor dem Schlafengehen vom Hals abwärts bis zu den Zehen lückenlos auf die Haut aufzutragen. Bei Kindern sollte ein Elternteil das Eincremen übernehmen – und dabei Einmalhandschuhe anziehen, um sich nicht selbst anzustecken. Bei Säuglingen und Kleinkindern befallen Krätzmilben auch die Kopfhaut – diese ist bei Ihnen also mit zu behandeln.Das Mittel sollte mindestens die ganze Nacht einwirken. Wäscht man sich zwischendurch die Hände, sollten diese sofort wieder eingecremt werden.Kuscheln und enger Körperkontakt ist erst 36 Stunden nach der Behandlung wieder erlaubt.Enge Kontaktpersonen sollten zeitgleich mitbehandelt werden.Textilien, Bettwäsche und Kuscheltier sind bei mindestens 50 Grad zu waschen oder in einem geschlossenen Plastiksack für 72 Stunden aufzubewahren.Bis der Juckreiz nach der Behandlung wieder abklingt, dauert es noch einige Wochen. Solange ist es gut, die Haut immer wieder zu untersuchen, um mögliche neue Gänge sofort zu entdecken.

Schnell mit der Behandlung beginnen
Krätzemilben kommen in den besten Kreisen vor – eine Übertragung ist bei jedem engen Körperkontakt möglich – also immer. Daher ist es wichtig, rasch zur Ärzt*in zu gehen, und am selben Abend mit der Behandlung zu beginnen. Nur so kann eine Ausbreitung erfolgreich verhindert werden.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung, Ausgabe Nr. 23, 06.06.2019

Pflanzliche Mittel für besseren Schlaf: Was wirklich hilft

Quelle: apotheken.de | 16.05.2022 | fizkes/Shutterstock.com
 Bei chronischen Schlafstörungen leidet die Leistungsfähigkeit oft erheblich.Nachts wachliegen, tagsüber im Halbschlaf dämmern – bei Schlaflosigkeit leidet die Lebensqualität oft erheblich. Abhilfe versprechen neben synthetischen Schlafmitteln, wie zum Beispiel den sogenannten Z-Substanzen, auch viele pflanzliche Produkte. Doch wirken diese auch?

Alles nur Placebo?
Ob ein Medikament wirkt oder nicht, entscheidet oft nicht nur der enthaltene Wirkstoff. Eine große Rolle spielt auch der Placebo-Effekt, also die Erwartung, die Patient*innen an ein Medikament haben. In dieser Hinsicht unterscheiden sich pflanzliche von synthetisch hergestellten Schlafmitteln weniger als gedacht. Eine neue Studie zeigte, dass die schlaffördernde Wirkung auch bei synthetischen Mitteln bis zu 60 Prozent auf dem Placebo-Effekt beruht. Aber: Nur zwei pflanzliche Wirkstoffe konnten bisher in Studien zeigen, dass sie eine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus haben, nämlich Baldrian-Trockenextrakt und Baldrian-Trockenextrakt mit Hopfenzapfen-Trockenextrakt.

Auf die Zusammensetzung kommt es an
Hinzu kommt, dass Baldrian nicht gleich Baldrian ist. Die wissenschaftliche Wirknachweise gelten nur für Baldrianpräparate in einer bestimmten Zusammensetzung – so wie sie beispielsweise in Abtei Baldrian forte®, Baldurat® und Sedonium® enthalten sind. Im Zweifel hilft eine Nachfrage in der Apotheke weiter. Für die Kombination mit Hopfenzapfen-Trockenextrakt gelten ähnlich genaue Vorgaben: Diese Präparate sollten nicht mehr als 500 mg Baldrian und zwischen 28 und 70 mg Hopfenzapfen enthalten. Alle Mittel werden bestenfalls eine bis eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen eingenommen. Eine sofortige Wirkung sollten sich Schlaflose aber nicht erhoffen. Denn der schlaffördernde Effekt steigert sich langsam und entfaltet sich erst nach 2 bis 4 Wochen komplett.

Was gibt es noch?
Für alle anderen pflanzlichen Mittel am Markt fehlen bisher eindeutige Wirknachweise. Über Umwege helfen aber noch

 Lavendelöl, das angstlösend ist und deswegen manchen Betroffenen das Schlafen erleichtert und

Johanniskraut, das antidepressiv wirkt und deswegen bei an Depressionen Erkrankten manchmal die Schlafqualität verbessert.

Übrigens: Auch für die im Trend liegenden Cannabis-Produkte fehlen bisher Studien, die eine schlaffördernde Wirkung beweisen.

Quellen: Deutsche Apotheker Zeitung 13/21, Huedo-Medina et al.: Effectiveness of non-benzodiazepine hypnotics in treatment of adult insomnia: meta-analysis of data submitted to the Food and Drug Administration


Hustenstiller – gar nicht so ohne: Vor der Einnahme gut informieren

Quelle: apotheken.de | 13.05.2022 | stockfour/Shutterstock.com
 Auch wenn der Husten nervt – ein Hustenstiller ist nicht immer sinnvoll.Trockener Husten kann quälend sein – vor allem, wenn er den Nachtschlaf stört. Hustenstiller versprechen dann Linderung. Aber auch wenn viele Präparate frei verkäuflich sind, ist bei der Einnahme einiges zu beachten.

Produktiver versus trockener Husten
Husten ist durchaus nützlich – er sorgt dafür, dass Staub, Fremdkörper oder Erreger aus den Atemwegen befördert werden. Der sogenannte „produktive“ Husten ist zudem dafür zuständig, dass Schleim aus den Atemwegen abgehustet wird. Anders ist das bei trockenem Husten. Er entsteht oft, weil die Atemwege gereizt und dadurch hochempfindlich sind. Häufig flankiert er eine Atemwegserkrankung: Der Husten ist trocken, bis der Schleim in den Atemwegen sich zu lösen beginnt und sich abhusten lässt. Sind die Atemwege wieder frei von Schleim, geht der Husten wieder in seine trockene Form über.

Besser die Ärzt*in oder Apotheker*in fragen
Beim produktiven Husten macht der Einsatz von Hustenstillern meist keinen Sinn: Schleim und Krankheitspartikel sollen ja abgehustet werden. Bei trockenem Husten spricht in vielen Fällen hingegen nichts gegen Hustenstiller.

Es gibt aber auch Umstände, unter denen man besser mit der Ärzt*in oder Apotheker*in Rücksprache hält. Dazu zählen unter anderem:

Kinder unter 2 Jahre: Bei Kleinkindern sollte man Husten immer ärztlich abklären lassen, bevor man zu Hustenstillern greift. So ist es ausgeschlossen, dass man behandlungsbedürftige Erkrankungen wie Pseudokrupp übersieht. Weil Kleinkinder oft Fremdkörper verschlucken, wird die Ärzt*in auch immer prüfen, ob die Atemwege frei sind.Anhaltender Husten über 2 Wochen: Hartnäckiger Husten ist immer ein Fall für die Ärzt*in, um ernstere Erkrankungen auszuschließen.Begleitsymptome wie Fieber, starke Schmerzen oder Atemnot: Solche Beschwerden weisen auf Krankheiten hin, die eine Ärzt*in behandeln sollte. Betroffene nehmen den Husten dann besser ernst, anstatt ihn einfach auszuschalten.Asthma: Nicht alle Hustenstiller eignen sich für Asthmatiker*innen, weil sie Einfluss auf die Atmung nehmen können.Schwangerschaft und Stillzeit: Die Einnahme von Hustenstillern wirkt sich unter Umständen auch auf das Kind aus. Zum Beispiel kann der Wirkstoff Dextromethorphan (Wick Husten-Sirup, Silomat DMP Lutschpastillen) die Atmung des gestillten Säuglings hemmen. Einnahme anderer Medikamente: Hier sind gefährliche Wechselwirkungen möglich, etwa das Serotonin-Syndrom bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Antidepressiva oder dem Wirkstoff Dextromethorphan.

Was die Leitlinie sagt
Wissenschaftlich erwiesen ist die Wirkung von Hustenstillern übrigens nicht – das sagt zumindest die aktuelle Leitlinie zu akutem und chronischem Husten.  Sie empfiehlt stattdessen, viel zu trinken und die Atemluft anzufeuchten.

Quelle: pta heute, 08/22