Schon gewusst?

Allergie oder Erkältung?: Der Weg zur richtigen Therapie

Quelle: apotheken.de | 18.03.2019 | Susanne Schmid/ABDA
 Bei Halsschmerzen und Husten ist ein erkältungsbedingter Schnupfen wahrscheinlich. Nicht nur im Winter – auch im Frühling haben Schnupfennasen Hochsaison. Die Ursachen sind vielseitig. Während die einen noch mit einer verspäteten Erkältung kämpfen, leiden die anderen bereits unter den ersten Pollen. 

Allergischer Schnupfen - Niesanfälle, brennende Augen und Schleimhäute
10 Prozent der Kinder und 5 Prozent der Erwachsenen leiden unter einem allergischem Schnupfen. Dieser stellt sich ein, wenn das Immunsystem verstärkt auf an sich harmlose Blütenpollen reagiert. Typisch sind nimmer enden wollende Niesanfälle und eine laufende Nase. Je nach Betroffenem kommen tränende Augen, eine juckende Rachenschleimhaut oder Asthmaanfälle hinzu. Einige reagieren in der Allergiezeit auch auf Lebensmittel wie Nüsse, Äpfel, Erdbeeren oder Tomaten.

Erkältungsschnupfen - zuerst läuft die Nase, dann ist sie verstopft
Ein Erkältungsschnupfen entsteht unter Einwirkung von Viren. Zu Beginn äußert er sich in Form eines Fließschnupfens mit wässrigem, klaren Nasensekret. Später verdickt oder verfärbt sich der Schleim und verstopft Nasen- oder Stirnhöhlen. Häufig geht der Erkältungsschnupfen mit Halsschmerzen und Husten einher.

Das passende Spray für Erkältungspatienten und Allergiker
Ob Allergie oder Erkältung – für jede Schnupfennase gibt es das passende Nasenspray. In der akuten Erkältungsphase erleichtern abschwellende Sprays die Nasenatmung. Sie sind maximal dreimal täglich über fünf Tage einzunehmen und lassen sich gut mit befeuchtende Salz- oder Meerwassersprays kombinieren. Allergiker erhalten diese Medikamentenform mit antiallergischen Wirkstoffen. Bei starken allergischen Beschwerden empfiehlt sich ein Spray mit Glukokortikoiden.


Wenn die Haut juckt: Effektive Pflege bei Allergien

Quelle: apotheken.de | 18.03.2019 | Rita Wenczel
 Viele Hautallergien verursachen teils extremen Juckreiz.Andauernder Juckreiz, Bläschenbildung oder trockene, rissige Haut – eine allergische Reaktion hat viele Gesichter. Nicht alle Auslöser lassen sich vermeiden, deshalb ist es umso wichtiger, eine empfindliche Haut zu stärken. Doch viele Inhaltsstoffe von Kosmetika reizen sensible Haut und führen zu Ausschlägen. Wie pflegt man empfindliche Haut richtig, ohne ihr zu schaden?

Schutzfunktion der Haut erhalten und verbessern
Die äußerste Schicht der Haut besteht aus verhornten Zellen, die zusammen mit körpereigenen Fetten eine wasserabweisende Barriere bilden. Besitzt diese Schutzschicht Lücken, trocknet die Haut vermehrt aus und verliert Wasser. Risse entstehen, die das Eindringen von Krankheitserregern erleichtern. Zusätzlich reagiert die Haut vermehrt auf allergene Stoffe.

Zu den häufigsten allergischen Reaktionen zählen Kontaktallergien, Nesselsucht und Neurodermitis. Betroffene leiden unter teils extremen Juckreiz.

Haut, die regelmäßig und ausreichend mit Feuchtigkeit und Fetten versorgt wird, ist besser vor Allergien geschützt.

Kosmetika auf Inhaltsstoffe checken
Zu den hautreizenden Inhaltsstoffen, die in vielen Kosmetika enthalten sind, gehören beispielsweise Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, ätherische Öle, Bindemittel, chemische Sonnenschutzfilter und Alkohol. Personen mit empfindlicher Haut sollten diese Inhaltsstoffe meiden und darauf achten, ihre Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen, damit sie regenerieren kann. Rückfettende Komponenten sind darüber hinaus für eine trockene Haut essenziell. Geeignete Inhaltsstoffe sind Thermalwasser, pflanzliche Zusätze und pflegende Substanzen wie Gycerin, Allantoin und Panthenol.

Bei dem Begriff „hypoallergen“ ist dagegen Vorsicht geboten, da er bislang nicht gesetzlich geschützt ist. Ein Blick auf die Verpackung von kosmetischen Produkten verrät die Inhaltsstoffe, außerdem bestätigen Siegel wie das Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabundes die Unbedenklichkeit und die Wirkung.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung und PTA heute, Sonderausgabe Thema Allergie, Ausgabe 1, 2019

Hausarzt statt Warteliste: Schnelle Hilfe bei Panikstörungen

Quelle: apotheken.de | 15.03.2019 | Sara Steer
 Patienten mit Panikstörungen warten oft monatelang auf einen Therapieplatz.Panikstörungen sind häufig, verfügbare Therapieplätze aber leider selten. Betroffene warten oft monatelang, bevor sie eine passende Betreuung finden. Nun zeigt eine Studie: Hausärzte könnten die Versorgungslücke schließen.

Verhaltenstherapie beim Hausarzt
Meist ist der Hausarzt der einzige Ansprechpartner für Menschen mit Panikstörungen. Eine Betreuung, die durchaus effektiv sein kann – wie eine Studie mit 419 Patienten jetzt ergab. Dabei nahmen 73 Hausarztpraxen an einem Projekt teil, das Patienten im Rahmen eines Übungsprogramm gegen Panikstörungen begleitete. Das Therapieprogramm enthält Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie und wird ambulant durchgeführt. Über 23 Wochen werden Betroffene dabei unterstützt, mindestens zweimal wöchentlich selbstständig Übungen durchzuführen. Diese beinhalten sowohl Körper- als auch situative Expositionsübungen, also Übungen, bei denen sich Patienten angstauslösenden Situation aussetzen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer ein Therapiebegleitbuch und protokollieren ihre Beschwerden. Begleitet wird das Therapieprogramm vom Hausarzt, der den Patienten vier strukturierte Arzttermine anbietet. Wichtige Ansprechpartner sind aber auch die medizinischen Fachangestellten, die die Betroffenen regelmäßig telefonisch kontaktieren und zum Therapieverlauf und – erfolg befragen.

Stabile Erfolge über 12 Monate
Eine Strategie, die auch nach 12 Monaten noch Erfolg zeigte: Teilnehmer des Interventionsprogramms litten im Vergleich zu Patienten aus der Kontrollgruppe seltener unter Panikattacken, waren weniger depressiv und legten weniger Vermeidungsverhalten an den Tag. Vor allem Körperübungen wurden von den Patienten gut angenommen und besser akzeptiert als eine Therapie mit Psychopharmaka. 

Quelle: Ärzteblatt

So lange hält das neue Knie: Registerstudien ausgewertet

Quelle: apotheken.de | 14.03.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Bis zu 40% aller über 70-Jährigen leiden unter einer Kniegelenksarthrose.Gelenkersatz ist in Deutschland Routine: Mehr als 400 000 Patienten benötigen jährlich ein neues Knie oder eine neue Hüfte und bekommen sie auch. Gretchenfrage dabei: Wie lange hält so eine Gelenkprothese?

Patientenregister geben Auskunft
Ob Kniearthrose oder Hüftkopfnekrosen – Knie- und Hüftprothesen haben Hochkonjunktur. Vor der Operation interessieren sich die Patienten natürlich ganz besonders für die Überlebenszeit des geplanten Gelenkersatzes. Um diese Frage zu beantworten, haben britische Forscher jetzt entsprechende Fallserien aus speziellen Zentren und zwei nationalen Patientenregistern gesichtet.

Knieprothesen halten länger
Bei den über 200 000 Hüftprothesen-Patienten waren nach 15 Jahren noch knapp 90% der künstlichen Hüften im Einsatz, nach 20 Jahren etwa 70% und nach 25 Jahren noch knapp 58%. Die etwa 300 000 Knieprothesen hielten länger, hier schaffte die Totalendoprothese Überlebensraten von 93% nach 15 Jahren und 82,3% nach 25 Jahren.

Im Einzelfall lässt sich die Überlebenszeit künstlicher Gelenken natürlich nicht präzise vorhersagen, dazu spielen individuelle Faktoren wie die zugrundeliegende Erkrankung, mögliche Infektionen, Lockerung des Implantats oder weitere Faktoren eine zu große Rolle. Die Kenntnis über mittlere Überlebenszeiten von Prothesen kann betroffenen Patienten aber durchaus dabei helfen, sich für oder gegen ein künstliches Gelenk zu entscheiden.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Was man über Stuhl wissen sollte: 7 Fragen, 7 Antworten

Quelle: apotheken.de | 13.03.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Warum stinkt Stuhl bloß so? Kot, Fäzes, Stuhl – egal wie man das Endprodukt unserer Verdauung nennt, es eint uns alle. Und ist dabei abstoßend und wunderbar zugleich, findet der amerikanischer Forscher Tim Newman, der allerhand Wissenswertes über den Stuhlgang zu sagen hat.

Was steckt drin?
Zunächst, woraus bestehen die durchschnittlich 120 g Stuhlmasse, die jeder Mensch täglich produziert? Zu 75% aus Wasser, und bis zur Hälfte der Trockenmasse aus toten und lebenden Mikroorganismen, schreibt Tim Newman in Medical News Today. Der Rest sind unverdaute Kohlenhydrate, Fasern, Fett, Proteine und Stoffwechselabbauprodukte sowie tote Schleimhautzellen aus der Darmwand. Damit ist auch die Hauptaufgabe des Stuhls klar umrissen: Er ist die Müllabfuhr unseres Körpers.

Hoch sitzen, tiefer sitzen oder hocken?
Wie man den Stuhl am besten los wird, ist ebenfalls eine spannende Frage: Je nach Kultur entleeren sich die Menschen nämlich auf unterschiedliche Weise. Dabei zeigte eine 2013 durchgeführte Studie: In Hockstellung entleert sich der Darm im Gegensatz zum Sitzen auf einer normal hohen oder tiefer hängenden Toilette am leichtesten. Doch Hocken ist womöglich nicht nur befriedigender und effektiver, es könnte auch gesünder sein: Immerhin treten in Dritte-Welt-Ländern – wo diese Art des Stuhlgangs präferiert wird – seltener Hämorrhoiden, Verstopfung und Divertikulose auf.

Stuhlbewohner: Segen?
Unser Darm ist randvoll mit Mikroorganismen, ebenso der Stuhl. Sie helfen beim Verdauen und sind wichtige Helfer des Immunsystems. Wenn wir unsere emsigen Mitbewohner verlieren - zum Beispiel bei einer Therapie mit Antibiotika - können wir krank werden. Genauso können wir aber gesünder werden, wenn wir sie zuführen: Seit einigen Jahren behandeln Ärzte bestimmte Erkrankungen mit Stuhltransplantationen, d.h. sie instillieren bei einer Darmspiegelung den Stuhl gesunder Spender in den Darm Kranker. Dort richten die Bakterien sich ein, vermehren sich fleißig und bringen so die Darmflora wieder ins Gleichgewicht.

– oder Fluch?
Die Stuhlbewohner haben aber auch eine Kehrseite: Milliarden von Menschen produzieren täglich enorme Mengen von Stuhl. Die Massen von Mikroorganismen, die sich darin tummeln, gelangen ins Abwasser und bedrohen die Umwelt. Experten fürchten, dass das Bewässern von Pflanzen mit stuhlverunreinigtem Abwasser die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen bei Bakterien fördert.

Warum ekeln wir uns davor?
Egal in welcher Kultur - Menschen ekeln sich vor Stuhl und halten sich lieber fern davon. Grund sind wieder die Mikroorganismen - denn Stuhl kann eine Menge von Krankheitserregern übertragen. Im Laufe der Evolution haben wir gelernt, uns davon besser fernzuhalten und einen Ekel zu entwickeln. Das ist evolutionstechnisch höchst sinnvoll, denn der Ekel bewahrt uns vor Ansteckung mit gefährlichen Bakterien, Parasiten oder Viren und sichert daher unseren Fortbestand.

Warum stinkt das so?
Der unangenehme bis pestilenzartige Geruch von Fäkalien unterstützt den angeborenen Ekel dabei, uns von fremden und eigenen Ausscheidungen fernzuhalten. Das dafür nötige Stuhl-Bukett entsteht durch einen bunten Strauß chemischer Verbindungen, die z. T. von den Mikroorganismen produziert werden, z.T. Bestandteile der Nahrung sind. Typische Duftstoffe dabei sind Methylsulfide, Indole, Skatole und Schwefelwasserstoff.

Und wie kommt der Stuhl auf den Mond?
Ganz einfach: Neil Armstrong hat ihn dagelassen. 4 Beutel Stuhl zieren seit 1969 die Oberfläche des Mondes.

Quelle: Medical News Today

Gut vorbereitet ins Arztgespräch: Fragen an den Doktor

Quelle: apotheken.de | 12.03.2019 | Susanne Schmid/Siemens Betriebskrankenkasse
 Effektive Kommunikation im Arztgespräch.Patienten erwarten viel von einem Arztgespräch. Doch wie lassen sich alle Fragen und Anliegen in der kurzen Zeit vorbringen und was ist bei Verständnisproblemen zu tun?

Knappe Gesprächszeit optimal nutzen
Das Arztgespräch ist wie alle Formen der Kommunikation ein Austausch von Informationen. Der Arzt benötigt Hinweise zu Krankheitsverlauf und Symptomen, während sich der Patient Antworten auf seine Fragen erhofft. Damit der Austausch in der relativ knapp bemessenen Zeit funktioniert, ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. „Am besten stellt man eine Liste mit den Medikamenten zusammen, die man aktuell einnimmt – auch die nicht verschreibungs- oder apothekenpflichtigen – und notiert alle laufenden Behandlungen“, empfiehlt Frau Utzig, Expertin für ärztliche Betreuung bei der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK). Auch Schmerztagebücher, Röntgenbilder oder Berichte von Heilpraktikern und Fachärzten sind hier von Vorteil.

Welche Informationen sind für das Arztgespräch wichtig?
Auf dem Weg zur richtigen Diagnose bieten die Hinweise des Patienten eine wichtige Orientierung. Am besten er macht sich im Vorfeld Gedanken zu den drei W-Fragen und notiert sich die Antworten auf einem Notizzettel:

Wo äußern sich die Beschwerden? Beispielsweise wandern einige Schmerzen über den Körper, während andere in weitere Körperteile ausstrahlen Wann treten sie auf? Hier ist von Interesse, in welcher Situation sich die Beschwerden zeigen, wie schnell sie kommen und gehen und seit wann sie bestehen. Wie fühlen sich die Beschwerden an? Wo lassen sie sich auf einer Skala von eins bis zehn einordnen und welche bildhaften Vergleiche bieten sich an? Schmerzen lassen sich zum Beispiel als Drücken, Stechen, Hämmern oder Brennen umschreiben.

Welche Fragen lohnen sich?
Auch der Patient erhofft sich Informationen. Beate Landgraf, psychologische Beraterin bei der SBK, ermutigt die Patienten dazu, vor allem in Zeitnot die wichtigsten Fragen zu stellen. Lohnende Themen sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamente, zu erwartende Nebenwirkungen, alternative Behandlungsmethoden und die voraussichtliche Behandlungsdauer. Peinliche Fragen gibt es nicht, so Landgraf. Bei Verständnisproblemen darf gern nachgehakt werden und auch die Frage nach der ärztlichen Zweitmeinung ist kein Tabu. Schließlich verfolgen beide Gesprächspartner dasselbe Ziel: das Wohlergehen des Patienten.

Hochprozentiges nach fettem Essen: Hilft Schnaps beim Verdauen?

Quelle: apotheken.de | 11.03.2019 | Rita Wenczel
 Bitterstoffhaltige Kräuter fördern die Verdauung.Zuerst Schweinebraten mit Knödeln, danach eine Portion Kaiserschmarrn – jetzt liegt das üppige Essen schwer im Magen. Ein Gläschen Schnaps soll nun die Verdauung anregen und das Völlegefühl lindern. Doch stimmt das wirklich?

Alkohol verlangsamt Magenentleerung

Alkohol entspannt die Muskulatur der Magenwand und regt die Salzsäureproduktion leicht an. Allerdings verzögert Alkohol gleichzeitig die Magenentleerung, wie eine Untersuchung von Schweizer Wissenschaftlern mit 20 gesunden Erwachsenen vor einigen Jahren ergab. Die Teilnehmer verspeisten je 200 Gramm Käsefondue und 100 Gramm Brot, dazu tranken sie schwarzen Tee oder Wein. Ein Teil der Probanden erhielt anschließend einen Schnaps, die anderen tranken Wasser. Probanden mit einem alkoholischen Getränk litten länger unter Völlegefühl, als diejenigen, die Wasser oder Schwarztee tranken.

Um herauszufinden, wie schnell die Teilnehmer das Essen verdauten, markierten die Forscher den Käse zuvor mit speziellen Molekülen. Mit Hilfe eines Atemtests verfolgten sie anschließend den Abbau dieser Marker. Erstaunlicher Weise verdaute die Teegruppe das Essen wesentlich schneller als die Alkoholgruppe.

Kräuter wirken positiv auf Verdauung

Bilden sich also viele Menschen die verdauungsfördernde Wirkung eines Schnapses nur ein? Bestimmte hochprozentige Getränke eignen sich durchaus, um die Verdauung zu fördern. Ausschlaggebend ist aber nicht der Alkoholgehalt, bedeutsamer sind die darin enthaltenen Kräuter mit ihren Bitterstoffen. Diese reizen spezielle Rezeptoren am Zungengrund und steigern damit die Ausschüttung des Botenstoffes Gastrin. Im Magen findet dieselbe Reaktion statt. Gastrin führt im Magen zur Freisetzung von Salzsäure und von Vorstufen eiweißspaltender Enzyme. Salzsäure und Enzyme beginnen, den Speisebrei zu verdauen.

Am besten wirken bitterstoffhaltige Kräuter eine halbe Stunde vor dem Essen, denn solange kein Speisebrei den Magen füllt, treten sie ungehindert mit dessen Schleimhaut in Kontakt. Zusätzlich steht so eine ausreichende Menge an Magensäure und Verdauungsenzymen bereit.

Verdauungsfördernd sind auch Kräutertees sowie Bitterlimonaden, welche die Rezeptoren für Bitterstoffe durch ihren Chiningehalt anregen. Obstbrände, Vodka und andere hochprozentige Getränke ohne Kräuteranteil sind dagegen ungeeignet, die Verdauung anzukurbeln. Nach dem Essen fördert eine Tasse Kaffee oder Tee ebenfalls die Verdauung, denn sowohl Koffein als auch die bitteren Aromen des Tees regen die Magensaftsekretion an.

Quelle: PTAheute Praxiswissen für die Apotheke, Ausgabe 5/2019

Shisha: der chillige Killer: Schädlicher als Zigaretten

Quelle: apotheken.de | 08.03.2019 | Christina Winzig
 Das Rauchen von Shishas erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit.In der Gesellschaft von Freunden lässig eine Shisha zu paffen liegt voll im Trend. Dabei sind die Gefahren dieser vermeintlich gesunden Alternative zum Zigarettenrauchen nicht zu unterschätzen.

Shisha als Kultursymbol
Besonders in Großstädten sind Shisha-Bars beliebter denn je. Bereits ein Drittel der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 haben laut aktuellem Tabakatlas schon mal eine Wasserpfeife geraucht. Denn Shishas haben einen hohen „Coolness-Faktor“, der auch von der deutsche Rapkultur aufgegriffen und vermarktet wird. Dabei erwecken der kühle Rauch, der gute Geschmack und die harmlose Atmosphäre bei Jugendlichen den Anschein, dass das Rauchen einer Shisha ungefährlich ist.

Höhere Schadstoffbelastung
Doch dieser Eindruck täuscht: Eine Wasserpfeife entspricht einem Rauchvolumen von 100 Zigaretten, der Nikotinmenge von 10 Zigaretten und der 8-fache Menge an Kohlenmonoxid. Dennoch hält sich der hartnäckige Mythos, dass das Wasser den Rauch reinigt. In der Realität sieht es jedoch anders aus: der Rauch durchquert innerhalb von Bläschen das Wasser, wodurch es zu keinem direkten Kontakt mit dem Wasser kommt. Der Rauch wird abgekühlt und die krebserregenden Stoffe gelangen ungefiltert in die Lunge. „Aufgrund des größeren Rauchvolumens nimmt der Konsument sogar eine wesentlich größere Schadstoffmenge auf als beim Rauchen einer Zigarette“, so Dr. Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Eine Shisha enthält dabei eine 46-fach höhere Konzentration an krebserregenden Kohlenwasserstoffen im Vergleich zu einer Zigarette. Zudem ergab eine Metaanalyse von 50 Studien, dass das Shisha-Rauchen im Vergleich zum Zigarettenrauchen mit einem erhöhten Auftreten von Atemwegserkrankungen, Lungenkrebs, oralen Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem höheren Herzinfarktrisiko assoziiert ist.

Shisha als Einstiegsdroge


Neben den gesundheitlichen Risiken wird auch das Abhängigkeitspotenzial bei Shishas unterschätzt. Bereits bei wöchentlichem Wasserpfeifenkonsum entwickeln sich Abhängigkeitssymptome. Zudem zeigen Studien, dass Shisha-Raucher früher oder später auch zur Zigarette greifen.

Quelle: Ärzteblatt

Achtet auf Eure Nüsse, Jungs!: Kampagne gegen Hodenkrebs

Quelle: apotheken.de | 07.03.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Ab der Pubertät steigt das Risiko für Hodenkrebs.Hodenkrebs tritt am häufigsten bei Teenagern und jungen Männern auf. Wird er frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut. Jungen sollen deshalb regelmäßig ihre Hoden abtasten. Wie das geht, erklärt eine aktuelle Broschüre.

Hormonschub aktiviert schlafende Krebszellen
Hodenkrebs ist vor allem eine Erkrankung von Jungen und Männern im Alter von 15 bis 40 Jahren. Die Ursache sind falsch programmierte Keimzellen, die sich im Hoden des Ungeborenen entwickeln und nach der Geburt zunächst in eine Art Ruhezustand begeben. Kommt es dann zum pubertären Hormonschub, werden diese Vorläuferzellen aktiviert und wachsen sich zu einem Hodenkrebs aus. Je früher der Krebs entdeckt wird, desto besser kann man ihn behandeln. Dies geschieht in der Regel chirurgisch, zusätzlich kommen je nach Stadium Chemotherapie und Bestrahlung zum Einsatz.

Um den Hodenkrebs möglichst frühzeitig zu erkennen, sollen schon Jungen ab der Pubertät lernen, ihre Hoden selbst zu untersuchen, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte BVKJ. Besonders wichtig ist dabei das Abtasten, denn Anzeichen für Hodenkrebs sind kleine, erbsengroße Knoten oder eine schmerzlose Schwellung im Hoden. Auch ein Gefühl von Schwere im Hodensack kann auf einen Hodenkrebs hinweisen. Schmerzen in Leiste oder Hoden verspüren die meisten Patienten dagegen erst spät.

Mindestens einmal im Monat Hoden abtasten
„Männliche Jugendliche sollten sich idealerweise wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat selbst untersuchen“, rät deshalb die Kinder- und Jugendärztin Dr. Monika Nierhaus vom BVKJ. Jeder Hoden wird dabei vorsichtig mit beiden Händen abgetastet und der Hoden dabei zwischen Daumen und Fingern hin und her gerollt, um Unebenheiten oder Knoten zu spüren. Außerdem sollen die Jungen Hodensack und Hoden mit geöffneter Handfläche von unten tasten und anheben, um ein Gefühl für Größe und Schwere zu bekommen. Ganz genau beschrieben wird die Selbstuntersuchung der Hoden in der Broschüre „Achte auf Deine Nüsse“ vom BVKJ. Darin findet der Jugendliche auch noch nützliche Informationen über andere Hodenerkrankungen und Hygienetipps.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Link zur Broschüre: „Informationen für Jungen zur SELBSTUNTERSUCHUNG als Schutz vor Hodenerkrankungen und zum Erkennen von Veränderungen an der Brust und den Geschlechtsorganen“

Frühstücken oder nicht frühstücken?: Diät-Empfehlung unter der Lupe

Quelle: apotheken.de | 06.03.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Beim Frühstück scheiden sich die Diätempfehlungen. Wer abnehmen will, soll nicht am Frühstück sparen, hieß es bisher. Denn ein gefüllter Bauch bewahrt vor späterem Heißhunger und unnötiger Kalorienzufuhr. Australische Forscher haben diese Empfehlung jetzt unter die Lupe genommen.

Fragwürdige Empfehlung?
Um Gewicht zu verlieren, muss man auf die Kalorienbremse treten, da geht kein Weg dran vorbei. Doch wann spart man diese Kalorien am besten ein? Nicht beim Frühstück, rieten viele Ernährungsgesellschaften bisher. Denn durch den nachfolgenden Hunger würden die weggelassenen Kalorien meist mehr als kompensiert, zudem soll eine morgendliche Mahlzeit eher satt machen als eine später eingenommene. Ob sich ein Frühstücks-Verzicht tatsächlich negativ auf eine Diät auswirkt, haben jetzt australische Forscher um Katherine Sievert von der Universität Melbourne anhand einer Reihe kontrollierter Studien geprüft.

Frühstück weglassen macht nicht dick
Bei der Analyse der Ergebnisse von Diätstudien mit und ohne Frühstück kam heraus, dass der Verzicht auf morgendliche Kalorien keine negative Auswirkung auf das Gewicht hatte. Die Teilnehmer ohne Frühstück nahmen durchschnittlich insgesamt sogar weniger Kalorien täglich zu sich als diejenigen, die sich morgens sättigten. Das Ausgangsgewicht der Probanden war dabei unerheblich, der Effekt fand sich sowohl bei Übergewichtigen als auch bei Adipösen, berichteten die australischen Forscher.

Hauptsache Kalorien reduzieren
Es scheint bei einer Reduktionsdiät also nicht darauf anzukommen, auf welche Mahlzeit man verzichtet, folgert Katherine Sievert. Sie sieht deshalb auch keine Rechtfertigung für die Warnung, dass der Verzicht auf Frühstück Übergewicht begünstigt. Statt fragwürdiger Empfehlungen fordert sie weitere Untersuchungen, um die Ergebnisse ihrer Analyse zu untermauern und Übergewichtige in puncto Diäten fundierter beraten zu können.

Quelle: British Medical Journal