Schon gewusst?

Ultraschall ersetzt das Röntgen: Unterarm gebrochen?

Quelle: apotheken.de | 21.02.2024 | mauritius images / Westend61 / Ramon Espelt
 Unkomplizierte kindliche Unterarmbrüche werden meist mit einer Ruhigstellung im Gips behandelt.Bei Verdacht auf einen Armbruch war bisher die Röntgenaufnahme selbstverständlich. Für Kinder ändert sich das jetzt: Denn Frakturen von Unterarm und Ellenbogen kann man auch mit dem Ultraschall zuverlässig erkennen.

Strahlenbelastung vermeiden
Knochen und Gelenke lassen sich mithilfe von Röntgenaufnahmen sehr gut beurteilen. Doch Röntgenaufnahmen bedeuten immer auch eine Strahlenbelastung für den Körper. Besonders gilt dies für Kinder - denn wachsendes Gewebe ist besonders strahlensensibel. Moderne Verfahren helfen dabei, die Strahlendosis bei kleinen Patient*innen gering zu halten. Am besten ist es jedoch, wenn überhaupt nicht geröntgt werden muss.

Das ist inzwischen bei einer besonders häufigen Verletzung im Kindesalter der Fall, dem gebrochenen Unterarm oder Ellenbogen. Beide Brüche lassen sich zuverlässig ganz ohne Strahlen mit dem Ultraschall diagnostizieren. Eine Röntgenuntersuchung ist deshalb nur noch in den seltenen Fällen erforderlich, wenn die Sonographie nicht eindeutig ist. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) nach ausgiebiger Prüfung der aktuellen Studienlage.

Kind muss nicht von den Eltern getrennt werden
Die Ultraschalluntersuchung weist noch zwei weitere Pluspunkte auf. Im Gegensatz zum Röntgen lässt sie sich in einer schmerzarmen Armhaltung durchführen. Und weil beim Ultraschall keine Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen, muss sich das Kind dabei auch nicht von seinen Eltern trennen. Beides ist besonders wichtig, denn Armbrüche sind bei Kindern meist mit starken Schmerzen und großer Angst verbunden.

Unklar ist, ob die Ultraschalldiagnostik auch bei kindlichen Oberarmbrüchen das Röntgen ersetzen kann. Dafür gibt es noch nicht genügend Daten. Jetzt wird aber eine Studie gestartet, die genau diese Frage beantworten soll.

Quelle: Ärzteblatt

OP-Informationen per Youtube?: Vorsicht bei der Internet-Recherche

Quelle: apotheken.de | 20.02.2024 | Monkey Business Images/Shutterstock.com
 Fragen zu Prostataoperationen klärt man besser direkt mit dem Arzt statt im Internet nach Informationen zu forschen. Wer Informationen sucht, wird heutzutage im Internet schnell fündig. Auch für Patienten mit bevorstehender Prostataoperation gibt es auf YouTube massenhaft anschauliche Videos. Doch diese sind eher eine Gefahr als eine Hilfe, warnen Urolog*innen.

87% mit Falschinformationen
Wie gut ist die fachliche Qualität der vielen YouTube-Videos zum Thema Prostataoperationen? Höchst mangelhaft, warnen Deutsche und Schweizer Urolog*innen nach Prüfung der meistgeklickten Beiträge im Netz. Denn von 159 You-Tube-Videos zu insgesamt 14 verschiedenen Prostata-OP-Verfahren waren nur 21 ohne falsche Informationen. In anderen Worten: 87% der geprüften Videos zeigten Abweichungen von den aktuellen Leitlinien, in 9 Fällen waren diese Abweichung sogar extrem. Besonders schlecht erwiesen sich die Videos zu den Themen Injektionen in die Prostata, Prostatastents (das sind Metallgeflechtröhrchen zum Offenhalten der von der vergrößerten Prostata zusammengedrückte Harnröhre) und Diodentherapie (eine Form der Lasertherapie zur Reduktion von Prostatagewebe).

Werblich und Komplikationen verschwiegen
Bedenklich war auch, dass die meisten Filme werblich und nur 16 % frei von kommerziellen Interessen waren. Außerdem beschränkte sich die Berichterstattung meist auf ein Verfahren, weniger als 50% der untersuchten Filme erwähnte auch nur am Rande, ob und welche anderen Operationsverfahren im Falle einer vergrößerten Prostata möglich sind. Auch die wichtigen Komplikationen der vorgestellten Methode blieb in den meisten Filmen außen vor.

Außen hui, innen pfui
Von der technischen Qualität der Videos darf man sich nicht täuschen lassen: Diese war nämlich im Gegensatz zur mangelhaften inhaltlichen Qualität in den allermeisten Fällen sehr hoch. Die Urolog*innen führen daher die Falschinformationen der Filme nicht auf eine fehlende Sachkunde zurück und schließen eine gewollte Beeinflussung der Ratsuchenden durch die jeweiligen Filmemacher nicht aus.

Rat lieber beim Arzt suchen
Pikanterweise erreichten die schlechtesten Videos die höchsten Klickzahlen, nämlich bis zu 2,4 Millionen, berichten die Urolog*innen. Sie warnen betroffene Patienten eindringlich davor, ihre Informationen im Netz zusammenzusuchen. Besser sei das ausführliche Gespräch mit der behandelnden Arzt*in, der zudem häufig auch fachlich hochwertiges Informationsmaterial bereithält.

Quelle: Ärztezeitung

So halten Gelenkprothesen möglichst lange

Quelle: apotheken.de | 19.02.2024 | Jacob Lund/Shutterstock.com
 Regelmäßiges Training verlängert die Lebensdauer der Hüft- oder Knieprothese.Sechs von zehn Hüftprothesen halten laut einer Studie von 2019 mindestens 25 Jahre. Entscheidend für die Lebensdauer von künstlichen Gelenken sind aber nicht nur das Material und die OP-Technik – sondern vor allem der Lebensstil der Patient*innen.

Schonen ist kontraproduktiv
Für viele Patient*innen ist die Entscheidung für ein neues Hüft- oder Kniegelenk ein großer Schritt. Damit verbunden ist auch der Wunsch, dass die Prothese möglichst lange hält. Wer glaubt, seine Prothese durch wenig Bewegung zu schonen, irrt aber. Carsten Perka von der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik bringt es auf den Punkt: „Während wir früher Wechseloperationen wegen Überlastung der Endoprothesen durchgeführt haben, ist heute immer mehr eine verminderte körperliche Aktivität der Grund.“

Fitness entscheidend
Statt sich zu schonen, sollten Menschen mit Prothesen lieber regelmäßig trainieren - am besten täglich. Denn nur starke Muskeln, Bänder und Sehnen können das Gelenk stabil an seinem Platz halten und so Luxationen („Auskugelungen“) vermeiden. Zudem steigt mit abnehmender Fitness die Sturzgefahr. Beides – also Luxationen und Stürze – sind echter Stress für das neue Gelenk. Hinzu kommt: Wer sich wenig bewegt, nimmt häufig auch zu. Das überflüssige Gewicht wird hauptsächlich von den Gelenken getragen, es kommt zu einem schnelleren Verschleiß.

Natürlicher Muskelabbau
Damit die Muskeln kräftig bleiben, müssen sich ältere Menschen etwas mehr anstrengen als in jungen Jahren. Denn ohne Training nimmt die Muskelmasse kontinuierlich ab und wandelt sich in Fett um. Bis zu 50 Prozent der ursprünglichen Muskeln verliert man deswegen zwischen dem 30. und 50 Lebensjahr, wenn man nicht gegensteuert. Prothesenträger*innen trainieren im besten Fall nicht nur Kraft, sondern auch Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit. Damit die Muskelmasse zunimmt, sollten ältere Menschen außerdem genug Eiweiß zu sich nehmen. Denn auch davon brauchen sie im Vergleich zu jüngeren Menschen mehr, um Muskeln aufzubauen.

Quelle: Internisten im Netz

Hilft die Pille gegen Liebeskummer?: Was die Werbung verspricht

Quelle: apotheken.de | 16.02.2024 | mauritius images / Westend61 / Giorgio Fochesato
Liebeskummer schmerzt – doch kann eine Pille wirklich helfen?Eine Pille gegen Liebeskummer – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Angeblich ist die Wirkung sogar durch eine Studie belegt. Aber halten die Ergebnisse auch einer genaueren Prüfung stand?



Wirkstoff aus der afrikanischen Schwarzbohne


Liebeskummer tut weh – und trifft im Laufe eines Lebens wohl jeden Menschen. Das hat sich scheinbar auch ein Hersteller gedacht und versucht, eine Pille gegen die schmerzlichen Gefühle zu entwickeln. Grundlage für das Nahrungsergänzungsmittel ist die afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia). Zu Nutze machen wollten sich die Hersteller die darin enthaltende Substanz 5-Hydroxytryptophan – abgekürzt 5-HTP.



Einsatz als Antidepressivum?


5-HTP ist eine Substanz, die auch im Kontext von Depressionen untersucht wurde. Die Substanz ist eine Vorstufe von Serotonin und kommt natürlicherweise im Gehirn vor. Serotonin wiederum ist ein wichtiger Botenstoff, der unter anderem Einfluss auf Emotionen hat. Viele Antidepressiva zielen deswegen darauf ab, die Wirkung von Serotonin im Gehirn zu verstärken.  

Studien zeigten aber schon in diesem Zusammenhang: Eine antidepressive Wirkung durch 5-HTP lässt sich nicht nachweisen.



Nur 15 Teilnehmende


Doch was hat es mit der Studie auf sich, die nun aktuell die Wirkung gegen Liebeskummer belegen soll? Ein Blick in die Veröffentlichung zeigt: An der Studie haben nur 15 Personen teilgenommen. Das ist eine viel zu kleine Gruppe, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern. Zudem wurde in der Studie nicht berücksichtigt, dass Liebeskummer mit der Zeit von alleine vergeht. Darüber hinaus hat das Studienteam gar nicht nach Kriterien für Liebeskummer gefragt, also zum Beispiel Trauer und Verzweiflung. Die Veröffentlichung erfüllt also keine wissenschaftlichen Standards.

Auch wenn eine Pille gegen Liebeskummer eine verlockende Vorstellung ist: Ein glaubhafter Wirknachweis steht aus. Wer es trotzdem versuchen möchte, sollte zudem wissen, dass die Einnahme von 5-HTP auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen kann.

Quellen: medizin-transparent.at


Helfen Vitamine dem Gehirn?: Wenn graue Zellen altern

Quelle: apotheken.de | 15.02.2024 | mauritius images / Image Source
 Zum Fithalten der grauen Zellen empfehlen Experten vor allem tägliches Gehirnjogging - z.B. mit Kreuzworträtseln.Mit dem Alter verändert sich nicht nur der Körper. Auch die Leistung des Gehirns nimmt Schritt für Schritt ab. Multivitaminpräparate sollen dabei helfen, diese kognitiven Verluste zu verlangsamen.

Informationen werden langsamer verarbeitet
Älterwerden schlägt auch aufs Gehirn: Ab etwa 60 Jahren verarbeitet es neue Informationen langsamer, und Gedächtnislücken treten häufiger auf – das ist ganz normal. Ob die Einnahme von Multivitaminpräparaten dem Gedächtnisverlust entgegenwirkt, wurde in einer mehrteiligen US-amerikanischen Studie geprüft.

Mehr als 5000 Erwachsene nahmen dafür über zwei bis drei Jahre hinweg täglich entweder ein Präparat aus 20 essenziellen Mikronährstoffen oder ein Scheinmedikament ein. Schon in den ersten beiden Vorstudien ließen sich positive Effekte auf die Kognition erkennen – die Hirnleistungstest waren jedoch nur am Telefon und am PC durchgeführt worden.

Gehirnalterung um zwei Jahre verzögert?
In einer dritten Studie wurden die kognitiven Fähigkeiten genauer unter die Lupe genommen. Dazu testeten die Forscher*innen die allgemeine Kognition und das Gedächtnis bei 500 Proband*innen persönlich mit verschiedenen neuropsychologischen Verfahren. Auch in dieser Studie zeigte sich ein zumindest leichter positiver Effekt der Präparate: Diejenigen Proband*innen, die täglich Multivitamine geschluckt hatten, schnitten in puncto Gedächtnis etwas besser ab als diejenigen, die nur ein Scheinmedikament erhielten.

In einer Metaanalyse bewertete das Team dann die Ergebnisse aller drei Untersuchungen zusammen. Dabei errechnete es, dass das Multivitaminpräparat im Vergleich zum Scheinmedikament die Alterung der Gehirnfunktion (kognitive Alterung) um etwa zwei Jahre verzögert hatte.

Noch zu früh für eine Empfehlung
Soll jetzt jeder täglich zu einer Extraportion Vitamintabletten greifen? Kritiker*innen der Studie betonen, dass es für eine generelle Empfehlung zu früh sei und diese Ergebnisse erst durch weitere Studien unterstützt werden müssen. Zumal es bisher kaum Hinweise darauf gibt, dass Vitamine die Hirnfunktion im Alter verbessern können. Zudem raten sie, die regelmäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln prinzipiell zunächst mit der Hausärzt*in zu besprechen.

Zum Glück gibt es noch andere Möglichkeiten, dem kognitiven Verlust im Alter entgegenzuwirken. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, Bewegung und das Gehirn täglich zu fordern und zu trainieren.

Quelle: arznei-news.de

Antipsychotikaverbrauch steigt an: Kinder und Jugendliche

Quelle: apotheken.de | 14.02.2024 | mauritius images / Cavan Images
 Jugendliche leiden immer häufiger an psychischen Störungen. Kinder und Jugendliche bekommen immer häufiger Antipsychotika verschrieben. Besonders hoch ist der Anstieg bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren.

Bei Kindern wenig untersucht
Antipsychotika sind Medikamente zur Behandlung von Schizophrenie oder bipolarer Störung. Letztere ist eine psychische Erkrankung, bei der sich depressive Zustände mit manischen Phasen abwechseln. Das heißt, dass Betroffene unter extremen Schwankungen zwischen Niedergeschlagen- und Antriebslosigkeit und übermäßig gesteigerter Stimmung leiden.

Wirkung und Sicherheit der Antipsychotika sind vor allem bei erwachsenen Patient*innen untersucht. Für Kinder gibt es dazu nur wenige Daten. Generell weiß man jedoch, dass Antipsychotika auch bei ihnen Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören vor allem Bewegungsstörungen wie Sitzunruhe oder unwillkürliche Muskelkontraktionen.

Trotzdem werden in Deutschland Antipsychotika bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger eingesetzt, berichtet der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Christian Bachmann. Sein Team von der Universitätsklinik Ulm untersuchte die Verordnung dieser Medikamente im Zeitraum von 2011 bis 2020 anhand der bundesweiten Abrechnungsdaten.

16% mehr Antipsychotika verordnet
Die Verordnung traditioneller Antipsychotika der ersten Generation stieg im untersuchten Zeitraum um 16%. Auch neue Antipsychotika der zweiten Generation, die seltener Bewegungsstörungen auslösen, wurden um 17% häufiger verschrieben. Am stärksten war die Zunahme bei Mädchen, sagt Bachmann.

Mangel an Psychotherapiemöglichkeiten oder stärkere Belastung?
Warum die Verordnungen von Antipsychotika so stark zugenommen haben, ist unklar. Möglicherweise liegt es daran, dass die psychischen Belastungen für Kinder und Jugendliche in den letzten Jahren zugenommen haben. Ein weiterer Grund könnte sein, dass es nicht genügend psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten gibt und die Wartezeiten für einen Therapieplatz einfach zu lang sind.

Quelle: kinderaerzte-im-netz.de

Hilfe fürs Arthroseknie: Schmerzgele und -pflaster

Quelle: apotheken.de | 13.02.2024 | agefotostock/imago-images.de
 Wenn das Arthroseknie schmerzt kann man sich auch äußerlich behelfen.Kniearthrose ist schmerzhaft – doch nicht immer ist der Griff zur Tablette nötig. Denn schmerzende Kniegelenke lassen sich auch von außen effektiv behandeln. Und zwar mit Schmerzpflastern und Schmerzgelen.

Von außen ins Gelenk
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Piroxicam hemmen Entzündungen und lindern Schmerzen. Doch müssen die Wirkstoffe immer auch geschluckt werden? Wahrscheinlich nicht, ergab nun eine neue Meta-Analyse. Diese zeigte, dass äußerlich aufgetragene NSAR ebenso bis in das Gelenk eindringen. Sie reichern sich dort z. B. in den Menisken und in der Gelenkflüssigkeit an und lindern vermutlich dadurch den Arthroseschmerz.

Am stärksten wirksam erwies sich der Wirkstoff Diclofenac als Pflaster, gefolgt von Ibuprofen, Piroxicam, Diclofenac-Gel und Ketoprofen. Auch die Gelenkfunktion wurde durch die lokal aufgetragenen NSAR verbessert. Hier war Piroxicam Spitzenreiter, gefolgt von Ibuprofen, Diclofenac-Pflaster und Ketotifen. Wer sich nicht sicher ist, welcher Wirkstoff für ihn geeignet ist, bespricht das am besten mit seiner Apotheker*in oder Ärzt*in.

Nebenwirkungen an der Haut möglich
Der große Vorteil der Pflaster und Gele: Häufige Nebenwirkungen von NSAR in Tablettenform wie Sodbrennen und Magenschmerzen lassen sich wahrscheinlich vermeiden. Und während die Tabletten auf Dauer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können, ist dieser Effekt bei Gelen oder Pflastern nicht zu erwarten. Da die analysierten Studien jedoch nicht länger als 12 Wochen dauerten, ist eine Aussage zur Sicherheit bei längerfristiger Anwendung noch nicht möglich.

Ganz ohne Nachteil sind aber auch die äußerlichen Präparate nicht. Manche Patient*innen zeigten Hautirritationen wie Trockenheit, Juckreiz oder allergische Reaktionen. Vor allem beim Wirkstoff Ketoprofen sollte man darauf achten, die behandelten Hautpartien keiner UV-Bestrahlung auszusetzen. Das eingeschmierte Knie sollte also bedeckt werden. Denn sonst droht schlimmstenfalls eine Fotodermatitis.

Quelle: Arzneiverordnung in der Praxis

Mikroplastik aus dem Baby-Fläschchen: Vorsicht Fütterung

Quelle: apotheken.de | 12.02.2024 | Westend61/imago-images.de
 Heiße Inhalte lösen bei Polypropylen-Fläschchen Kunststoffpartikel aus der Innenfläche der Flaschenwand. Wenn Babys mit Fläschchen gefüttert werden, schlucken sie oft nicht nur die gesunde Säuglingsnahrung. Ist die Flasche aus Polypropylen, nehmen sie beim Trinken zusätzlich jede Menge Mikroplastik mit auf.

Plastikfläschchen mit Kehrseite
Handelsübliche Babyflaschen sind leicht, können nicht zerbrechen und halten hohe Temperaturen aus. Aus diesem Grund werden die ? meist aus Polypropylen bestehenden ? Fläschchen weltweit zur Fütterung von Säuglingen eingesetzt. Doch leider hat die Sache einen Haken: Offenbar lösen sich bei ihrer Benutzung winzige Kunststoffpartikel von der Innenseite der Flaschenwand und gelangen dadurch mit jeder Fütterung millionenfach in den Säugling.

Zu diesem Ergebnis kamen irische Forscher*innen bei einem aufwändigen Test von Polypropylen-Fläschchen verschiedener großer Hersteller. Die Fläschchen wurden gereinigt, sterilisiert und an der Luft getrocknet. Danach befüllte die Forschergruppe sie je nach Versuchsreihe mit warmem oder heißem Wasser (25° C, 75° C, 95° C), schüttelte das Fläschchen eine Minute lang und untersuchte das Wasser dann auf Mikropartikel.

Je heißer, desto mehr Partikel
In allen Wasserproben ließ sich bei der Analyse Mikroplastik nachweisen. Die Menge variierte mit der Temperatur des eingefüllten Wassers. Bei der von der WHO zur Herstellung von Babynahrung empfohlenen Temperatur von 70° C fanden sich bis zu 16 Millionen Mikropartikel pro Liter Wasser, bei 95° C etwa 55 Millionen und bei 25° C 600 000 Mikropartikel.

Aus diesen Werten errechneten die Wissenschaftler*innen für europäische Plastik-Flaschenkinder eine durchschnittliche Belastung von etwa 2,6 Millionen Partikel am Tag. Ob dies der Gesundheit schadet, ist noch unklar. Hinzu kommt, dass Babyflaschen nur eine von vielen Mikroplastik-Quellen sind. Laut kürzlich veröffentlichtem Bericht der Organisation Terre des Hommes sollen 97% der Drei- bis 17-Jährigen Deutschen Plastiksubstanzen im Blut haben.

Nur abgekühlt ins Fläschchen
Auch wenn die Datenlage rund ums Plastik noch diffus ist: Viele Menschen möchten die Aufnahme der winzigen Kunststoffpartikel reduzieren. Bei der Säuglingsernährung kann man dafür beispielsweise voll stillen oder auf Babyfläschchen aus Glas umsteigen. Diese gibt es in der Apotheke zu kaufen. Um beim Plastikfläschchen das Ablösen der Kunststoffpartikel von der Innenwand zu reduzieren empfehlen die irischen Forscher*innen folgendes Vorgehen:

Babynahrung im Metalltopf auf die geforderten 70° C erhitzen (aus hygienischen Gründen darf auf das Erhitzen nicht verzichtet werden).Auf Trinktemperatur abkühlen lassen.Ins Fläschchen füllen und füttern.

Quelle: Ärzteblatt, Terre des Hommes

Naturkosmetik im Vergleich: Qualität oder Marketing?

Quelle: apotheken.de | 09.02.2024 | mauritius images / Westend61 / Halfpoint
Natürliche Gesichtscremes haben eine gute QualitätOb aus Umweltgründen oder dem Tierwohl zuliebe – natürliche Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch bei Kosmetika gibt verschiedene Siegel für „zertifizierte Naturkosmetik“. Halten sie, was sie versprechen?

Siegel bieten Orientierung
Ob zertifiziert oder nicht: Viele Kosmetika werben damit, „natürlich“ zu sein und überwiegend biologische Inhaltsstoffe zu enthalten. Doch geschützt ist das Wort „Naturkosmetik“ nicht. Auch ein staatliches Siegel gibt es nicht.  Private Siegel helfen aber bei der Orientierung – beispielsweise Natrue, EcoCert und BDIH. Produkte mit diesen Siegeln versprechen, dass sie überwiegend (aber nicht ausschließlich) natürliche Stoffe enthalten. Doch wie natürlich sind die Inhaltsstoffe in zertifizierten Produkten wirklich? Darüber hinaus müssen Naturkosmetika auf hilfreiche Stoffe verzichten, die beispielsweise die Cremebarkeit erhöhen. Schlägt sich das auf die Qualität zertifizierter Naturkosmetika nieder, im Vergleich zu konventionellen Produkten?

Qualität vergleichbar mit konventioneller Kosmetik
Für diese Frage hat Stiftung Warentest 14 Gesichtscremes auf Herz und Nieren geprüft. Von den 9 Kosmetika mit Natursiegel enthielten 6 weder Konservierungsstoffe, noch nicht-natürliche Inhaltsstoffe – und auch bei den restlichen 3 Produkten ist der Anteil synthetischer Stoffe sehr gering. Im Gegensatz dazu enthielten 4 von 4 getesteten konventionellen Produkten Konservierungs- und/oder synthetische Stoffe. Doch auch bei den konventionellen Kosmetika fanden die Tester in den Produkten überwiegend natürliche Inhaltsstoffe. In der Qualität schnitten die Cremes mit und ohne Natursiegel ähnlich gut ab.

Positives Testfazit
Getestet wurde auch, ob sich Keime in der Creme vermehren können. Dazu wurden im Testlabor Keime in die Cremes eingebracht. Durchgefallen ist dabei jeweils eine konventionelle und eine zertifizierte Creme. Diese bekamen deshalb das Urteil „mangelhaft“. Insgesamt ziehen die Testenden aber ein positives Fazit: von den 14 Produkten schneiden 8 mit „gut“, weitere 4 mit „befriedigend“ ab.

Quelle: test.de

Krankheitsangst raubt Lebensjahre: Gefährliche Hypochondrie

Quelle: apotheken.de | 08.02.2024 | mauritius images / Science Photo Library / Microgen Images
 Menschen mit Hypochondrie leben in der beständigen Angst, an einer Erkrankung zu leiden.Hypochonder*innen werden oft belächelt oder sogar ausgelacht. Doch das ist nicht fair: Denn sie sterben tatsächlich früher als andere Menschen. Nur meist nicht an der Erkrankung, die sie sich einbilden.

Krankheitsangst mit Folgen
Unter Hypochondrie leiden Menschen, die überzeugt davon sind, krank zu sein - es aber gar nicht sind. Ihre Gedanken kreisen fortwährend um ihre Gesundheit, sie beobachten sich und ihren Körper genauestens und werten die kleinsten Unregelmäßigkeiten als Hinweise auf schwere Krankheiten. Dieser Zustand gilt sogar als psychosomatisches Krankheitsbild und wird hypochondrische Störung genannt.

Mit ihrer Art sind diese Menschen oft eine Zielscheibe für Spott und Hohn. Witze, Bücher und Filme handeln von ihnen, der bekannteste Vertreter in der Literatur ist wohl der Hypochonder Argan in Molières Komödie „Der eingebildete Kranke“.

Suizidrate um das Vierfache höher
Doch die Hypochondrie ist offenbar gefährlicher als angenommen: Ein schwedisches Forscherteam hat herausgefunden, dass davon betroffene Menschen durchschnittlich fünf Jahre kürzer leben als gleichaltrige Männer und Frauen ohne diese Befürchtungen. Ihrer Untersuchung liegen die Daten von über 4000 Personen mit der Diagnose „Hypochondrie“ zugrunde.

Das Ergebnis der Analyse: Obwohl Hypochonder*innen oft glauben, dass sie an unheilbarem Krebs erkrankt sind, starben sie in dieser Untersuchung nicht häufiger an einem Malignom als Menschen ohne Hypochondrie. Erhöht war allerdings ihr Risiko, an einer Atemwegserkrankung oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Und ihnen droht weitere Gefahr: Menschen mit Hypochondrie hatten ein um das Vierfache gesteigertes Risiko für eine Selbsttötung, schreibt das Autorenteam. Alle genannten Zusammenhänge blieben auch nach Berücksichtigung von Depressionen oder Angsterkrankungen bestehen.

Nicht ernst genommen von den Ärzt*innen
Gründe für die kürzere Lebenserwartung könnten der hypochondriebedingte Stress und ein ungesunder Lebensstil sein, vermuten die Autor*innen. Letzterer liegt womöglich auch daran, dass Hypochonder*innen häufig ein geringeres Einkommen haben und allein leben. Nicht zu vernachlässigen sei zudem die Möglichkeit, dass Ärzt*innen Menschen mit Hypochondrie weniger ernst nehmen und es deshalb zu verzögerten Diagnosen kommt.

Quelle: SpringerMedizin