Arzneimittelnebenwirkungen melden: Jeder darf mitmachen!
Quelle: apotheken.de | 10.08.2026 | Ingo Bartussek/Shutterstock.com
Die Arzneimittelbehörden und Pharmaindustrie arbeiten ständig daran, Medikamente sicherer zu machen. Doch dafür brauchen sie die Hilfe von Anwender*innen, die Nebenwirkungen melden. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung
Leichter Durchfall nach der Einnahme von Antibiotika oder Schmerzen im Arm nach einer Impfung: Fast jeder hat schon einmal unter einer Arzneimittelnebenwirkungen gelitten. Mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist, können Patient*innen im Beipackzettel nachlesen. Die darin enthaltenen Informationen über mögliche Nebenwirkungen stammen vor allem von Studien vor der Zulassung des Medikaments, die von Pharmaunternehmen durchgeführt wurden.
Beipackzettel wird ständig aktualisiert
Allerdings ist die Dauer vieler Studien oft kurz und die Anzahl der Teilnehmer*innen begrenzt. Sehr seltene oder spät auftretende Wirkungen treten häufig erst im alltäglichen, langfristigen Gebrauch auf. Das ist problematisch, denn um Arzneimittel sicher einsetzen zu können, müssen Ärzt*innen und Apotheker*innen stets über alle möglichen Nebenwirkungen Bescheid wissen. Deshalb wird der Beipackzettel von Pharmaunternehmen und Arzneimittelbehörden ständig aktualisiert. Die Informationsquelle dafür sind Meldungen von Ärzt*innen und Apotheker*innen, aber auch von Patient*innen.
Zentrale Sammelstelle
Um die Meldung möglichst einfach zu gestalten, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut eine zentrale Sammelstelle für Berichte über Nebenwirkungen eingerichtet. Über ein Online-Formular können Patient*innen ganz einfach und anonym Nebenwirkungen melden. Besonders wichtig sind Nebenwirkungen, die im Beipackzettel noch nicht aufgeführt sind oder sehr schwerwiegend sind. Hilfe beim Ausfüllen bekommen Patient*innen auch in der Apotheke oder Hausarztpraxis.
Ganz wichtig ist, dass die Meldung bei den Behörden nicht das Gespräch mit der behandelnden Ärzt*in ersetzt. Neu aufgetretene Nebenwirkungen sollten nämlich stets abgeklärt werden.
Quellen: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Paul-Ehrlich-Institut
Rückenschmerzen: Was hilft wirklich?: Oft nur kurzfristige Linderung
Quelle: apotheken.de | 07.08.2026 | mauritius images / Westend61 / Manu Reyes
Ob Akupunktur, Massagen oder Bewegung - es gibt viele Strategien, die Rückenschmerzen lindern. Aber leider halten viele Effekte scheinbar nur kurzfristig an.Viele Behandlungsoptionen
15 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Neben den individuellen Einschränkungen haben Rückenschmerzen deshalb auch wirtschaftlich eine große Bedeutung: Sie sind einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Dabei ist das Therapieangebot gegen Rückenschmerzen groß. Dies umfasst viele konventionelle Maßnahmen wie Akupunktur, Elektrotherapie, Bewegungstherapie, manuelle Therapie oder Massage – und sogar Operationen.
Aktiv und passiv gleich wirksam
Positiv ist, dass all diese Behandlungsformen die Schmerzen tatsächlich etwas lindern können. Eine neue Studie mit über 71 000 Teilnehmenden zeigte allerdings: Die Effekte halten im Schnitt nur 10 bis 12 Wochen an. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Behandlungen passiv waren oder wie bei der Bewegungstherapie mit aktiver Mitwirkung der Patient*innen.
Gesundheitscoaching als Alternative
Doch was können Betroffene tun, damit die Rückenschmerzen auch längerfristig verschwinden? Studienleiter Daniel Belavy von der Hochschule Bochum hält einen Wechsel in der Behandlungsstrategie für nötig: „Aus diesem Grund brauchen wir Ansätze, die Patient*innen mit anhaltenden Rückenschmerzen dabei helfen, sich selbst besser zu helfen – zum Beispiel durch Gesundheitscoaching.“
Verhaltensänderung statt kurzfristiger Therapie
Konkret bedeutet das: Rückenschmerzen haben meist unterschiedliche Ursachen. Und diese gilt es langfristig abzustellen. In diesem Sinne ginge es dann weniger um kurze Behandlungszyklen, sondern eher um Selbstmanagement, Lebensstil- und Verhaltensänderungen sowie eine kontinuierliche Begleitung. Noch ist aber nicht klar, ob Belavy mit seiner Annahme Recht hat. Denn noch fehlen große, aussagekräftige Studien, die das bestätigen.
Quellen:Hochschule Bochum, Amboss
Kein Magenkrebs durch Langzeit-PPI: Entwarnung beim Magenschutz
Quelle: apotheken.de | 06.08.2026 | mauritius images / Wavebreakmedia
Lange galt die Sorge, dass eine dauerhafte Behandlung mit Protonenpumpenhemmern (PPI) das Risiko für Magenkrebs erhöhen könnte. Eine große aktuelle Studie gibt nun Entwarnung. Magenschutz wird häufig verordnet
Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol verringern die Produktion von Magensäure. Sie werden häufig bei Magengeschwüren oder Reflux (Sodbrennen und saures Aufstoßen) verordnet. Außerdem schützen sie den Magen, wenn Medikamente eingenommen werden, die die Magenschleimhaut angreifen können. Dazu gehören z. B. bestimmte Schmerzmittel wie Diclofenac oder andere nicht steroidale Antirheumatika (NSAR).
Frühere Studien zufolge gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Magenkrebsrisiko unter einer langfristigen PPI-Therapie. Schwedische Forschende haben diesen möglichen Zusammenhang nun erneut untersucht. Dazu verglichen sie die Daten von mehr als 17.000 Menschen mit Magenkrebs mit denen von rund 170.000 krebsfreien Personen.
PPI-Einnahme unterschied sich kaum
Das Ergebnis: 10,2 Prozent der Menschen mit Magenkrebs hatten mindestens ein Jahr lang PPI eingenommen, in der Vergleichsgruppe waren es 9,5 Prozent. Dieser geringe Unterschied war statistisch nicht bedeutsam. Auch nachdem Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen, Begleiterkrankungen oder eine Behandlung gegen den Magenkeim Helicobacter pylori berücksichtigt worden waren, blieb das Ergebnis unverändert.
Eine langfristige Einnahme von Protonenpumpenhemmern erhöht das Risiko für Magenkrebs offenbar nicht, schlussfolgern die Forschenden aus ihren Ergebnissen. Dass frühere Studie Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch PPI erbracht haben, führen sie vor allem auf methodische Schwächen der damaligen Untersuchungen zurück.
Unentdeckten Magenkrebs ausschließen
Um solche Mängel zu vermeiden, wurde die aktuelle Studie besonders sorgfältig geplant. So schlossen die Forschenden die PPI-Einnahme im Jahr vor der Krebsdiagnose von der Auswertung aus. Denn erste Beschwerden eines noch unentdeckten Magenkrebses werden häufig bereits mit Protonenpumpenhemmern behandelt. Das kann den falschen Eindruck erwecken, die Medikamente hätten den Krebs verursacht.
Quelle: Ärztezeitung
Magen-Darm-Infekt vom Küchenschwamm: Gefährliche Keimschleuder
Quelle: apotheken.de | 05.08.2026 | mauritius images / Manfred Habel
Ein Küchenschwamm kann sauber aussehen und trotzdem Millionen Bakterien beherbergen. Damit über die Arbeitsflächen keine Krankheitserreger auf Speisen übertragen werden, sollte man ein paar Hygieneregeln beachten. Darmbakterien überleben tagelang
Ob Geschirr spülen, die Arbeitsplatte abwischen oder den Herd reinigen – der Küchenschwamm gehört in fast jedem Haushalt zur Grundausstattung. Doch ausgerechnet der praktische Alltagshelfer kann sich schnell in eine Keimschleuder verwandeln. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Demnach können sich in Küchenschwämmen krankmachende Bakterien wie Salmonellen oder Escherichia coli stark vermehren und tagelang überleben.
Das Problem: Feuchtigkeit, Wärme und kleine Speisereste bieten ideale Bedingungen für Bakterien. Selbst wenn ein Schwamm äußerlich sauber aussieht, normal riecht und sich nicht schmierig anfühlt, kann er bereits stark mit Keimen belastet sein. Auf Aussehen oder Geruch sollte man sich deshalb nicht verlassen.
Kleine Kinder besonders gefährdet
In der genannten Studie vermehrten sich die untersuchten Krankheitserreger innerhalb weniger Tage deutlich. Selbst eine mehrtägige Trockenphase überstanden viele Bakterien. Besonders kritisch: Schon leichter Druck auf den Schwamm genügte, damit Keime auf Arbeitsflächen, Schneidebretter oder Geschirr übertragen wurden. Gelangen sie anschließend auf Lebensmittel, die roh verzehrt werden, kann das zu Magen-Darm-Infektionen führen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Oft austauschen, nach Fleischkontakt wegwerfen
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken.
Schwämme sollten nach Gebrauch gründlich ausgespült und möglichst luftig getrocknet werden. Außerdem sollten Schwämme regelmäßig ausgetauscht werden – etwa einmal pro Woche oder früher, wenn sie intensiv genutzt werden. Die Keimbelastung lässt sich auch mit Hitze reduzieren. Dafür muss der Schwamm allerdings etwa zwei Minuten lang mit über 70 Grad heißem Wasser behandelt werden.Wurden die Schwämme zum Reinigen von Flächen verwendet, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, sollten sie anschließend entsorgt werden.
In Haushalten mit älteren oder chronisch kranken Menschen ist ganz besonders auf Hygiene zu achten. Hier ist es sinnvoll, statt eines Schwamms eine Spülbürste oder waschbare Spültücher zu verwenden. Denn diese können nicht nur gut in der Spül- oder Waschmaschine gereinigt werden. Sie trocknen nach dem Benutzen schneller und bieten Bakterien schlechtere Lebensbedingungen.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung
Reisen mit der Anti-Baby-Pille: Tipps für den Urlaub
Quelle: apotheken.de | 04.08.2026 | mauritius images / Westend61 / Angel Santana Garcia
Eine größere Reise bringt einige Herausforderungen mit sich. Neben dem Packen und der Anfahrtsplanung sollte dabei auch die Verhütungsplanung mit der Anti-Baby-Pille nicht vergessen werden. Nicht überall erhältlich
Der erste Schritt beginnt beim Packen. Denn möglicherweise ist Ihr Präparat im Ausland nicht erhältlich, ein Nachkaufen nicht möglich. Im Gepäck sollten deshalb genug Anti-Baby-Pillen sein, um die gesamte Reisezeit abzudecken. Einige zusätzliche Tabletten als Reserve helfen, einen höheren Verbrauch auszugleichen – z. B. wenn Sie Tabletten erbrechen und daher neue einnehmen müssen. Auch ein Durchfall als typische Reisekrankheit ist problematisch, denn dann wird der Wirkstoff zu schnell ausgeschieden. Die Pille kann so Ihre Wirkung verlieren. Das gilt auch, wenn die Tabletten zu warm werden. Die richtige Lagerung ist deshalb wichtig. Die Pillenpackung sollte keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein und möglichst kühl gelagert werden. Wenn Zweifel an der Wirkung der Anti-Baby-Pille bestehen, sollte zusätzlich mit Kondomen verhütet werden.
Greifbar im Handgepäck
Zurück zum Gepäck: Anti-Baby-Pillen gehören wie andere wichtige Medikamente in das Handgepäck. So sind die Pillen auch dann verfügbar, wenn das Gepäck verloren gehen sollte oder im falschen Flieger landet. Für den Fall, dass die Pillen dennoch verloren gehen: Notieren Sie sich vorher, welche Wirkstoffe in welcher Dosierung Ihre Anti-Baby-Pille enthält. Das erleichtert die Suche nach einem Ersatzpräparat im Ausland.
Zeitverschiebung beachten
Anti-Baby-Pillen wirken nur dann, wenn die Abstände zwischen den Tabletten eingehalten werden. Die Pillen sollten deshalb jeden Tag zur gleichen Zeit genommen werden. Doch wie geht man am besten mit der Zeitverschiebung um? Das hängt von den Wirkstoffen ab. Östrogen-Gestagen-Präparate (Kombipillen) wirken auch noch, wenn die Zeit zwischen zwei Pillen 36 Stunden beträgt. In diesem Falle können Sie die Pille zur gewohnten Zeit nehmen, wenn die Zeitverschiebung unter 12 Stunden liegt. Bei anderen Präparaten ist das schwieriger, insbesondere bei reinen Gestagen-Präparaten wie der Minipille. Levonogestrel muss beispielsweise spätestens 27 Stunden nach der letzten Pille eingenommen werden. Wenn die Zeitverschiebung also über 3 Stunden beträgt, müssen Sie den Einnahmerhythmus anpassen.
„Zwischenpille“ bei langer Zeitverschiebung
Bei zu langer Zeitverschiebung wird eine „Zwischenpille“ eingeschoben. Dazu nehmen Sie 12 Stunden nach der letzten Pille die „Zwischenpille“ ein. Die nächste Pilleneinnahme erfolgt dann zur gewohnten Tageszeit. Beispiel: Sie nehmen Levonogestrel und fliegen von Berlin nach New York, die Zeitverschiebung beträgt 6 Stunden. Sie nehmen die Pille vor dem Abflug wie gewohnt um 7 Uhr. Um 19 Uhr Berliner Zeit nehmen Sie die Zwischenpille ein. In New York nehmen Sie die Tabletten dann wieder wie gewohnt um 7 Uhr.
Quellen:
Frauenärzte im Netz, Deutsches Ärzteblatt
Sonnenbrille schützt vor Augenschäden: Ab UV-Index von 3 aufsetzen
Quelle: apotheken.de | 03.08.2026 | mauritius images / Fabio and Simona
Ob am Strand, auf der Terrasse oder im Gebirge: Dass man in der Sonne die Haut vor UV-Strahlen schützen muss, ist inzwischen selbstverständlich. Weniger bekannt ist, dass auch die Augen Schutz vor dem UV-Licht benötigen.Schäden von Entzündung bis Krebs
In den letzten Jahren hat die UV-Strahlung auf der Erde deutlich zugenommen. Das erhöht auch die Gefahr für Sonnenschäden an den Augen, warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Durch intensives UV-Licht kann es beispielsweise zu schmerzhaften Entzündungen an Binde- und Hornhaut kommen. Manchmal entwickelt sich auch ein Pterygium, also eine dreiecksförmige Gewebewucherung, die vom Augenwinkel auf die Hornhaut zuwächst. Weitere UV-Licht bedingte Schäden sind Linsentrübung (Grauer Star) sowie gut- und bösartige Tumoren der Augen.
UV-Index und Sonnenbrille
Um die Augen vor Schäden durch UV-Strahlung zu schützen, sollte man zunächst den UV-Index beachten. Er wird inzwischen nicht nur beim Deutschen Wetterdienst, sondern auch in vielen Wetter-Apps angezeigt. Seine Skala reicht von 3 bis 11. Schutzmaßnahmen wie eine Sonnenbrille empfehlen Augenärzt*innen schon ab einem Wert von 3.
Bei einem UV-Index ab 8 sollte man sich in den zwei Stunden vor und nach Sonnenhöchststand gar nicht draußen aufhalten. Insgesamt wird im Sommer an der Küste meist ein UV-Index von bis zu 9, in süddeutschen Gebirgsregionen sogar von 11 erreicht.
Zertifizierung muss sein
Das Angebot von Sonnenbrillen ist riesig. Viele davon sind jedoch von geringer Qualität. Wichtig ist, dass die Gläser CE-zertifiziert sind und damit der EU-Norm DIN EN ISO 12312 entsprechen. Dabei sollte auch auf die Filterkategorie geachtet werden. Sie gibt die Lichtdurchlässigkeit des Glases an und reicht von 0 (100 % Lichtdurchlässigkeit, kein Schutz) bis 4 (nur noch bis zu 8% Lichtdurchlässigkeit, extremer Schutz, fürs Autofahren nicht mehr geeignet). Für den Strand und das Gebirge empfehlen Expert*innen die Kategorie 3, sie lässt mit einer dunklen Tönung nur maximal 18% des Lichts an die Augen.
Noch besser ist es, wenn die Brille die Aufschrift UV400 oder 100 Prozent UV-Schutz trägt. Damit ist gewährleistet, dass alle UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern herausgefiltert werden.
Sonnenbrille auch bei Kontaktlinsen
Kontaktlinsenträger*innen sollten ihre Augen ebenfalls mit einer geeigneten Sonnenbrille schützen. Das gilt auch bei Linsen mit integriertem UV-Schutz. Denn diese decken nur die Pupille und einen kleinen Bereich der Iris ab – die Lider und die empfindliche Bindehaut bleiben der Strahlung ausgesetzt. Eine Sonnenbrille verschafft Abhilfe. Zudem bietet sie auch Blendschutz, was Kontaktlinsen nicht leisten können.
Quellen: ptaheute
Gesund baden: Tipps für Frauen und Mädchen
Quelle: apotheken.de | 31.07.2026 | mauritius images / Westend61 / Frederik Franz
Sommerzeit ist Badezeit. Doch gerade nasse Badekleidung begünstigt Infektionen. Einige Regeln helfen Frauen, vorzubeugen.Rasch Kleidung wechseln
Warm, nass und feucht – diese Umgebung lieben Bakterien, denn unter diesen Bedingungen können sie sich optimal vermehren. Frauen und Mädchen, die nach dem Baden längere Zeit die nasse Badekleidung anbehalten, können sich so Infektionen der Blase oder der Vagina einfangen. Wer nach dem Baden schnell in trockene Kleidung wechselt, verringert das Risiko für Infektionen deutlich. Das gleiche gilt auch während der Menstruation: Tampons sollten nach dem Baden gewechselt werden, denn auch hier können Infektionen entstehen. Ansonsten ist das Baden während der Menstruation aber unbedenklich.
Regelmäßig Abduschen
Grundsätzlich ist nach dem Baden auch ein Abduschen sinnvoll – egal, ob man im Meer, Badesee oder in Chlorwasser gebadet hat. Gerade für den Intimbereich reicht ein Abduschen mit klarem Wasser aus. Duschgels und Reinigungsmittel stören die natürliche Schutzbarriere der Haut im Intimbereich und können Reizungen auslösen.
Baden in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft baden ist normalerweise kein Problem – im Gegenteil: Schwimmen hilft bei vielen Beschwerden wie Rückenschmerzen. Für Schwangere gibt es allerdings einige Hinweise:
Bei verkürztem Gebärmutterhals, vorzeitigem Blasensprung oder Schwäche des Muttermundes besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.Bei Schwindel oder Kreislaufproblemen Vorsicht walten lassen. Gerade bei Wärme und Hitze ist es wichtig, den Körper nicht zu überlasten. Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft können einen vorzeitigen Blasensprung auslösen. Das Wechseln nasser Kleidung ist hier besonders wichtig.
Achtung bei Blaualgen
Für Schwangere auch wichtig zu wissen: Gerade in warmen Sommermonaten können sich Blaualgen (Cyanobakterien) in Gewässern bilden. Diese können Reizungen von Haut und Schleimhaut auslösen – das gilt besonders bei Schwangeren. Offizielle Badestellen werden regelmäßig auf Blaualgen kontrolliert. Wenn sich diese vermehren, gibt es eine Warnmeldung vor Blaualgen. Diese Warnung hilft, das Infektionsrisiko einzuschätzen.
Quelle: Frauenärzte im Netz
Nicht jedes Medikament ist sicher: Arzneimittelkauf im Urlaub
Quelle: apotheken.de | 30.07.2026 | mauritius images / Nadia Isakova / Alamy / Alamy Stock Photos
Medikamente im Urlaub spontan vor Ort kaufen? Das kann in manchen Ländern riskant sein. Gesundheitsexpert*innen warnen vor gefälschten oder minderwertigen Arzneimitteln und geben Tipps, wie sich Reisende vor gesundheitlichen Folgen schützen können. Oft ist gar kein Wirkstoff enthalten
Ob vergessene Tabletten, eine verlängerte Reise oder eine unerwartete Erkrankung – manchmal müssen Medikamente erst am Urlaubsort besorgt werden. Doch nicht überall entsprechen Arzneimittel den gewohnten Qualitätsstandards. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen etwa jedes zehnte Medikament minderwertig oder gefälscht. Besonders aufmerksam sollten Reisende in Teilen Südostasiens sowie Zentral- und Westafrikas sein.
Das größte Problem gefälschter Arzneimittel sind nicht unbedingt schädliche Inhaltsstoffe. Häufig enthalten sie zu wenig oder gar keinen Wirkstoff oder geben ihn nicht ausreichend frei. Die Folge: Die Behandlung bleibt wirkungslos oder verzögert sich. Bei Antibiotika kann eine zu geringe Wirkstoffmenge außerdem die Entstehung resistenter Bakterien fördern.
Nur in offiziellen Apotheken kaufen
Wer im Ausland Medikamente kaufen muss, sollte dies ausschließlich in offiziell betriebenen Apotheken oder anerkannten Gesundheitseinrichtungen tun. Vom Kauf bei Straßenhändlern, auf Märkten oder anderen informellen Verkaufsstellen raten Fachleute ausdrücklich ab, da dort das Risiko für gefälschte oder qualitativ mangelhafte Produkte deutlich höher ist.
Verräterische Verpackungen
Auch die Verpackung kann Hinweise auf die Qualität geben. Empfehlenswert sind original verschlossene Blisterpackungen. Lose Tabletten aus Sammelbehältern sollten möglichst gemieden werden. Beschädigte Verpackungen, fehlende Packungsbeilagen, Rechtschreibfehler oder unklare Herstellerangaben können Warnzeichen sein. Da Fälschungen für Laien oft kaum zu erkennen sind, gilt: Bestehen Zweifel an Herkunft oder Qualität, sollte das Medikament nicht eingenommen und ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden.
Besonders bei Sirup aufpassen
Besondere Vorsicht ist bei Arzneimitteln für Kinder geboten. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder verunreinigte Sirupe bekannt, die schwere Vergiftungen verursachten. Sirupe unbekannter Herkunft sollten deshalb nicht verwendet werden.
Vorbeugen statt Schaden nehmen
Am besten lässt sich das Risiko bereits vor der Reise verringern. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte ausreichend Vorrat aus Deutschland mitnehmen. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann außerdem helfen, kleinere Beschwerden selbst zu behandeln und unnötige Medikamentenkäufe im Ausland zu vermeiden. Muss dennoch ein Arzneimittel vor Ort gekauft werden, sind seriöse Bezugsquellen und ein kritischer Blick auf Verpackung und Herkunft die wichtigste Sicherheitsmaßnahme.
Quelle: Centrum für Reisemedizin
Slushies können Kindern schaden: Nicht zu viel davon genießen!
Quelle: apotheken.de | 29.07.2026 | mauritius images / Jennifer Jordan / Alamy / Alamy Stock Photos
Bunt, eiskalt und süß: Slush-Ice-Getränke sind im Sommer vor allem bei Kindern beliebt. Doch das Vergnügen birgt Gefahren. Schon ein großes Getränk kann bei den Kleinen Kopfschmerzen, Schwindel oder sogar Bewusstseinsstörungen auslösen. Glycerin hält das Eisgetränk weich
An heißen Sommertagen oder im Urlaub gehört Slush Ice für viele Kinder einfach dazu. Die bunten, halbgefrorenen Getränke sehen harmlos aus und sorgen für eine schnelle Abkühlung. Doch Fachleute raten inzwischen zur Vorsicht: Der häufig enthaltene Zusatzstoff Glycerin (E 422) kann in größeren Mengen gesundheitliche Beschwerden verursachen. Er ist vor allem in zuckerfreien und knallbunten Slushies vorhanden.
Glycerin ist ein seit Langem zugelassener Lebensmittelzusatzstoff. Er wird unter anderem als Feuchthaltemittel und Stabilisator verwendet. Bei Slush Ice sorgt er dafür, dass das Getränk auch bei Minusgraden weich bleibt und nicht zu einem festen Eisblock gefriert.
Die Dosis macht´s
Problematisch wird Glycerin jedoch, wenn innerhalb kurzer Zeit größere Mengen aufgenommen werden. Der Stoff beeinflusst den Wasserhaushalt des Körpers und wird deshalb in der Medizin sogar gezielt als Arzneimittel eingesetzt, etwa zur Senkung eines erhöhten Augen- oder Hirndrucks.
Genau diese Wirkung kann bei hohen Mengen auch nach dem Trinken eines Slush-Ice-Getränks auftreten. Mögliche Folgen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Benommenheit oder Durchfall. In seltenen Fällen wurden bei Kindern auch vorübergehende Bewusstseinsstörungen beobachtet. Dabei handelt es sich nicht um eine Lebensmittelvergiftung, sondern um die Wirkung einer zu hohen Glycerinmenge.
Schon 250 ml können zu viel sein für Kinder
Besonders gefährdet sind Kinder, weil sie aufgrund ihres geringeren Körpergewichts schneller kritische Mengen erreichen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb erstmals einen Richtwert für die einmalige Aufnahme von Glycerin festgelegt. Pro kg Körpergewicht sollen nicht mehr als 125 mg Glycerin auf einmal aufgenommen werden. Bei einem Kind von 20 kg entspricht das einer Menge von 2500 mg Glycerin. In untersuchten Slushi-Proben lagen die Glycerinmengen jedoch bei 6250 mg bis 35500 mg pro 250-ml-Getränk.
Nach dieser Bewertung kann bereits ein großer Slushie ausreichen, um diese Menge zu überschreiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher, den Konsum glycerinhaltiger Slush-Ice-Getränke bei Kindern zu begrenzen.
Bei Beschwerden ärztliche Hilfe suchen
Eltern sollten darauf achten, dass Kinder Slush Ice nicht in großen Mengen oder sehr schnell trinken. Treten kurz nach dem Verzehr Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder starke Benommenheit auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Wichtig ist dabei der Hinweis, dass zuvor ein Slush-Ice-Getränk getrunken wurde.
Quelle:BfR
Bauchmigräne bei kleinen Kindern: Bauchweh und Lichtscheu
Quelle: apotheken.de | 28.07.2026 | mauritius images / és collection / Philippe Dureuil
Kinder leiden oft unter Bauchschmerzen. Tauchen sie immer wieder auf und werden dabei von Lichtscheu oder Kopfschmerzen begleitet, handelt es sich womöglich um eine Bauchmigräne. Immer wieder mittig gelegene Bauchschmerzen
Von der Bauchmigräne sollen bis zu 4% der Kinder betroffen sein. Am häufigsten leiden 5-bis 10-Jährige darunter. Die Erkrankung gehört zu den funktionellen Bauchbeschwerden. Das bedeutet, dass keine organische Ursache zu finden ist. Die auch „abdominelle Migräne“ genannte Krankheit macht sich folgendermaßen bemerkbar:
Die Bauchschmerzen sind in der Mitte des Bauches (zentral) gelegen und dauern mindestens eine Stunde an. Die Schmerzen treten episodisch auf und laufen immer gleichartig ab. Mindestens eines der folgenden Beschwerden begleitet die Bauchschmerzen: Blässe, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu oder Kopfschmerzen. Klinisch lässt sich kein krankhafter Befund erheben.Zwischen den Schmerzepisoden fühlt sich das Kind wohl und gesund.
Ursächlich soll eine erhöhte Empfindlichkeit der Magen-Darm-Organe sein. Auch eine verstärkte Peristaltik und eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut werden vermutet. Getriggert wird die Bauchmigräne durch die gleichen Faktoren wie die Kopfmigräne, z.B. durch Stress, Schlafmangel und grelles Licht. Bestimmte Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte und Schokolade können die Bauchmigräne ebenfalls auslösen, ungünstig sind auch längeres Fasten und Flüssigkeitsmangel.
Ausruhen, Schmerzmittel, Nasenspray
Eine spezifische Therapie gibt es für die Bauchmigräne nicht. Sind Trigger bekannt, sind diese zu meiden. Während einer Attacke sollen sich die Kinder in einem dunklen, stillen Raum ausruhen, bis die Beschwerden verschwinden. Reicht das nicht, könne als Schmerzmittel 10 mg/kgKG Ibuprofen oder 15 mg/kgKG Paracetamol verabreicht werden. Eine weitere Option ist das Migränemittels Sumatriptan als Nasenspray.
Manchen Betroffen hilft auch eine laktosefreie Kost oder die Einnahme von Probiotika. In Studien konnte auch eine Diät aus Obst, Gemüse, Reis und Fleisch die Häufigkeit von Bauchmigräne-Attacken vermindern.
Wenn die Kinder öfter als zwei Mal im Monat unter der Bauchmigräne leiden, ist die medikamentöse Prophylaxe eine Option. Kinderärzt*innen verschreiben dafür z.B. den Betablocker Propanolol oder das Antihistaminikum Cyproheptadin. Auch weitere Medikamente wie Flunarizin oder das Antiepileptikum Natriumvalproat, waren bei der kindlichen Bauchmigräne schon erfolgreich.
Gute Prognose
Ganz wichtig für Eltern und Kinder: Bei der Bauchmigräne sind weder Wachstums- oder Gedeihstörungen noch neurologische Schäden zu befürchten. Die Prognose der Erkrankung ist gut – allerdings haben die Kinder im späteren Jugend- und Erwachsenenalter häufiger mit einer Kopfmigräne zu kämpfen.
Quelle: Ärztezeitung
