Schon gewusst?

7 Tipps gegen den Lagerkoller: Routine trotz Covid-19

Quelle: apotheken.de | 27.03.2020 | Marie Schläfer
 Besonders in Quarantäne sind Routinen und ein geregeltes Familienleben wichtig.Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, Home-Office – viele Menschen müssen  in diesen Tagen zuhause bleiben, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern. Neben der Angst vor dem Virus erleben viele auch die sozialen Beschränkungen als sehr belastend. Das empfehlen Psychotherapeuten.

Tage aktiv gestalten
Um das Gesundheitssystem vor einer Überlastung durch COVID-19 zu schützen, gelten nun in ganz Deutschland Ausgangsbeschränkungen. Für viele heißt das: Freizeitbeschäftigungen und Arbeit auf zuhause verlagern und Freunde lieber nur virtuell treffen. Zu der Angst um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen kommt das Gefühl, eingesperrt zu sein und die Ungewissheit, wie lange sich diese Situation hinziehen wird. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit neue Routinen zu entwickeln und alte anzupassen. Die deutsche Psychotherapeutenvereinigung hat einige Tipps veröffentlicht, die helfen.

Den Tag strukturieren. Für Arbeitende: auch Pausen sind erlaubt und explizit gefordert. Telefonate mit Kollegen oder Kunden bringen zusätzliche Abwechslung. Auch in der Freizeit sind Routinen wichtig. Gewohnte Termine sollten wenn möglich beibehalten oder der Situation angepasst werden. Wer kann, nimmt seine Mahlzeiten am besten gemeinsam und zu den gewohnten Zeiten ein.In Bewegung bleiben. Stress und Angst werden am besten durch Bewegungs- und Atemübungen abgebaut. Ob geführte Meditation, High-Intensity-Workout oder Yoga – mittlerweile gibt es kostenlose Onlinekurse für jeden.Ausreichend trinken, ausgewogen ernähren. Steht der Körper unter Stress, benötigt er mehr Flüssigkeit. Zusammen mit gesunder Ernährung sind Körper und Psyche widerstandfähiger.Freie Zeit genießen. Endlich genug Zeit für Entspannung, Hobbies und die Familie. Oder wie wäre es mit einer neuen Herausforderung, wie dem Lernen einer Sprache? Tagesziele setzen. Wer jeden Tag ein paar kleine Aufgaben erledigt, freut sich über den Erfolg und beugt depressiven Gedanken vor. Jetzt ist auch endlich Zeit für ungeliebte Arbeiten, wie den Frühjahrsputz oder das Aufräumen des Kellers.Ruhe bewahren. Ständige Panik und Angst drücken die Stimmung und führen zu Schlafstörungen. Hier hilft es, sich abzulenken und nur zwei Mal pro Tag die Meldungen zur Coronakrise zu lesen.  In Kontakt bleiben. Gemeinsam lässt sich die Krise besser bewältigen. Schon ein Lächeln beim Einkaufen, ein Anruf oder Gespräche mit Familienmitgliedern schaffen ein Gefühl von Zusammenhalt.

Quelle: Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung

Prostatakrebs-Risiko nach Vasektomie: Leicht, aber signifikant erhöht

Quelle: apotheken.de | 26.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Vor allem Männer zwischen 30 und 40 Jahren entscheiden sich für eine Sterilisation als Verhütungsmethode.Immer mehr Männer verhüten endgültig, indem sie sich die Samenleiter durchtrennen lassen. Einer neuen Studie zufolge gibt es Hinweise darauf, dass nach einer solchen Vasektomie das Risiko für Prostatakrebs steigt.

Risiko um 15% erhöht
Etwa 3% der deutschen Männer im Alter zwischen 20 und 44 Jahren lassen sich per Vasektomie sterilisieren. Ob es zwischen diesem Eingriff und dem Auftreten von Prostatakrebs einen Zusammenhang gibt, haben nun dänische Ärzte mit Hilfe der Daten von über 2 Millionen Männern analysiert. Knapp 140 000 davon hatten sich die Samenleiter durchtrennen lassen, 26 000 der teilnehmenden Männer entwickelten einen Prostatakrebs.

Es zeigte sich, dass die sterilisierten Männer 10 Jahre nach dem (durchschnittlich mit 38 Jahren) erfolgten Eingriff ein um etwa 15% höheres Prostatakrebs-Risiko hatten als die Nicht-Vasektomierten. Demzufolge erkrankte von 71 Männern mit durchtrennten Samenleitern einer vor seinem 75. Lebensjahr an Prostatakrebs. Diese leichte, aber statistisch signifikante Erhöhung des Risikos blieb zudem etwa 30 Jahre lang bestehen.

Ursache ungeklärt
Warum nach einer Vasektomie das Risiko für Prostatakrebs erhöht ist, bleibt ungeklärt. Möglicherweise haben die Sekrete, die bei einer normalen Ejakulation durch die Prostata geleitet werden, eine schützende Funktion, spekulieren die Studienautoren. Die Anzahl der Arztbesuche, das Einkommen oder den Bildungsstand konnten sie als Einflussfaktoren ebenso ausschließen wie die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen.

Andere Krebsarten seltener
Dagegen war bei den Sterilisierten das Risiko für andere Krebserkrankungen um 9% geringer. Dazu gehörte auch die Wahrscheinlichkeit, an mit Rauchen oder Alkoholkonsum verbundenen Tumorarten zu erkranken (z. B. Lungen- oder Speiseröhrenkrebs). Als Grund für die reduzierte Krebsrate vermuten die Studienautoren eine gesündere Lebensweise der Vasektomierten.

Quelle: www.springermedizin.de

Corona-Infos für Krebspatienten: Chemotherapie lieber verschieben?

Quelle: apotheken.de | 25.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Chemotherapien schwächen das Immunsystem oft.In Zeiten von Covid-19 sind viele Krebspatienten verunsichert, da sie zur Gruppe der Risikopatienten gehören. Informationen und Empfehlungen für diese Patienten hat nun die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) herausgegeben.

Knackpunkt schwaches Immunsystem
Konkrete Erfahrungen über eine erhöhte Covid-19-Rate bei Krebspatienten gibt es bisher noch nicht, berichtet die DGHO. Bei ihren Empfehlungen orientieren sich die Experten deshalb an anderen viralen Infektionen der Atemwege. Zudem sind Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung oder einer Therapie ein geschwächtes Immunsystem haben, bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 besonders gefährdet, schwere Verläufe zu entwickeln.

Wer ist gefährdet?
Laut DGHO gehören zu den gefährdeten Patienten:

Patienten, die an einer hämatologischen Grunderkrankungen wie z. B. Leukämie oder einem Lymphom leidenPatienten mit niedrigen Immunglobulin-Spiegeln im BlutPatienten die langfristig immunsuppressiv behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise Kortisontherapien oder die Behandlung mit AntikörpernPatienten nach einer Stammzelltransplantation und anderen zellulären Therapie.

Schützen – Erkennen – Handeln
Zur Vorbeugung einer Infektion gelten für Krebspatienten die gleichen offiziell empfohlenen Schutzmaßnahmen wie für gesunde Menschen. Dies sind insbesondere folgende Verhaltensweisen:

Schützen: Hände regelmäßig gründlich waschen oder desinfizieren. Wenn keine Waschgelegenheit vorhanden ist, Distanz zu Personen halten (vor allem wenn diese Zeichen von Infekten aufweisen), soziale Kontakte einschränken.Erkennen: Auf erste Krankheitsanzeichen wie Husten, Kratzen im Hals, Fieber oder Schnupfen achten. Handeln: Im Falle von Krankheitszeichen und einem begründeten Verdacht auf eine Covid-19-Infektion (Kontakt zu Infizierten, Aufenthalt in Risikogebieten ) den Arzt telefonisch kontaktieren.

Krebstherapie verschieben?
Krebstherapien haben eine Reihe unerwünschter Wirkungen, darunter auch die, das Immunsystem zu schwächen. Bei einer Krebstherapie wägt der behandelnde Arzt jedoch das Risiko der Krebstherapie gegenüber ihrem Nutzen stets sorgfältig ab. Das gilt auch in Zeiten der Covid-19-Pandemie, wobei das Infektionsrisiko auch von den Lebensumständen des Patienten abhängt. Doch bei den meisten, akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer sinnvollen und geplanten Krebstherapie über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus, schreibt die DGHO in ihrem Informationsblatt. In Fällen einer chronischen, gut beherrschbaren Krebserkrankung kann individuell über Therapieverschiebung entschieden werden.

Quelle: DGHO

Corona kommt nicht aus dem Labor : Fake News entkräftet

Quelle: apotheken.de | 24.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Viren können in Laboratorien gentechnisch manipuliert werden.Wieder eine Verschwörungstheorie wissenschaftlich entkräftet: Das Pandemie-Virus SARS CoV-2 wurde nicht zu finsteren Zwecken in einem chinesischen Labor gebastelt. Es hat sich kalifornischen Wissenschaftlern zufolge auf natürlichem Weg entwickelt.

Spike-Protein unter der Lupe
Um den Ursprung des neuen Coronoavirus SARS-CoV-2 zu bestimmen, verglichen die Forscher seinen Aufbau mit dem Aufbau der bisher bekannten Coronaviren. Dabei nahmen sie vor allem das Spike-Protein auf der Virushülle unter die Lupe. Mit Hilfe dieses aus 2 Bereichen bestehenden Proteins erobert das neue Coronavirus seine Wirtszelle: Über die Receptor Binding Domain (RBD) bindet es an die Oberfläche der Wirtszelle und über die sogenannte Cleavage Site dringt es in die Zelle ein, was letztendlich zu der Erkrankung Covid-19 führt.

Bindungs-Stelle spricht für Selektion
Vor allem der RDB-Bereich des neuen Virus ist im Gegensatz zu den bisherigen Coronaviren derart verändert, dass es sehr gut an die menschliche Zelle andocken kann. Für eine solche Anpassung kommt aber nur ein natürlicher Selektionsprozess in Frage und keine genetische Manipulation im Labor, betonen die Wissenschaftler. „Wir können mit Bestimmtheit sagen, dass SARS CoV-2 durch natürliche Prozesse entstanden ist“, bekräftigt die Erstautorin der Studie.

Zudem unterscheidet sich die molekulare Struktur im Vergleich zu SARS CoV-2 und MERS (den beiden anderen bekannten krankmachenden Coronaviren) stark. Auch deshalb schließen die Wissenschaftler eine genetische Manipulation der bekannten Coronaviren zur Herstellung von SARS CoV-2 aus.

Wo ist das Virus mutiert?
Wo sich das neue Virus entwickelt hat, ist noch unklar. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Virus wie sein Verwandter SARS schon in einem tierischen Wirt mutierte und dann auf den Menschen übergesprungen ist, vermuten die Autoren. Möglich ist aber auch, dass eine nicht-krankheitserregende Virus-Variante den Menschen erobert und die krankheitserregenden Eigenschaften erst im Menschen selbst entwickelt hat. Epidemiologisch haben beide Theorien verschiedene Bedeutung: Kursiert das menschen-pathogene SARS CoV-2 in der Tierwelt, ist die Chance für eine weitere Pandemie deutlich höher, als wenn das Virus erst im Menschen selbst zum Krankheitserreger wurde, erklären die Wissenschaftler.

Quelle: Ärzteblatt

So bekämpft unser Immunsystem COVID-19: Immunreaktion entschlüsselt

Quelle: apotheken.de | 23.03.2020 | Christina Winzig
 Bei einer 47-Jährigen Infizierten wurde die Reaktion des Immunsystems auf SARS-CoV-2 genau verfolgt.Auf der ganzen Welt forschen Wissenschaftler, um herauszufinden, welche Medikamente gegen Covid-19 helfen. Umso interessanter ist, wie es dem Immunsystem des Körpers in der Zwischenzeit ganz von alleine gelingt, mit dem neuartigen Erreger fertig zu werden. Exemplarisch wurden die Reaktionen der körpereigenen Abwehr nun bei einer erkrankten Frau aus Australien untersucht.

Das Immunsystem lernt ständig neu dazu
Das Immunsystem gliedert sich in einen angeborenen und einen erworbenen Teil. Zu dem angeborenen Immunsystem gehören unspezifische Abwehrmechanismen, die als erste Barriere gegen Erreger dienen – es reagiert also schnell, aber eher unpräzise. Zu ihm zählen die natürlichen Killerzellen, Phagozyten, das Komplementsystem und lytische, also auflösende Enzyme. Das erworbene Immunsystem wiederum braucht etwas länger, um auf einen Erreger zu reagieren, passt sich aber dafür genau an die verschiedensten Erreger an und „lernt“ dadurch ständig dazu. Zu ihm gehören die weißen Blutkörperchen und Antikörper. Dringt ein Erreger in unseren Körper ein, reagiert also zunächst das angeborene Immunsystem, bevor das erworbene Immunsystem den Erreger genauer betrachtet und dann speziellere Anpassungsvorgänge einleitet. So werden beispielsweise einige Tage nach Eindringen des Erregers spezifische Antikörper gebildet, um die Infektion effektiv zu bekämpfen und auf ein erneutes Eindringen des Erregers vorbereitet zu sein.

Anstieg der Antikörperproduktion bei COVID-19
Auch beim neuartigen Coronavirus COVID-19 (auch SARS-CoV-2 genannt) zeigte das Immunsystem eine deutliche Reaktion auf den Erreger. Forscher des Doherty Institutes in Melbourne untersuchten die Immunreaktion einer 47-jährigen Patientin, die 11 Tage nach Rückkehr aus der chinesischen Stadt Wuhan mit typischen Symptomen einer mittelschweren COVID-Infektion (Fieber, trockener Husten, leichte Atemnot, Schmerzen beim Einatmen) eingeliefert wurde. Der Erreger konnte am 4. Tag anhand eines Rachenabstriches festgestellt werden. Nun der Clou: Bereits an Tag 7 war der Abstrich wieder negativ, was auf eine effiziente Antwort des Immunsystems hindeutete. Das Team um Katherine Kadzierska untersuchte die Immunreaktion der Patientin genauer und konnte folgenden Verlauf feststellen:

Tag 7: Erstmals weisen die Forscher Antikörper nach. Das erworbene Immunsystem hat also bereits auf den Erreger reagiert und seine Abwehrstrategie exakt darauf ausgerichtet.

Tag 8: Die Produktion der Antikörper erreicht ihren Höhepunkt. Jetzt steigen auch die CD8-T-Zellen an, die vom Virus befallene Zellen zerstören, und Monozyten im Blut nehmen ab, was darauf hindeutet, dass sie in entzündetes Gewebe rekrutiert wurden, um dort zerstörte Zellen abzubauen.

Tag 10: Die Röntgenbilder der Lunge sind wieder unauffällig, die erkrankte Frau darf die Klinik wieder verlassen.

Fazit: Die Reaktion des Immunsystems der Patientin war kurz und nicht sonderlich heftig, sie musste weder mit Sauerstoff noch mit Steroiden oder antiviralen Medikamente behandelt werden und erholte sich vollständig. In diesem Fall hat das Immunsystem die Infektion schnell und effektiv in den Griff bekommen. Dennoch treten weltweit Fälle mit einem tödlichen Verlauf der COVID-19-Infektion auf, bei denen das Immunsystem den Erreger nicht binnen weniger Tage bekämpft. Die genaue Ursache hierfür ist noch unklar und bedarf weiterer Studien.

Quelle: Ärzteblatt

FSME hinterlässt schwere Folgen: Impfung nicht vergessen!

Quelle: apotheken.de | 19.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 "Achtung FSME" heißt es jetzt in 3 neuen Kreisen.Die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hinterlässt bei jedem Dritten dauerhafte neurologische Schäden, warnt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Sie rät beim Aufenthalt in FSME-Risikogebieten – von denen kürzlich 3 neue ausgewiesen wurden – dringend zur FSME-Impfung.

Bei jedem 2. Patienten Gehirn oder Rückenmark infiziert
In ihrer neuen Leitlinie weisen die Neurologen erneut auf die häufig schwerwiegenden Folgen der FSME hin. Das Ausmaß von Beschwerden und eventuellen Dauerfolgen hängt davon ab, welche Bereiche des zentralen Nervensystems betroffen sind. Bei etwa 50% der Patienten führt die Infektion zu einer isolierten Gehirnhautentzündung (Meningitis) mit Fieber und meist starken Kopfschmerzen. Bei 40% kommt jedoch eine Gehirnentzündung (Meningoenzephalitis) dazu, die sich in Bewusstseinsstörungen, Gleichgewichtstörungen und eventuell Lähmungen von Hirnnerven äußert. 10% der Betroffenen entwickeln sogar eine Rückenmarksentzündung (Meningoenzephalomyelitis) mit schlaffen Lähmungen von Armen und/oder Beinen, Schluck- und Sprechstörungen und lebensbedrohlichen Atemlähmungen.

Lähmungen, Hörstörungen, Konzentrationsschwäche
Die beste Prognose hat die Meningitis, sie heilt in der Regel folgenlos aus. Anders sieht es aus, wenn Gehirn und Rückenmark mit betroffen waren. Diese Patienten leiden oft unter anhaltenden Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und verringerter Belastbarkeit. Bei jedem 5. Patienten mit Meningoenzephalitis bleiben dauerhaft Störungen von Gedächtnis, Sprache, Hören oder Bewegungskoordination und sogar Lähmungen zurück. Von den Patienten mit Beteiligung des Rückenmarks erholen sich nur 20%, jeder 2. behält Schäden zurück, 30% versterben sogar an den Folgen der Erkrankung.

Neue FSME-Risikogebiete: Dresden, Meißen, Schmalkalden-Meiningen
Übertragen wird die FSME durch Zecken. Doch nicht überall in Deutschland gibt es Zecken, die mit dem FSME-Virus infiziert sind. Je nach Häufigkeit der FSME-Erkrankungen erstellt das Robert Koch-Institut regelmäßig eine Risikokarte, auf der gefährdete Gebiete zu erkennen sind (www.rki.de). In Deutschland sind neben Bayern und Baden-Württemberg, Südhessen, südöstlichem Thüringen, Sachsen, den Kreisen Emsland, Marburg-Biedenkopf, Saar-Pfalz und Birkenfeld nun aktuell 3 weitere Gebiete dazugekommen: der Stadtkreis Dresden und die Landkreise Meißen und Schmalkalden-Meinigen.

Impfen lassen!
Vor dem Hintergrund der Ausbreitung der FSME und der Schwere der Erkrankung ist unverständlich, warum die Impfraten seit 2010 sinken. Denn Impfen schützt vor der FSME: Von den 444 FSME-Infizierten im Jahr 2019 waren 98% nicht geimpft, betonen die Experten. Für Menschen, die sich in den Risikogebieten in der Natur aufhalten wollen oder ihren Urlaub in ausländischen Risikogebieten verbringen wollen, empfehlen die Neurologen dringend die FSME-Impfung. Die Grundimmunisierung umfasst 3 Teilimpfungen innerhalb eines Jahres, die erste Auffrischimpfung ist nach 3 Jahren erforderlich.

Quelle: Frühsommer-Meningoenzephalitis S1-Leitlinie der DGN, Ärztezeitung

Frühstück verbraucht mehr Kalorien: Energieumsatz im Visier

Quelle: apotheken.de | 18.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Laut Energieumsatz ist es besser morgens als abends zu schlemmen.Sollen Abspeckwillige lieber morgens oder abends Kalorien sparen? Hier scheiden sich die Geister immer wieder. Lübecker Forscher haben 16 Männer zu Probefrühstück und Abendmahl geladen und den jeweiligen Energieumsatz gemessen.

Männer im Blindversuch
Das Frühstück fasziniert Forscher und Abspeckwillige gleichermaßen. Fördert das Auslassen der morgendlichen Nahrungsaufnahme die Gewichtsabnahme oder schadet es womöglich beim Abnehmen? In einer aktuellen Laborstudie haben sich Wissenschaftler nun intensiv mit der Kalorienverbrennung beim Frühstück und beim Abendbrot beschäftigt. Dabei bekamen 16 normalgewichtige Männer an einem Tag ein hochkalorisches Frühstück und eine niederkalorische Abendmahlzeit, an einem anderen Tag ein niederkalorisches Frühstück kombiniert mit einem kalorienreichen Mahl am Abend. Die Studie war verblindet, d.h., wie viele Kalorien ihre jeweilige Mahlzeit hatte, erfuhren die Männer nicht.

Morgens höherer Energieumsatz
Im Rahmen einer Kalometrie maßen die Forscher die abgegebene Wärmemenge der Männer und berechneten damit die sogenannte „nahrungsinduzierte Thermogenese“, also den durch Verdauung, Aufnahme und Transport der Nahrungsmittelbestandteile erhöhten Energieverbrauch. Außerdem überwachten sie die Blutglukose und verglichen Hunger und Süßigkeitenverzehr im Verlauf des Tages. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Nach dem Frühstück – egal ob kalorienreich oder kalorienarm – wurden deutlich mehr Kalorien verbrannt als nach der abendlichen Mahlzeit.Blutzucker- und Insulinspiegel stiegen nach dem Frühstück deutlich langsamer an als nach dem Abendessen.Nach einem Frühstück mit wenig Kalorien stieg der Appetit auf Süßes im Tagesverlauf, was die Männer dann auch zu mehr Süßigkeiten zwischendurch greifen ließ.

Mit dieser Untersuchung ist nun nachgewiesen, dass der menschliche Energieumsatz morgens höher ist als abends, betonen die Studienautoren. Das sei womöglich auch für Übergewichtige von Bedeutung, die zum Abnehmen oft lieber das Frühstück auslassen und dann eher abends essen. Inwieweit ihre Erkenntnisse zum Energieumsatz bei einer Gewichtsabnahme genutzt werden können, wollen die Forscher jetzt durch eine Studie an Übergewichtigen prüfen.

Quelle: Ärztezeitung

Muss es immer Desinfektionsmittel sein?: Mit Wasser und Seife gegen COVID-19

Quelle: apotheken.de | 20.03.2020 | Marie Schläfer
 Nicht jedes Desinfektionsmittel schützt vor dem Coronavirus.Wer sich in diesen Tagen mit Desinfektionsmittel eindecken will, steht meist vor leergefegten Regalen. Dann aus Angst vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus in Panik zu geraten, ist jedoch nicht nötig. Meist reichen auch einfache Maßnahmen, um sich vor dem Virus zu schützen.

Richtiges Desinfektionsmittel wählen
Um sich vor der Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, greifen viele Menschen aktuell zu Desinfektionsmitteln. Falls nicht ausverkauft, sind in den Drogeriemärkten allerlei Produkte zur Händedesinfektion zu kaufen. Aber nicht jedes Gel, Spray oder Seife inaktiviert das Coronavirus. Das RKI empfiehlt, Mittel mit den Bezeichnungen „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“. Auch in der Apotheke hergestellte Lösungen, die zu zwei Dritteln aus den Alkoholen Ethanol oder Isopropanol bestehen, sind wirksam. Das Desinfektionsmittel muss jedoch, um zu wirken, korrekt angewendet werden. Dazu gehört, die Haut mit mindestens 3 ml zu benetzen und an der Luft trocknen zu lassen.

Genauso effektiv: Händewaschen!
Ohne Zweifel ist die Händedesinfektion eine wichtige Maßnahme, um eine Übertragung der Viren zu vermeiden. Besonders nach dem Kontakt mit infizierten oder besonders gefährdeten Personen ist die Händedesinfektion praktisch, da sie überall durchzuführen ist. Genauso effektiv ist es jedoch, die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Zusätzlich sollten eine korrekte Hust- und Nieshygiene und genug Abstand zu infizierten Personen eingehalten werden. Ausführliche Erklärungen zu diesen Maßnahmen wurden von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammengestellt und sind auf www.infektionsschutz.de abrufbar.

Mit Bedacht einkaufen
Für Hamsterkäufe von Desinfektionsmittel gibt es also keinen Grund. Nicht zuletzt leistet die Bevölkerung durch kluge Kaufentscheidungen einen Beitrag, dass medizinischen Einrichtungen, wie Krankenhäusern und Pflegeheimen, auch in Zukunft genug Desinfektionsmittel zur Verfügung steht.

Quellen: Bundesgesundheitsministerium, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Robert Koch Institut, Deutsche Apotheker Zeitung

Corona-Infekt durch Blutdrucksenker?: Verunsicherte Patienten

Quelle: apotheken.de | 17.03.2020 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Coronaviren infizieren vor allem die Zellen der Atemwege und der Lunge.In den sozialen Medien kursieren Warnungen vor bestimmten Hochdruckmitteln: Sartane und ACE-Hemmer sollen empfänglicher für die Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 machen. Was sagen die Experten der Deutschen Hochdruckliga DHL dazu?

ACE2 hat viele Gesichter
Dreh- und Angelpunkt dieser Spekulationen ist das Enzym ACE2. Dieses Enzym sitzt u. a. auf der Oberfläche von Lungenzellen und wird von den SARS-CoV-2-Viren als Eintrittspforte in die Zelle genutzt. Doch ACE2 hat nicht nur negative, eine Infektion fördernde Effekte: Es schwimmt auch gelöst im Blut, wodurch es Viren wie eine Art Köder abfängt und dadurch die Anzahl infizierter Lungenzellen vermindert. Ein Anstieg von ACE2 könnte demnach sowohl positive als auch negative Folgen haben, betonen die DHL-Experten.

RAS-Blockade schützt bei Lungenentzündung
Doch was hat ACE2 mit Hochdruckmitteln zu tun? Hier kommt eine weitere Funktion von ACE2 ins Spiel. Das Enzym baut Blutdruckhormone des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) ab. Die Bildung dieser Hormone wird aber durch Blutdrucksenker vom Typ ACE-Hemmer und Sartane unterdrückt. In der Folge steigen die ACE2-Werte leicht an. Ob dieser leichte Anstieg überhaupt eine Bedeutung für die Infektanfälligkeit hat, ist aber völlig unklar, betonen die DHL-Experten. Überzeugende Daten gibt es jedoch dafür, dass die oben genannte RAS-Blockade bei einer Lungenentzündung schützende Effekte hat.

Plötzliches Absetzen ist gefährlich
„Der mögliche schädliche Einfluss von Blutdruck-Senkern auf die Virus-Anfälligkeit ist äußerst spekulativ. Hingegen könnten Blutdrucksenker bei schweren Verläufen Leben retten“, sagt Florian Limbourg, Vorstand der DHL. Er warnt dringend vor dem eigenmächtigen Absetzen von Hochdruckmitteln oder einer Reduktion ihrer Dosis. Vor allem bei Herzkranken kann das ein Schuss nach hinten sein, denn beim plötzlichen Abbrechen einer blutdrucksenkenden Therapie drohen schwere Folgen wie z. B. Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Quelle: Ärztezeitung

Inzi...was? Fachbegriffe rund um Corona: Durchblick im Fachwort-Dschungel

Quelle: apotheken.de | 16.03.2020 | Sara Steer
 Es kann eine echte Herausforderung sein, sich im Fachjargon der Wissenschaftler zurecht zu finden.Pandemie, Durchseuchung, Inzidenz und Prävalenz – für Nicht-Mediziner ist es eine echte Herausforderung, aus den Fachbegriffen rund um die Corona-Berichterstattung schlau zu werden. Eine kleine Auswahl im Überblick.

Von Pandemie bis Durchseuchungsrate
Halbwissen ist meist genauso irreführend wie gar kein Wissen. Um keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, hilft es, auch halbvertraute Begriffe genau unter die Lupe zu nehmen.

Pandemie. Definitionsgemäß ist eine Pandemie eine weltweite Epidemie. Eine Epidemie wiederum ist eine Erkrankung, die örtlich und zeitlich gehäuft innerhalb einer Population auftritt – und von einer Population spricht man, wenn es sich um Individuen einer Art handelt, die sich in einem bestimmten Gebiet aufhalten. Einfach erklärt: Die Einwohner von Deutschland bilden eine Population. Tritt hier eine bestimmte Erkrankung gehäuft auf, z.B. Grippe, liegt eine Epidemie vor. Breitet sich die Erkrankung weltweit aus, spricht man von einer Pandemie.

Wichtig: Auch eine Krankheit, die nur milde Symptome hervorruft, kann zur Pandemie werden. Hier ist es vor allem die hohe Anzahl Erkrankter, die die Gesundheitssysteme in Schwierigkeiten bringt.

Durchseuchung. Sie beschreibt, wie verbreitet ein Erreger in einer bestimmten Population ist. So negativ der Begriff klingt - eine hohe Durchseuchung kann eine Erkrankung aufhalten. Denn bei vielen Infektionen bildet der Körper schützende Antikörper. Diese sorgen für einen Immunität, d.h. einen Schutz vor erneuter Ansteckung. Eine hohe Durchseuchung würde also bedeuten, dass die Ausbreitung zurückgeht, weil weniger Personen sich infizieren und den Erreger weitergeben.

Herdenimmunität. Ist ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung gegen eine Erkrankung immun (in aller Regel 95 Prozent einer Population), kann sich ein Erreger nicht ausbreiten, weil die Infektionskette abbricht. Erreicht wird das z.B. durch flächendeckende Impfungen. Aber auch eine hohe Durchseuchung (siehe oben) kann eine Herdenimmunität schaffen. Der Clou: Auch nicht-immune Personen sind so vor einer Ansteckung geschützt.

Es geht noch komplizierter

Noch komplizierter wird es, wenn Wissenschaftler über Ausbreitung und Gefährlichkeit eines Erregers berichten:

Prävalenz. Sie gibt an, wie viele Leute von einer Erkrankung bereits betroffen sind. Die Prävalenz stellt also eine Momentaufnahme dar. Eine niedrige Prävalenz muss aber nicht zwangsläufig positiv sein: Ist eine Erkrankung so schwerwiegend, dass viele Menschen innerhalb kurzer Zeit an ihr versterben, kann die Prävalenz niedriger sein, als bei einer Erkrankung mit leichten Symptomen, die sich über einen langen Zeitraum erstreckt.

Inzidenz. Sie bildet ab, wie viele Menschen in einem bestimmten Zeitraum neu erkrankt sind. Ist ein Erreger sehr ansteckend, ist die Inzidenz hoch, weil sich viele Personen neu infizieren.

Letalität. Sie beschreibt, wie viele der Erkrankten an der Erkrankung verstorben sind. Nicht nur für Corona ist diese Zahl schwer zu ermitteln. Denn: Personen ohne oder mit nur leichten Symptomen werden nicht erfasst. Werden nur schwer Erkrankte bei der Berechnung berücksichtigt, wird die Letalität deutlich überschätzt.

Fazit: Um sich im Fachjargon der Wissenschaftler zurecht zu finden, braucht es einiges an Recherche- und Durchhaltewillen. Wer sich aber an seriöse Quellen wie etwa das Robert-Koch-Institut hält, kann sich in aller Regel auf eine fundierte Interpretation der Faktenlage verlassen.

Quelle: Robert-Koch-Institut u.a.