Schon gewusst?

Jetzt zur Grippeimpfung?: Wer davon wirklich profitiert

Quelle: apotheken.de | 21.10.2019 | Dr. Rita Wenczel
 Die echte Grippe geht mit hohem Fieber und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl einher.Wer schon einmal eine echte Grippe (Influenza) hatte, weiß: Sie ist mehr als nur eine starke Erkältung. Durch das plötzliche hohe Fieber, die starken Kopf- und Gliederschmerzen und das ausgeprägte Krankheitsgefühl müssen Betroffene häufig für längere Zeit das Bett hüten. Die Grippeimpfung klingt für viele deshalb verlockend. Doch ist sie wirklich sinnvoll und wann ist die beste Zeit zum Impfen?

Influenzaviren verändern sich rasant
Mit der kalten Jahreszeit startet auch die alljährliche Grippewelle. Häufig entstehen heftige Grippe-Epidemien mit bis zu 650 000 Todesfällen weltweit. Über die Grippeimpfung wird dennoch diskutiert – denn Influenzaviren verändern sich ständig, sodass der Impfstoff oft gar nicht vor den aktuellen Stämmen schützt. So entstehen hohe Unterschiede in der Schutzwirkung, die zwischen 50 % und 80 % liegen.

Impfung für Menschen mit schwächerem Immunsystem besonders wichtig

Die Impfstoffzusammensetzung wird deshalb jährlich angepasst und basiert auf den aktuell zirkulierenden Grippeviren. Diese werden kontinuierlich von Referenzlaboratorien der ganzen Welt untersucht und an die WHO gemeldet.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung vor allem Menschen, denen im Fall einer Grippe schwere Verläufe drohen:

Menschen über 60 JahrenSchwangeren ab dem 4. SchwangerschaftsmonatKindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Grunderkrankung oder einem geschwächten Immunsystem

Außerdem ist eine Impfung für medizinisches Personal sinnvoll, da dieses durch den engen Patientenkontakt ein erhöhtes Ansteckungsrisiko hat oder selbst leicht zum Überträger wird. Denn obwohl eine Impfung nicht jede Grippe-Erkrankung verhindert, halbiert sie zumindest das Erkrankungs-Risiko. Erkranken geimpfte Personen dennoch an der Influenza, verläuft diese bei ihnen meist milder und mit weniger Komplikationen.

Impfen vor der Grippewelle
Impfen sollte man am besten noch vor der Grippesaison, also im Oktober oder November – denn bis der volle Impfschutz einsetzt, vergehen etwa 10–14 Tage. Eine Wiederholung der Grippeimpfung ist in dieser Saison dann nicht mehr nötig.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Robert Koch-Institut

Gefahr durch verschleppte Infekte: Bei Herzmuskelentzündung schonen

Quelle: apotheken.de | 18.10.2019 | Leonard Olberts
 Selbst eine einfache Erkältung kann zu einer Herzmuskelentzündung führen, wird sie nicht auskuriert.Mit Infekten ist nicht zu spaßen. Denn selbst vermeintlich banale Erkrankungen können zu einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung führen. Wie man sich im Krankheitsfall richtig verhält.

Beschwerden bei Herzmuskelentzündung oft unspezifisch
In der nasskalten Jahreszeit verbreiten sich Viren und Bakterien besonders gut. Vor allem bei fiebrigen Infekten wie einer Grippe kann es – oft unbemerkt – zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Zwar verläuft die unter Medizinern als Myokarditis bekannte Erkrankung meist harmlos, körperliche Anstrengung stellt für das Herz in einer solchen Situation aber eine enorme Belastung dar. „Eine massive Herzschwäche kann die Folge sein, im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod“, warnt Herzspezialist Dr. Michael Böhm.

Besonders häufig verursachen Viren eine Herzmuskelentzündung – zum Beispiel im Rahmen einer Grippe. Aber auch Bakterien, Pilze oder Autoimmunerkrankungen können die Krankheit hervorrufen. Da die Entzündungssymptome sehr unspezifisch sind, fällt die Diagnose oft schwer. Typisch sind unter anderem Schwächegefühl, Luftnot, Herzrhythmusstörungen oder Schmerzen in der Brust, die einem Herzinfarkt ähneln. Treten die Beschwerden in Folge eines Infekts auf, sollte umgehend der Hausarzt oder ein Kardiologe aufgesucht werden.

Bei Erkrankung sechs Monate lang konsequent schonen
„Grundsätzlich sollte man bei einer Grippe und anderen viralen oder bakteriellen Infektionen mit Sport und anderen körperlichen Belastungen auf jeden Fall warten, bis Fieber und andere Symptome wie Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt“, rät Böhm. Liegt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Herzmuskelentzündung vor, braucht es konsequente Schonung – das heißt: sechs Monate lang keine körperliche Belastung in Beruf oder Freizeit. Daneben unterstützen ACE-Hemmer und Betablocker das geschwächte Herz.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

Hantaviren auf dem Vormarsch: Scheune, Schuppen, Pferdestall

Quelle: apotheken.de | 17.10.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Hantaviren werden von Rötelmäusen übertragen.In Deutschland mehren sich die Infektionen mit Hantaviren, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Übertragen werden die Krankheitserreger mit Mause-Kot und Mause-Urin. Darum aufgepasst beim Fegen und Putzen von Scheunen, Ställen und alten Gemäuern mit möglichem Nagerbefall.

Brennpunkte Bayern, Baden-Württemberg, Münsterland
Über 1200 Hantavirus-Erkrankungen wurden dieses Jahr schon gemeldet, ein infizierter Mann ist sogar verstorben, teilt das RKI mit. Gut zwei Drittel der Fälle traten in Bayern oder Baden-Württemberg auf. Ein besonders hohes Infektionsrisiko findet sich auf der Schwäbischen Alb, im Bayerischen Wald, im Spessart und in Unterfranken, weitere Brennpunkte sind das Münsterland und Osnabrück.

Rötelmaus als Überträger
Hantaviren werden von Nagetieren wie Ratten und Mäuse übertragen. In Deutschland sind vor allem Rötelmäuse für die Verbreitung der Erreger zuständig. Sie scheiden die Viren über ihren Urin, den Kot und den Speichel aus. Meist werden Hantaviren über den Staub eingeatmet, allerdings kann sich der Mensch auch durch einen Mäusebiss oder kontaminierte Lebensmittel anstecken.

Je nach Virustyp verläuft die Erkrankung unterschiedlich schwer, in Deutschland heilt die Erkrankung meist folgenlos aus. Fieber, grippeähnliche Beschwerden und Bauchschmerzen sind häufig, manchmal kommt es auch zu einer Einschränkung der Nierenfunktion und Blutungen. Eine spezielle Therapie bei Hantavirus-Infektion gibt es nicht, die Erkrankten werden symptomatisch behandelt, in schweren Fällen ist eine Intensivtherapie nötig.

Mäuse-Kot meiden
Eine Impfung gegen Hantaviren ist nicht verfügbar. Die einzige mögliche Prävention besteht darin, den Kontakt zu Mäusen und ihren Ausscheidungen zu meiden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für gibt dafür folgende Tipps:

Mäuse und Ratten in Wohnungen und Wohngebäuden bekämpfen. Besonders Keller, Dachboden und Nebenräume wie Garagen und Schuppen werden gerne von Mäusen besiedelt. Lebensmittel und Tierfutter fest verschlossenen aufbewahren.Nistmöglichkeiten für Mäuse einschränken, in dem Abfall und Sperrmüll nicht offen gelagert und rasch entsorgt werden; auf Komposthaufen dürfen keine Fleisch- und gekochten Essensreste, denn diese ziehen Ratten und Mäuse an.Beim Fegen oder Reinigen von Scheunen und Schuppen keinen Staubsauger verwenden (welcher viel Staub aufwirbelt), stattdessen Staubschutzmasken und Handschuhe tragen.Mäuse-Kot feucht entfernen und die Putztücher danach entsorgen.Tierkadaver in Plastiktüten stecken, Plastiktüten verknoten und in den Hausmüll geben.Nach dem Aufenthalt im Freien Hände gründlich waschen.

Quellen: http://? https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/haemorrhagische-fieber/article/996456/rki-warnt-erhoehte-gefahr-durch-hantaviren.html?utm_campaign=AEZ_NL_NEWSLETTER&utm_source=2019-09-19-AEZ_NL_NEWSLETTER&utm_medium=email&tid=TIDP358595X0D0E066BD55F4D8E8A36520E02CD35B6YI4|Ärztezeitung, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Waschmaschine verbreitet Bakterien: Vorsicht bei Pflegebedürftigen

Quelle: apotheken.de | 16.10.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Bei niedrigen Waschtemperaturen überstehen Bakterien den Waschgang gut.Oft vermutet und jetzt zum ersten Mal nachgewiesen: Waschmaschinen können resistente Keime übertragen, wie der Fall einer Kinderklinik aufzeigt. Bonner Hygieniker empfehlen deshalb bestimmten Haushalten, die Wäsche öfter mit mindestens 60°C zu waschen.

Rätselhafter Keim auf der Baby-Station
Über ein Jahr hinweg wurde auf der Neugeborenen-Station einer deutschen Kinderklinik wiederholt ein seltener aber aggressiver Keim gefunden. Insgesamt 13 Neugeborene waren von ihm besiedelt – doch die Babys hatten Glück: Obwohl es sich bei dem Erreger um einen antibiotika-resistenten und lebensgefährlichen Klebsiella-Typ handelte, entwickelte keines der betroffenen Kinder eine Infektion. Da das Bakterium jedoch trotz strenger Hygienevorkehrungen immer wieder auftauchte und die Quelle nicht gefunden werden konnte, zogen die Ärzte schließlich das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uniklinik Bonn hinzu.

Waschmaschine steckte dahinter
Zunächst fanden die Bonner Hygieniker heraus, dass weder Eltern noch Pflegepersonal Träger des seltenen Keims waren. Bei umfangreichen hygienetechnischen Untersuchungen des weiteren Umfelds wurden sie schließlich im Keller der Kinderklinik fündig. An Spülfach und Türgummi einer (handelsüblichen) Waschmaschine, in der handgestrickte Mützchen und Söckchen der Neugeborenen bei niedrigen Temperaturen gewaschen worden waren, fanden sie den Keim. Nach Ausrangieren des Gerätes war es mit dem Keimspuk zu Ende – das aggressive Klebsiella-Bakterium tauchte bei zahlreichen Kontrollen im Krankenhaus nirgendwo mehr auf.

Normalerweise sind in Kliniken spezielle Waschmaschinen und -verfahren im Einsatz, die durch hohe Temperaturen und Desinfektionsmittel die Verbreitung von Krankheitserregern verhindern. Mit Hilfe dieses seltenen Einzelfalles ist aber klar geworden, dass durch das Waschen mit herkömmlichen Waschmaschinen durchaus Keime über die Wäsche auf Menschen übertragen werden können, betont Daniel Exner, Hygienebeauftragter der Uniklinik Bonn.

Übertragung auch zu Hause möglich
Dies ist vor allem in Zeiten von Bedeutung, in denen Energie eingespart und in Privathaushalten gerne mit niedrigen Temperaturen von 30 oder 40° C gewaschen wird. Für Gesunde ist es in der Regel kein Problem, wenn einige Keime diese Waschgänge überstehen. Problematisch wird es jedoch, wenn es um Menschen mit offenen Wunden, Blasenkathetern oder eitrigen Infektionen geht. Hier empfiehlt der Hygieneexperte, um eine Übertragung gefährlicher Bakterien zu vermeiden, die Wäsche mit mindestens 60°C zu waschen.

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft

Gehirnerschütterung ernst nehmen: Gehirn braucht ausreichend Erholung

Quelle: apotheken.de | 15.10.2019 | Leonard Olberts
 Kopfschmerzen nach einem Schlag oder Stoß sind ein typisches Anzeichen für eine Gehirnerschütterung.Eine Gehirnerschütterung macht sich nicht immer direkt als solche bemerkbar. Wonach Betroffene Ausschau halten müssen und welche Maßnahmen sie ergreifen sollten.

Bei starken Beschwerden Notarzt rufen
Umgeben von Schädelknochen und schwebend in Flüssigkeit, ist unser Gehirn die meiste Zeit vor Schäden sicher. Wird der Kopf aber besonders schnell und stark erschüttert, zum Beispiel bei einem Sturz, kann das Gehirn gegen den Schädelknochen prallen. Dabei werden die neuronalen Strukturen des Gehirns in Mitleidenschaft gezogen.

„Die Anzeichen für eine Gehirnerschütterung reichen von Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Gleichgewichts- und Sehstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit über Schlafstörungen, Schwierigkeiten beim Denken, emotionale Probleme bis hin zu Bewusstlosigkeit“, zählt Kinderarzt Dr. Hermann Josef Kahl auf. „Bei Krämpfen, Schwäche in den Gliedmaßen, verwaschener Sprache und Verwirrtheit sollte umgehend eine Ambulanz gerufen werden“, ergänzt er. Teilweise treten die Symptome erst zeitverzögert auf.

Gehirn braucht nach Gehirnerschütterung Ruhepause
Im Falle einer Gehirnerschütterung ist es ratsam, sich einige Tage zu schonen. Dazu gehört: auf Sport verzichten, laute Geräusche vermeiden und Fernseh- oder Computerbildschirme nur wenig benutzen. Gegen Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit können kurzzeitig Medikamente helfen, bei Kopfschmerzen zum Beispiel Paracetamol.

Leiden Kinder an einer Gehirnerschütterung, sollten sie erst dann wieder die Schule besuchen, wenn sie sich ein bis zwei Stunden ohne zunehmende Beschwerden wie Kopfschmerzen geistigen Aufgaben (zum Beispiel Lesen) widmen können. Außerdem müssen Schüler die Anstrengungen schrittweise anpassen und Ruhezeiten in der Schule einhalten können. „Dafür kann eine schriftliche Empfehlung des Arztes hilfreich sein“, rät Kahl.

Quelle: Kinderärzte im Netz

Bluttest für Einzelgenerkrankungen: Neuer vorgeburtlicher Test

Quelle: apotheken.de | 14.10.2019 | Christina Winzig
 Im Rahmen der vorgeburtlichen Untersuchung können genetische Erkrankungen festgestellt werden.Beim Verdacht auf genetische Erkrankungen des ungeborenen Kindes werden bisher im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik viele Tests durchgeführt. Einige davon sind mit kleineren Eingriffen verbunden, die beispielsweise das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Ein neuer Bluttest soll viele dieser Eingriffe jetzt ersetzen.

Untersuchung des mütterlichen Blutes

Zeigen sich Ultraschall Auffälligkeiten oder deutet die Familiengeschichte auf ein vermehrtes Auftreten genetischer Erkrankungen hin, entscheiden sich viele Schwangere für eine weiterführende Diagnostik. Diese umfasst auch vorgeburtliche Eingriffe (invasive Tests) ab der 14. bis zur 18. Schwangerschaftswoche, die mit vielen Risiken verbunden sind, wie Infektionen, die Verletzung des Kindes oder eine Fehlgeburt. Das Heidelberger Start-Up Unternehmen Eluthia hat nun einen Bluttest entwickelt, der die Zahl der Eingriffe im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik minimieren soll. Der sog. Unity kann ab der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Dabei wird aus einer mütterlichen Blutprobe die DNA des Kindes isoliert. Diese DNA wird dann auf die Einzelgenerkrankungen Mukoviszidose, Thalassämien, spinale Muskelatrophie und Sichelzellanämie untersucht. Das Unternehmen gibt an, dass der Test Einzelgenerkrankungen mit einer Spezifität von über 99 % erkennt.

Voraussetzungen für den Test

Laut Eluthia sollte der Test nur durchgeführt werden, wenn sich Auffälligkeiten im Ultraschall zeigen und die Mutter eine Anlage für eine der Einzelgenerkrankungen besitzt. Beim Unity-Test handelt es sich um einen sog. Screeningtest. Ergibt der Test also ein erhöhtes Risiko für eine Einzelgenerkrankung ist dies keine Diagnose. Der Verdacht muss durch einen anschließenden invasiven Test bestätigt werden. Somit werden vorgeburtliche Eingriffe nicht gänzlich ersetzt werden können. Allerdings möchte Eluthia mit dem Unity-Test die Zahl der Eingriffe minimieren, die bisher den genetischen Status des Kindes nicht berücksichtigten. 

Ob dieser Bluttest wirklich aussagekräftig ist, bleibt jedoch abzuwarten. Aktuell wird er in rund 40 Frauenarztpraxen angeboten und noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Quelle: Ärzteblatt

Schwindel bei Kindern: Harmlos oder Grund zur Sorge?

Quelle: apotheken.de | 11.10.2019 | Leonard Olberts
 Schwindel ist bei Kindern in den meisten Fällen harmlos.Bei Kindern kommen Schwindelanfälle häufiger vor als bei Erwachsenen. Zumeist handelt es sich dabei um eine harmlose Form des Schwindels. Doch auch ernstere Ursachen können dahinterstecken.

Kreislauf ankurbeln bei niedrigem Blutdruck
Hinter plötzlich auftretendem Schwindel verbirgt sich bei Kindern häufig eine Kreislaufstörung. Dabei fällt der Blutdruck des Kindes beim Aufsetzen oder Aufstehen zu schnell ab – neben Schwindel kann es auch zu kurzen Ohnmachtsanfällen kommen. Eine durch Blutdruckabfall bedingte Kreislaufstörung macht sich durch ein „taumeliges“ Gefühl bemerkbar, weniger durch Drehschwindel. In der Regel ist sie harmlos für das Kind.

„Unter der sogenannten orthostatischen Dysregulation leiden Kinder vor allem während ihrer Wachstumsphasen. Auch falsche Ernährung, wie zum Beispiel Verzicht auf ein Frühstück, zu wenig Flüssigkeit und mangelnde Bewegung begünstigen diese Schwindelattacken“, erklärt Kinder- und Jugendärztin Dr. Monika Nierhaus. Neben Bewegung und guter Ernährung helfen Wechselduschen dabei, den Kreislauf anzukurbeln.

Verdacht auf ernste Erkrankung mit Kinderarzt abklären
Schwerer und häufig wiederkehrender Schwindel kann jedoch ernstere Ursachen haben: Womöglich liegt eine Ohrenentzündung vor, in seltenen Fällen ist eine Infektion des zentralen Nervensystems möglich. Das betroffene Kind kann dann nicht mehr gerade sitzen und droht beim Stehen umzufallen. „Wenigen ist bekannt, dass Windpockenviren in seltenen Fällen auf das Kleinhirn übergreifen können und den Hör- und Gleichgewichtsnerv in Mitleidenschaft ziehen können, der für den Lagesinn verantwortlich ist“, informiert Niehaus. Seltene und bedrohliche Krankheiten lassen sich durch einen Besuch beim Kinderarzt ausschließen.

Quelle: Kinderärzte im Netz

Haut-Flecken mit Haut-App checken: Bösartig oder nicht?

Quelle: apotheken.de | 10.10.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Verdächtiger Hautfleck? AppDoc hilft via Smartphone bei der Ersteinschätzung.Wer ein verdächtiges Muttermal auf seiner Haut entdeckt, muss nicht mehr lange auf einen Hautarzt-Termin warten, um zu erfahren, ob etwas Bösartiges dahinter stecken könnte. Eine Hautapp für das Handy verhilft zu einer schnellen und fundierten Ersteinschätzung.

Beurteilung vom Hautarzt für 24,95 Euro
Die Telemedizin macht´s möglich: Inzwischen dürfen Hautärzte ohne persönlichen Kontakt zum Patienten einen verdächtigen Hautfleck begutachten und einschätzen. Eine entsprechende Haut-App mit dem Namen „AppDoc“ wurde 2018 von der Universität Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen entwickelt und letztes Jahr von der Landesärztekammer Baden Württemberg genehmigt.

Jeder kann die App über www.online-hautarzt.de auf sein Smartphone herunterladen und damit die fundierte Erstmeinung eines Hautarztes zu seinem verdächtigen Hautfleck einholen. Dazu müssen 3 Fotos von der betroffenen Hautstelle aufgenommen und über die App eingeschickt werden. Außerdem gilt es, einige Fragen zu möglichen Beschwerden zu beantworten. Die Antwort eines Hautarztes kommt innerhalb weniger Tage, der Service ist für die Nutzer anonym und kostet pro Beratung 24,95.

Patienten schätzen den Service
Den Besuch beim Hautarzt ersetzt AppDoc nicht, betont Titus Brinker, Hautarzt und Leiter der App-Entwicklung. Sie ermöglicht aber eine schnelle, qualifizierte Ersteinschätzung, ob ein Hautfleck verdächtig ist und dem Hautarzt vorgestellt werden muss. Auf diese Weise soll vor allem Hautkrebs früher erkannt werden, was die Heilungschancen deutlich erhöht.

Den Patienten scheint der Service zu gefallen: Rund 10 000 Mal wurde die App bisher heruntergeladen, über 2000 Patienten ließen sich telemedizinisch beraten und ca. 80% von ihnen blieb durch diese Beratung ein Arztbesuch erspart.

Vorsicht bei automatisierter Beurteilung
Vorsicht ist jedoch bei Hautapps geboten, die eine Diagnostik ohne Hautarzt anbieten. In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnte eine solche automatisierte App 90 von 199 Muttermalen gar nicht erst analysieren, und bei den beurteilten Hautläsionen lag sie in ihrer Einschätzung auch häufig daneben.

Quelle: Ärztezeitung

Fettsäuren als Asthma-Schutz: Hauptsache kurzkettig

Quelle: apotheken.de | 09.10.2019 | Dr. med. Sonja Kempinski
 Jedes vierte Kind leidet an einer Allergie, viele von ihnen an allergischem Asthma.Immer mehr Kinder leiden an allergischem Asthma, Heuschnupfen & Co. Neuesten Forschungen zufolge soll eine neue Waffe gegen Allergien aus dem Darm kommen: kurzkettige Fettsäuren.

Kinderstuhl unter der Lupe
Dass der Darm bei der Entwicklung von Allergien eine wichtige Rolle spielt, wird schon länger diskutiert. Um mehr über den Zusammenhang von Darm und Asthma zu erfahren, haben jetzt Schweizer Forscher die Stuhlproben von 300 drei- bis sechsjährigen Kindern unter die Lupe genommen. Dabei kam heraus, dass kurzkettige Fettsäuren wie Buttersäure, Essigsäure und Propionsäure, offenbar vor Allergien schützen: Je mehr sich davon im Stuhl der Kinder nachweisen ließen, desto geringer war ihr Allergierisiko und desto seltener entwickelten sie ein allergisches Asthma.

T-Suppressor-Zellen aktiviert
Hintergrund dieses Allergieschutzes ist der Einfluss der kurzkettigen Fettsäuren auf das Immunsystem. Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure kurbeln die Produktion der regulatorischen T-Zellen an, einer Untergruppe der Immunzellen. Die regulatorischen Zellen (auch T-Suppressor-Zellen genannt) beruhigen wiederum die entzündlichen T-Zellen und unterdrücken dadurch die Aktivierung des Immunsystems. Dieser Mechanismus soll der Grund dafür sein, dass Kinder mit mehr kurzkettigen Fettsäuren im Darm toleranter gegen Allergene sind und weniger Allergien entwickeln.

Doch wo kommen die kurzkettigen Fettsäuren her? Sie werden von speziellen Darmbakterien produziert, die für ihre Verdauung vor allem Pflanzenfasern benötigen. Je ballaststoffreicher die Nahrung ist, desto mehr dieser Bakterien finden sich im Darm und desto höher ist die Menge an kurzkettigen Fettsäuren.

Pflanzenfasern oder gleich Fettsäuren
Nach diesen Ergebnissen könnten zwei neue Ansätze Kinder vor allergischem Asthma bewahren. Zum einen eine ballaststoffreiche Ernährung – je mehr Pflanzenfasern Kinder zu sich nehmen, desto mehr kurzkettige Fettsäuren produzieren ihre Darmbakterien. In Studien wird aktuell zudem untersucht, ob eine direkte Zufuhr kurzkettiger Fettsäuren Kinder vor allergischem Asthma schützen kann. Die Forscher sind optimistisch: Im Tierversuch hat das schon funktioniert.

Quelle: http://presse.newswork.de/mailing/index.php?kundenID=14&id=4247|obx medizin direkt 

Herzinfarkt gut überstehen: Kurz- und langfristig richtig handeln

Quelle: apotheken.de | 08.10.2019 | Leonard Olberts
 Bei plötzlich auftretenden, starken Schmerzen in der Brust sollten Sie nicht zögern, die 112 zu wählen.Um einen Herzinfarkt gut zu überstehen, braucht es zweierlei: eine möglichst frühe Versorgung durch den Notarzt und eine langfristige Nachsorge durch den Infarkt-Patienten selbst. Was konkret zu beachten ist.

Herzschaden durch rasches Handeln abwenden
Starke, ausstrahlende Schmerzen in der Brust, begleitet von massivem Druck- und Engegefühl: Das sind typische Anzeichen für einen Herzinfarkt. Leider sind die Symptome nicht immer so eindeutig, daher reagieren Betroffene oft zu spät. „Andererseits kann bei raschem Handeln jeglicher Schaden vom Herzmuskel abgewendet und das Leben meist in unveränderter Leistungsfähigkeit fortgesetzt werden, wenn es gelingt, das durch den Blutpfropf verschlossene Herzkranzgefäß wieder zu eröffnen“, erklärt Kardiologe Dr. Heribert Schunkert.

Herzkrankheit bleibt nach Herzinfarkt bestehen
Ein rasches Handeln im Notfall reicht jedoch nicht aus, um die Gefahr dauerhaft abzuwenden – die koronare Herzkrankheit (KHK), die den Infarkt verursacht hat, bleibt nämlich bestehen. In der Nachsorge muss daher das Fortschreiten der KHK langfristig verhindert werden. Dafür empfiehlt es sich, eine Rehabilitation in Anspruch zu nehmen, die medizinische und psychosoziale Ursachen der KHK berücksichtigt. Nach Schätzungen entscheidet sich aber lediglich jeder zweite Infarkt-Patient für eine Reha.

Maßnahmen, um einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern:
konsequente Einnahme von Medikamenten gegen Gerinnselbildung, hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruckregelmäßige Bewegung und ausgewogene ErnährungVermeidung von Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen und Stress

Weitere Informationen über Maßnahmen zur Herzgesundheit erhalten Sie im Ratgeber der Deutschen Herzstiftung, den Sie kostenfrei hier oder per Telefon unter 069 9551228400 bestellen können.

Ihr Herzinfarkt-Risiko können Sie hier testen.

Quelle: Deutsche Herzstiftung